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Wie einen Neuanfang schaffen nach Trennung wegen Depressionen?

Ex-Mitglied

Ein herzliches Hallo in die Runde der MitLeidenden,

Kurzer Steckbrief :
Weiblich, 54 Jahre, berentet, seit 2011 getrennt, Mutter von 2 wundervollen Kindern (Tochter 26, Sohn 24) Meine Tochter studiert, wohnt auch grössenteils an ihrem Studienort, mein Sohn lebt noch beim Papa im gemeinsam erwirtschafteten Haus.

Ich bin bei der Trennung ausgezogen, Beide sind beim Papa geblieben, da ich ins Ausland gezogen bin, und sie nicht aus ihrem Umfeld reisen wollte. Das war - einvernehmlich - eine gute Entscheidung, da ich sie nicht weiterhin mit meinen Depressionen belasten wollte.

Leider habe ich es nicht geschafft, einen Neuanfang hinzubekommen. Kein Job (nach 18 Jahren Familienmensch), seit der Trennung 3 Umzüge, von 2016 bis 2018 war ich stolze Besitzerin eines kleinen Häuschens mit schönem Grundstück, aber ich habe die Arbeit nicht mehr geschafft, Alles war mir zu viel. Also . Verkaufen, und weiter ziehen, Neuanfang . aber es klappt nicht. Ich laufe vor mir selber weg. Seit März wohne ich in einer neuen Gegend, war schon wieder stationär, habe EKT bekommen, mich danach in die Tagesstätte geschleppt, um ein Minimum an Tagesstruktur zu haben.

Mich begleiten weiterhin die Losigkeiten
Die brauche ich sicherlich nicht aufzuzählen .

Was ich mir hiermit erwarte . keine Ahnung. Helfen kann nur ich mir. Aber, genau das ist es. Ich will gar nicht mehr, und kein Arzt hat Verständnis dafür. Auf der Station habe ich so viele kennen gelernt, denen es genau so geht. Wieso bekommen wir keine Hilfe ? Wieso erwarten die von uns, dass wir plötzlich Gefallen an Speckstein schmirgeln oder Acrylmalerei bekommen ?

Ich erwarte keine gut gemeinten Ratschläge, die kann ich selber austeilen - aus meiner langjährigen Erfahrung. Aber vielleicht ist hier jemand unterwegs, dem es genauso geht, und mit der/dem ich mich austauschen kann . .

So, ich schicke das einfach mal ab, und schaue was passiert. Zu verlieren habe ich Nichts :/

20.07.2019 09:45 • x 5 #1


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Ylvi13

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Hallo emilie,
stimmt, zu verlieren hast du nichts, aber super, dass du den Mut gefunden hast, dich hier im Forum mitzuteilen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es wohltuend ist hier zu lesen und zu schreiben. Das ein oder andere hat mir schon gut weitergeholfen, manchmal ist es nur eine Formulierung , die meine Gedanken arbeiten lässt.
Eine Tagesklinik ist für mich nie in Frage gekommen , das mit der Struktur ist gut und richtig, aber wie du schon sagst Speckstein schmiergeln ist nicht meins und gemeinsames Kochen und einkaufen musste ich nicht üben, auch das man sich nicht individuell zurückziehen konnte ging mir quer.
Bei mir ist das genaue Gegenteil der Fall, ich will und ich kämpfe seit ca. 7 Jahren und ich denke gar nicht daran aufzugeben, dann war die ganze Quälerei umsonst. Warum? Meine Tochter ( 16 ) .
Deine Kinder sind erwachsen, aber das heisst ja nicht, dass sie ihre Mama nicht brauchen und vielleicht möchtest du irgendwann mal mit deinen Enkelkindern über die Wiese toben.
Kannst du sagen, wie du dir Hilfe vorstellst, was möchtest du?
Keine Ahnung, ob du mit meinem Text was anfangen kannst, mein Bauch hat gesagt, schreib mal und ich hab auch nix zu verlieren. Nein, wenn, dann zu gewinnen.
Viele Grüsse

20.07.2019 11:29 • x 6 #2



Hallo Ex-Mitglied,

Wie einen Neuanfang schaffen nach Trennung wegen Depressionen?

x 3#3


Ex-Mitglied

Hallo Ylvi,

Schön dass du dir die Zeit genommen hast, auf meinen Text einzugehen.

Gekämpft habe ich lange. Die Diagnose Depressionen bekam ich 1995, es war ein langer und steiniger Weg. Aber ich habe immer um der Kinder willen weiter gemacht, war nie stationär, habe meine Maske getragen. Laut meinen kids habe ich das auch gut hinbekommen. Die fühlten sich nie eingeschränkt, oder haben unter mir "gelitten".

Und Jetzt . ich bin seit März in einer fremden Stadt, den Umzug musste mein Sohn überwachen, da ich in der Zeit stationär war. Mein letzter Versuch war auch Anfang März, der hat mich dann auch noch die Fahrerlaubnis gekostet. sch.lange Geschichte. Von da an ist das Verhältnis eher angespannt von meiner Seite aus. Gut, die sehen mich nicht tagtäglich, aber manchmal ist das Schreiben/telefonieren schon anstrengend für mich, da ich mein Befinden nicht ehrlich preisgeben will.

Was mir helfen würde . das ist eine gute Frage. Auf jeden Fall kein stationärer Aufenthalt. Die habe ich in den letzten 2 Jahren zur Genüge "genossen". Eine verständnisvolle Freundin ? Jemand der mich auffängt ?

Ich habe die Lust an Allem verloren. Sogar am Kochen :/ Wenn mich der Hunger packt, schleppe ich mich raus, oder bestelle mir was. Keine Lösung .

Ach, mein Bauch sagt mir auch, was willst du hier rumjammern.

Meine Kids sind das Beste was mir in meinem Leben widerfahren ist. Und ihretwegen weiter leiden .das kann es nicht sein. Ich habe vor 2 Jahren offen mit ihnen über meinen Wunsch geredet. Nur leider will ihn kein Arzt erfüllen. Und für einen weiteren Versuch, fehlt mir dann doch der Mut.

Was mir am Meisten Sorgen bereitet ist, dass die schönen Erinnerungen an die Zeit mit der Familie so langsam verblasse, und ich nur noch negative Gedanken im Kopf habe. Wenn ich dann mich hinsetze, und schöne Momente aufrufen will, machen die mich nur traurig. Mein Leben mit Familie war erfüllt, mehr kann ich nicht erwarten.

20.07.2019 11:45 • x 5 #3


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Mabaja

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Hallo Emilie,

willkommen im Forum.
Du erscheinst mir nicht wie jemand, der einfach aufgibt. Okay, du schreibst, dass du schon mehrere Versuche hinter dir hast. Trotzdem lese ich da noch anderes, z. B. Aufmüpfigkeit. Da geht noch was

Hier im Forum findest du ganz sicher viel Verständnis und freundliche Unterstützung sowie Tag und Nacht andere, die dich auffangen.

Gruß
Julienne

20.07.2019 12:30 • x 4 #4


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djamila

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Hallo Liebe Emelie
lasse die schönen Erinnerungen mit deinen Kindern nicht verblassen . Schau dir vielleicht Fotoalben an und sprich mit deinen Kindern auch über die schönen Kinderzeiten .
Vielleicht aber nur so ein Gedanke von mir war es grade nicht gut eine Maske zu Tragen ? Du sagst eine Freundin wäre schön statt Klink . Das kann ich gut nachvollziehen . Und scheinbar gibt es keine Freundin oder ? Und vielleicht ist es gut das dich dein weg hier ins Forum geführt hat . Und das du dich jetzt so verloren fühlst liegt sicher daran das deine Maske gefallen ist und du dich anschauen Kannst . Denn sich selbst anschauen ist das schwerste . Besonders wenn man aus einer Grund Familie Kommt wo es gar nicht erlaubt war . Zumindest war es so bei mir ! Und bei vielen anderen hier auch . Man durfte selbst nicht Kind sein . Man durfte sich nicht entwickeln . Und dann stehst du irgendwann in der Welt und sollst allem Gerecht werden aber du kennst die Fallen nicht . Aus Kindern Werden Frauen und Männer , Mütter und Väter sie bemühen sich auf ihre weise es gut zu meistern . Aber eigentlich sind sie immer noch Kind . Und sie Kämpfen dagegen an weil es zu weh tat selbst ein Kind zu sein ( Das keine Liebe , Fürsorge bekam ) . Fühl dich hier aufgenommen . Lass dich einfach mal in die Arme nehmen wenn du es willst !
Liebe Grüße Djamila

20.07.2019 12:39 • x 8 #5


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djamila

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Liebe Emelie eine Frage hab ich , was für ein Wunsch ist es den kein Artzt erfüllen will .

20.07.2019 12:45 • x 4 #6


Ex-Mitglied

Danke dir Djamila für deine lieben Zeilen.

Leider bin ich immer noch nicht davon überzeugt, dass das "Innere Kind" gerade hier sitzt und hilflos ist. Davon wollten mich schon einige Therapeuten überzeugen, aber NEIN . ich bin eine erwachsene Frau, die verdammt nochmal ihr Leben in den Griff zu bekommen hat.

Auf deine letzte Frage Djamilia kann ich leider nicht ausfürlich eingehen, das sollte einfach verständlich sein für MitLeidende

20.07.2019 15:13 • x 3 #7


Ex-Mitglied

Danke dir Julienne für deinen netten Beitrag,

Ich werde sicherlich nicht Tag und Nacht hier im Forum darauf warten, aufgefangen zu werden. Da schwingt wohl etwas Ironie in deinen Zeilen mit, oder ?

20.07.2019 15:21 • x 1 #8


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Ylvi13

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Hallo Emilie,
was soll ich sagen, du kämpfst schon eine sehr lange Zeit. Ich kann mir vorstellen, dass man irgendwann behandlungsmüde ist und auch keine Tipps oder Ratschläge mehr hören mag. Aber mit jedem neuen Menschen , den man kennenlernt, kommen andere Erfahrungen und Sichtweisen. Vielleicht ist auch noch ewas dabei, das es lohnt auszuprobieren.Meinst du nicht auch?
Die Aufmüpfigkeit, die julienne, aus deinen Beiträgen rausliest, lese ich auch. Und den Satz " Da geht noch was", den mag ich sehr. Ich war mal kurz davor, den Sack zuzuziehen, wie man so schön sagt. Ich habe mich anders entschieden und seitdem " geht noch was ".
Ich finde auch gar nicht, dass du rumjammerst. Eher finde ich dich mutig, was und wie du schreibst.
Frag doch mal deinen Bauch, was er dazu sagt, wenn du versuchen würdest hier im Forum Kontakte aufzubauen. Schau mal, was sich entwickelt. Vielleicht erzählst du dann aus deinem Leben, die Erinnerungen würden nicht verblassen. Und es könnten neue Erlebnisse dazu kommen , vielleicht tun sich neue Wege auf. Deine Entscheidung.
Viele Grüsse

20.07.2019 18:03 • x 6 #9


Ex-Mitglied

Danke Ylvie für deine offenen Worte.
In der Tat bin ich mir bewusst, dass meine Texte überheblich rüber kommen, oder aufmüpfig. Egal, wie ein jeder das ausdrücken will.

Ich habe Alles durch. Von Achtsamkeit bis Ziellos herumlaufen. Von daher kann mir Niemand etwas Neues vorschlagen. Nicht einmal die "Profis" in der Klinik, denn die haben weder die Therapien, noch die Psychopharmaka an sich selber ausprobiert.

Was ich hier suche, sind Menschen die -so wie ich- am Ende sind, die Erwartungen an "Heilung" aufgegeben haben, und sich nur noch von Tag zu Tag durchhangeln.

Meine Lebensgeschichte habe ich oft genug erzählt, die will ich hier nicht ausbreiten. Das passiert peu à peu mit dem passenden Ansprechpartner.

Falls meine Art jemanden stört, einfach nicht lesen was ich schreibe. Und auch nicht kommentieren bitte, das ist kontraproduktiv für beide Seiten.

Schönen Sonntag
Emilie

21.07.2019 03:35 • x 1 #10


Ex-Mitglied

Julienne.

Meine Antwort auf deine Nachricht liest sich wahrscheinlich unfreundlich und undankbar. Aber.du scheinst meinen Text nicht verstanden zu haben

Lies bitte nochmal, bei Fragen gerne melden

Thx
Emilie

21.07.2019 03:44 • #11


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ZeroOne

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Hi emilie0864!

Zitat von emilie0864:
Helfen kann nur ich mir. Aber, genau das ist es. Ich will gar nicht mehr, und kein Arzt hat Verständnis dafür. Auf der Station habe ich so viele kennen gelernt, denen es genau so geht. Wieso bekommen wir keine Hilfe ? Wieso erwarten die von uns, dass wir plötzlich Gefallen an Speckstein schmirgeln oder Acrylmalerei bekommen ?


Sehe ich auch so und habe über die Jahre ähnliche Erfahrungen gemacht. Lösung kann ich derzeit auch keine anbieten.

Wieso wir keine Hilfe bekommen? Ich denke, dass man schon helfen will, aber bei Psychotherapie so viele Faktoren einen Einfluss haben und viele Ansätze noch so jung sind, dass sie noch nicht das Gelbe vom Ei sind. Ist halt keine banale Leistenbruch-OP, die täglich hunderte Male durchgeführt wird und bei den meisten Patienten vergleichbar läuft.

Zitat von emilie0864:
Aber vielleicht ist hier jemand unterwegs, dem es genauso geht, und mit der/dem ich mich austauschen kann . .


Definitiv! Allerdings weiß ich nicht, ob ein Austausch bzgl. nicht vorhandener Möglichkeiten und Wege oder ein ständiges Vor-Augen-Führen gescheiterter Bemühungen, Erlebnisse und Wünsche (bei mir) nicht als Depressions-Verstärker und -Beschleuniger wirken würde.

Trotz meiner meiner (häufigen) Fehlversuche bin ich (noch) im Fahrwasser von @julienne : Da geht noch was!

LG
ZeroOne

21.07.2019 07:31 • x 6 #12


Ex-Mitglied

Zitat von ZeroOne:
Definitiv! Allerdings weiß ich nicht, ob ein Austausch bzgl. nicht vorhandener Möglichkeiten und Wege oder ein ständiges Vor-Augen-Führen gescheiterter Bemühungen, Erlebnisse und Wünsche (bei mir) nicht als Depressions-Verstärker und -Beschleuniger wirken würde.


Danke dir für deine offenen Worte.

Mir ist bewusst, dass meine negative Einstellung mich nicht weiter bringen wird.
Damit ich Niemand runterziehe, habe ich die Trigger Warnung in der Überschrift eingebracht.
Mich auszudrücken fällt mir in letzter Zeit schwer, "früher" war ich wortgewandter.

Falls mein Beitrag keinen Platz hier haben sollte, dann lasse ich es besser

LG

21.07.2019 07:54 • x 2 #13


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ZeroOne

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Hi @emilie0864 !

Zitat von emilie0864:
Falls mein Beitrag keinen Platz hier haben sollte, dann lasse ich es besser


Ich finde, er passt bestens.

LG
ZeroOne

21.07.2019 07:56 • x 2 #14


Ex-Mitglied

ZeroZone

Schöner Name. An dem Punkt war ich auch schon öfters.

Ich denke, wer meine Texte nicht lesen will/kann, hat die Möglichkeit es zu lassen.

Aber, ich mag es nicht, vorab "katalogisiert" zu werden.

Dafür bin ich zu alt

21.07.2019 08:03 • #15


Ex-Mitglied

Konzentration nicht vorhanden

Zerozone anstatt zeroone gelesen

Pfff.

21.07.2019 08:23 • x 1 #16


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Ylvi13

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Hallo Emilie,
mit meiner Konzentration ist es heute nicht weit her, ich schreibe trotzdem was und hoffe es ist macht halbwegs Sinn.
Irgendwie zieht mich dein Thema an, ist interessant, wenn man das so sagen kann. Wo kein Wille ist, ist da wirklich kein Weg oder sieht man ihn nicht oder kann ihn nicht sehen? Das lasse ich mal so stehen.
Deine Formulierung " von Tag zu Tag durchhangeln " beschreibt mein Leben zur Zeit ganz gut. Und die Erwartung an " Heilung " habe ich auch aufgegeben. Ich mache mir auch keine Gedanken , ich bin dauerhaft berentet, das sagt mir genug. Aber ich bin noch nicht am Ende und da bin ich wieder bei " da geht noch was ". Ich sage mir manchmal, es hat niemand gesagt, das das Leben leicht ist, das stimmt wohl, aber die Nackenschläge könnten etwas gerechter verteilt sein. Wobei mir völlig klar ist, dass jeder seine Entscheidung zum Leben allein trifft , da kann man niemanden reinquatschen.
Du hattest in einem anderen Thema ein Buch empfohlen. Gibst das bitte hier auch nochmal an, ich weiss nicht mehr, wo das war und alles noch durchsuchen, hm, keine Energie.
Viele Grüsse

21.07.2019 19:50 • x 2 #17


Ex-Mitglied

Hallo Ylvi,

Ich schreibe nur kurz den Buchtitel, deinen Text lese ich in aller Ruhe nochmal durch


Der achtsame Weg durch die Depression

Bis später

21.07.2019 22:04 • x 2 #18


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maya60

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Hallo emilie, du hast jetzt seit fast 25 Jahren Depressionen und keine Lust mehr, so zu tun, als ob sie überwunden werden können und dich mit ewig bekannten oder noch neuen Methoden zur Depressionsüberwindung zu plagen, verstehe ich das richtig?

Falls ich das richtig verstehe, finde ich deine Reaktion ganz nachvollziehbar und auch nicht negativ, sondern realistisch. Du hast eine chronische Erkrankung seit fast einem Vierteljahrhundert und willst nicht mehr den Maskentanz der schon lange verlassenen "Normalität" mitmachen.

Wir sind hier im Forum so einige mit chronischen Depressionen und die Akzeptanz, dass es nunmal so ist, ist ein wesentlicher Teil, nicht noch mehr an der Krankheit zu leiden als sie eh schon mit sich bringt.

Also geht es eher darum, so "gut" wie möglich mit der Depression zu leben, also um Grenzen und Linderung und neue Wege, die zu einem passen.

Ich habe z.B. vor einigen Jahren gemerkt, dass ich zwar psychologische Begleitung brauche und will, aber nicht mehr die mit Zielorientierung: Ende der Depression, sondern eine, die mich in meinem Alltag als chronisch Kranke in meiner Schlappheit und so abgewrackt wie ich bin, begleitet.
Dafür bin ich zum Sozialpsychiatrischen Dienst, die ja dabei helfen, dass man nicht aus seinem Alltag ganz rausfällt, also noch selbständig bleibt bei psychischer Krankheit.

Und seitdem habe ich regelmäßige Termine mit deren Psychologin und Thema ist Krankheitsbewältigung in meinem Alltag, der so ist wie er ist. Wir reden über mein Leben, Altlasten und Ressourcen, Konflikte, Probleme und Entlastungsmöglichkeiten. Und das finde ich passender.

Ich habe 10 Jahre drauf verwandt, die passende medikamentöse, psychologische und in meiner Lebensgestaltung passende Form des Lebens auszukaspern, so dass es mir so gut und zufrieden wie möglich geht. Also, Leben mit meinen Diagnosen mit Lebensqualität und nicht dauernd im schlimmsten Depritief, aber schon abgewrackt bleiben dürfen.

Wo der alte Weg nicht mehr der richtige ist, hab ich jetzt Zeit für Sachen, die immer zu kurz kamen. Das Ganze hat also auch Vorteile. Und es verstärkten sich von selber schon Interessen, die eh zu einem zurückgezogeneren und entschleunigten Lebensziel passen.

Also, den Willen zum Normaloweg habe ich, soweit ich ihn überhaupt hatte, seit 10 Jahren aufgegeben. Damals war klar, dass ich seit einigen Jahren nicht mehr ohne Antidepressivum leben konnte, dass ich aber auch schon viel viel länger depressiv war als ich dachte und das Ganze wegen Besonderheiten, die schon immer da waren.

Trotz aller Krankheitsbelastungen und -Schwankungen lebe ich mittlerweile ein viel zufriedeneres Leben als zuvor, weil ich nicht mehr hinter einem gesunden Leben herhechele.

Also, wo ein Wille nach einem anderen Weg ist, da geht auch was! Dass der für den alten Weg weg ist, na und?

Liebe Grüße! maya

22.07.2019 01:53 • x 8 #19


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djamila

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Liebe @maya60
ich muß dir mal ein tolles Kompliment machen du kannst toll schreiben und dinge auf den Punkt bringen . Das was du so klar beschreibst hab ich unbewußt getan . Denn der Sozialpsychatrische Dienst war immer meine Anlaufstelle . Wenn es nicht mehr weiterging . Aber das es Depressinen und Borderlein ist ist mir erst seit 2016 wirklich bewusst . Bei dem Lebenspaket was mir mitgegeben wurde wundert es mich aber nicht . Und wenn man dem Herrn Drewermann zuhört könnte man Weinen bei der Massen - Gehirnwäsche . Jedenfalls lese ich gerne bei dir mit .

Liebe Grüße Djamila

22.07.2019 02:50 • x 2 #20


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maya60

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Danke, djamila, ich freue mich über deine lieben Worte, vor allem, weil ich ja eine Herzensschreiberin bin, also schreibend am dichtesten an alles rankomme.

Und wenn ich dann so klar schreiben kann, dass es gut verständlich ist, umso besser.

Ja, der Sozialpsychiatrische Dienst ist wirklich eine gute Sache, finde ich auch! Einfach niedrigschwelliger und realistisch darin, dass es einfach chronische Krankheiten gibt und auch das Weiterarbeiten damit wichtig und wertvoll ist. Besonders eben, wenn man mit seiner Krankheit gut leben will im Alltag und nicht mehr sinnlos Speckstein schleifen oder Makramee-Eulen in der Tagesklinik klöppeln will wie emilie.

Liebe Grüße! Maya

22.07.2019 02:59 • #21


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djamila

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Ja liebe Maya wenn man das Gefühl hat das es einem nicht hilft ist es Sinnlos . Wie bei emilie z.B. Ich hab mich einmal zu einer Ambulanten Therapie 1999 durchgerungen . Leider war sie viel zu Kurz . Ich hab gedacht damals , wie soll das auch gehen 2 Jahre 2 std die Woche . Dann wieder irgendwie zurecht kommen . In der Zeit ist dann mein Bruder in die geschlossene Klinik gekommen . Wo ich ihn gar nicht wieder erkannt habe wie Ferngesteuert . Leider hatte er dann auch nicht mehr die Kraft und ist den Weg gegangen den Emilie angedeutet hat . Ich hab Ihm geschworen das ich in keine Klinik und auch keine Atidepressiva nehme . Nachdem ich durch die Gehirnwäsche meiner Mutter meinen ersten Sohn verloren habe , wäre ich fast drauf gegangen an Alk. Aber es war auch mein Knackpunkt mich endlich zu wehren . Und mich zu entscheiden Leben oder in der Gosse enden . Ich bin trotz allen Schmerzes froh mich fürs Leben entschieden zu haben . Denn sonst hätte ich nicht die schönen Momente im Leben erlebt . Die mich auch immer wieder Tragen . Und zu verzeihen mir und meiner Mutter .
Ich wünsche Dir noch eine Gute Nacht Maya

22.07.2019 03:57 • x 3 #22


Ex-Mitglied

Herzlichen Dank Maya und Djamila für eure tollen Beiträge

Ich melde mich später dazu ausführlich.

Einen guten Start in die Woche an Alle

Ganz Liebe Grüße
Emilie

22.07.2019 06:28 • x 2 #23


Ex-Mitglied

Zitat von Ylvi13:
Hallo Emilie,
mit meiner Konzentration ist es heute nicht weit her, ich schreibe trotzdem was und hoffe es ist macht halbwegs Sinn.
Irgendwie zieht mich dein Thema an, ist interessant, wenn man das so sagen kann. Wo kein Wille ist, ist da wirklich kein Weg oder sieht man ihn nicht oder kann ihn nicht sehen? Das lasse ich mal so stehen.
Deine Formulierung " von Tag zu Tag durchhangeln " beschreibt mein Leben zur Zeit ganz gut. Und die Erwartung an " Heilung " habe ich auch aufgegeben. Ich mache mir auch keine Gedanken , ich bin dauerhaft berentet, das sagt mir genug. Aber ich bin noch nicht am Ende und da bin ich wieder bei " da geht noch was ". Ich sage mir manchmal, es hat niemand gesagt, das das Leben leicht ist, das stimmt wohl, aber die Nackenschläge könnten etwas gerechter verteilt sein. Wobei mir völlig klar ist, dass jeder seine Entscheidung zum Leben allein trifft , da kann man niemanden reinquatschen.
Du hattest in einem anderen Thema ein Buch empfohlen. Gibst das bitte hier auch nochmal an, ich weiss nicht mehr, wo das war und alles noch durchsuchen, hm, keine Energie.
Viele Grüsse


Ylvi, das was du schreibst, macht durchaus Sinn. Ich kenne diese Unsicherheit.

Ich sehe viele Wege, rational betrachtet steht mir die Welt offen. Unabhängig, finanziell abgesichert, meine kids würden mich auch nach Neuseeland auswandern lassen. Hauptsache, mir geht es gut und ich lebe.

ABER - ich bin in Starre gefangen, wie eingefroren. Der Verkauf des Hauses, die Suche nach einer Wohnung, das hat meine letzte Kraft gekostet. Ich stecke fest. Natürlich würde noch Vieles gehen. Das sagt mir mein Verstand. Aber irgendwie scheint es, als wäre tief in mir drin eine Blockade, die sich gegen Alles wehrt.

puhh. das Schreiben fällt mir schwer.

Danke für dein Interesse. Wie gesagt, wer nicht weiter lesen mag, muss es nicht

Liebe Grüße
Emilie

22.07.2019 08:36 • x 1 #24


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Lilly-18

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Hallo ihr Lieben,
ich kann zwar nichts Produktives zu dem Thema beitragen, muss euch aber sagen, dass mich das Thema sehr anspricht und ich auch meinen "Senf" dazu abgeben möchte. Mein Lebensmotto ist zwar, mich nicht über Dinge aufzuregen die ich nicht ändern kann, aber ich habe das sehr lange nicht auf meinen psychischen Zustand bezogen. Ich habe auch immer versucht, "normal" zu sein und darauf hingearbeitet. Aber warum?
Ich habe mir inzwischen Lebensumstände geschaffen, in denen ich einen geregelten Tagesablauf habe, mir nicht zu viel Stress zumute. Ich kann schlecht mit Veränderungen aller Art umgehen, so wie du, emilie, immer wieder von vorne anzufangen, das hätte ich nicht gepackt.
Es ist ein Problem, immer zu sehen, wie ANDERE leben, diese tollen Familien, tolle Häuser, tolle Berufe, tolle Kinder, tolle Urlaube usw. Vielleicht ist genau das der Fehler, zu meinen, die sind alle NORMAL nur ich nicht? Seit ich ehrlich zu mir selber bin und lerne, mich so zu nehmen wie ich bin gehe ich auch anders auf die Menschen zu. Ich gebe niemandem mehr das Gefühl, sich vor mir verstellen zu müssen. Und ich erfahre viel hinter diesen ganzen Masken. Die sog. NORMALEN sind es teilweise genauso wenig wie ich.
Ich gehe noch 1 x im Monat zum Therapeuten, habe inzwischen einen Teilzeitjob, der mich nicht mehr auffrisst und mir genug Zeit für mich lässt, meine Medikamente dosiere ich grade langsam runter und beobachte, was passiert. Immer mit der nötigen Akzeptanz, dass da etwas passieren KANN. Das ist neu für mich, bisher hatte ich schon immer vorher die Panik, dass ich damit nicht klar kommen werde. Jetzt nehme ich es einfach an. Und habe diesmal überraschenderweise viel weniger Symptome als das letzte Mal. Wahrscheinlich ist das auch Kopfsache.
Liebe emilie, ich finde deinen Weg in Ordnung. Ist doch egal was die anderen denken. Lass das mit der Maske. Dann lernst du auch die Menschen anders kennen und findest wahrscheinlich schnell jemanden, mit dem du dich austauschen kannst. Ein offener Umgang mit dem "nicht-normal-sein" erleichtert das finden anderer "nicht-Normale". Zu verlieren hast du doch nichts. Und es ist weniger anstrengend, glaub mir das.
Ach ja, und auch noch ein Kompliment an Maya. Ich lese deine Beiträge auch wahnsinnig gerne! Immer auf den Punkt, toll formuliert, immer genau auf das Thema zugeschnitten. Eine tolle Begabung, sich so ausdrücken zu können.

22.07.2019 09:09 • x 4 #25


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Lilly-18

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Zitat von emilie0864:
ABER - ich bin in Starre gefangen, wie eingefroren. Der Verkauf des Hauses, die Suche nach einer Wohnung, das hat meine letzte Kraft gekostet. Ich stecke fest. Natürlich würde noch Vieles gehen. Das sagt mir mein Verstand. Aber irgendwie scheint es, als wäre tief in mir drin eine Blockade, die sich gegen Alles wehrt.


Hab grade noch deinen Beitrag gelesen. Ganz ehrlich, das was du grade hinter dir hast würde auch einen Gesunden wahnsinnig anstrengen. Natürlich hat dich das Kraft gekostet! Was erwartest du? Dass du das einfach so wegsteckst? Sei doch realistisch, gib dir Zeit, hab Geduld mit dir. Es ist so wie es ist (einer meiner neuen Lieblingssätze).

22.07.2019 09:18 • x 2 #26


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maya60

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Hallo Lilly, ich finde deine Antwort an emilie sehr produktiv und sehr informativ und ermutigend nämlich auch für mich, die ich ja auch solch einen Weg der Annahme der Depression gehe. Und was sich hinter der Normalofassade der anderen verbirgt an bloß verleugneten krankheitswertigen Zuständen, na, schweigen wir von was anderem, so häufig sehe ich das.

Und danke für deine wertschätzenden Worte zu meinem Schreiben, es kribbelt direkt vor Freude in mir darüber, denn das ist ja meine Lieblingsbeschäftigung und wie absolut schön, wenn es gerne gelesen wird.

Liebe Grüße! maya

22.07.2019 09:28 • x 3 #27


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Ylvi13

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Hallo Lilly,
da kann ich mich nur dem anschliessen, was maya geschrieben hat. Ich habe auch die Maske fallen lassen, zwangsweise sozusagen, ich hatte keine Kraft mehr zum Schauspielern. In Folge ist mir zum zweiten Mal der Freundeskreis weggebrochen und dennoch, es war die richtige Entscheidung. Und nun bin ich auf dem neuen Weg unterwegs und das was du schreibst macht mir Mut weiterzugehen.
Liebe Grüsse

22.07.2019 11:23 • x 3 #28


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Ylvi13

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Hallo Emilie,
ich finde mich total in dem wieder, was Lilly beschreibt. Irgenwie ist es komisch, wenn ich so zurück schaue. Meine Diagnose war schwerste Depression und selbstmordgefährdet und ich habe einen Weg eingeschlagen, wohl mehr instinktiv. Ich glaube kaum, dass ich über irgendwas nachgedacht habe, da war ja nichts mehr, ich war völlig leer.
Vielleicht ist das eine Option für dich um aus der Starre zu entwischen. Wie siehst du das?
Ich glaube sagen zu können, ich habe meine Krankheit angenommen. Ja, ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass mich die Depression auch positiv verändert hat, für mich und dadurch vielleicht auch für andere.
Viele Grüsse

P.S. Ich denke mal, das jeder der hier liest und schreibt, das auch möchte.

22.07.2019 12:17 • x 3 #29



Hallo Ex-Mitglied,

x 4#30


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Mabaja

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Emilie,
Zitat von emilie0864:

Meine Antwort auf deine Nachricht liest sich wahrscheinlich unfreundlich und undankbar. Aber.du scheinst meinen Text nicht verstanden zu haben

Lies bitte nochmal, bei Fragen gerne melden

Was habe ich nicht verstanden?

Alles, was ich dir schrieb, meinte ich auch so.

Es ging nicht darum, dass du darauf warten sollst, dass dich jemand im Forum auffängt. Du kannst alles ausprobieren, was dir hilfreich erscheint. War ein falscher Weg darunter und du fällst, dann kannst du darauf bauen, dass du hier zu jeder Tageszeit jemanden finden wirst, der dich auffängt. So war es von mir gemeint.

Gruß
Julienne

22.07.2019 12:37 • x 2 #30

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