Hallo @Muckimaus
Zitat von Muckimaus: Auch wenn es nicht einfach ist, aber wir haben seit letzter Woche Montag keinen körperlichen Kontakt mehr und auch das Miteinander ist eher unterkühlt. Sie versucht mit der Situation klar zu kommen. Aber ich gebe zu dass es für mich auch nicht einfach ist.
Also hat er mit ihr geredet und auch Konsequenzen gezogen - zumindest vorläufig. Gut.
Aber hier solltest du dich meiner Meinung nach nicht einmischen. Das müssen die beiden unter sich ausmachen. Das verursacht schon genug Druck bei ihm; wenn du da noch dazu kämst, könnte das leicht zu viel werden.
Zitat von Muckimaus: Ich möchte einfach jetzt nur zur Ruhe kommen, endlich wieder was fühlen können. Ich weiß absolut nicht wo ich stehe und hänge komplett in der Luft und bin überfordert.
Das kann ich gut verstehen. Seine ganze Welt, alle seine Werte sind in Frage gestellt. Das klingt jetzt dramatisch, aber es wird sich wieder einrenken, denn objektiv gesehen hat sich seine Situation ja nicht groß verändert. Es wurden ihm "lediglich" seine Grenzen aufgezeigt; wenn er die nicht wieder dauerhaft überschreitet, kann alles gut werden.
Zitat von Muckimaus: Das sind wieder Worte , die ich nicht einordnen kann. Manchmal glaube ich, dass er dies alles nur tut , weil er mich los werden möchte sich aber nicht traut es mir zu sagen.
Siehe oben. Er hängt in der Luft, wie er ja sagt. Ich bin mir da ziemlich sicher, dass er dich
nicht loswerden will. Sonst klänge das ganze anders.
Zitat von Muckimaus: Und dann wiederum denke ich, dass es die Krankheit ist, die ihn so sein lässt.
Ja, und die Situation:
Zitat von Muckimaus: Er will sich aber auch überhaupt nicht krank schreiben lassen. Jeden Tag quält er sich zur Arbeit. Geht mittlerweile nur noch auf dem Zahnfleisch.
Schau mal, mit 50 ist seine Karriere noch nicht abgeschlossen. Da hängt noch was dran. Viel Geld, Verantwortung, Zukunftsträume... Er kann das Berufliche nicht so entspannt sehen wie wenn er 2 Jahre vor der Rente stehen würde.
Er braucht Abstand von allem, er muss in die Lage kommen, in Ruhe über sich, dich, euch, die Situation und sein Leben nachzudenken. Ohne Ablenkung. Seine Arbeit (und deine Gegenwart und Besorgnis und übrigens auch seine Affärenfrau) hindert ihn daran. Man könnte sagen, die Welt mit ihren Anforderungen schreit auf ihn ein und übertönt die Stimme seines Herzens, seines Körpers, seines "Bauchgefühls".
Auch deswegen hatte ich letztens geäußert, es könnte vielleicht ganz gut sein, wenn du dich ein Weilchen in Richtung deiner Freundin zurückziehst. Das verschafft ihm mehr Raum. Voraussetzung ist allerdings, dass er dadurch nicht mit zusätzlichen Aufgaben belastet wird, die du sonst übernehmen würdest.
Manche Leute kriegen die Kurve und nehmen sich eine Auszeit bzw. treten kürzer. Andere machen weiter, bis es nicht mehr geht, klappen zusammen und haben dann einen Klinikaufenthalt als Auszeit. Ich meine, du solltest ihm ermöglichen, die erstere Variante zu nehmen. Aber so oder so wird die Krise vorübergehen.
Zitat von Muckimaus: Vielleicht lässt er sich auch wegen ihr nicht krankschreiben.
Möglich. Glaube ich aber nicht. Und wenn doch, dann kannst du da auch nichts dran machen. Er ist letztlich sein eigener Mensch und für sich selbst verantwortlich (für dich trifft natürlich genau das selbe zu).
Zitat von Muckimaus: Wahrscheinlich bin ich einfach nur dumm und naiv .
Was lässt dich das glauben? Für dich ist die Situation doch genauso unübersichtlich und bedrohlich. Du kannst sie nicht kontrollieren. Dass dich das mitnimmt und verunsichert, ist ganz normal. Also lass den Quatsch, dich selbst runterzumachen.
Zitat von Muckimaus: Jedes Mal sehe ich nur das Gute in ihm.
Wie soll ich das nur wieder deuten
Ihr sind ja nun 11 Jahre zusammen, 5 Jahre verheiratet. Du kennst ihn also gut. Du kennst seinen Charakter, seine guten Seiten und natürlich auch seine Schwächen und Fehler. Das sind grundlegende Eigenschaften, die sich normalerweise nicht sehr ändern. Ich nehme mal an, dass das das ist, was du "das Gute in ihm" nennst. Ich denke, darauf kannst du dich auch weiter verlassen. Wenn er mit mehr Bedachtsamkeit aus der gegenwärtigen Krise hervorgeht, dann würde ich das eher als mögliche positive Veränderung sehen. Also nur Mut!