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Nach der psychosomatischen Klinik

Claumoni

Claumoni

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Hallo zusammen!


Ich war gerade acht Wochen wegen einer Depression in einer psychosomatischen Klinik. Das war wirklich toll, ein super Psychotherapeut und ein tolles Team. Obwohl ich sehr hart an mir gearbeitet habe und zwischendurch eine ziemliche Krise hatte, als plötzlich traumatische Erfahrungen an die Oberfläche gespült wurden, ging es mir am Ende der acht Wochen deutlich besser.
Zuhause ist es brutal hart. Mir fehlen die anderen Patientinnen und Patienten, die Therapie und insgesamt die Klinik. Meine Psychologin fand es nicht gut, dass ich in der Klinik auch tiefenpsychologisch behandelt wurde und mich so sehr mit meiner Vergangenheit beschäftigt habe. Sie meinte, ich müsse hier mein Verhalten ändern, sonst sei ich selber schuld, wenn es mir nicht besser geht. Ich suche jetzt einen neuen Therapieplatz……
Meine beste Freundin ist mit meiner Depression völlig überfordert und meldet sich kaum Insgesamt ist es mit den Kontakten nach sechs Monaten Krankheit schwierig.
Habt ihr Erfahrungen gemacht, wie man nach so einem Klinikaufenthalt wieder gut zurück ins Leben kommt?
Ich fühle mich im Augenblick richtig schlecht und habe große Sorge, dass, wenn ich nächste Woche wieder arbeite, das noch schlimmer wird.
Liebe Grüße
Claumoni

08.06.2022 20:16 • x 2 #1


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mourena

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@Claumoni
Ich kann das sooo gut nachempfinden, was du schreibst. Als ich meinen ersten Klinikaufenthalt hatte (auch psychosomatische Klinik) bin ich nach meiner Entlassung erst einmal total abgestürzt. In der Klinik hatte ich mich gut aufgehoben gefühlt, hatte einen tollen Therapeuten, nette Mitpatienten, war nicht allein. Dann, als ich wieder zuhause war, habe ich mich wie ein Zombie gefühlt, als ich durch die Stadt gelaufen bin, wie in einer Blase abgeschnitten von der übrigen Welt. Meine Depressionen sind wieder ganz schlimm geworden. Also ich glaube, es könnte dir nächste Woche, wenn du wieder arbeiten gehst, vielleicht sogar besser gehen. Wieder eine Struktur haben... In der Klinik hat man ja auch irgendwie eine Struktur. Und es braucht, denke ich, auch einfach ein bisschen Zeit, um wieder im normalen Leben anzukommen und zurechtzukommen.

Noch zum Verständnis: Die Psychologin, die es nicht gut fand, dass du in der Klinik auch tiefenpsychologisch behandelt wurdest, ist deine ambulante Therapeutin und du suchst jetzt einen neuen ambulanten Therapieplatz?

Ich wünsche dir ganz viel Kraft, Mut und das Vertrauen darin, dass es wieder besser wird. Denn das wird es bestimmt.

LG
mourena

08.06.2022 20:30 • x 2 #2



Hallo Claumoni,

Nach der psychosomatischen Klinik

x 3#3


Claumoni

Claumoni

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Ja, die ambulante Psychologin hatte ich schon vor der Klinik ein paar Mal gesehen. Das war von Anfang an nicht so wahnsinnig toll, aber ich war so froh, dass ich überhaupt jemand gefunden hatte. Und die ersten Gespräche waren auch echt okay. Aber bei ihr heißt Verhaltenstherapie anscheinend, dass man sich total auf die Gegenwart konzentriert. Und ich habe in der Klinik gemerkt, wieviel unbewältigte Vergangenheit ich mit mir rumschleppe. Das wollte sie überhaupt nicht diskutieren und meinte selbst, dass ich mich entscheiden muss, ob ich bei ihr nach ihrem Konzept weitermachen möchte…

08.06.2022 20:41 • #3


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mourena

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@Claumoni
Ich finde es schade, wenn ein Therapeut so dermaßen zielstrebig seinen Weg verfolgt und nicht nach rechts oder links guckt. Mittlerweile ist es ja oft so, dass Therapeuten zwar einer bestimmten schule angehören, aber trotzdem auch andere therapieansätze in ihre Arbeit einfließen lassen. Aber anscheinend nicht bei deiner Therapeutin... Ich glaube, ich würde mir auch jemand anderen suchen an deiner Stelle, weil du ja auch schreibst, dass du viel unbewältigte Vergangenheit mit dir rumschleppst.

08.06.2022 20:49 • #4

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