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Sind Depressionen sichtbar?

ROMA68

ROMA68

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Hallo Zusammen!
Ich habe schon in einem anderen Thema erwähnt, dass die Depression erst vor einem dreiviertel Jahr sich bei mir bemerkbar gemacht hat. Seitdem bin ich nicht mehr ich selbst. Den Gang zum Phsychater habe ich vor kurzen gemacht. Habe zwar Tabletten verschrieben bekommen, das Ergebnis einer Hilfe ist aber ausgeblieben. Was mich schon lange interessiert, ist die Frage, ob man depressive Personen im Alltag erkennen kann. Oder auch andedrs gefragt, kann man die Krankheit an sich bei anderen erkennen. Ich versuche immer diese zu überspielen, um andere nicht irgendwie mit runter zu ziehen, oder gar schlechte Laune zu verbreiten. Anders ist es im privaten Bereich, da ziehe ich mich immer mehr zurück. Aber auch hier versuche ich meine ständige Lustlosigkeit, Müdigkeit und alle anderen Probleme zu verstecken.
Ich hatte mal einen Arbeitskollegen, dem man seine Probleme nicht angesehen hat. Erst durch etwas längere Gespräche, erkannte ich parallelen zu mir selbst. Was das Privatleben und das Arbeitsleben betraf, wurden unsere Gerspräche immer länger und offener. Ich habe eigentlich damals schon gemerkt, das es richtig gut tut mal reden zu können. Ich muss auch eingestehen, dass ich nicht viel über Depressionen wusste, und derm entsprechend auch etwas voreingenommen war. Kennt man nicht-gibt es nicht! Oder, schlaf dich mal richtig aus. Oder, oder, oder.
Aber wie heimtückisch und vielseitig diese Krankheit ist, sollte ich selber merken. Ich habe vor einem Jahr noch das Problem des Alk. gehabt, und konnte meine Probleme ertrinken. Habe dann aber selbst gemerkt, so geht es nicht weiter und bevor noch etwas schlimmes passiert, habe ich einen Schlussstrich gezogen. Habe mich über meinen Hausarzt, selbst eingewiesen. Alk. könnte man erkennen, durch Geruch und aüssere Merkmale. Obwohl man diese auch ganz gut verstecken kann. Würde gerne von euch wissen, was ihr für Erfahrungen gemacht habt, mit der Erkennung und der Sichtbarkeit von Depressionen.
Ich habe hier schon vieles gelesen und versuche das Beste bei mir umzusetzen. Respekt an alle.

Wünsche allen, dass ihre Wünsche in Erfüllung gehen.

20.11.2022 11:50 • #1


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Ziva

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Huhu @ROMA68

eigentlich hast du dir deine Frage schon selbst beantwortet, hier:

Zitat von ROMA68:
Ich versuche immer diese zu überspielen, um andere nicht irgendwie mit runter zu ziehen, oder gar schlechte Laune zu verbreiten. Anders ist es im privaten Bereich, da ziehe ich mich immer mehr zurück. Aber auch hier versuche ich meine ständige Lustlosigkeit, Müdigkeit und alle anderen Probleme zu verstecken.


Sichtbar werden Depressionen für mich erst, wenn ich dieses Versteckspiel nicht mehr aufrecht erhalten kann. Wenn ich keine Kraft mehr habe mit einer Maske durch die Welt zu laufen.

20.11.2022 12:09 • x 3 #2



Hallo ROMA68,

Sind Depressionen sichtbar?

x 3#3


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sylvinchen

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@ROMA68 Ich finde ja, wenn man genau hinsieht, an den Augen. Es liegt oft ein gewisser Schleier darüber. Sicher kann man es eine Zeitlang überspielen, aber irgendwann geht es nicht mehr. So ist meine Erfahrung.

20.11.2022 13:24 • #3


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Glitzerkeks

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Zitat von sylvinchen:
@ROMA68 Ich finde ja, wenn man genau hinsieht, an den Augen. Es liegt oft ein gewisser Schleier darüber. Sicher kann man es eine Zeitlang ...

Ja genau, diesen Schleier über den Augen sehe ich auch an mir selbst im Spiegel. Da fehlt der Glanz.
Bei anderen Menschen hab ich auch hin noch nie gesehen. Vermutlich aber weil ich gar nicht darauf achte. Bin zu sehr mit mir selbst beschäftigt.

20.11.2022 13:55 • x 1 #4


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Jedi

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@ROMA68

Ich glaube nicht, dass man Depression von außen erkennen kann.
Auch wenn uns ein Mensch begegnet der gar trübe Augen hat oder sein Gesichtsausdruck traurig,
gar müde u. erschöpft uns erscheint, ist es nicht immer zu Pathologisieren.
Oft sind das unsere eigenen Projektionen u. Beurteilungen u. da ist es nicht so leicht,
dies von einer echten Depressionserkrankung zu unterscheiden.
Um eine Depression festzustellen, braucht es mehr Kriterieren, wie nur unsere Wahrnehmung !

- so -

20.11.2022 13:56 • x 2 #5


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Alexandra2

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@ROMA68,
Ich hatte während der schweren Depression ein Passfoto machen müssen und darauf habe ich mich nicht wieder erkannt . Die gesamte Mimik war futsch, Ausstrahlung negativ, traurig-eingefrorenes Gesicht, obwohl ich gelächelt hatte
Der Glanz in den Augen, Charisma? Fehlanzeige.
Oh je, schlimm war die Vorstellung, dass es alle sehen können. Dass man selbst es nicht verstecken kann. Es dauerte eine Weile, bis ich mich traute, mir nahestehende Menschen einzuweihen. Sie besaßen Gottseidank soviel Feingefühl, das Thema von sich aus nicht anzusprechen, dafür ging es mir viel zu schlecht.
Liebe Grüße Alexandra

20.11.2022 19:40 • #6


anir

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@ROMA68
Hallo und guten Morgen ROMA68.
Da bist du ja wieder, schön.
Wenn ich in der D. bin, verhalte ich mich anders, ganz anders.
Ich habe keinen Glanz in den Augen, kann mich nicht erfreuen, will mit keinem zu tun haben.
Meine Familie, Freunde, nahe Nachbarn, Arbeit, wissen Bescheid, da ich keine Lust mehr auf Maskenverhalten hatte.
Mir geht es damit leichter und ich mache alles, damit es mir in dieser Zeit leichter geht.
Außerdem möchte ich beitragen zur Aufklärung dieser Erkrankung. Das kann ich erst dann wieder,
wenn es mir wieder gut geht. Und dann mache ich es auch gerne.
In der Phase der D. kann ich nur noch sehr wenig.
Wieder heraus bin ich kraftvoll.
Das ist schon 22 Jahre so.
Zur Zeit mache ich Erhaltungs-EKT, zur Prophylaxe.
Alles Gute.
Manchen Menschen merke ich am Gang an, an ihren Bewegungen an, das sie eine D. haben.
Manchen, wie sie mir antworten.

24.11.2022 07:36 • x 1 #7


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sylvinchen

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@anir Mir geht's ganz genau so.Ich bin von Anfang an offen damit umgegangen. Natürlich habe ich nicht damit rum posaunt. Das ist ja auch bei einer schweren Depression gar nicht möglich. Aber wenn ich gefragt wurde habe ich ganz offen gesagt dass ich eine Depression habe. Klar würde das nicht überall mit offenen Armen empfangen und ich habe darüber hinaus auch etliche Freunde verloren, weil sie dachten, dass ich mir nur ein bequemes Leben machen will. Darunter habe ich jahrelang gelitten, aber meine Ärztin hat mir gesagt, dass nicht die anderen meine Krankheit tragen müssen sondern ich selbst. Ich habe auch die Erfahrung gemacht dass viele Menschen da nicht mit umgehen können. Früher als ich dich Krankheit noch nicht hatte ging es mir genauso und seitdem ich selbst betroffen bin weiß ich wie schwer es ist für Außenstehende diese krankheitsverläufe zu begreifen. Wenn ich ehrlich von mir selbst bin, habe ich ja selbst extrem lange gebraucht, bis ich begriffen habe was da in mir vorgeht. Aber so war und ist es bei mir. Schließlich hat jeder seine eigene Geschichte und geht entsprechend damit um. Und das ist gut so.

24.11.2022 12:32 • x 1 #8


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sylvinchen

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@Jedi Na klar,du hast zum Teil Recht. Aber ich denke nicht,das du ein Foto in der Fotokabine mit einem Depressiongesicht vergleichen kannst. Ja es stimmt, bis zu einem gewissen Grad kann man es überspielen eine Maske tragen Theater spielen, aber irgendwann geht das nicht mehr und man betrügt sich selbst damit. Aber ich weiß auch wie schwer es ist besonders auch für die Berufstätigen unter uns, die Krankheit den Job die Familie den Freundeskreis und anderes unter einem Hut zu kriegen. Ich sende dir herzliche Grüße

24.11.2022 12:40 • x 1 #9


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Jedi

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Zitat von sylvinchen:
Depressiongesicht

Ich weiß nicht, ob ich jemals ein Depressionsgesicht nach außen gezeigt habe.
Ich glaube u. so sind depressive Menschen auch - wirklich gute Schauspieler u. der war ich lange Zeit auch !
Natürlich betrügt man sich selbst u. das tat ich ganz sicher auch !
Bei mir war es so, das Menschen in meinem Umfeld u. Arbeitsplatz , sich ein Bild von mir erschaffen
haben u. nachdem ich mich dann mit meiner Erkrankung geoutet hatte, manche aus allen Wolken gefallen
waren u. es noch lange nicht wahrhaben wollten.
Zwei bekannte Comedian, Torsten Sträter u. auch Kurt Krömer (der ein gutes Buch zu seiner Depression geschrieben hat),
beschreiben sehr gut, wie sie auf der Bühne gewirkt haben, auch in ihrem Umfeld u.
nach einer Show, in der Kabine, die Depression die Führung u. Macht wieder ubernahmen.
Die Beschreibungen hätten so in ähnlicher Weise von mir stammen können.
Wir sehen u. lesen auch immer häufiger davon, dass immer mehr Schauspieler/ innen u. Comedian sich outen u.
an Depression erkrankt sind !
Schauspiel scheint da nicht selten mit einer Depression einherzugehen.

24.11.2022 13:55 • #10



Hallo ROMA68,

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sylvinchen

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Oh ja, zu dem was du schreibst kann ich einfach nur ja sagen da hast du vollkommen recht. Und ein depressionsgesicht bewusst nach außen zeigen das macht wohl niemand da stimme ich dir zu. Das war bei mir genauso, bevor bei mir die Diagnose gestellt wurde, habe ich ja schon jahrelang damit gelebt und niemand hat es gemerkt auch ich nicht. Auch ich habe zuerst alles versucht zu überspielen Maske drauf und fertig. Aber irgendwann geht das nicht mehr wie du ja auch von den bekannten schauspielern schreibst. Denken wir auch an den Fußballer Enke. Irgendwann kommt es raus und wir müssen dazu stehen und ich glaube das ist auch gut so denn damit kann keiner alleine fertig werden. Plötzlich ist es Gift wenn wir damit alleine bleiben. Wie gesagt, auch ich habe das erst im Laufe der Jahre am eigenen Leib lernen müssen. Danke für deinen Rückantwort ist es ganz lieb von dir.

24.11.2022 18:25 • x 1 #11

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