60

Hilfe!Überforderung, Dummheit, verlorener Weg und Mutlo

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anjoll
Gast

Die Welt um uns herum ist komplex und schwierig genug.
Im Angesicht dessen, wage ich es kaum, mein Problem zu thematisieren:

Mein Masterstudium ist abgeschlossen. Zwei Hausarbeiten stehen noch aus und dann wartet, wie ein gefühlt unbesteigbarer Berg, die Masterarbeit.

Ich bin wie gelähmt, blockiert prokrastiniere seit Monaten-entweder, indem ich mich ins Bett lege, Rollos immer heruntergezogen, keinen Kontakt pflege oder eben das gerade Nötigste erledige."Masking" gehört zu meinen Strategien, wenn ich das Haus verlassen muss.

Meine Psychotherapeutin ist sehr lieb, erkennt jedoch nicht das Ausmaß ,eines Zustandes.
Jetzt stellt sich die Frage: Werfe ich alles hin-dann war das in-die-Uni-schleppen, die Leistungsqual, mehr oder weniger umsonst.
Mein Professor hat sich von meinen Selbstzweifeln, Ängsten distanziert und seine Rolle als Betreuer der Masterarbeit klar formuliert.

WAS tue ich nur?

x 1 #1


31 Antworten ↓
Caro66

Caro66
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Wissensdurst finde ich immer gut, Neugierde allem Neuen gegenüber dazu, dafür ist es nie zu spät. Es hält geistig rege/fit, fordert einen Menschen selbst aktiv zu sein.Ob ich mir das mit Abschluss wie Master antun müsste, eher nicht, diesen Punkt muss Jeder für sich selbst definieren.
Gerade für eine evtl.berufliche Weiterbeschäftigung ist die Notwendigkeit nicht gegeben.Ich habe z.bsp.selbst erfahren dürfen, dass nach vorangegangenen soviel Berufs-/Lebensjahren heute die eben schon gewonnene "Erfahrung" sowohl bei der Berufseinschätzung, als auch finanziellen Einstufung geschätzt und beachtet wird.
Selbst in öffentlichen Ämtern gibt es da "Spielraum" für die Arbeitgeber.
Für Ehrenamtstätigkeit gibt es mit Sicherheit auch Vorgaben, Vieles kann man sich schon online aneignen, sogar mit Zertifikatausstellung.
Das finde ich heutzutage toll, erspart Stress und Zeitdruck.
Ergo ist aus meiner Sicht alles eine Frage , was man damit erreichen will.
Selbstbestätigung, besondere Fokussierung auf ein ganz bestimmtes Thema?
So wie jeder kreative Mensch entscheidet, welches Instrument man erlernen möchte, jeder Maler eben s e i n Bild kreiert, so tut/entscheidet man das auch hier nach seinem eigenen Bedürfnis.
Alles gut, solange es gut tut.
Alles schlecht, sobald es Stress für Körper und Geist hervorbringt... Meinung Kaffee
Meine größte Hochachtung für den Mut, so etwas mit Anfang 60 zu starten.
Achtung allerdings auch ,ein Masterabschluss ist ein Stück Papier, nicht mehr und nicht weniger.

18.03.2026 10:45 • x 3 #27


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A


Hallo anjoll,

Hilfe!Überforderung, Dummheit, verlorener Weg und Mutlo

x 3#3


Dys

Dys
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Hallo @anjoll,
ich habe jetzt hier einiges gelesen und lasse mal meine Sicht der Dinge einfach mal hier. Damit musst Du nichts anfangen, oder gar zu Herzen nehmen, beziehungsweise als Rat verstehen.

Auch in einem Alter wie dem unseren noch zu Studieren ist das Eine, die Beweggründe oder das was einem ein Master Abschluss danach für Möglichkeiten eröffnen kann, etwas Anderes. Selbst als Fachkraft konnte ich erfahren, dass es (ob das ein AG zugeben würde oder nicht) Menschen die eben nicht mehr die jüngsten sind, eher nicht in die engere Auswahl für eine Beschäftigung kommen. Vielleicht wäre das bei Akademikern anders, aber dann doch vermutlich deswegen, weil üblicherweise das Studium schon in wesentlich jüngeren Jahren abgeschlossen wurde und dann eben die Erfahrung in dem entsprechenden Bereich ein höheres Alter insofern bedingt, entsprechend viel Erfahrung zu haben.

Daher finde ich die Idee mit einer ehrenamtlichen Tätigkeit gut, aber braucht es dazu einen Master Abschluss. Oder Anders gefragt, welches Ehrenamt würde einen Master Abschluss erfordern? Das ein Studium und eine Masterarbeit Druck erzeugt ist natürlich klar. Jeder Ausbildung die mit einer Prüfung abgeschlossen wird, erzeugt Druck. Dementsprechend stelle ich mich dem Druck, wenn ich es will, weil ich es will. Relativ kurz vor der Rente, würde ich mich aber schon mal fragen, ob dass denn nötig ist. Die Lebensqualität nimmt (mit Ausnahmen) in der Regel zumindest was das körperliche angeht eher ab. Die geistige Leistungsfähigkeit durchaus auch, wird aber durch studieren sicher Fit gehalten und das sehe ich auch tatsächlich sehr positiv. Doch Druck ertragen um einen Zettel bekommen zu „müssen“ auf dem dann Ein Titel steht? Muss man sich das tatsächlich antun?

Wenn ich mich in Kreisen bewegen würde, wo einen nur so ein Wisch etwas aufgewertet dastehen lassen würde, dann wäre das ein Beweggrund, aber sonst?
Schließlich ist einem so ein Titel ja nicht auf die Stirn geschrieben. Wen, dem man begegnet, soll das beeindrucken, falls es das überhaupt soll?
Und nochmal, welches Ehrenamt erfordert sowas, wo es doch so viele Möglichkeiten gibt, als Mensch anderen Menschen mit Menschlichkeit begegnen und behilflich sein zu können, indem man ehrenamtlich arbeitet? Als ehemalige Schwester (Krankenschwester?) siehst da keine Möglichkeit auch ohne Master, ehrenamtlich tätig zu werden?

Klar, bei juristischen Fragen ist es von Vorteil wenn man eine dementsprechende Ausbildung hat und einen Master Abschluss. Aber das ist eigentlich der einzige Bereich, der eine entsprechende Qualifikation gut vertragen kann, wenn es darum geht, Menschen in juristischen Fragen helfen zu wollen.

Natürlich gibt es auch Ehrenämter in wissenschaftlichen Bereichen, die aber eben gerne durch Studierende besetzt werden und die das dann auch für ihr Studium nutzen können. Beispielsweise Vögel zählen, die in einem bestimmten Gebiet brüten, oder ähnliches. Diese Menschen machen das dann mal eine Weile und dann gehen sie wieder andere Wege.

Das klassische Ehrenamt, wie freiwillige Feuerwehr, THW oder auch Engagement bei der Tafel, Kleiderkammer oder als Mensch der einfach Zeit mit Menschen verbringt, die sonst alleine wären, wird tendenziell eher unabhängig von dem was jemand mal gelernt hat, ausgeübt. Auch wenn einem eine Ausbildung vielleicht die eine oder andere Sache erleichtern könnte. Meist ist doch der Umgang mit Menschen das entscheidende um in einem Ehrenamt nützlich zu sein.

Daher würde ich mich, wäre ich jetzt in dieser Situation mit einem Studium, tatsächlich fragen, warum Druck machen oder ertragen? Und vor allem, was wäre wenn ich scheitere, was ja bei Menschen auch vorkommen kann, weil der Druck zu hoch war?

Engagement, erlangen von Wissen, meinetwegen auch eine „Trophäe“ für die eigene Leistung als Andenken (für die Wand oder Schublade), sind ja schön und gut, wie auch ein gewisser Ehrgeiz der einen positiv beeinflusst. Aber Druck, wenn er mich negativ beeinflusst? Aus persönlicher Sicht, sicher nicht.

18.03.2026 05:30 • x 2 #25


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Alle Antworten:


HDD
Gegenfrage: Was willst du denn? Ich meine: Wirklich. Fertig werden mit dem Studium? Oder... weiter Student bleiben?

x 2 #2


Sifu
Zitat von anjoll:
Die Welt um uns herum ist komplex und schwierig genug. Im Angesicht dessen, wage ich es kaum, mein Problem zu thematisieren: Mein Masterstudium ist abgeschlossen. Zwei Hausarbeiten stehen noch aus und dann wartet, wie ein gefühlt unbesteigbarer Berg, die Masterarbeit. Ich bin wie gelähmt, blockiert prokrastiniere ...

Bring das zu Ende. In Deutschland braucht man für alles und jeden Job "Scheine".

x 1 #3


Lunatica
Hast du mit 62 nochmals studiert?
WOW daumen hoch

x 1 #4


A
@Lunatica JA-weil ich meine vorherige Arbeit aus gesundheitlichen und psychischen Problemen nicht mehr bewältigen konnte.

x 2 #5


A
@HDD ursprünglich etwas Ehrenamtliches für die Gesellschaft beitragen, denn ich werde 63 und als Krankenschwester konnte ich nicht mehr arbeiten.
UND:
Ehrlich gesagt war/bin ich auch auf den Uniabschluss "begierig"-ein sehr niederer Beweggrund. Mein Bachelor allein ist nichts, denn erst der MA komplettiert das Studium. Gerade schäme ich mich für meine Aussage.

x 1 #6


A
@Sifu Ja-die leidigen ECTS Punkte....
Du hast recht-tief in mir weiß ich das. Aber mit knapp 63 ist es schwieriger, als mit beispielsweise mit 25.

x 1 #7


Sifu
Zitat von anjoll:
@Sifu Ja-die leidigen ECTS Punkte.... Du hast recht-tief in mir weiß ich das. Aber mit knapp 63 ist es schwieriger, als mit beispielsweise mit 25.

Was sind denn ECTS Punkte ?

x 1 #8


A
@Sifu jedenfalls keine Scheine mehr. Seit der Bologna Reform. Studium=modularisiert und für erbrachte, bestandene Leistungen erhalten Studierende ECTS Punkte:
180 braucht man für den B.A.
120 für den M.A.

x 1 #9


Grenzgaenger
Vorab ein kleiner Scherz - so viel Humor darf schon sein...
Zitat von Sifu:
In Deutschland braucht man für alles und jeden Job "Scheine".

Heißt das jetzt, das ich für meinen Job ab sofort gar nicht bezahlt werde, sondern die (Geld) Scheine auch noch mit bringen muss.... :haha:

Doch nun zum Thema:
Zitat von anjoll:
Werfe ich alles hin-dann war das in-die-Uni-schleppen, die Leistungsqual, mehr oder weniger umsonst.

Das auf gar keinen Fall!
Schließlich hast Du in der Zeit neben den Lehrstoff auch Erfahrungen gemacht - und die sind mit Sicherheit nicht Umsonst. Zwar Kostenlos aber nicht umsonst!
Zitat von anjoll:
Mein Professor hat sich von meinen Selbstzweifeln, Ängsten distanziert und seine Rolle als Betreuer der Masterarbeit klar formuliert.

Da würde ich dann doch gerne Nachfragen, was Du von dem Prof. erwartet oder zumindest gewünscht hast?
Das der Lediglich"Nur" sein Job macht, war zu erwarten - doch das Du dabei gar nicht verlieren oder scheitern kannst ist ebenfalls eine Tatsache, da Du in dieser Zeit ja....
Aber das Hatte ich ja schon mal erwähnt...
Und dafür
Zitat von anjoll:
Gerade schäme ich mich für meine Aussage.

besteht nun absolut gar kein Grund! Herzfahne

x 1 #10


Marylu
Was studierst du denn, Hut ab in deinem Alter

x 1 #11


A
@Grenzgaenger Zu viel! Rückblickend weiß ich das. Er ist Theologe=>Wunsch nach Ermutigung. Der Glaube an mich fehlt mir einfach.

x 2 #12


A
@Marylu Medien-EthikReligion.

x 3 #13


Sifu
Als Autodidakt brauche in keine Scheine mehr - bin ja Rentner.

x 3 #14


A


Hallo anjoll,

x 4#15


Momo58
Zitat von anjoll:
Jetzt stellt sich die Frage: Werfe ich alles hin-dann war das in-die-Uni-schleppen, die Leistungsqual, mehr oder weniger umsonst.

Wenn du von "Leistungsqual" sprichst, klingt es nicht so, wie wenn du dir den Traum eines späten Studiums erfüllt hast. Woran liegt das? Denkst du, du hättest in deinem Leben mehr erreichen müssen?

Ich selbst habe ein Studium abgebrochen. Dann habe ich eine kaufmännische Umschulung gemacht. Das war nicht mein Traumjob, aber ich wollte die EDV-Kenntnisse haben, um dann einen Bereich zu suchen, der mich interessiert. Das hat geklappt und bis zur Altersrente habe ich in diesem Bereich gearbeitet. Allerdings habe ich mich manchmal auch unterfordert gefühlt bzw. ich hatte das Gefühl, mein Potential nicht verwirklich zu haben ("underachievment"). Das kann schmerzhaft sein und beschäftigt mich auch heute noch.

Ich bewundere es, wenn jemand im Rentenalter ein Studium beginnt und sich damit einen Traum erfüllt. Mein Traum ist es nicht mehr, ich bin eher auf der Suche nach einem Ehrenamt.

x 3 #15

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