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Wohlfühlorte - einst und jetzt

Mayke1

Mayke1

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Einen richtig schönen Wohlfühlort habe ich in den vergangenen Tagen kennengelernt.
Es war der Balkon zu unserem Ferienappartement. Das überstehende Hausdach war so weit heruntergezogen, dass ich auch bei Regen - zu Beginn der Ferien war es noch warm - völlig geschützt im Trockenen sitzen und das Wettergeschehen um mich herum beobachten konnte. Kein Gast war draußen unterwegs. Völlige Ruhe am Abend, wo sonst normalerweise viele Hausgäste ihren Erledigungen nachgehen.
Die Amsel genießt ein Bad in der Pfütze, das Spatzenpaar bringt seine Küken im Nest unterhalb des Dachbalkens sicher zu Bett, der Regen verursacht in den Bäumen und Büschen ein anschwellendes und abebbendes Rauschen, je nach Stärke des Niederschlags. Ein Donnergrollen aus noch sicherer Entfernung. Meinem Blick verborgen scheint sich im Westen eine Wolkenlücke aufzutun, denn die Sonne kommt für einen kurzen Moment hervor und zaubert über das niederbayerische Tal einen doppelten Regenbogen.
Richtig schön, um für eine Weile die Alltagssorgen vergessen zu können.

16.06.2020 18:40 • x 3 #31


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Alexandra2

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Eine Radtour durch den Höltigbaum, ein NSG ganz östlich von Hamburg.
Das Rauschen des Verkehrs wird eingetauscht gegen Ruhe. Die Sonne scheint und der Asphalt (früher Truppenübungsplatz) wärmt die Beine. Ein Kuckuck ruft und die hohen Tannen rauschen. Langsam verlassen wir den Asphalt auf einen festen Waldweg, der duftet nach Harz. Bienen schauen neugierig nach uns.
Links vom Waldweg ist ein provisorischer Zaun, dahinter ein leise plätschender Bach. Eine Herde Galloway Rinder schaut kurz auf. Alle stehen im Bach, in der Mitte ein Kälbchen....
Auf der weiteren Fahrt kommen wir an Weideland und Moor vorbei. Ein Zilpzalp meldet sich. Und ich habe das Gefühl, hier ist die Zeit stehen geblieben...

16.06.2020 19:34 • x 3 #32


Mayke1

Mayke1

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Liebe @Alexandra2 , war diese schöne Radtour heute?

16.06.2020 19:46 • #33


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Alexandra2

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Nein, vor ca 10 Tahen

16.06.2020 19:55 • #34


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ClaraFall

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Das ist wundervoll und ich habe jede einzelne Geschichte genossen.

Erbsen bei Uropa

Erbsen futtern, gefühlte Stunden. . frisch gepflückt und die Schalen, zwischen den Pflanzen hockend und den Tag genießen, in die Blechschüssel werfen.

Dazu mein Uropa im Garten beim Arbeiten beobachten; sein Old Spice zog sich durch den riesigen Garten und ich liebe diesen Duft immer noch.

16.06.2020 19:56 • x 2 #35


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Dani82a

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Als Kind war ich mit der Familie im Urlaub immer in Kroatien - dem Heimatland meiner Mutter.
Meine Großeltern hatten einen Bauernhof - ganz viele Ferkel/Schweinchen, Hühner, Gänse, Enten, ein Pferd, etc.
Nebst einigen Feldern, auf denen Kartoffeln, (Honig- und Wasser-)Melonen, Trauben, etc angebaut wurden.

Ich habe mit einer Oma gerne die Schweinchen gefüttert und das Federvieh.
Mit der Familie zusammen haben wir auf den Feldern zb die Kartoffeln geerntet und die leckeren Fleischtomaten gepflückt...

Abends haben wir im Hof gegrillt (es gab auch hier und da Spanferkel) und die eigenen Erzeugnisse gefuttert.
Was war das herrlich!

Nur an das Plumpsklo konnte ich mich als kleines Mädchen nicht gewöhnen - hab immer eingehalten, bis wir abends wieder bei meiner Tante waren (andere Ortschaft) - die hatte ein normales Klo.

An den Landgeruch muss ich mich nach wie vor immer gewöhnen - der Stadtmensch kennt nur die von Abgasen geschwängerte Luft.

Immer, wenn ich dann auf das weite Meer sehe merke ich, wie sehr ich es vermisse, wenn ich in Deutschland bin.
Mir kommen vor lauter Emotionen dann immer gleich die Tränen.
Sehnsucht nach Meer.

23.06.2020 21:23 • x 2 #36


Mayke1

Mayke1

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Liebe @Dani82a ,
deine Schilderung ist SO SCHÖN! Beim Lesen habe ich mir im Kopf die Szene dazu ausgemalt und die Sehnsucht nach dem Meer trage ich auch ständig in mir!

27.06.2020 19:02 • x 1 #37


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Alexandra2

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Es ist fusswarm, ich bin barfuß im Winter in einer Turnhalle. Ruhe, Kontemplation, 10 Mädchen und eine rundliche Trainerin. Großbusig, mütterlich sitzt sie auf dem Stuhl, schaut uns zu.
Wir dehnen uns, springen, üben Schrittfolgen auf diesem schwingenden, warmen Hallenboden aus Kork.
Die Halle ist an der Südseite vollverglast und so mancher Sonnenuntergang hat uns begleitet. Es ist ein Ort, an dem die Angst draußen bleibt und ich genießen kann. Ich genieße die Übungen mit Klaviermusik und Geräten, das Band ist mir am liebsten.
Die Halle wärmt meine Seele, wie auch die Trainerin, die leider verstarb...

27.06.2020 19:39 • x 3 #38


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Kate

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Mein Bett

28.06.2020 21:25 • #39


laluna74

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das Meer

28.06.2020 21:32 • x 1 #40


laluna74

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Der Wald, die Wiesen, die Felder. . .

28.06.2020 21:33 • x 2 #41


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Lilly-18

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Als meine Kinder noch klein waren bin ich jedes Jahr mit meinem Ex und den Kindern nach Italien gefahren in ein Ferienhaus. Das war eine sehr gepflegte kleine Anlage mit großem und Kinder-Pool, Whirl-Pool und einer tollen Grünanlage. Wir haben die Tage immer am Pool und im Garten verbracht, abends sind wir dann in den Supermarkt gefahren, am Meer spazieren gegangen, in der Shopping-Meile spazieren gegangen. Wir haben Pizza- und Eis gegessen, aber auch selber gekocht und immer lang und ausgiebig gefrühstückt.
Viele der Feriengäste kamen auch jedes Jahr wieder, man kannte sich, die Kinder haben zusammen gespielt, man ist abends mal zusammen gesessen.
Ich habe jedes Mal ein paar Bücher gelesen, bin viel im Pool geschwommen, hab mit den Kindern gespielt. Diese Urlaube waren immer eine unbeschwerte und glückliche Zeit.
Ich war über 10 Jahre nicht mehr dort. Jetzt weiß ich, dass ich da wieder hin will. Meine Kinder waren das letzte Mal mit ihrem Vater dort, da war er schon krank. Die scheuen sich noch, nochmal da hin zu fahren.
Mein Freund mag solche Urlaube nicht, er würde lieber direkt ans Meer fahren, er mag nicht im Pool baden.
Doch davon lasse ich mich nicht abhalten. Notfalls fahre ich auch ganz alleine hin.
Ich wünsche mir nur, mich mal wieder so richtig zu erholen. Mich treiben zu lassen. Viel schlafen, gut essen, lesen, Rad fahren. Einfach worauf ich Lust habe.
Dieser Gedanke hält mich gerade aufrecht und gibt mir die Kraft, durchzuhalten.

29.06.2020 13:12 • x 2 #42


Mayke1

Mayke1

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Liebe @Lilly-18

Jahrelang bin ich von Kindheit an mit meinen Eltern nach Italien gefahren. Mein Vater zelebrierte bereits die Wochen vor Urlaubsbeginn wie ein wunderschönes Ritual. Wir fuhren immer dieselbe Strecke, machten an denselben Orten Rast und hatten auf einem Campingplatz an der Adria immer denselben Stellplatz. Ich habe so gute Erinnerungen an die Ferienzeiten in Italien, dass ich auch den Wunsch habe, noch einmal die Pfade meines Kindheitsferientraumes abzufahren und am Ziel einige Wochen zu bleiben.

Vor 5 Stunden • x 1 #43