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Überlastung, kurz vor dem Burnout - wie weitermachen?

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Tyrion
Mitglied

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Hallo zusammen,

ich lese hier schon eine Weile mit und merke, dass ich selbst kurz davor stehe, komplett auszubrennen. Die letzten Monate waren beruflich und privat extrem belastend, und ich funktioniere nur noch - und gefühlt nicht mehr lange. Schlafprobleme, ständiges Grübeln, innere Unruhe, nächtliche Angstattacken und das Gefühl, jederzeit umzukippen - all das ist inzwischen Alltag.

Was die Situation zusätzlich schwierig macht: Eine Kollegin, mit der ich lange gut zusammengearbeitet habe, ist selbst im Burnout und hat sich komplett zurückgezogen. Rational verstehe ich das, aber emotional komme ich damit kaum klar. Ihr Rückzug triggert bei mir alte Muster, und ich merke, wie sehr mich das zusätzlich destabilisiert. Ich fühle mich dadurch noch angespannter, unsicherer und frage mich ständig, ob ich etwas falsch gemacht habe.

Ich suche Austausch mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben; sowohl was die eigene Überlastung angeht als auch den Umgang mit Rückzug von Menschen. Vielleicht hilft es mir, die Dynamik besser zu verstehen und Wege zu finden, selbst stabil zu bleiben.

Danke fürs Lesen und/oder Schreiben.

#1


6 Antworten ↓

FranzFranz
Hallo und willkommen!

Hattest du privaten Kontakt mit dieser Kollegin?

Ansonsten, wie schaut deine Situation konkret ist, wie ist dein Tagesablauf?

Wie entspannst du dich normalerweise? Ist das in letzter Zeit nicht mehr möglich gewesen?

#2


A


Hallo Tyrion,

Überlastung, kurz vor dem Burnout - wie weitermachen?

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Fritz
Hi Tyrion
Erstmal willkommen!
Du hast bestimmt nichts falsches gemacht!
Ich habe in meinem Berufsleben ähnliches erlebt.
In unserer Leistungs-Gesellschaft nimmt das Geschäft keine Rücksicht auf den einzelnen Mitarbeiter.
Wer es nicht schafft, hat Pech gehabt.
Wichtig ist: Kohle, Kohle, Kohle.
Psychische Krankheite sind weit verbreitet.
Jeder Dritte leidet an Angststörungen, Burn Out oder Depression.
Psychische Krankheiten sind nicht sichtbar, deswegen wird dier Schwere der Erkrankung total unterschätzt.
Atemübungen, Entspannungsübungen und Meditation helfen, den Alltag zu überstehen.
Wir können es nicht ändern, da ist die Politik gefordert.
Naja, es ist halt so!
Trotzdem einen schönen Sonntag!
Servus

#3


T
@FranzFranz

Ja - sehr vielen privaten Kontakt. Quasi täglich. Wenn ich zu spät ins Büro kam, hat sie sofort geschrieben. Nun hat sie die Diagnose und seitdem ist Kontaktabbruch.

Meine Situation ist ähnlich: Überforderung im Beruf, Ausnahmesituationen privat. Entspannung ist kaum möglich. Es ist nur noch "funktionieren" - und mein Körper scheint das nicht mehr mitzumachen ...

x 1 #4


FranzFranz
Zitat von Tyrion:
Nun hat sie die Diagnose und seitdem ist Kontaktabbruch.

Das ist natürlich sehr schade. Hat sie irgendwie kommuniziert, dass sie Kontaktabbruch will oder hat sich das einfach so ergeben?

Ja, da sind einige Krankheits-Symptome bei dir bereits zusammengekommen. Wie schaut dein Blick in die Zukunft aus? Vor allem jetzt mal familiär, ist da Entlastung in Sicht?

#5


T
@FranzFranz

Kontaktabbruch: Sie hat mich angerufen, gesagt, dass Sie jetzt krankgeschrieben ist und ich das auch tun müsste - weil es mir ähnlich geht.

Familiär geht es langsam. Unser Kind hat eine traumatische Erfahrung in der Schule erlebt und damit eine Angststörung entwickelt. Mit therapeutischer Unterstützung wird es langsam besser udn eine Privatschule hilft.

Ein Gespräch mit unserer Betriebspsychologin fand statt. Sie hat sofortige Therapie empfohlen - zu viele Muster der Vergangenheit werden gerade getriggert. Aber selbst als Selbstzahler sind in unserer Region keine Plätze verfügbar ... Krankschreibung ist wahrscheinlich die vernünftigste Entlastungslösung. Aber das Verantwortungsgefühl hindert mich. Dabei war ich letzte Woche bereits einen Tag ganztägig in der Notaufnahme. Das hatte nichts mit der Psyche zu tun - war aber lebensbedrohlich.

Und der "Verlust" der Kollegin macht es nicht besser.

#6


ZeroOne
Hi @Tyrion ,

Zitat von Tyrion:
Schlafprobleme, ständiges Grübeln, innere Unruhe, nächtliche Angstattacken und das Gefühl, jederzeit umzukippen - all das ist inzwischen Alltag.


Das kommt mir alles sehr bekannt vor.
Ich habe jahrelang mit einem Burn-Out, bzw. seinen gesundheitlichen und sozialen Folgen kämpfen müssen, weil ich nicht rechtzeitig den Stecker gezogen und ca. 2 Jahre lang die Vorboten zwar gesehen, aber ignoriert hatte.

Du scheinst bei dir deutlich erkannt zu haben, was Sache ist.

Prinzipiell versuche ich, nie Ratschläge zu geben. Daher möchte ich nur den Denkanstoß in den Raum stellen, dass eine Erholung von einem Burnout wahrscheinlich in den meisten Fällen überproportional länger dauert und mehr Kraft kostet, je später man die Bremse zieht und sich ggf. professionelle Hilfe sucht. Wenn keine Therapieplätze kurzfristig verfügbar sind (wie meistens), helfen oft Online-Angebote und lokale Selbsthilfegruppen weiter.

Zitat von Tyrion:
Eine Kollegin, mit der ich lange gut zusammengearbeitet habe, ist selbst im Burnout und hat sich komplett zurückgezogen. Rational verstehe ich das, aber emotional komme ich damit kaum klar.


Das kann ich gut verstehen. Aber letztlich muss jeder für sich selbst den passenden Weg aus der Krankheit finden und das tun, was sich dabei am besten anfühlt.
Letztlich kann man nicht mehr machen, als die Hand auszustrecken (wenn es der eigene Gesundheitszustand zulässt). Wenn sich das Gegenüber dennoch lieber zurückzieht, ist das eine Entscheidung, auf die man keinen Einfluss hat und auch keine Schuld daran trägt.

Das sind lediglich meine Gedanken dazu.

#7

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