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Keine Freude und Liebesgefühle - Erfahrungen?

Einfachso

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Hallo,

ich denke ich brauche ein paar Worte von Gleichgesinnten um meine Gedanken ein wenig zu zügeln.

Seit Ende September diesen Jahres ging es mir sehr schlecht. Plötzlich, ich habe seit 6 Monaten eine Beziehung in der ich gut behandelt werde und ich war unglaublich glücklich, wirklich. Doch dann hatte ich ein Praktikum, welches sehr stressig für mich war. Kurz darauf 1-2 Wochen später begann es dann, dass es mir schlecht ging. Ständig weinen, Engegefühl in der Brust, kein Hunger, keine Kraft mehr aus dem Bett zu kommen etc. Außerdem hatte ich plötzlich Angst meinen Freund zu verlieren. Sehr starke Angst. Gleichzeitig fühlte sich mein Herz allerdings kalt an.
Wodurch ich begann mich zu fragen, ob ich ihn noch liebe.
Auch meinen Traumberuf > Erzieherin < stellte ich auf einmal absolut in Frage. Spazieren gehen etc. nichts macht mir mehr Freude oder gibt mir ein gutes Gefühl in der Herzgegend.

Ich ging zu vielen Ärzten und es hieß, dass es Depression sein. Mittelschwer.

Ich weiß, dass diese Zeit vorüber geht und halte es so gut es geht aus, aber da ich keine Freude mehr empfinde, egal worum es geht ist es auch in meiner Beziehung sehr schwer.
Die Gedanken kreisen ständig, fast 24/7 nur darum, dass ich schreckliche Angst habe meinen Freund zu verlieren und ob ich ihn noch liebe, weil ich seit diesen Monaten nichts positives fühle.
Als es mir für kurze Zeit besser ging Ende Oktober, war ich froh, dass ich die Beziehung nicht beendet habe, weil ich mich wieder wohler und besser mit ihm gefühlt habe und mir wieder sicher war, dass ich ihn liebe. Doch nun, seit es mir wieder schlechter geht stelle ich das wieder ständig in Frage und der Gedanke ihn zu verlieren oder ihn verletzen zu müssen brechen mir das Herz.
Dabei wünsche ich mir selbst, dass wir das zusammen durch stehen. So sehr. Mein Kopf zerfrisst mich so sehr, dass ich nicht mehr weiß, was ich wirklich denke und was ich mir nur einrede. Alles was positiv ist wird automatisch schlecht in meinem Kopf
Ich möchte ihn nicht verlieren und ich war so glücklich mit ihm. Es ist nichts passiert und hat sich von jetzt auf gleich geändert. Die Liebe kann ja nicht auf einmal weg sein, oder? Denn ich finde ihn immer noch toll.

Vielleicht habt ihr ja schon Erfahrungen damit gemacht?
Kommen die positiven Gefühle zurück? Hat die Liebe noch eine Chance? Er unterstützt mich wirklich gut dabei und ist sich sicher , dass das wieder wird, aber für mich wirkt momentan alles aussichtslos und ich habe einfach nur Angst.

08.12.2020 20:00 • x 3 #1


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Miss_Lizbeth

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Heyy.
Ich, kann mich in diese Situation sehr gut rein fühlen.
Und kann sagen, es gibt immer Phasen die nicht positiv laufen und, die einem in die "Tiefe" fallen lässt aber, anscheinend läuft eure, Beziehung gut.
Du, solltest eurer Liebe eine Chance geben und, Dies gemeinsam in Ruhe angehen egal wie viel Zeit es braucht. Wenn, er dich wirklich liebt unterstützt, er dich auch weiterhin. Und, Bleibt bei dir. Egal, wie deine gefühlswelt momentan steht.
Jede, Krise Macht die Liebe Stärke. Und, auch wenn es am Ende nicht mehr klappen sollte so, habt ihr es versucht.
Viel, Glück dir.
Lg.
L. A. B

09.12.2020 14:53 • x 2 #2



Hallo Einfachso,

Keine Freude und Liebesgefühle - Erfahrungen?

x 3#3


Einfachso

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Dankeschön, ich glaube ich konzentriere mich viel zu sehr auf das "was wäre wenn es nichts wird, dann verletze ich ihn" als darauf, wie es mir gerade geht und, dass das besser wird..

Muss das echt noch lernen.

10.12.2020 10:08 • x 1 #3


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Mira13

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Hallo Einfachso.
Dem kann ich nur zustimmen. Ich kenne dein Problem auch. Das ist oft typisch für die Depression... Die Gefühle sind plötzlich weg od kaum vorhanden. Versuche dir das bewusst zu machen, dass es die Krankheit ist und dass sich das auch ändern kann. Versuch dich auf schöne Dinge zu konzentrieren mit deinem Freund. Ich wünsche dir Kraft und Hoffnung.
LG
Mira

10.12.2020 11:03 • x 1 #4


Einfachso

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Hey,

danke, das gibt mir ein wenig Hoffnung

Ich hoffe so sehr, dass es an der Depression liegt. Ich mache mir so viele Gedanken darüber, dass ich mir nur einrede ihn zu lieben, weil die Gefühle ja fehlen seit 2 Monaten.
Aber da ich so glücklich zuvor war, denke ich, ist das auch nur die Depression die mir sagt, dass ich mir sowas einrede, oder?

Ich habe einfach Angst, dass ich ihn ewig warten lasse und ihm dann im Endeffekt sage, dass es doch nichts wird. Er leidet ja schließlich auch darunter..

Und jedes Mal, sobald ich denke "hey wir haben uns geküsst, das war schön gerade" bin ich 2 Minuten später wieder in meinem Gedankenkarussel..
Es ist einfach so erschöpfend..
Ich warte auch täglich darauf, dass er nach Hause kommt und dann auf eine Art möchte ich, dass er bei mir ist, aber andererseits habe ich auch wieder Angst nichts zu fühlen..
Ich möchte ihn nicht verlieren.

LG

10.12.2020 16:35 • #5


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Mira13

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Du möchtest ihn nicht verlieren und es gibt doch auch gute Gefühle. Denk daran, dass die Depression dich so blockiert. Das ist traurig. Aber es kann auch besser werden. Dir viel Kraft.. LG

10.12.2020 22:15 • x 1 #6


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Lost111

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@Einfachso

Ich denke auch, dass die positiven Gefühle, die man jmd. gegenüber fühlt - gerade wie Liebe - durch die Depression gedämpft werden können. Dann sind die Gefühle einfach "weg" oder kaum noch vorhanden. Aber das kann nur besser werden, du bist doch in Behandlung? Ihr seid doch glücklich zusammen gewesen - und so kann es auch wieder werden! Und er unterstützt dich und glaubt an dich/euch!
Es kann natürlich nicht von heute auf morgen besser werden - das braucht alles seine Zeit. Und die solltest du dir/euch auch geben.

LG Lost111

10.12.2020 22:36 • x 1 #7


Einfachso

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Leider bin ich nicht wirklich in Behandlung.
Ich habe bei allen Psychologen in der Nähe angerufen, die haben alle gesagt, dass sie ihre Wartelisten aufgehoben haben, da zu viele Plätze benötigt werden.

Ich hatte vor 1 Monat ein Termin bei einer Psychologin/Neurologin, die sagte mir dann nachdem ich 1 Monat auf das Gespräch wartete, dass sie seit Oktober keine Psychologie mehr macht und ich falsch sei.

Aus Verzweiflung bin ich zur Schulpsychologin / Sozialarbeiterin gegangen, die hat mir eine Broschüre der Caritas gegeben.
Da war ich auch/ bin ich auch.
Die Therapeutin ist allerdings der Meinung, dass es keine Depressionen gibt, sondern nur "unerfüllte wüsche und Träume" und dass ich keine Depressionen habe, weil ich ja die 3x die ich da war geduscht zu ihr kam.
Sie versucht ständig mir das auszureden und sagt auch, dass ich die Citalopram, die der Arzt mir aufgeschrieben hat weglassen soll, welche der Hausarzt mir verschrieben hat, weil die ganz gefährlich sind.

Ich suche jetzt mal noch ein paar Kilometer mehr weg für einen Psychologen, aber es ist alles so anstrengend.

Ständig was anderes zu hören und von da nach da geschickt zu werden obwohl man einfach nur Ernst genommen und Hilfe haben möchte.

LG und danke

11.12.2020 00:01 • #8


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Lost111

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@Einfachso

Da hast du ja wirklich keine guten Erfahrungen auf der Suche nach Hilfe gemacht. Es ist unschön, wenn man nicht ernst genommen wird. Das tut mir leid. Dein Arzt wird schon einen Grund dafür gehabt haben, dir das Medikament zu verschreiben.
Aber gib die Hoffnung nicht auf, auch wenn es schwer ist. Auch du wirst Hilfe finden!

LG Lost111

11.12.2020 20:43 • x 1 #9


Robbe

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Hallo Einfachso,
wie gut, dass du dir deinen Kummer von der Seele geschrieben hast, das war richtig und wichtig!
Bitte geh nicht mehr zu der Sozialarbeiterin von der Caritas, sie tut dir nicht gut und wenn sie behauptet es gibt keine Depressionen dann stimmt das einfach nicht, lass dir sowas nicht einreden! Versuche einen Psychiater zu finden, ich weiss, das klingt gleich sehr krass, aber er oder sie kann dir helfen, so war es zumindest bei mir.
Dein Hausarzt hat dir Citalopram verschrieben, das ist gut, aber es kann auch sein, dass es bei deiner Erkrankung nicht ausreicht oder nicht das richtige Medikament dafür ist. Dafür hat der Hausarzt auch nicht die nötige Kenntnis. Aber setzte es auf keinen Fall ab, also nimm es ruhig weiter bis du einen anderen Arzt gefunden hast.
Das mit deinen Gefühlen kann ich sehr gut verstehen. Ich leide auch an Depressionen und weiss, wenn diese Phasen kommen in denen es mir schlecht geht, da kann ich mich oder sollte ich mich nicht auf meine Gefühle verlassen. Die sagen mir dann immer nur, dass es nie besser wird, dass keiner wirklich für mich da ist und dass ich alleine mit allem bin. Die Wahrheit ist aber, dass ich einen Mann habe der mich liebt und immer für mich da ist und dass es einen Gott gibt der mich liebt und mich hält und durch die schweren Zeiten trägt.
In der Depression ist es fast unmöglich "klar" zu sehen, deshalb ist es gut in dieser Zeit keine schwerwiegenden Entscheidungen zu treffen.
Du hast einen Freund der zu dir hält, obwohl es dir schlecht geht, wau, das ist schon was ganz, ganz besonderes. Wenn du kannst, dann teil ihm doch mit was in dir vor geht, er kann es nicht wissen und wenn du mit ihm geredet hast dann kann er deine Beweggründe vielleicht besser verstehen, warum du vielleicht gerade genervt oder abweisend bist oder für ihn keine Liebe empfindest. Es ist deine Erkrankung, es hat nichts mit deiner Liebe zu ihm zu tun, das kann ich dir aus meiner eigenen Erfahrung sagen.
Herzliche Grüsse, Robbe

13.12.2020 12:36 • x 1 #10


Einfachso

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@Robbe
Hey, danke für die netten Worte.
Ich war gestern nochmal bei der Caritas Frau und habe ihr gesagt, dass der Arzt bestätigt hat, dass ich Depressionen habe.
Sie hat mich diesmal auch wirklich ernst genommen und hat versucht mir zu helfen.

Die Tabletten nehme ich weiter, werde auch nochmal mit dem Arzt sprechen wegen der Dosierung.

Ich werde ab Montag erneut alle Psychologen etc in der Nähe anrufen und schauen ob es wirklich nirgends einen Platz gibt, werde auch nochmal ansprechen, dass es dringend ist.


Ich frage mich nur, ob es wirklich möglich ist, dass diese Gefühle für einen längeren Zeitpunkt weg sind aufgrund der Depression. So an 1-2 schlechten Tagen okay, aber diese Gefühle fehlen mir seit 2 1/2 Monaten und seitdem geht es mir auch dauernd schlecht.
Es heißt ja auch, man soll keine schweren Entscheidungen treffen, aber ich habe Angst, dass mein Freund sich jetzt Monate lang Hoffnungen macht (was er definitiv tut, da er 100% davon überzeugt ist), dass die Gefühle wieder kommen und ich ihn dann enttäusche..

Am Anfang der Phase hatte ich diese Hoffnung ständig aber da es so lange anhält zweifle ich daran, auch wenn ich möchte, dass es wieder kommt. Weiß nicht, was ich noch glauben soll

Liebe Grüße

13.12.2020 16:26 • x 1 #11



Hallo Einfachso,

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Robbe

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Das finde ich ja toll, dass die Frau vom Caritas dich jetzt doch ernst nimmt und du ein gutes Gespräch mit ihr gehabt hast!
Ich verstehe, dass du nicht mehr weißt was du glauben sollst bezüglich der Gefühle gegenüber deinem Freund. Ich kann nur von meiner Situation sprechen, wenn ich wieder in einer depressiven Phase bin, da stelle ich alles und jeden in Frage. Das liegt aber nicht an den Menschen mit denen ich zu tun habe und auch nicht an mir, sondern an der Situation oder Umstände die durch die Depression entsteht. Ich kann dann keine Freude mehr empfinden, bin niedergeschlagen, kraftlos, hoffnungslos usw.
Leider geht eine Depression nicht so schnell vorüber. 2 1/2 Monate sind zwar schon eine geraume Zeit aber meistens dauert es doch länger. Wichtig ist, dass du nicht aufgibst und du bist ja auf der Suche nach einem geeigneten Arzt, das ist sehr gut.
Wenn du deinen Freund vor 2 1/2 Monaten noch geliebt hast, dann liebst du ihn auch jetzt noch, auch, wenn dir deine Gefühle das nicht spiegeln oder wieder geben.
Viel wichtiger ist jetzt auch, dass du jemanden an deiner Seite hast der zu dir steht, der für dich da ist wenn du ihn brauchst. Dieses Gedanken kreisen ist aber auch ganz normal in einer Depression, man kommt einfach aus diesem Strudel nicht raus. Hab geduld mit dir.
Liebe Grüße, Robbe

13.12.2020 17:18 • x 1 #12

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