Warum wir meditieren sollten - Achtsamkeit und Prävention

SunnySpider

SunnySpider

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Die Webseite "dasgehirn.info" hat einen Artikel über Meditation. Was ist das eigentlich, ist es nur spirituelle Praxis oder gar esoterischer Kram und was bewirkt sie? Es gab schon öfters Berichte, daß Meditation richtig geübt sogar gegen Depression helfen soll. Vielleicht können in diesem thread auch andere über ihre Erfahrung mit Meditation berichten.

Ich übe seit rund 20 Jahren Vipassana Meditation. Dabei handelt es sich um eine Achtsamkeitsübung, die aus dem ursprünglichen Buddhismus stammt. Das Ziel ist unter anderem, größere Klarheit über die eigenen Gefühle und Gedanken zu bekommen. Meine persönliche Erfahrung mit Meditation in stärkeren Phasen der Depression war nicht positiv. Dem Bauchgefühl nach wurde die Depression durch die intensive Betrachtung in der M. eher stärker. Leider gelang es mir nicht, das eigentliche Ziel der Achtsamkeit zu erreichen, nämlich die "unbeteiligte" Betrachtung von Gefühlen und Gedanken. Ich kann mir aber gut vorstellen, daß M. in leichten Phasen durchaus präventive Wirkung haben kann.

Ich bin sehr froh, daß mit dem Nachlassen der Depression auch wieder das regelmäßige Üben möglich ist.

Herzliche Grüße

05.01.2016 15:46 • #1


Ruby

Ruby

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Guten Tag lieber SunnySpider,

ich habe ebenfalls ein bisschen Erfahrungen mit verschiedenen Arten von Meditation, unter anderem auch mit Mantren Meditationen, dem wiederholten rezitieren von einem bestimmten Mantra. Man bezeichnet diese Praxis auch als „Chanten“. Das kann ebenfalls sehr wohltuend, reinigend und erfrischend wirken. Manchmal auch regelrecht ekstatisch. Man konzentriert sich dabei auf die Schwingungen und den Klang der Worte und das „Göttliche“ in einem selbst, das in jedem Lebewesen, ob Tier oder Pflanze, vorhanden ist, dem Paramatma, beziehungsweise der Überseele. Man könnte es pathetisch auch als Ursprung allen Ursprungs bezeichnen. Alle anderen Gedanken versucht man dabei auszublenden. Es gibt hierzu auch verschiedene Tricks, wie man das richtig üben kann.

Ich habe das Meditieren ursprünglich nach vedischer Tradition und Regeln gelernt. Die beste Zeit zur Meditation ist wohl der frühe Morgen. Denn direkt nach dem Aufstehen sind der ausgeruhte Geist und die Seele dafür am ehesten empfänglich, weil sie vom Tagesgeschehen dann noch relativ unbelastet, beziehungsweise unberührt sind. Tagsüber wird Seele und Geist hingegen wieder durch die ganzen Tageseindrücke, Erlebnisse und Belastungen kontaminiert. Jedoch kann eine Meditation natürlich auch Abends, zum Beispiel bei einem schönen Ambiente mit Kerzenlicht und Räucherwerk oder entsprechender Aroma-Duftlampe, sehr wohltuend, entspannend und beruhigend wirken. Manche Menschen können damit wirklich gut zur Ruhe kommen oder sich damit sogar in gewisser Hinsicht regenerieren.

Ich habe auch Erfahrungen mit Klangschalen-Meditation. Verfüge über mehrerer solcher Schalen. Bei 136,10 Hz (ein Cis) liegt der Ur-Ton OM, der mir persönlich richtig nahe kommt und sehr gut hilft. Manchmal löst er bei mir sogar leichte Glücksgefühle aus, sorgt für ein entspanntes Gefühl. Früher war ich noch viel, viel empfänglicher dafür.

Ich besitze aber auch ein indisches Harmonium, mit dem man sehr meditative Klänge und Melodien produzieren kann. Ich benutze es ebenfalls zur Meditation oder für Kirtanas. Kirtanas sind Gesänge, bei denen jeweils einer den Vorsinger macht und danach die restlichen Sänger den Text wiederholen. Das ist ebenfalls sehr meditativ. In unseren Tempels haben wir uns damit jeweils richtiggehend in Ekstase und Glücksgefühle getrommelt, getanzt und gesungen.

Ich gehöre jedoch nicht einem buddhistischen Zweig an, sondern ursprünglich zu einer weltweit bekannten, hinduistischen Religionsgruppe, die auch in Deutschland zahlreiche Tempel unterhält und früher der Schreck fast aller christlichen Eltern war. Jedoch habe ich mich seit Jahren von meiner religiösen Gruppierung abgekapselt, zumal meine ganzen Beschwerden und Krankheiten dort eher als selbstverschuldeter "Karma-Makel" gewertet wird. Das kann dann wiederum zu Selbstzweifel, Selbsthass und dem Gefühl, ein totaler Versager zu sein und es nie zu schaffen, führen. Für psychisch labile Menschen nicht so wirklich der Hit.

Yoga, Spiritualität und Meditation interessieren mich aber auch heute noch.

Lieben Gruß
Ruby

22.01.2016 11:04 • #2


Nogua

Nogua

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Ich habe in meiner Jugend die TM erlernt. Leider praktiziere ich die nur noch äußerst selten. Finde im Moment nicht den Zugang. Bin zu unruhig, komme nicht in den ersehnten Zustand und vor lauter Enttäuschung lasse ich es dann wieder.

25.01.2016 16:26 • #3


Kellerassel

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Hallo,
ich meditiere seit über einem Jahr nahezu regelmäßig (oder war es noch länger...?). Erst habe ich eine Weile versucht nach Möglichkeit nichts zu denken und still zu sitzen. Die unangenehmen Gedanken stoppen, angenehme Gedanken nur beobachen und ziehen lassen. Ab und an fängt mein Körper dabei an, etwas zu zucken. Dann weiß ich, dass ich gut entspannt bin.
Später habe ich geführte Meditation gemacht über Kopfhörer. Je nach Laune variiere ich. Wobei ich es auch ganz angenehm finde, z.B. schöne Steine zu betrachten, die interessante Muster haben oder die teils durchsichtig sind und in denen sich ganze kleine Welten entdecken lassen. Oder auf ein plätscherndes Wasser zu gucken, Tiere zu beobachten, alles was meinen Geist für einige Momente zur Ruhe bringt.

Ich finde es schwierig zu beurteilen, ob und inwiefern die Meditation hilft, besonders, wenn man oft im negativen Gefühlssumpf steckt. Aber ich habe festgestellt, dass sich ingesamt etwas gebessert hat. Ich komme viel leichter wieder in positivere Gedanken und Gefühle, wenn ich in alte negative Muster gefallen bin. Und ich empfinde es manchmal als Erholung, den Gedankenfluss zu reduzieren, vor allem durch die geführten Meditationen.

29.02.2016 16:02 • #4


David Spritz

David Spritz

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Auch ich habe Erfahrung mit Meditation und Depression. Nachdem ich in den letzten ca. 10 Jahren schon verschiedene Entspannungs- und Atemtechniken erlernt hatte, wollte ich seit Ende 2013 mal ein bisschen tiefer gehen und nicht mehr nur an der Oberfläche kratzen. Ich bin daher zu einem kostenlosen Schnupperkurs beim Sri Chinmoy Meditationszentrum gegangen. Auch wenn ich dann nach ca. einem halben Jahr feststellen musste, dass mir dort die Vorschriften zu streng sind, als dass ich mich dauerhaft darauf einlassen möchte, habe ich in der Zeit trotzdem viel gelernt und auch in meine eigene Meditationspraxis mitgenommen.

Im Meditationszentrum wurde auch viel gechantet, mit Harmonium-Begleitung, auf Sanskrit. Die Bedeutung der Worte war mir oft nicht klar, aber ihre tiefgehende Wirkung war für mich deutlich spürbar, wobei jedes der Lieder einen anderen Aspekt von mir angesprochen hat, manche stärker, andere schwächer. Auch zuhause habe ich manchmal gesunden statt zu meditieren. Bevor wir allerdings die *Meditation* erlernt haben, mussten wir erstmal einige Monate die *Konzentration* üben, sozusagen als Trockenübung, denn ohne Konzentration kann man auch keine Meditation erreichen, da man ständig durch seine eigenen Gedanken und Gefühlen abgelenkt wäre. Außerdem habe ich vor der täglichen heimischen Sitzung am frühen Morgen jeweils einen Abschnitt aus einem Buch über Grundlagen der Meditation gelesen, um mir die theoretischen Grundlagen und Mechanismen der Meditation anzueignen und ein Verständnis dafür zu entwickeln, was ich da überhaupt tue.

Ich wurde mit zunehmender Meditationserfahrung immer ehrlicher zu mir selbst, mein Herz wurde immer offener, sowohl gegenüber anderen Menschen als auch meinen eigenen Gefühlen und Wünschen, und meine Ängste traten immer mehr in den Hintergrund. Die ganze Welt schien mehr und mehr "Substanz" zu bekommen, und ich konnte immer öfter das Göttliche im Alltäglichen erkennen, fühlte mich geliebt und behütet und spürte tiefen Frieden in mir. Ich konnte so richtig aus dem Vollen schöpfen und fühlte mich selbstbestimmt und frei. Allerdings habe ich auch negative Folgen gespürt, wahrscheinlich weil ich zu "hart" meditiert habe (jeden Morgen mindestens 15 Minuten und 1x die Woche mehrere Stunden im Meditationszentrum). Es kam oft eine alte, abgrundtiefe Traurigkeit zum Vorschein, und manchmal auch das Gefühl, sofort schreiend vor meinem eigenen Leben weglaufen zu wollen. Diese Dinge konnte ich zwar mit einer gewissen Distanz in mir beobachten, ohne mich davon verschlingen zu lassen, aber wirklich annehmen konnte und wollte ich diese Dinge nicht. Mal einen Gang runterschalten, um diese Gefühle erstmal zu verdauen, fiel mir aber auch nicht ein. Auch habe ich niemals die Meditation unterbrochen, egal wie schlimm es wurde. Außerdem habe ich glaub ich den Fehler gemacht, das Meditieren als eine Art leistungssteigernde Maßnahme für den Beruf zu missbrauchen, womit ich mich spirituell-energetisch ausgebeutet habe und dann auch prompt in einer weiteren schweren Depression gelandet bin. Wobei hier hauptsächlich externe Ereignisse, die mir in dieser Zeit passiert sind, und meine schwere Kindheit für meine Krise verantwortlich waren, aber ich hatte wie Du den Eindruck, dass mich das Meditieren zusätzlich destabilisiert hat. Daher habe ich es dann auch für ca. 1 Jahr komplett pausiert. Mit Antidepressiva im Kopf meditiert es sich eh nicht besonders gut!

Inzwischen nehme ich keine Medikamente mehr und habe wieder angefangen, morgens zu meditieren, bin aber noch gehemmt und meditiere daher unregelmäßig und nur kurz, aber das ist auch erstmal gut so. Denn ich merke wieder nach jeder Meditation, wie da Dinge in mir in Bewegung kommen und der Alltag dann im ersten Moment wieder schwerer wird. Aber wenn dieser kleine Durchhänger nach 2-3 Tagen überwunden ist, fühle ich mich jedes Mal etwas besser und stabiler als vorher. Wahrscheinlich ist das wie ein Schleudergang in der Waschmaschine, durch den man erstmal durch muss, bevor man wieder trocken und "sauber" ist. Ich werde da in Zukunft mit ein bisschen mehr Vorsicht rangehen und versuchen, besser auf mich zu achten.

Manchmal, wenn mir nicht so sehr nach Stillsitzen und Atmen ist, kann auch eine Tai Chi-Übung am Morgen sinnvoll sein, da auch hier Energieren zum Fließen gebracht werden, die man zur Reinigung des allgemeinen Energiehaushalts nutzen kann. 5-10 Minuten reichen völlig aus, wenn man sich gut darauf konzentrieren kann. Abends lege ich mich auch manchmal auf den Rücken, lege eine Hand auf meine Brust und konzentriere mich 15 Minuten auf mein Herz (das Energiezentrum, nicht den Muskel!), was für mich sehr wohltuend ist, da hier nichts aufgewühlt, sondern nach einem anstrengenden und manchmal hektischen Arbeitstag zur Ruhe gebracht wird. Und im Alltag hilft mir Atmen am besten. Schön langsam durch die Nase einatmen, nicht zu tief, aber auch nicht zu flach, in den Körper hineinspüren und das, was dann kommt, einfach geschehen lassen! Hat mir am Anfang Angst gemacht, aber inzwischen nicht mehr. 2-3 achtsame Atemzüge reichen mir oft schon, um wieder runter zu kommen und wieder zurück ins "Hier und Jetzt" zu gelangen (vor dem ich auch früher Angst hatte, aber auch das hat sich mit zunehmender Praxis gebessert).

04.03.2016 15:39 • #5


majliii

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hallo,

anfangen habe ich mit achtsamkeitstraining - gezwungenermaßen in einer klinik. jetzt meditiere ich seit einem halben jahr und mache yoga. yoga hilft mir gerade in unruhigen phasen am meisten. trotz der entspannung ist man in bewegung, sodass man die unruhe zeitweise fast vergisst. im letzten monat bin ich umgezogen, ich verlor meinen gewohnten platz, an dem ich zur ruhe kam. jetzt konnte ich in der neuen wohnung endlich wieder beginnen und merke direkt wie gut mir die meditation und das yoga bekommt.

mir sind bis jetzt nur die hier vorgestellten entspannungstechniken bekannt (http://www.ratgeber-depressionsstop.de/ ... verfahren/) könnt ihr mir noch andere empfehlen, die mich vielleicht ähnlich wie yoga etwas abschalten lassen?

26.07.2016 11:33 • #6


Kellerassel

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Mittlerweile ist eine Art Wandel eingetreten, denn wenn ich draußen irgendwohin laufe, dann verfalle ich dabei in einen ähnlich meditativen Zustand. Ich liebe es, einfach den Boden vor mir zu betrachten und die Gedanken leise vor sich hinziehen zu lassen oder ganz auszuschalten. Das erleichtert es mir sehr, mich unter Menschen zu bewegen, denn nun liegt meine Aufmerksamkeit viel mehr bei mir selbst, als bei ihnen. :D

24.05.2017 21:13 • #7


Scholi

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Hallo
Hat jemand Erfahrung mit Reiki?
Ich habe endlich Erfolg bei meiner chronisch ewig dauernde depri....
Seit 4 Monaten gibt man mir Reiki......seitdem geht es besser...

Grüsse

14.12.2017 18:12 • #8


FoxMulder87

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Kannst du ein wenig über Reiki erzählen? Habe noch nie etwas davon gehört, Dinge die helfen können sind für mich aber immer interessant :)

15.12.2017 11:48 • #9


Scholi

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Huhu

Reiki.....tja, eigentlich ist es Energie und Kraft die du von einem Reiki Menschen bekommst.
Hat auch nix mit dran glauben zu tun.
Viele , sehr viele Menschen meinen Reiki dir geben zu können, das ist ziemlich verbreitet.....
Aber jetzt hab ich seit Monaten den Knaller an Reiki Lehrer gefunden, der auch sehr wenig kostet.
Die lebt richtig Reiki, ist sehr bodenständig, klar und Zack zack.

Jeden Tag schickt sie mir Fernreiki, zu Anfang habe wir häufig telefoniert, ein Foto von mir habe ich auch geschickt....

Es ist für mich echt irre, ich habe Jahrzehnte depressionen, Klinik, Reha...Psychiater....habe seit Jahren eine gute Therapie...habe den liebsten besten Mann der Welt und ein stabiles Umfeld.....
Und trotzdem habe ich Depressionen vom allerfeinsten, bin einsam, nicht belastbar und und und.....

Und diese Frau hat mir so geholfen, das ist unglaublich, nur Energie und Kraft.....
Wenn ich was extra brauche sage ich ihr, so und so....schick mal ne extra Portion....

Es hilft, das ist wirklich der Hammer, ich bin klarer geworden, kann seitdem besser für mich sorgen, ich kann vieles jetzt auf einmal, mache jeden Tag ein bisschen im Haushalt......
Und nur durch Reiki.....

Medikamente und gute Vitamine habe ich schon lange, Sport schon seit 1 Jahr, das einzige was ich verändert habe, ist das ich seit Monaten reiki bekomme.....

Echt der Hammer.....

öiebe grüsse

15.12.2017 17:16 • #10


FoxMulder87

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Du bist ja wirklich richtig euphorisch :)
Aber der Glaube daran muss doch in unmittelbarem Zusammenhang mit den Erfolgen stehen, oder?
Übernatürliche Geschichten gefallen mir sehr (und ich bin auch bereit zu glauben, wenn normale Erklärungen nicht mehr greifen), trotzdem...in einer anderen Stadt sitzt jemand, die dir Energie schickt und du fühlst dich dadurch besser? Das klingt schon zu schön um wahr zu sein.
Trotzdem, richtig klasse, dass du deinen Weg gefunden hast für Besserung. Was heißt dabei "wenig kostet"?

15.12.2017 18:25 • #11


Scholi

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25 Euro im Monat

Gute Zeit und liebe grüsse

16.12.2017 08:04 • #12


FoxMulder87

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Das ist allerdings ein sehr überschaubarer Betrag :)

17.12.2017 12:59 • #13


Scholi

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Huhu
Also glauben tu ich nicht wirklich ....fällt mir auch schwer das zu glauben...

Gestern Abend hat sie mich aus den Kopfschmerzen und aus einer starken Traurigkeit geholt....
Wir hatten telefoniert, und sie sagte, ich schick dir mal was....

Also, ich finde es auch echt irre.....Kopfschmerzen wech und Stimmung gut, hat sogar heute noch angehalten.....

Liebe grüsse

21.12.2017 20:29 • #14