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Psychisch Kranke als Patient diskriminiert ?

Sifu

Sifu
Mitglied

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x 1 #1


6 Antworten ↓

HDD
Auch Ärzte sind (nur) Menschen. Immerhin wird darüber geredet und damit ein Bewusstsein für die Problematik geschaffen, das ist schon mal ein guter Anfang.

Ich weiß schon, warum ich mich zu einem Gesundheitsproblem schlau mache, BEVOR ich damit den Arzt aufsuche. So kann ich mich intelligent und annähernd auf Augenhöhe mit ihm unterhalten und die richtigen Fragen stellen. Wikipedia / Gelbe Liste / whatever... Kann ich nur jedem empfehlen.

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A


Hallo Sifu,

Psychisch Kranke als Patient diskriminiert ?

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ickebins
Klingt erstmal sehr plausibel, ABER: wo und wie kann man sich noch, sachlich richtig, irgendwo informieren ?

Je mehr ich mich informiere, desto verwirrter und unsicherer werde ich ! Will mich auch, insbesondere und vermehrt dadurch, nicht noch "kranker" machen !? Bekomme aber (gefühlt) ab dem "Geständnis": Depression eher ganz andere "Behandlung".....
Die Stigmatisierung der Erkrankung wird, m.M. nach eher grösser, als das es "besser" wird !?

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Sifu
Zitat von ickebins:
Klingt erstmal sehr plausibel, ABER: wo und wie kann man sich noch, sachlich richtig, irgendwo informieren ? Je mehr ich mich informiere, desto verwirrter und unsicherer werde ich ! Will mich auch, insbesondere und vermehrt dadurch, nicht noch "kranker" machen !? Bekomme aber (gefühlt) ab dem ...

Geht mir auch so.

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bones
Ich sehe das wie @HDD . Auch ich bereite mich immer vor und gehe dann mit genug wissen Aneignung zum Arzt. So entsteht auch ein Gespräch auf Augenhöhe und man wird ernst genommen.

#5


HDD
Zitat von ickebins:
wo und wie kann man sich noch, sachlich richtig, irgendwo informieren ?

Wie ich schon schrieb: Wikipedia (meine 1. Anlaufstelle); wenn es um Medikamente geht, auch die Gelbe Liste oder die Beipackzettel für die Medis (dis sind alle im Internet veröffentlicht). Teilweise ist auch die Apotheken-Umschau https://www.apotheken-umschau.de eine gute, relativ leicht verständliche Quelle.

Wenn es um OPs geht, alternative Behandlungen und generell alles, womit sich richtig Geld verdienen lässt, ist Vorsicht geboten, weil die Anbieter dieser Leistungen ihre Leistungen natürlich im besten Licht darstellen, das gerade noch mit der Wahrheit vereinbar ist.

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Dys
Zitat von ickebins:
Klingt erstmal sehr plausibel, ABER: wo und wie kann man sich noch, sachlich richtig, irgendwo informieren ?

Ist es denn im Leben nicht oft so, dass man zunächst mal jemandem vertraut, der von etwas Ahnung haben sollte, von dem man selbst nur wenig hat? Eigentlich ist das egal, ob man zum Anlageberater, Autoverkäufer oder in irgend ein Geschäft geht, oder eine Dienstleistung möchte, von einem Handwerker, man könnte immer im Nachhinein schlechte Erfahrungen gemacht haben, weil man eben selbst nicht ausreichend informiert war. Und wenn derjenige das ausgenutzt hat, das man ahnungslos war, ist das vielleicht noch keine Diskriminierung, aber man wurde als Mensch schlecht behandelt und das Gefühl ist dann ja das gleiche.

Dementsprechend hilft ja nur, sich selbst bestmöglich zu informieren und doch auch wieder in gewissen Maßen zu vertrauen, dass die Informationen stimmen und die Quelle seriös ist.

Diesbezüglich muss aber erstmal Krankheitseinsicht bestehen. Und dazu müsste man erstmal vertrauen, das die Diagnose stimmt. Danach kann man überhaupt versuchen zu verstehen, was man hat und sich entsprechend bilden, indem man sich Informationen besorgt. Nun kommt aber auch noch hinzu, dass man die Informationen auch richtig verstehen muss, die man liest und da kanns eben Probleme geben, die zu Missverständnissen führen.

Um als an Depression erkrankter Mensch für voll genommen zu werden, habe ich nie einen Hehl daraus gemacht, das ich diese Diagnose habe, wenn ich zu einem Arzt gegangen bin und bin deswegen auch nie diskriminierend behandelt worden. Im Gegenteil hat es doch eher dazu geführt, auf Augenhöhe mit dem Arzt zu sprechen um eventuell im Raum stehende Diagnosen besser einordnen zu können.

Zitat von ickebins:
Je mehr ich mich informiere, desto verwirrter und unsicherer werde ich ! Will mich auch, insbesondere und vermehrt dadurch, nicht noch "kranker" machen !? Bekomme aber (gefühlt) ab dem "Geständnis": Depression eher ganz andere "Behandlung".....
Die Stigmatisierung der Erkrankung wird, m.M. nach eher grösser, als das es "besser" wird !?

Leider ist Fachwissen üblicherweise für Laien erstmal schwierig zu bekommen und es ist ja auch nicht zu erwarten, das man das in kürzester Zeit erlangt, wenn dazu eine Mehrjährige Ausbildung notwendig ist. Dementsprechend ist Verwirrung ja auch nicht ausgeschlossen, wenn man eben bestimmte Informationen nicht versteht.

Das Gefühl anders behandelt zu werden, wenn man sich geoutet hat, ist aber leider auch nur ein Gefühl. Man wird nicht erfahren können, ob man anders behandelt würde, wenn mans nicht getan hätte. Jedenfalls nicht bei ein und dem selben Arzt, denn der hat nunmal die Information, dass man Depression hat. Persönlich halte ich es gerade in der Beziehung zu einem Arzt für kontraproduktiv, Erkrankungen die man hat, zurückzuhalten. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Erstrecht könnte es fatal werden, nicht anzugeben, welche Medikamente man nimmt und spätestens dann wird einem Arzt ersichtlich das da auch was mit der Psyche im Argen liegt.

Wo bekomme ich also Informationen? Vom Fachmann und aus Fachliteratur. Verstehe ich etwas nicht, muss ich gezielt nachfragen oder weiter recherchieren.
Wikipedia ist meines Erachtens eine gute Quelle, aber leider auch nicht fehlerfrei. Über Diskrepanzen wird aber dort zumindest hingewiesen, dass es welche geben kann und die Informationen nicht hundertprozentig belegt werden können, wenn es so ist.

Dr. Google führt halt gerne auch nur zu meistgeklickten Seiten, die sowohl faktisch als auch größer Bullsh.. sein können und das muss man eben im Hinterkopf haben. Glücklicherweise schaltet Depression nicht automatisch den Verstand komplett aus, jedenfalls bei mir.

Und bei allen wissenschaftlichen Veröffentlichungen gilt eben auch nur, dass sie zutreffend sind, bis sie widerlegt werden, weil etwas anderes dann zutrifft. Es ist ja auch ein Trugschluss, man würde etwas in sich heilen, nur weil man etwas gelesen oder gehört hat, wenn das eigene Handeln dazu fehlt oder der Wille etwas zu ändern.

Es ist also schon aufwendig sich in die Lage zu versetzen, mit Ärzten offen und auf Augenhöhe zu sprechen, aber meiner Meinung nach unumgänglich alle Fakten auf den Tisch zu legen, denn nur das ermöglicht dem Arzt eine bestmögliche Behandlung zu bewerkstelligen. Ein Gefühl, das einen beschleicht kann ohnehin trügen. Im Zweifelsfall wechselt man den Arzt, wenn man sich nicht gut behandelt fühlt, wohl wissentlich, dass einem das immer wieder so passieren könnte, das dieses Gefühl aufkommt.

Was eine Stigmatisierung angeht, so sehe ich die tatsächlich mittlerweile bei allem Möglichen, dass einen Menschen betrifft oder ausmacht weil Schubladendenken dem Menschen nun mal gegeben ist und es nervt mich persönlich mittlerweile, das der Begriff inflationär verwendet wird. Jeder fühlt sich irgendwie stigmatisiert weil er so ist wie er ist und drückt Anderen direkt den Stempel aus, sie würden Stigmatisieren. Dabei können Andere ja auch nicht alles wissen oder verstehen, wenn es sie nicht irgendwie betrifft oder interessiert und es ist auch nicht zu erwarten, dass alle das interessiert, was es so alles gibt.

Zu glauben ein Stigma verschwindet, nur weil es immer wieder als Stigma benannt wird, von denjenigen die sich stigmatisiert fühlen, erscheint mir eher fraglich. Ein offener und ehrlicher Umgang mit Thematiken, scheint mir geeigneter um Menschen zumindest zu informieren, sodaß sie für sich dann eben entscheiden können, wie sie sich verhalten wollen. Denn das liegt ja eh bei jedem selbst.

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