Psychologe ist gelangweilt von mir - Therapeut Kritik

ichhalt

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Hallo!
Ich war jetzt schon 2 mal beim Therapeuten. Was ich mich immer frage ob sein Verhalten normal ist, ob er total gelangweilt ist, ob er mich überhaupt ernst nimmt? Eigentlich habe ich einen sehr sympathischen Eindruck von ihm und komme gut klar mit ihm.
Aber während den Stunden beobachte ich oft sein Verhalten mir gegenüber und frage mich ob das normal ist, ob es zur Therapie gehört oder ob ihn das alles nicht interessiert.
Er stellt mir zwar oft Fragen oder versucht mit mir vieles zu hinterfragen und er regt mich oft kurz zum Nachdenken an. Soll das so sein? Oft sagt er auch mal gar nichts, wenn ich bei meiner Antwort nicht weiter weiss. Es kommt mir vor als wenn Stunden vergehen bis er wieder das Wort ergreift. Manchmal meine ich, dass es ihn interessiert. Ein anderes Mal hat er schon fast provokativ gegähnt. Langweile ich ihn? Ich weiss manchmal einfach nichts zu sagen, bzw. ich kann noch nicht so aus mir raus gehen. Aber u.a. deswegen bin ich ja da.
Bei manchen Dingen, die ich sage kommt überhaupt keine Bemerkung und er wartet ab, bis ich weiter erzähle. Aber er fragt mich eigentlich auch viel.
Warum ist er so? Von sich erzählt er nichts. Aber ich habe auch noch nie gefragt.

30.07.2009 22:19 • #1


Serafina

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Genau diesen Text solltest du dir ausdrucken und ihn mitnehmen.

Keine Angst, Pychologen sind da offen und eigentlich warten sie auf solche Readktionen.

Serafina

31.07.2009 00:06 • #2



Hallo ichhalt,

Psychologe ist gelangweilt von mir - Therapeut Kritik

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achtsamkeit

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Hallo, also bei mir ist es auch ähnlich. Meine Therapeutin stellt zwar auch hin und wieder Fragen, gibt Hilfen, aber in der Regel lässt sie mich reden und gibt auch keine Antworten umbedingt. Dann wartet sie ab und irgendwann rede ich weiter . Diese Zeitredepausen sind zwar zuerst unangenehm, aber es hilft selbst oft gedanklich weiter zu kommen oder mehr zu erzählen. Mittlerweile kenne ich den Ablauf und finde es sehr gut, dass nicht alles direkt erklärt und hinterfragt wird. Die Therapeutin macht sich ja auch Notizen. Allerdings hatte ich nie das Gefühl, dass sie gelangweilt ist und gegähnt hat sie auch nie.
Aber es ist aucgh okay, wenn du über diese Gefühle deinen Thera berichtest!
Pelle

31.07.2009 11:55 • #3


Alannis

Therapeuten sind ja auch nur Führer zu den eigenen Gedanken und wollen einen dahinführen, dass man
selbst möglichst die Lösung für sich findet .

31.07.2009 11:57 • #4


Sonnenblume20

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Hallo!

Welche Art von Therapie machst Du denn? Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie?

Ich selbst mache eine Psychoanalyse. Das war für mich anfangs extrem anstrengend. Hier ist es nämlich so, dass fast nur der Patient spricht und der Therapeut ab und an (nicht oft) mal interveniert, d.h. das ausgesagte spiegelt.
Es gibt hierbei keinerlei Fragen und auch keine Ratschläge.

Die Schweigemomente (und die habe ich immer wieder, weil ich fast schon 100 Stunden absolviert habe und mir nichts neues mehr einfällt, ich also immer wieder dasselbe erzählen muss) waren mir anfangs extrem unangenehm. Da habe ich auch gedacht, dass der Therapeut mir ja jetzt mal helfen könnte und mir mal wenigstens eine Frage stellen könnte. Mittlerweile habe ich mich mehr daran gewöhnt. Wenn mein Thera in den Schweigemomenten mal was sagt, dann nur: Was geht Ihnen denn jetzt durch den Kopf?
Trotz allem, da bin ich ganz ehrlich, weiß ich auch nicht 100%ig, ob diese Therapieform die beste für mich ist. Ich fühle mich einfach auch besser, wenn der Thera mehr sagt, dann ist es nicht so einsam. Mittlerweile sagt meiner doch ein bisschen mehr, weil ich ihn mal darauf angesprochen habe.

Verhaltenstherapie hatte ich noch keine. Ich weiß nur aus den Berichten anderer, dass es dort sehr viel reger zugeht, dass der Therapeut sehr viel aktiver ist.

Wie ich mitbekommen habe, bist Du doch erst am Anfang deiner Therapie. Dein Thera muss sich doch erst mal ein Bild von Dir machen, muss deine Geschichte analysieren und da ist sowieso von Seiten des Thera erst mal zuhören angesagt.

Was ich mir aber Gott sei Dank angewöhnt habe, ist, all meine Bedenken, die ich bisher zwischendurch auch bezüglich der Therapie hatte, anzusprechen. Das kannst Du auch tun. Das, was Du uns hier erzählt hast, kannst Du genausogut deinem Thera erzählen. Es geht nicht darum, dass der PAtient dafür zu sorgen hat, dass es dem Thera gut geht oder dass er den Thera womöglich gut und spannend unterhalten muss.

Lieber Gruß

Sonnenblume

31.07.2009 14:53 • #5


ichhalt

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Bis jetzt hatte ich ja erst 2 Stunden. Welches Therapieverfahren ich machen werde weiss ich eigentlich noch gar nicht. Entscheidet sich das nicht erst noch nach den Probesitzungen? Bis jetzt reden wir ja nur, bzw. er lässt mich mehr reden.
Ich sollte meinen Therap. mal fragen wie das so läuft. Ich glaube, er hat es mir auch mal erklärt. Da habe ich leider wieder nicht richtig zugehört.
Was gibt es denn für Therapieverfahren? Ich bin bei einem Psychologischen Psychotherapeut. Ich schätze, er muss erst mal selber heraus finden, was mit mir eigentlich los ist. Denn das weiss ich nämlich auch nicht so wirklich. Ich glaube, eine eindeutige Diagnose gibt es noch gar nicht. Dafür war ich wahrscheinlich noch zu selten bei ihm, oder!? Also dass ich Depressionen habe weiss ich und er auch. Aber wenn es nur die wären....!

31.07.2009 20:20 • #6


Sonnenblume20

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Gib Dir und dem Therapeuten noch ein bisschen Zeit. Du hast recht, er muss dich ja erst mal richtig kennen lernen und das kann er nach 2 Stunden nicht.

Aber ich ermutige Dich, trotzdem Deine Fragen, die Dir am Herzen liegen zu stellen.

Welche Therapieform für Dich am besten ich, entscheidet im Normalfall der Facharzt, sprich Psychiater.

Ich war damals bei einem psychoanalytischen Institut in der Ambulanz, weil ich dort erfahren wollte, welche Therapieform am geeignetsten für mich ist. Dort haben sie mir eine Psychoanalyse empfohlen. Der Psychoanalytiker, wo ich bin, macht auch nur Psychoanalyse. Trotzdem habe auch ich den Fehler gemacht, dass ich auch gar nicht richtig gefragt habe, wie die Therapie so läuft. Ich wusste zwar, dass sie mit mind. 300 Stunden angesetzt ist, aber das diese Therapieform so schweigend ist, d.h. dass der Therapeut echt wenig sagt und immer nur ich erzählen muss, das war mir so auch nicht bewusst. Und ich komme mal mehr, mal weniger mit klar. Jetz habe ich schon an die 100 Stunden und muss mich wohl noch weiter durchbeißen.
Mein Therapeut würde also z.b. gar keine Verhaltenstherapie machen.

Trotzdem gibt es, glaube ich, Therapeuten, die nicht nur eine Therapieform verfolgen, sondern die passen die Art und Weise der Therapie den Bedürfnissen des Patienten an.

Also frage jederzeit, was Du fragen möchtest, damit Du weißt, was auf Dich zukommt.

Lieber Gruß

Sonnenblume

31.07.2009 21:54 • #7

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