Seit einiger Zeit beschäftigt mich eine Frage. Habt ihr manchmal das Gefühl, dass gerade die Menschen, die anderen am meisten helfen, viel Mitgefühl zeigen und immer für andere da sind, selbst am meisten leiden? Ist das nur ein Eindruck oder habt ihr das in eurem eigenen Leben erlebt? Ich würde mich sehr freuen, eure Gedanken und Erfahrungen zu lesen. Jeder erlebt das Leben anders, und genau das macht solche Gespräche interessant. Liebe Grüße an euch alle.
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FranzFranz Mitglied
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Hallo und willkommen!
Das ist eine sehr gute Frage.
Das Problem ist, dass man in andere Menschen nicht wirklich hineinschauen kann. Es gibt die mit perfekter Fassade und traurigem Kern. Und die Jammerer, denen es im Grunde gut geht. Und alles mögliche dazwischen.
Leiden ist auch eine extrem individuelle Sache. Das lässt sich fast nicht quantifizieren, denke ich. Es gibt schwer kranke Menschen, die seelisch nicht bis wenig leiden. Und mehr oder weniger gesunde Menschen, die aus dem sprichwörtlichen abgebrochenen Fingernagel eine Tragödie machen. Und wiederum alles mögliche dazwischen.
Ich habe mir auch noch die Meinung vom Computer eingeholt, der meint, sowohl als auch. Besonders diese Aussage finde ich bemerkenswert: "Man sieht häufig diejenigen, die sich aufopfern. Die große Mehrheit hilfsbereiter Menschen, die gesunde Grenzen setzt, fällt dabei weniger auf."
Ganz persönlich kann ich dazu tatsächlich nichts sagen. Auch kann ich meinen persönlichen Leidensgrad nicht beurteilen, weil ich mich nicht ungefiltert mit anderen Menschen vergleichen kann. Man die Bewusstseine nicht direkt und unverfälscht koppeln. Mit anderen Worten, Leiden ist extrem subjektiv, siehe bereits 2. Absatz.
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Hallo alphonsegrimaud,
Hallo zusammen,
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Fritz Mitglied
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Hi alphonsegrimaud Erstmal Willkommen! Das kenne ich nur zu gut. Bei einem Menschen, der in der Kinder-oder Jugendzeit
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Nuance Mitglied
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Vielleicht helfen Menschen anderen, damit es ihnen selbst besser geht und weil es ihnen danach tatsächlich besser geht. Sie leiden mit - und es ist nicht auszuschließen, dass sie manchmal sogar mehr bzw. länger/intensiver leiden als jeweilige Betroffene - und wollen diesen Schmerz abmildern/beseitigen, indem sie tätig werden/helfen.
Doch kann die Motivation vielfältig sein - zB religiös motiviert, biologisch (Eltern), vielfältig psychologisch. Und da wäre noch die Genetik.
Dann diese Differenzierungen zwischen Mitleid, Mitgefühl, Empathie.
KI: Empathie Gefühlsradar: Du nimmst wahr, was in einer anderen Person vorgeht. Kognitiv oder emotional: Du kannst rein logisch verstehen oder emotional mitschwingen. Neutral: Es bewertet nicht gut oder schlecht, sondern stellt nur fest: „Du bist traurig.“ [1, 2, 3, 4, 5]
Mitgefühl Herz und Wärme: Du spürst die Not des anderen, bleibst aber handlungsfähig. Hilfsbereit: Es aktiviert ein fürsorgliches System im Gehirn, das zu positiver Unterstützung motiviert. Schützt vor Erschöpfung: Man brennt emotional nicht aus, weil man die Grenze zwischen sich und dem anderen wahrt.
Mitleid Passives Bedauern: Du bedauerst den Zustand des anderen, bleibst aber oft untätig („Der tut mir leid“). Distanz oder Herabsetzung: Es stellt den Leidenden manchmal unabsichtlich als schwächer dar oder zieht die eigene Stimmung stark nach unten. Lähmend: Es führt eher zu Traurigkeit als zu einer lösungsorientierten Hilfe.
Die Definition von Mitleid irritiert mich etwas. Das mit der Distanz und Herabsetzung. "Der tut mir leid". Das äußert man doch überwiegend ganz ohne jedes Gefühl bzw. einem ablehnenden Gefühl.
Wie kann man wissen, was jemand wie lange, wie intensiv fühlt? Sind Menschen überhaupt mehrheitlich in der Lage, ihre Gefühle wahrzunehmen - und falls ja: sind sie in der Lage, sie objektiv und zutreffend zu beschreiben. Und läßt sich die Intensität eines Gefühls überhaupt objektivieren? Was ist Schmerz einer angenommenen Maximalstufe 10? Vlt. erlebt man eines Tages einen noch stärkeren.
Und zu guter Letzt: Man Gefühle vortäuschen - in aller - regelmäßig - vorgetäuschten Bescheidenheit...
Nein - mir kommt noch ein Gedanke: Abstumpfung durch Routine... Aber es passt zum vorangegangenen Gedanken: Diese Leute fühlen nicht tiefer - sonst würden sie psychisch erkranken - geben sich jedoch mitfühlend, auch weil es in sozialen Berufen erwartet wird.
Mitgefühl - es ist eine tolle Eigenschaft. Auch Tiere besitzen sie. Es entsteht Nähe, es verbindet, tröstet...Was wäre das Leben ohne dieses Gefühl? Wäre - echte - Freundschaft möglich ohne dieses Gefühl? Es ist eine Form der Zuneigung im weiteren Sinn. Ist es nicht logische Folge von Bindung?
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Fritz Mitglied
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@Fritz Hi alphonsegrimaud Erstmal Willkommen! Vorhin hat mein PC oder das Forum nicht richtig funktioniert, deshalb nochmal. Wenn bei einem Menschen in der Kinder-oder Jugendzeit, seine Persönlichkeitsentwicklung unterbrochen wird, entsteht ein "Retterkomplex." Das heisst, er kümmert sich um Andere Personen mehr, als um sich selber. Eigentlich möchte er aber, dass sich die Anderen um sich kümmern. Als Abhilfe kenne ich nur eine tägliche Arbeit. (Atemübungen, Entspannungsübungen usw.) So kann man diesen Retterkomplex für einen Tag überwinden. Eine Abhilfe, damit der Retterkomplex für immer verschwindet, gibt es nicht. Das wäre schön! Servus