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Sorgen um meinen Mann

Dinne

Dinne

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Hallo,
ich bin Christine (47), glücklich in zweiter Ehe verheiratet und 3fache Katzenmama. Mein Mann und ich leiden beide unter Depressionen. Ich habe zusätzlich eine körperliche Schwerbehinderung. Meine Schwiegermutter bekam vor 1 Woche die Diagnose Gehirntumor. Da mein Mann trockener Alk. ist, habe ich nun panische Angst er beginnt wieder zu trinken.
Vor 8 Jahren als sein Vater an Krebs gestorben ist begann er zu trinken. Im September dieses Jahres werden es 6 Jahre das mein Mann trocken ist. Ich habe seit der Diagnose der Schwiegermutter einfach nur noch Angst. Ich bin nicht stark genug Stefan zu stützen ich kann einfach nicht mehr.

16.04.2021 20:46 • x 5 #1


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111Sternchen222

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Ich wünsche euch, dass es gut geht!

16.04.2021 21:40 • x 2 #2


Ex-Mitglied

Hallo Dinne,

Ich kann deine Sorgen nachvollziehen.
Natürlich besteht hier eine Gefahr des Rückfalls. Die Tücke der Sucht.

Aber vielleicht versuchst du, als Ursache seiner Sucht nicht den Tod seines Vater zu sehen, sondern seine Instabilität davor. Man fällt nicht wegen einem Ereignis in eine Sucht, sondern weil man mit dem Ereignis nicht umgehen kann.

Ich gehe davon aus, dass dein Mann nicht nur Entzug machte, sondern auch in therapeutischer Behandlung war. Richtig?

Und dann ist er sicher stabiler, als er es vor seiner Sucht war. Sonst hätte er sie ja nicht besiegt und die Grenzen bewahrt.

Ich wünsche euch alles Gute und vor allem deiner Schwiegermutter wenig Leid.

17.04.2021 07:40 • x 6 #3


Dinne

Dinne

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@ClaraFall er war zur Entgiftung im Bezirkskrankenhaus. Und anschließend 6 Monate in einer Reha zum Entzug also zur Therapie. Er ist wie gesagt 6 Jahre jetzt trocken. Die Entzugsklinik war super. Ich danke dir für die lieben Worte.

17.04.2021 13:37 • x 3 #4


Traube4

Was ich gelesen habe, hat mich erschüttert..Viel Gesundheit auch der Schwiegermutter...
Ich wünsche Euch alles Glück der Welt, dass ihr das zusammen bewältigt..


Liebe Grüsse,

Traube.

24.04.2021 02:23 • x 1 #5


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Fandango

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Also, Sucht, Stoffgebunden oder nicht, sind anerkannte Krankheiten.

Man sollte einem Partner seine Krankheit nicht aufs Butterbrot schmieren, auch nicht um die Ohren hauen die Erkrankung.

Damit stigmatisiert man den Partner, stempelt ihn oder sie ab.

Wenn man das macht, dann sagt der Alk., jau dann drehe ich noch ne Runde.

86 % der Alk. werden Rückfällig und zwar die die ohne Depression zu oft in der Kneipe waren.

Kampftrinker, die jeden Tag saufen und Frauen und Kinder kaputt schlagen werden nicht stigmatisiert, weil die ja noch nie wegen Saufen inne Klinik waren. Das wird geduldet. Schatzi ist rückfällig geworden ist das Schlechteste bei der Story was Du sagen kannst.

Mensch Vierter bis Fünfter Klasse deswegen, AA auf die Jacke nähen.

27.04.2021 05:33 • #6


Ex-Mitglied

Noch so einer der meint er möchte hier so viel "sinnvolles" erzählen. Wie viel Erfahrung mit Süchten hast du denn?

Und wie viel Erfahrung hast du damit, wie man mit dir umgegangen ist oder wie man als richtiger Weise mit jemandem umgehen müsste oder was für Nachteile du als ehemaliger Süchtiger hast.


Also ich kann dir sagen ich habe überhaupt keine Nachteile dadurch. Jeder weiß es, und niemand wollte mir je irgendein Abzeichen auf Ärmel nähen.

Und wenn es Situationen gibt, in denen der betreffende leichter rückfällig werden kann, dann ist es schon auch völlig, okay, mit seinem Partner oder mit seiner Tochter oder mit seiner Schwester darüber zu sprechen. Weil man hat nämlich als Angehöriger auch grundsätzlich immer Ängste. Nämlich dass die Sucht einfach wieder kommt und einen übermannt und alles mit sich reißt. Und als ehemaliger Süchtiger muss man mit sowas nur mein Leben. Das ist keine Gängelei, sondern dass ist die bitterböse Realität. Süchte zerstören und nicht nur den Süchtigen selbst. Und es ist völlig legitim, wenn Menschen aufgrund dieser Sucht ( auch eines nahestehenden) Ängste entwickeln und darüber reden müssen. Und der Idealfall ist nämlich: der ehemalige Süchtige kommt nicht mit HU Vorverurteilung und du treibst mich hier damit wieder in die Sucht, sondern erst froh und er ist dankbar dass er offene Menschen um sich herum hat die das ganze mit ihm zusammen durchstehen.
Und denen man einfach auch versichern kann: ich kann deine Ängste verstehen aber wir schaffen das zusammen.

27.04.2021 06:54 • x 3 #7


Ex-Mitglied

Übrigens gehört in jede gute Therapie bei Suchterkrankungen, Rückfallprophylaxe zu erlernen. Das bedeutet: nicht nur wenn ein Rückfall da ist, damit umgehen.. sondern das gerade Risikosituationen für Rückfälle bearbeitet werden und Werkzeuge an die Hand gegeben werden, wie man damit am besten umgeht. Und das übrigens auch für die Angehörigen, die interessiert sind.

27.04.2021 07:00 • x 4 #8


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Fandango

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Du sagst viel Wertvolles. Rechtfertigungen bringen es nicht. Jeder schildert seine Erfahrungen.

Anfang des Jahres war ich in einer Klinik wegen Depression. Wegen meiner Depression. Der einzige Aufenthalt in einer Psychiatrie, bei dem man meine Problematik mal nicht auf meine Sucht runtergerbrochen hat. Man könnte auch sagen, hör auf zu Saufen, dann biste seelisch kerngesund. Die Depressiven, die keine Suchtproblematik + haben, die machen Ferien in der Psychiatrie, so eine Art Kur.

In der Abstinenz Gruppe gab es einen jungen Mann, der Sozialarbeiter ist und seine Mutter Psychologin. Er sagte, ich kann 20 Jahre trocken sein, und die sagt, warum ich nicht mein ganzes Leben trocken bin, von Kind an. Er so, ich kann es ihr nicht recht machen.

Ich sagte, Du kannst 200 Jahre trocken sein, deiner Mutter wirst Du es nicht recht machen können, denn die will einen einwandfreien Sohn, so eine Art Superstar mit Milliarden auf dem Konto und einen Taint wie Brad Pit. Das ist ihr Ziel.

27.04.2021 11:07 • #9


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Fandango

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Das Wichtigste überhaupt. Keith Richards und Ron Wood, ja auch Jagger waren nicht nur bei den AA sondern auch bei Anonymous Narcotics.

Bei denen sagt Niemand, ach die Penner. Erfolg ist das was bei den Fans die Arme nach oben greifen lässt. Bist Du erfolgreich, kannste Dir die Birne aber sowas von zudröhnen - das wird tolleriert. Michael Jackson mit Propofol...

Man sagt, das sind Künstler, was die auch sind oder waren.

27.04.2021 11:40 • #10


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Bella72

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@Fandango ,

Du hast eine ziemlich heftige Art, Dich auszudrücken. Prinzipiell finde ich das gut aber das hier geht zu weit in meinen Augen.

Sollten wir nicht beim Thema von Dinne bleiben und versuchen sie zu unterstützen? Mach doch ein eigenes Thema auf über den Umgang der Umwelt mit Süchtigen. Würde mich auch interessieren.
Viele Grüße von Bella

27.04.2021 12:12 • x 4 #11


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Bella72

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@Dinne ,

das tut mir sehr Leid für Euch. Manchmal kommt alles auf einmal gell. Dass Du Angst hast, ist völlig verständlich aber das hilft Dir leider nicht weiter. Du musst es nehmen wie es kommt.
Wenn Dein Mann rückfällig wird, dann ist es so aber er hat Anlaufstellen und weiß was er tun kann um wieder trocken zu werden (nüchtern finde ich übrigens ein schöneres Wort ). Wie ist der Umgang bei Euch mit der Sucht? Redet ihr offen darüber? Dann sollte es doch auch kein Problem sein, mit ihm über Deine Ängste zu reden oder?

Liebe Grüße von Bella

27.04.2021 12:27 • x 1 #12

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