Erst dachte ich, die Depression mit ihren Dunkelheiten ist was Vorübergehendes und ich muss nur die richtige Behandlung finden Dann dachte ich, sie ist eine krasse spirituelle Lebensschule Dann merkte ich, sie ist beides: Einmal trudele ich ohne Einflussmöglichkeit in die Dunkelheit und da sitzt schon einer, der auch soviel Wunden hat wie ich und hilft mir ins Licht Das andere Mal steht er da unten mit verschränkten Armen und wartet, dass ich selber was tue Mal ist und bleibt es einfach eine versch--- Krankheit Das nächste Mal das Tor zum Licht Unterm Strich: Aus Sch--- Dünger machen Als Familienmitglied der verwundeten Heiler
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maya60 Mitglied
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Aber ganz unten, noch unter den depressiven Dunkelheiten lag meine innere Grabhöhle, die Kriegstraumatisierung meiner Mutter. Da hinein abzusteigen habe ich mich mit Händen und Füßen gewehrt, bis ich mich an der Hand desjenigen, der den Tod besiegt hat, voller Jesusenergie dort runtertraute und dort eine spirituelle "Nacht der Seele" durchlebte und anschließend eine Lichtflutung, die die Höhle zersprengte und mich ins Licht hob. Seitdem sind Himmel und ehemalige Hölle wieder offen wie als Kind und mein Inneres hat das Dämmerlicht der Blauen Stunde oder der Morgendämmerung, solange ich nicht getriggert bin.
Und als ich mich dann außerhalb der Höhle wiederfand, merkte ich, dass mir jegliche Abschirmhaut gegen Außenreize auch noch fehlte. Es ist komplex, aber alles wird nach und nach offenbar und heiler wie von Jesus versprochen. Als verwundete Heilerin entwickelt sich Mitgefühl.
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A
Hallo maya60,
Sag es in einem Gedicht
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F
Frederick1 Gast
Wenn ich, wenn wir
die Tür nach einem vergangenem Tag, nach einem dunklen Monat und einem unverständlichen Jahr zufallen lassen könnten, ohne Verkrampfung und ohne Verzweiflung, wenn wir von uns selbst nicht mehr erwarten würden, alles endgültig und richtig und bestens zu bewältigen, sondern in unseren Fehlern unser Menschsein bejahten, wenn wir die Schönheit der Umwege und den tieferen Sinn des Verlorengehens mit unserem Wesen begreifen könnten, wenn wir jedes Ende als einen Anfang verstehen könnten und nicht als einen Weltuntergang,
wir wären Pfeile, die schon im Flug ihr Ziel in sich spüren, wir wären Blumen, die sich von ihrer Entfaltung nicht abhalten lassen würden, wir würden leben, nicht nur in Raten (als bezahlten wir eine geheime Schuld), nicht nur verhalten und scheu, sondern mit aufgekrempelten Ärmeln, mit einer draufgängerischen Seele und einem offenen Geist, und der nächste Tag und das nächste Jahr wären weniger eine Probe als eine Feier des ungeahnten, unglaublichen und einzigartigen Lebens.
(Ulrich Schaffer)
ich wünsche uns allen hier, ein immer mehr ungeahntes, unglaubliches, einzigartiges Leben,
viele liebe Grüße,
Frederick
DU brauchst ein Lied für dich und ein Herz das dich begleitet.
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Mas83 Mitglied
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Ich muss echt sagen, dass ich die Gedichte sooo schön finde, und danke dafür, dass ihr mich geholfen habt, meine Passion auszuüben. Hier ist mein allererste Gedicht in der Deutsche Sprache (don't mind the mistakes!):
-- Die Wolken sind die Schmerzen Die Schmerzen in mein'm Kopf Die pochen und die stechen Befreiung, wo ich auf hoff'
Der Regen ist die Stille Die füllt mein'n Kopf mit Lärm Der gießt aus Eimer runter Und hält der Sommer fern
Der Donner nährt den Blitz Obwohl es mir nicht leuchtet Warum ich mich so schlapp fühl Und so f*cking bescheuert
Der Regenbogen glitzert da Und versucht mit al sein'n Farben Einhornlösungen zu finden Aber kein' scheint die zu haben -also bleibt mir nichts anders übrig Als Akzeptieren von dem Sturm-
und das Riechen von deinen Kindershampoohaaren.
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A
Anchiwa4964 Gast
Fragenkarussell
Habe ich genug gesorgt, gefragt, gesehen, beobachtet und ist dies das normale Fühlen und Tun einer Mutter? Habe ich zu viel gesorgt, zu wenig gefragt? Wieso beobachte ich so viel? Warum funktioniert mein Bewertungsmaßstab nicht mehr oder hat er noch nie funktioniert? Woher kommt diese schreckliche Angst, zu spät zu kommen, zu spät geholfen zu haben? Wie geht es meinem Mann, wenn ich mit all diesem Tun und Fühlen ich selbst, aber dabei unglücklich bin? Wie geht es meinem Kind, das sich in der eigenen Trauer noch zu einem Lachen zwingt, um die Mutter zu beruhigen? Wieso kann ich plötzlich nicht mehr meinen Gefühlen trauen? Oder denke ich das nur, weil ich meine, mich zusammenreißen zu müssen? Wie sieht es in meinem Kind aus, oder geht mich das gar nichts an? Wieso muss ich das unbedingt wissen? Weil ich nicht zu spät kommen will. Weil diese Zeilen die kleine Mayke geschrieben hat. Weil ich mich im Kreise drehe. Weil ich stumm geworden bin und seither beobachte.
Mir ist schwindelig.
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Alexandra2 Mitglied
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Mir ist so kalt und fremd überall verloren in der Zeit Starre hoffentlich bald zu Ende und kein Überfall meiner Mutter, Fluchtwege weit
Ich weine nach innen außen geweint kommt die Strafe sie ist meine Hölle jeden Tag Draußen ist's besser als drinnen passe immer auf, auch im Schlafe immer garstig, was keiner mag
Aggressiv sucht sie Streit pöbelt und faucht auch Fremde an peinlich, gehöre nicht dazu ich schau wie von Ferne weit weit sehe daß ich sie nicht ertragen kann vor ihr habe ich niemals Ruh'
Mein Herz versteckt leiden ob der Verlorenheit in der Welt bis sie mich ablehnt ein letztes Mal mir egal, wenn sie verreckt lass nie mehr zu, daß sie mich quält so ist es, meine Leben eine Qual
Wo ist die Liebe Verständnis fürs Kind das Zarte wenn doch ihre Kälte fernbliebe mal Anteilnahme am Kind stattdessen nur Härte.
Ich habe keine Sehnsucht nach meiner Mutter wäre sie auch ideal Urvertrauen eine riesen Schlucht ich bin ganz anders Mutter wünschen geht nicht, ist irreal
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B
1Biene Mitglied
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Unter der Woche viel zu früh wach, ach was soll ich sagen, so ein Kack.
Zur Arbeit quälen und den Tag überstehen und hoffen das die Zeit mir hilft meine Sorgen zu übersehen.
Nachmittags wohin gehn, ja meist zum Sport, um nicht allein zu sein und hoffen auf neue Freundschaften dort.
Spätabends dann heim und kochen ganz fein. Ganz fein ist gut gesagt, denn eigentlich ist es nur was einfaches das ich gerne mag.
Erschöpft and träge tragende zum TV, aber eigentlich wäre ich müde das weiß ich sehr genau.
Noch die Zeit für mich ein bisschen genießen, Kummer und Sorgen versuchen durchs Fernsehen zu ergießen.
Schleppend dann ab ins Bett, versuchen einzuschlafen und zu den Gedanken sagen: nun mal Ruhe hier am Set!
Eingeschlafen viel zu spät, und aufgewacht mehrmals während der Nacht.
4 Stunden Schlaf suche ich seit Jahren auf nun jede Nacht, um hundemüde morgens wieder aufgewacht.
Schleppend morgens aus dem Bett, und hoffen, dass dies neuer Tag mir Hoffnung, Friede und Freude mit mir selbst wie vor einigen Jahren mir wieder schenkt.
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maya60 Mitglied
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Vielleicht, weil ich gestern soviel über mein inneres Kind erzählt habe bin ich heute ganz und offen und alles ist einfach und bin ein Teil vom endlosen Spiel von Licht und Schatten im Juni
Nur ein übergeworfenes Sommerkleid weicher fließender Stoff durch die Haare gewuschelt ungeschminkt später Brunch draußen vor dem Cafe wo unser Sohn arbeitet
Wir Eltern lächelnd und friedlich mit Lesestoff und Plaudern später Einkaufen und ich konnte mit barfuß in Slippern Schlendern und Plaudern dann Mann draußen in gestreifter Hängematte und ich Schläfchen in Dachlaube
Alles ist einfach und schwingt war da jemals was anders? Alle Erinnerungen der Sommerspiele von Licht und Schatten im Sommerwind verfließen zu einer großen Hingabe ans Leben und an das zeitlose Schweben darin ich mitten im Licht, so:
L ich T
dankbar solange es währt
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F
Frederick1 Gast
ein Gedicht für unsere liebe 1 Biene.
Ich wage es, an mich selbst zu glauben: an meinen Drang nach Reife, an meine Liebesfähigkeit, an meine Begabung zur Freundschaft, an meine entschiedene Ausdauer, an meine immer neue Hoffnung. Aber auch wenn ich versage und Fehler mache, wenn ich unnötig verletze, wenn ich anderen die Freiheit nehme, wenn ich kleinkariert werde, wenn ich mich nicht mehr erneuere, wenn ich hart und unnahbar werde, auch dann will ich glauben, daß neben der Zerstörung auch das Lebensförderliche in mir wohnt, und ich will es hervorlocken mit meiner Hoffnung und meinem Mut. Ich wage der Mensch zu sein, der ich bin: unfertig, aber doch glücklich, unsicher im Neuen und doch wissbegierig, manchmal ängstlich in Entscheidungen, verwirrt im Überangebot der Ideen, doch auch begeistert von Kleinigkeiten. Zweifelnd und zögernd, dann wieder mutig und ernst, verzaubert von Worten oder schweigsam zurückgezogen. Manchmal zerrissen und voller Widersprüche, aber auch einseitig und naiv. Und noch vieles mehr bin ich, oft nicht genau zu beschreiben. Ich wage es, mich selbst so anzusehen, so zu lieben, wie ich bin und mich auch so zu zeigen, ob ich nun dafür geliebt werde oder nicht.
Du entscheidest auch, wer du in Zukunft sein wirst. Aber dazu musst du auf dich achten, musst dich suchen, finden und wieder neu suchen. Es gibt noch Bereiche in dir, die voller Geheimnisse sind. In dir schlummern Kräfte, die eingesetzt werden wollen. Es gibt Gedanken in dir, die sich noch verstecken und auf ihre Zeit warten. Die Möglichkeiten, die vor dir liegen, sind nicht unbegrenzt. Aber wenn du das tust, was du begriffen hast und was möglich ist, wirst du dich erweitern und das Leben führen, das du als lebenswert empfindest. Du, es ist an dir, dich Stück um Stück zu erfinden.
ganz viele liebe Grüße an dich,
Frederick mit Hund.
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A
Anchiwa4964 Gast
Auf Vertrauen bauen, beim Gehen in die Zukunft sehen, beim Verweilen nicht rückwärts eilen. Erinnerung, Besinnung auf freudiges Neues.
Beim Laufen verschnaufen, der Natur Raunen bestaunen, gelassen die Sorgen verlassen, Nicht mehr nur auf der Hut, sondern mit Mut, dann wird vieles gut.
Beim Blick zu den Sternen Vertrauen lernen. Den Grundstein einst gelegt, zu schaffen, was unsere Lieben nun bewegt.
Nichts ist zu Ende, nur eine Wende ists in unserem Leben, bereit, uns Nahrung zu geben für Körper und Geist und für das, was Liebe heißt.
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Alexandra2 Mitglied
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Das Gedicht ist wunderschön
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A
Anchiwa4964 Gast
Oh danke für diese Lob! Ich war so durcheinander heute, zu wenig geordnet, um einen langen Beitrag zu schreiben. Mit einem Gedicht geht's oft besser. Mein Eindruck war beim Durchlesen aber, dass es ein ziemliches Durcheinander ist. Lieber Gruß und schlaf gut! Mayke
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Lisa1962 Gast
Liebe Mayke Dein Gedicht ist ganz schön und berührend ! Lisa
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Alexandra2 Mitglied
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Liebe Mayke, Das Durcheinander trifft den Kern meiner Gefühle in der Depression. Dieses emotionale Auf und Ab, die Ruhelosigkeit und sowohl als auch, Unvorhersehbarkeit trifft sehr zu. Den Augenblick erhaschen, sich an ihm freuen, ihn nicht mit Sorgen zerstören, ist sehr schwierig, weil meine Aufmerksamkeit immer irgendwo herum flattert. Ich finde mich in Deinem Gedicht wieder. Liebe Grüße Alexandra
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A
Hallo maya60,
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A
Anchiwa4964 Gast
Liebe Alexandra, das freut mich, für dich und mich. Mögen die ruhigen Stunden und das Freuen an den kleinen Dingen weit in der Überzahl sein!