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Überlastung, kurz vor dem Burnout - wie weitermachen?

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Tyrion
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Hallo zusammen,

ich lese hier schon eine Weile mit und merke, dass ich selbst kurz davor stehe, komplett auszubrennen. Die letzten Monate waren beruflich und privat extrem belastend, und ich funktioniere nur noch - und gefühlt nicht mehr lange. Schlafprobleme, ständiges Grübeln, innere Unruhe, nächtliche Angstattacken und das Gefühl, jederzeit umzukippen - all das ist inzwischen Alltag.

Was die Situation zusätzlich schwierig macht: Eine Kollegin, mit der ich lange gut zusammengearbeitet habe, ist selbst im Burnout und hat sich komplett zurückgezogen. Rational verstehe ich das, aber emotional komme ich damit kaum klar. Ihr Rückzug triggert bei mir alte Muster, und ich merke, wie sehr mich das zusätzlich destabilisiert. Ich fühle mich dadurch noch angespannter, unsicherer und frage mich ständig, ob ich etwas falsch gemacht habe.

Ich suche Austausch mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben; sowohl was die eigene Überlastung angeht als auch den Umgang mit Rückzug von Menschen. Vielleicht hilft es mir, die Dynamik besser zu verstehen und Wege zu finden, selbst stabil zu bleiben.

Danke fürs Lesen und/oder Schreiben.

x 4 #1


18 Antworten ↓
ZeroOne

ZeroOne
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Hi @Tyrion ,

Zitat von Tyrion:
Schlafprobleme, ständiges Grübeln, innere Unruhe, nächtliche Angstattacken und das Gefühl, jederzeit umzukippen - all das ist inzwischen Alltag.


Das kommt mir alles sehr bekannt vor.
Ich habe jahrelang mit einem Burn-Out, bzw. seinen gesundheitlichen und sozialen Folgen kämpfen müssen, weil ich nicht rechtzeitig den Stecker gezogen und ca. 2 Jahre lang die Vorboten zwar gesehen, aber ignoriert hatte.

Du scheinst bei dir deutlich erkannt zu haben, was Sache ist.

Prinzipiell versuche ich, nie Ratschläge zu geben. Daher möchte ich nur den Denkanstoß in den Raum stellen, dass eine Erholung von einem Burnout wahrscheinlich in den meisten Fällen überproportional länger dauert und mehr Kraft kostet, je später man die Bremse zieht und sich ggf. professionelle Hilfe sucht. Wenn keine Therapieplätze kurzfristig verfügbar sind (wie meistens), helfen oft Online-Angebote und lokale Selbsthilfegruppen weiter.

Zitat von Tyrion:
Eine Kollegin, mit der ich lange gut zusammengearbeitet habe, ist selbst im Burnout und hat sich komplett zurückgezogen. Rational verstehe ich das, aber emotional komme ich damit kaum klar.


Das kann ich gut verstehen. Aber letztlich muss jeder für sich selbst den passenden Weg aus der Krankheit finden und das tun, was sich dabei am besten anfühlt.
Letztlich kann man nicht mehr machen, als die Hand auszustrecken (wenn es der eigene Gesundheitszustand zulässt). Wenn sich das Gegenüber dennoch lieber zurückzieht, ist das eine Entscheidung, auf die man keinen Einfluss hat und auch keine Schuld daran trägt.

Das sind lediglich meine Gedanken dazu.

03.05.2026 12:33 • x 3 #7


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A


Hallo Tyrion,

Überlastung, kurz vor dem Burnout - wie weitermachen?

x 3#3


Dys

Dys
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Hi @Tyrion,

- wie weitermachen? Zu Deiner Frage könnte ich Dir Möglichkeiten nennen, aber ich hätte da zuerst ein paar Fragen. Du hast von der Betriebspsychologin gesprochen und das in drei Wochen die erste Sitzung einer Therapie stattfinden soll. Wäre das dann bei dieser Psychologin, oder hast Du eine ambulante Therapie bei jemand anderem?

Auch was Limerenz, also eine emotionale Abhängigkeit, angeht, wäre meine Frage, ob das die Betriebspsychologin so sieht, oder eine unabhängige Therapeutin, also falls Du da dann eine Therapie machen würdest?

Das Angebot einer Hypnotherapie finde ich spannend, wenn es die einzige Art der therapeutischen Behandlung sein sollte, weil sie eigentlich von einer gesetzlichen Krankenkasse vermutlich nicht übernommen werden dürfte. Bei Burnout wäre allerdings eine Verhaltenstherapie eventuell sinnvoll und die würde auch bezahlt.

Ich hatte schon hypnotherapeutische Sitzungen im Rahmen eines stationären Aufenthalts in einer Klinik (nicht Reha) und denke, dass diese zwar im Bezug auf eventuelle Symptome durchaus hilfreich sein kann, aber falls wirklich Limerenz ein Problem wäre, das alleine nicht ausreichend sein dürfte. Denn woher die rühren mag, könnte gänzlich andere und tiefliegendere Ursachen haben. Aber gut, falls Du an Hypnotherapie interessiert bist, empfehle ich Dir mal die Seite der Milton Erickson Gesellschaft für klinische Hypnose https://www.meg-hypnose.de/ anzusehen. Dort kannst Du einiges über diese Art der Therapie erfahren. Bei den dortigen FAQ ist auch zu lesen, wobei Hypnotherapie helfen kann und auch wobei sie nicht hilft.

Mir persönlich und einigen meiner Bekannten, die auch Burnout diagnostiziert bekamen, half eine psychosomatische Reha, fernab dessen was einen gestresst hat (Beruf, Familie ect.)
Die allerdings zu bekommen bedarf einer Beantragung, typischerweise bei der Rentenversicherung und sollte natürlich vom behandelnden Arzt auch befürwortet werden.
Sollte aber statt Burnout eine majore Depression akut sein, wäre ein Aufenthalt in einer Klinik oder Tagesklinik (psychiatrisch oder psychosomatisch) ratsam, was auch eine Möglichkeit wäre, wie weitermachen aussehen könnte. Aber Möglichkeiten gibt es eben so einige.

Um meine eingangs gestellten Fragen nochmals aufzugreifen, musst Du Dich aber nicht gezwungen fühlen, sie zu beantworten, erst recht nicht, wenn sie Dir zu persönlich sind und im Bezug auf Limerenz schon garnicht.

Ach eine Frage hätte ich doch noch. Die Betriebspsychologin, ist Sie nur Psychologin (was Sie nach einem Abschluss des Studium Psychologie wäre) oder ist sie auch psychologische Psychotherapeutin (was einen entsprechenden zusätzlichen Abschluss braucht) der für eine Therapie aber nicht unerheblich wäre.

Gestern 08:30 • x 1 #17


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FranzFranz
Hallo und willkommen!

Hattest du privaten Kontakt mit dieser Kollegin?

Ansonsten, wie schaut deine Situation konkret ist, wie ist dein Tagesablauf?

Wie entspannst du dich normalerweise? Ist das in letzter Zeit nicht mehr möglich gewesen?

#2


Fritz
Hi Tyrion
Erstmal willkommen!
Du hast bestimmt nichts falsches gemacht!
Ich habe in meinem Berufsleben ähnliches erlebt.
In unserer Leistungs-Gesellschaft nimmt das Geschäft keine Rücksicht auf den einzelnen Mitarbeiter.
Wer es nicht schafft, hat Pech gehabt.
Wichtig ist: Kohle, Kohle, Kohle.
Psychische Krankheite sind weit verbreitet.
Jeder Dritte leidet an Angststörungen, Burn Out oder Depression.
Psychische Krankheiten sind nicht sichtbar, deswegen wird dier Schwere der Erkrankung total unterschätzt.
Atemübungen, Entspannungsübungen und Meditation helfen, den Alltag zu überstehen.
Wir können es nicht ändern, da ist die Politik gefordert.
Naja, es ist halt so!
Trotzdem einen schönen Sonntag!
Servus

#3


T
@FranzFranz

Ja - sehr vielen privaten Kontakt. Quasi täglich. Wenn ich zu spät ins Büro kam, hat sie sofort geschrieben. Nun hat sie die Diagnose und seitdem ist Kontaktabbruch.

Meine Situation ist ähnlich: Überforderung im Beruf, Ausnahmesituationen privat. Entspannung ist kaum möglich. Es ist nur noch "funktionieren" - und mein Körper scheint das nicht mehr mitzumachen ...

x 2 #4


FranzFranz
Zitat von Tyrion:
Nun hat sie die Diagnose und seitdem ist Kontaktabbruch.

Das ist natürlich sehr schade. Hat sie irgendwie kommuniziert, dass sie Kontaktabbruch will oder hat sich das einfach so ergeben?

Ja, da sind einige Krankheits-Symptome bei dir bereits zusammengekommen. Wie schaut dein Blick in die Zukunft aus? Vor allem jetzt mal familiär, ist da Entlastung in Sicht?

#5


T
@FranzFranz

Kontaktabbruch: Sie hat mich angerufen, gesagt, dass Sie jetzt krankgeschrieben ist und ich das auch tun müsste - weil es mir ähnlich geht.

Familiär geht es langsam. Unser Kind hat eine traumatische Erfahrung in der Schule erlebt und damit eine Angststörung entwickelt. Mit therapeutischer Unterstützung wird es langsam besser udn eine Privatschule hilft.

Ein Gespräch mit unserer Betriebspsychologin fand statt. Sie hat sofortige Therapie empfohlen - zu viele Muster der Vergangenheit werden gerade getriggert. Aber selbst als Selbstzahler sind in unserer Region keine Plätze verfügbar ... Krankschreibung ist wahrscheinlich die vernünftigste Entlastungslösung. Aber das Verantwortungsgefühl hindert mich. Dabei war ich letzte Woche bereits einen Tag ganztägig in der Notaufnahme. Das hatte nichts mit der Psyche zu tun - war aber lebensbedrohlich.

Und der "Verlust" der Kollegin macht es nicht besser.

x 3 #6


ZeroOne
Hi @Tyrion ,

Zitat von Tyrion:
Schlafprobleme, ständiges Grübeln, innere Unruhe, nächtliche Angstattacken und das Gefühl, jederzeit umzukippen - all das ist inzwischen Alltag.


Das kommt mir alles sehr bekannt vor.
Ich habe jahrelang mit einem Burn-Out, bzw. seinen gesundheitlichen und sozialen Folgen kämpfen müssen, weil ich nicht rechtzeitig den Stecker gezogen und ca. 2 Jahre lang die Vorboten zwar gesehen, aber ignoriert hatte.

Du scheinst bei dir deutlich erkannt zu haben, was Sache ist.

Prinzipiell versuche ich, nie Ratschläge zu geben. Daher möchte ich nur den Denkanstoß in den Raum stellen, dass eine Erholung von einem Burnout wahrscheinlich in den meisten Fällen überproportional länger dauert und mehr Kraft kostet, je später man die Bremse zieht und sich ggf. professionelle Hilfe sucht. Wenn keine Therapieplätze kurzfristig verfügbar sind (wie meistens), helfen oft Online-Angebote und lokale Selbsthilfegruppen weiter.

Zitat von Tyrion:
Eine Kollegin, mit der ich lange gut zusammengearbeitet habe, ist selbst im Burnout und hat sich komplett zurückgezogen. Rational verstehe ich das, aber emotional komme ich damit kaum klar.


Das kann ich gut verstehen. Aber letztlich muss jeder für sich selbst den passenden Weg aus der Krankheit finden und das tun, was sich dabei am besten anfühlt.
Letztlich kann man nicht mehr machen, als die Hand auszustrecken (wenn es der eigene Gesundheitszustand zulässt). Wenn sich das Gegenüber dennoch lieber zurückzieht, ist das eine Entscheidung, auf die man keinen Einfluss hat und auch keine Schuld daran trägt.

Das sind lediglich meine Gedanken dazu.

x 3 #7


Sifu
Zitat von Tyrion:
Hallo zusammen, ich lese hier schon eine Weile mit und merke, dass ich selbst kurz davor stehe, komplett auszubrennen. Die letzten Monate waren beruflich und privat extrem belastend, und ich funktioniere nur noch - und gefühlt nicht mehr lange. Schlafprobleme, ständiges Grübeln, innere Unruhe, nächtliche ...

Wenn Du berufstätig bist: Lange krankschreiben lassen und Therapien beginnen.

Wenn Du kleine Kinder betreuen mußt. Morgens mit Koffeintabletten anschalten, tagsüber mit Psychopharmaka funktionieren und abends mit Schlaftabletten ausschalten. Geht nicht anders.

x 1 #8


Kate
Zitat von Sifu:
Wenn Du kleine Kinder betreuen mußt. Morgens mit Koffeintabletten anschalten, tagsüber mit Psychopharmaka funktionieren und abends mit Schlaftabletten ausschalten. Geht nicht anders.

Naja das würde schon anders gehen. Das geht eventuell bei Dir nicht anders, aber ich denke nicht, dass das ein verbreiteter Weg aus der Misere ist den viele wählen.
Therapie geht im übrigen auch wenn man Kinder hat, sowie funktioniert die neben der Arbeit. Was man braucht ist u.a. viel Selbstfürsorge, professionelle Begleitung und ein gewisses Maß an Willen um dies zu schaffen.
Der einfachste Weg ist aber natürlich Dein obiger und dann für immer zu Hause bleiben und sich seinem Schicksal zu ergeben. Aber will man das?
Tyrion ich denke Du schaffst das, zumindest ist ein wichtiger erster Schritt getan. Du hast es erkannt und hast Dich hier angemeldet und Dein Probleme geschildert.

x 5 #9


T
@Kate Ja, Hilfe annehmen ist nicht ganz so einfach:) Und dass es sich bei mir um Muster handelt, war auch nicht einfach zu akzeptieren. Wenn mein Nervensystem aus der Abwesenheit/plötzlichen "Funktstille" jetzt so überreagiert - damit habe ich am wenigsten gerechnet.

Ich lese gerade viel über Psychologie und weiß, dass eine Thera nötig ist. Das hat auch die Psychologin gesagt. Noch 3 Wochen - dann habe ich meine erste Sitzung. bis dahin versuche ich es mit der Betriebspsychologin. Aber wie oben schon geschrieben wurde: zu lange warten verlangsamt den "Heilungsprozess". Überforderung fördert gerade Kindheitstraumata und gaukelt Gefühle vor, die nicht existieren ... Nüchtern betrachtet: einfach. In der Realität erscheint es aber gerade nicht lösbar ...

x 4 #10


Kate
Ich sage mir immer, einen Tag nach dem anderen „schaffen“, nicht dran denken wie viele Tage es noch sein werden. Das war für mich ein recht guter Weg.

x 6 #11


Grenzgaenger
Zitat von Kate:
Ich sage mir immer, einen Tag nach dem anderen „schaffen“, nicht dran denken wie viele Tage es noch sein werden.

Und ich sage mir immer häufiger: Lebe den Moment nur für diesen einen (Heutigen) Tag Herzfahne

x 4 #12


T
@Grenzgaenger Babyschritte 😄 Ich sollte noch einmal "What's about Bob" ansehen.

x 2 #13


O
Guten Abend!

Ich hatte vor vielen Jahren auch mit einem Burnout "zu tun" und es völlig übersehen, wie ich da reingerutscht bin.

Der Zustand war schrecklich, die Genesung sehr sehr lange.

Ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen. Rechtzeitig die Bremse zu ziehen ist das Um und Auf.
JETZT die Notbremse zu ziehen scheint dringend notwendig. Trotz Gewissenhaftigkeit und schlechtem Gewissen. Oder gerade deshalb.

Ich habe damals aus der Not heraus den Kontakt zu meiner direkten Arbeitskollegin auch abgebrochen, sowie zur gesamten Arbeitsstelle (wo ich heute allerdings längst wieder glücklich tätig bin). Nichts ging mehr.

Letztenendes bin ich nach vielen Jahren wieder sehr stabil und heute tatsächlich so zufrieden wie nie zuvor.

Alles Gute für Dich! 🍀

x 5 #14


A


Hallo Tyrion,

x 4#15


Marylu
Hallo Tyrion,
vieles haben meine Vorschreiber schon genannt
Mir hat auch Therapie sehr geholfen und eine psychosomatische Reha: Mal rauskommen, alles mit Abstand sehen, sich neu ordnen, das war gold wert

x 5 #15

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