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Hallo @anjoll,
ich habe jetzt hier einiges gelesen und lasse mal meine Sicht der Dinge einfach mal hier. Damit musst Du nichts anfangen, oder gar zu Herzen nehmen, beziehungsweise als Rat verstehen.
Auch in einem Alter wie dem unseren noch zu Studieren ist das Eine, die Beweggründe oder das was einem ein Master Abschluss danach für Möglichkeiten eröffnen kann, etwas Anderes. Selbst als Fachkraft konnte ich erfahren, dass es (ob das ein AG zugeben würde oder nicht) Menschen die eben nicht mehr die jüngsten sind, eher nicht in die engere Auswahl für eine Beschäftigung kommen. Vielleicht wäre das bei Akademikern anders, aber dann doch vermutlich deswegen, weil üblicherweise das Studium schon in wesentlich jüngeren Jahren abgeschlossen wurde und dann eben die Erfahrung in dem entsprechenden Bereich ein höheres Alter insofern bedingt, entsprechend viel Erfahrung zu haben.
Daher finde ich die Idee mit einer ehrenamtlichen Tätigkeit gut, aber braucht es dazu einen Master Abschluss. Oder Anders gefragt, welches Ehrenamt würde einen Master Abschluss erfordern? Das ein Studium und eine Masterarbeit Druck erzeugt ist natürlich klar. Jeder Ausbildung die mit einer Prüfung abgeschlossen wird, erzeugt Druck. Dementsprechend stelle ich mich dem Druck, wenn ich es will, weil ich es will. Relativ kurz vor der Rente, würde ich mich aber schon mal fragen, ob dass denn nötig ist. Die Lebensqualität nimmt (mit Ausnahmen) in der Regel zumindest was das körperliche angeht eher ab. Die geistige Leistungsfähigkeit durchaus auch, wird aber durch studieren sicher Fit gehalten und das sehe ich auch tatsächlich sehr positiv. Doch Druck ertragen um einen Zettel bekommen zu „müssen“ auf dem dann Ein Titel steht? Muss man sich das tatsächlich antun?
Wenn ich mich in Kreisen bewegen würde, wo einen nur so ein Wisch etwas aufgewertet dastehen lassen würde, dann wäre das ein Beweggrund, aber sonst?
Schließlich ist einem so ein Titel ja nicht auf die Stirn geschrieben. Wen, dem man begegnet, soll das beeindrucken, falls es das überhaupt soll?
Und nochmal, welches Ehrenamt erfordert sowas, wo es doch so viele Möglichkeiten gibt, als Mensch anderen Menschen mit Menschlichkeit begegnen und behilflich sein zu können, indem man ehrenamtlich arbeitet? Als ehemalige Schwester (Krankenschwester?) siehst da keine Möglichkeit auch ohne Master, ehrenamtlich tätig zu werden?
Klar, bei juristischen Fragen ist es von Vorteil wenn man eine dementsprechende Ausbildung hat und einen Master Abschluss. Aber das ist eigentlich der einzige Bereich, der eine entsprechende Qualifikation gut vertragen kann, wenn es darum geht, Menschen in juristischen Fragen helfen zu wollen.
Natürlich gibt es auch Ehrenämter in wissenschaftlichen Bereichen, die aber eben gerne durch Studierende besetzt werden und die das dann auch für ihr Studium nutzen können. Beispielsweise Vögel zählen, die in einem bestimmten Gebiet brüten, oder ähnliches. Diese Menschen machen das dann mal eine Weile und dann gehen sie wieder andere Wege.
Das klassische Ehrenamt, wie freiwillige Feuerwehr, THW oder auch Engagement bei der Tafel, Kleiderkammer oder als Mensch der einfach Zeit mit Menschen verbringt, die sonst alleine wären, wird tendenziell eher unabhängig von dem was jemand mal gelernt hat, ausgeübt. Auch wenn einem eine Ausbildung vielleicht die eine oder andere Sache erleichtern könnte. Meist ist doch der Umgang mit Menschen das entscheidende um in einem Ehrenamt nützlich zu sein.
Daher würde ich mich, wäre ich jetzt in dieser Situation mit einem Studium, tatsächlich fragen, warum Druck machen oder ertragen? Und vor allem, was wäre wenn ich scheitere, was ja bei Menschen auch vorkommen kann, weil der Druck zu hoch war?
Engagement, erlangen von Wissen, meinetwegen auch eine „Trophäe“ für die eigene Leistung als Andenken (für die Wand oder Schublade), sind ja schön und gut, wie auch ein gewisser Ehrgeiz der einen positiv beeinflusst. Aber Druck, wenn er mich negativ beeinflusst? Aus persönlicher Sicht, sicher nicht.