Kraftlos, müde und antriebslos - was hilft?

Hallo,

seit knapp 8 Monaten bin ich immer mal wieder total kraftlos und kann mich kaum auf den Beinen halten.

Ich war beim Hausarzt, Neurologe, Kardiologe, Schilddrüse, Endo und auch ein MRT des Bauchraums, Lungenröntgen und MRT des Kopfes wurde gemacht. Alles soweit ohne Befunde. Lediglich meine Leberwerte waren erhöht, die bei der nächsten Blutuntersuchung wieder in Ordnung waren. Auch die Mineralien und Vitamine waren in Ordnung.

Psychisch gesehen geht es mir momentan allerdings recht gut. Die letzten Jahre waren sehr anstrengend. Schwere Krankheitsverläufe in der Familie, auch Todesfälle waren dabei. An Urlaub war nicht zu denken.

Nun frage ich mich, ob diese Kraftlosigkeit wieder ganz vorbeigeht? Ich weiß nicht was ich noch tun kann. Mal ist es ein paar Wochen gut und dann fängt es wieder an. Auch morgens auf der Arbeit brauche ich fast 4 Stunden, bis ich "in die Gänge" komme. Ich habe ein Einzelzimmer, daher sieht man nicht wie ich da rumhocke. Dafür bleibe ich dann abends länger.

Ich bin berufstätig und kann nicht ständig krank sein. In den 8 Monaten war ich länger krank als in den letzten 5 Jahren zusammen !!

Hat jemand Erfahrungswerte? Kennt jemand sowas?

Liebe Grüße
Mystic

19.11.2015 19:41 • #1


Moin,

ja es geht mir aktuell genauso, wobei es bei mir schon ein gutes Jahr anhält. Aus früheren Episoden kann ich dir aber berrichten, das ich es jedesmal überwinden konnte. Ist nur eine Frage der Zeit und der Herangehensweise. Wichtig ist, nichts erzwingen zu wollen. Schließlich kann man Erschöpfung als warnung des Körpers betrachten mal einen Gang oder mehr^^ runter zu schalten. Achtsamkeit gegenüber deinen Bedürfnissen ist wichtig. Unter umständen hilft dir ein Gefühlstagebuch. Dadurch kannst du lernen dich selbst besser wahrzunehmen und einzuschätzen:) Falls du keinen Therapeuten hast, wäre es vlt sinnvoll dir einen zu suchen. Oder ähnliche Hilfsangebote aufzusuchen, die in deiner Gegend so verfügbar sind. Es gibt viele unbürokratische Anlaufstellen, nur sind die meißt nicht allgemein bekannt;)

lieben Gruß, Jan

20.11.2015 10:39 • #2


Hallo Jan,

danke für Deine Antwort.

Darf ich fragen, was Du dagegen tust?

Ich versuche schon es mir soweit es geht mir gut gehen zu lassen. Da ich keinen Partner und kaum Freunde habe, ist das natürlich schwer. Einen Therapeuten habe ich mir (vorsichtshalber) auch gesucht, falls die Ärzte doch recht haben sollten das es von der Psyche kommt.

Ein Glückstagebuch?? Hmm.... vllt wäre das was für mich.

VG

20.11.2015 13:08 • #3


Knoten
Hallo Mystic,

ja, ich kann mich daran auch noch erinnern. Ist allerdings ein paar Jahre her.

Für deine Kraftlosigkeit gibt es sicher einen Grund; da all deine Werte ok sind, kannst du wohl davon ausgehen, dass du einfach etwas ausgebrannt bist.
Es ist zuviel in zu kurzer Zeit passiert.

Ein Besuch beim Psychiater oder bei einem Therapeuten wird dir sicher gut tun, vielleicht wäre ein Gedanke über eine Kur mal in Betracht zu ziehen?

Hallo Jan,

deinen Ansatz finde ich sehr gut!

Ich wünsche euch beiden weiterhin guten und regen Austausch!

20.11.2015 14:00 • #4


Momentan kann ich nicht in Kur oder Reha. Da war ich vor 3 Jahren schon mal (eher vorbeugend) und es hat mir nicht wirklich geholfen. Außerdem gibt's noch Krankenfälle in der Familie, da kann ich momentan nicht weg.

Leider habe ich auch einen Arzt, der nur sehr zögerlich krank schreibt. Und im Grunde will ich das auch nicht. Ich will arbeiten gehen, damit Abwechslung in mein Leben kommt. Dann bin ich nicht alleine und meine Gedanken fangen nicht an zu grübeln. Außerdem hätte ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich krank geschrieben werden würde.

Die Therapie mache ich jetzt seit Gut 3 Monaten. Hoffentlich schlägt sie bald an.

Knoten, wie hast du es geschafft, aus dieser Kraftlosigkeit wieder rauszukommen?

Liebe Grüße
Mystic

20.11.2015 14:29 • #5


Mindia

Kraftlos im Leben - keine Aussicht auf Erfolg

Ich habe einfach keine Kraft mehr. immer wieder kämpfen ohne Aussicht auf Erfolg.Wozu auch?
Morgens, einprägen . heute mit positiven Gedanken ans Werk. Mache mir selber was vor.
Spätestens nach dem ersten Telefonat am morgen,kommt dann das Tief. und der Tag ist gelaufen .
Man bekommt nur Gelabber aber keine wirkliche Hilfe. weil alles immer aufs gleiche raus läuft . .man ist ein nichts

07.05.2019 14:37 • #6


Ylvi13
Hallo Mindia,
ich verstehe deine Sichtweise, in meiner schwärzesten Zeit waren mein täglicher Begleiter " wozu kämpfen" , "es ist alles sinnlos" , " ich will nicht mehr" .
Aus heutiger Sicht kann ich sagen, es lohnt sich in jedem Fall. Es hat mir niemend gesagt, das es ein lustiger Spaziergang wird ganz im Gegenteil, es ist ein harter, steiniger, mühsamer Weg. Mein Leben sieht heute etwas anders aus, aber jeder Mensch ändert sich ja auch.
Auch wenn du es jetzt nicht so sehen kannst, es wird wieder besser.
Bist du in Behandlung, nimmst du Medikamente?
Viele Grüsse

07.05.2019 14:57 • x 2 #7


Mindia
Hallo Ylvi, danke für deine Antwort. Ja ich nehme noch Medikamente. Bin nur so enttäuscht da es immer wieder heißt.das wird schon .es wird besser .glaub dran .
Aber letztlich steht man vor dem nächsten Felsbrocken.
Was fehlt mir ? Geduld?

07.05.2019 17:58 • x 1 #8


Ylvi13
Hallo Mindia,
ich kenn das auch mit "es wird schon besser, glaub dran ", das kommt einem irgendwann zu den Ohren raus und glauben konnte ich es auch nicht, passierte ja auch lange nichts in der Richtung.
Ich glaube, das du damit recht hast, Geduld fehlt. Man muss extrem geduldig mit sich sein, man darf sich von Rückschritten nicht entmutigen lassen, man muss lernen, sie gehören dazu.
Wichtig ist, dass man sich kleine Erfolgserlebnisse schafft, was positives erlebt. Man muss gut für sich sorgen und vieles ausprobieren.
Ich selber bin eher ungeduldig, habe am Anfang gedacht, ich werf jetzt ne Weile Pillen ein und dann bin ich gesund.
Das es ein elend langer Weg ist, war mir nicht bewusst. Bei mir wurde es leichter, als ich mir die Frage " Werde ich wieder gesund " nicht mehr gestellt habe. Ich bin im Jetzt geblieben.
Zum Beispiel kann ich wieder auf Konzerte gehen, bisschen Vorbereitung und kleine Hilfsmittel, aber ich bin dabei und kann Glücksmomente fühlen. Das ist es doch wert.
Viele Grüsse

07.05.2019 18:53 • x 1 #9


Alexandra2
Liebe Mindia,
Pillen alleine reichen nicht. Deshalb lernen wir viele zusätzliche Maßnahmen kennen und probieren aus, was passt. Die Summe all der kleinen Helfer tragen einen durch die Krankheit. Psychotherapie, Ergotherapie, Entspannung am erhoben, Bewegung, Genuss u.v.m. müssen einem passen. Da kannst Du noch viel entdecken scheint mir. . . .
Liebe Grüße
Alexandra

07.05.2019 20:43 • #10


Alexandra2
Entspannungsmethoden

07.05.2019 20:45 • #11


Du musst versuchen ein Hobby zu finden , dass dir immer Freude bereitet und das dich immer wieder weiterbringt und motiviert. Du brauchst eine Sache auf die du dich freuen kannst . Fitness Studio ist eine sehr große Motivation. Man fühlt sich gut, kriegt den Kopf frei und setzt sich Ziele , wo man auch Vorschritte sehen kann.

08.05.2019 14:58 • #12




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