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Frühere Überforderung in Beziehung führt zu Vermeidung

Liebe Alle
Ich möchte einmal die Frage stellen, wie ich aus dieser Angst, es wird wieder so schlimm, deshalb kann ich keine neue Partnerschaft mehr eingehen, mich herausarbeiten kann. Es war eben nicht einfach schlimm.es war wunderschön und! fürchterlich.
Liebe Grüsse
Lisa

04.06.2019 15:08 • x 2 #1


Jedi
Hallo Lisa1962 !

Zitat von Lisa1962:
wie ich aus dieser Angst, es wird wieder so schlimm, deshalb kann ich keine neue Partnerschaft mehr eingehen, mich herausarbeiten kann.

Villt. Lisa wenn du magst, schreibe einmal auf, was dir die Angst-Gedanken erzählen.
das wäre so für mich, der beginn dort hinzuschauen, den Wahrheitsgehalt dieser Angst-Gedanken einmal zu prüfen.

LG Jedi

04.06.2019 16:33 • x 3 #2


Blume71
Hallo,

ein sehr interessantes Thema.

Ich fände es schön, wenn Du die Zeit fändest, eine Antwort zu schreiben, Lisa - vielleicht klappt es ja!

Lieben Gruß Blume

08.06.2019 10:09 • x 1 #3


Resi
Auch eines meiner Themen.wobei bei mir noch dazu kommt, daß ich die "klassische" Beziehung überhaupt nicht mag und das allein schon viel zu viel Kompromiß für mich ist.

Lisa, ich würd mich über einen Austausch sehr freuen .

08.06.2019 10:19 • x 2 #4


ZeroOne
Hi Lisa!

auch ich würde gerne mehr von dir zum Thema lesen, um sehen, ob das auch eine meiner Baustellen ist bzw. war (wie es mir gerade vorkommt).

Und Hi Resi!

Zitat von Resi:
wobei bei mir noch dazu kommt, daß ich die "klassische" Beziehung überhaupt nicht mag


Natürlich würde ich auch spannend finden, wie du "klassische Beziehung" für dich definierst? Meinst du damit das typische Mann-Frau-Ehe-Rollenverhalten, wie bis vor ca. 40 Jahren?

LG
ZeroOne

08.06.2019 10:53 • #5


Resi
Zitat von ZeroOne:

Natürlich würde ich auch spannend finden, wie du "klassische Beziehung" für dich definierst? Meinst du damit das typische Mann-Frau-Ehe-Rollenverhalten, wie bis vor ca. 40 Jahren?

Hm.schwierig.
Ich denke eher, das "Paar"-Sein ist es, was mich stört, ich mag auch das Wort "Beziehung" nicht und "Partnerschaft" klingt für mich zu geschäftsmäßig.
Ich war in meinem ganzen Leben noch nie auf der "Suche", weil das nicht mein Lebensmodell ist, zu zweit zu sein, komischerweise ist es erst seit drei Jahren so, daß ich komplett und erwünscht allein bin und das sehr genieße.
Vielleicht hatte ich aber auch nur Männer an meiner Seite, mit denen es sehr schwierig war, ich weiß es nicht.
Ich weiß, was ich will und ich weiß, was ich nicht will und das macht es problematisch.
Das, was viele anstreben, dieses Verschmelzen, dieses wir-sind-nur-füreinander-da mag ich nicht, ich strebe auch kein Zusammenleben an.
Wenn ich jemanden frei sein ließ und unabhängig, so wie ich es für mich wünsche, wurde das mit Desinteresse und mangelnder Liebe verwechselt.
Als ich meinem letzten Freund sagte, daß ich mir Treue wünsche, aber nicht fordere, unterstellte er mir Untreue, weil er nicht verstand, daß für mich Freiheit, zu entscheiden, zur Liebe gehört, nicht das Klammern aneinander und versprechen, die sowieso oft gebrochen werden.

Vielleicht liegt es auch daran, daß ich "Liebe" und "Beziehung" voneinander unterscheide

Und das versteht kaum einer.

08.06.2019 13:31 • x 1 #6


Jedi
Hallo Resi !

Zitat von Resi:
Vielleicht liegt es auch daran, daß ich "Liebe" und "Beziehung" voneinander unterscheide

Und das versteht kaum einer.

Falsch Resi, ich versuche es mal zu verstehen.
Liebe u. Beziehung sind nur zwei Begriffe, die jeder anders mit Inhalt füllt !
und wenn Du schreibst, dass du diese beiden Begriffe unterscheidest, dann ist es für mich durchaus nachzuvollziehen.
Zitat von Resi:
daß ich die "klassische" Beziehung überhaupt nicht mag

ich denke, dass die klassische Beziehung sich auf Frau-Mann bezieht, evtl. dann als Ehe mit Kindern, in einem gemeinsamen Haushalt.
natürlich gibt es auch die Lebensform, Frau-Frau, verheiratet mit od. ohne Kind od. auch Mann-Mann, verheiratet, mit oder ohne Kind, in einem gemeinsamen Haushalt.
dann gibt es immer mehr, dass Mann-Frau sich als Paar zwar definieren, aber nicht in einem gemeinsamen Haushalt leben.
Zitat von Resi:
daß ich die "klassische" Beziehung überhaupt nicht mag und das allein schon viel zu viel Kompromiß für mich ist.

das kann ich gut verstehen u. wenn du noch den passenden Partner dazu finden würdest, der das auch so leben kann,
dann kann so etwas gut zusammen passen.

Allerdings was ich in meinem umfeld erlebe ist eher so, dass ich eine Paarbeziehung, eher als ein Besitzanspruch erlebe.
nach der Verliebtheitsphase, wo alles erlaubt u. toleriert wurde, kommt phase zwei, die langsame gewöhnung u. die ersten zarten kritischen bemerkungen tauchen auf.
weiter später heißt es dann irgendwann, wenn Du, der Partner/in anders wärst, dann wäre unsere Paarbeziehung besser.
da beginnt es, dass der etwas stärkere Partner versucht, den Anderen Partner nach seinen vorstellungen umzuerziehen.
ich habe die erfahrung leider gemacht, dass Frauen, um den schönen Schein nach außen, einer perfekten Beziehung, sehr viel mehr, als die Männer, ihre meinungen u. Bedürfnisse eher unterordnen.
eine Paarbeziehung auf Augenhöhe ist dann nicht mehr gegeben.

Wer einen Narzisstischen Menschen als Partner/in erwischt hat, der kann nur schnellstens reißaus machen !
Zitat von Resi:
Ich denke eher, das "Paar"-Sein ist es, was mich stört,

wie Resi würdest du es begrifflich benennen wollen ?
Zitat von Resi:
Ich war in meinem ganzen Leben noch nie auf der "Suche", weil das nicht mein Lebensmodell ist, zu zweit zu sein,

ich denke, dass dies ein ganz legitimer Gedanke ist, dieses zu Zweit sein, es nicht als das für dich passende Lebensmodell zu führen.
Zitat von Resi:
Vielleicht hatte ich aber auch nur Männer an meiner Seite, mit denen es sehr schwierig war,

das könnte tatsächlich deine Erfahrung sein, die du gemacht hast u. du heute so lebst, wie es sich für dich stimmig anfühlt.
Zitat von Resi:
Ich weiß, was ich will und ich weiß, was ich nicht will und das macht es problematisch.

ganz genau Resi u. wenn du da nicht den passenden Mann zu findest, der das akzeptieren u. aushalten kann, eine selbstbewusste Frau an seiner Seite zu wissen, ja dann wird es bestimmt problematisch.

ich stelle auch in gesprächen mit jungen Menschen fest, dass sie dieses alte Rollenbild, gerne noch leben würden.
gilt nicht für Alle jungen Menschen, aber doch für eine ganze Reihe von ihnen.
selbst die jungen Frauen, nehmen in einer Paarbeziehung häufig das klassische Rollenmuster an.
Villt. ist es dann später der grund, warum heute jede dritte Ehe geschieden wird u. statistisch, die Folge-Paarbeziehung auch eher eine kurze Halbwertzeit aufweisen.
villt. taucht irgenwann doch der Wunsch auf, dass klassische Rollenmuster zu verändern.
Zitat von Resi:
was viele anstreben, dieses Verschmelzen, dieses wir-sind-nur-füreinander-da mag ich nicht,

das ist dieses alte Rollenmuster, was schon von unseren Eltern her bekannt ist u. das auch für mich nicht das passende Rollenmuster wäre.
ich würde wahrscheinlich, ohne meine freiheiten in einer solchen Paarbeziehung (Ehe) ersticken.
Zitat von Resi:
Als ich meinem letzten Freund sagte, daß ich mir Treue wünsche, aber nicht fordere, unterstellte er mir Untreue,

Treue kann eine gute verabredung miteinander sein u. gehört für mich zur freien Entscheidungsbildung, zwischen zwei Menschen.
mit der freiheit einer freien Entscheidungsbildung kann sicherlich nicht jeder mit umgehen.
der wunsch zu verschmelzen u. ein alleiniges Besitzrecht tut da sein übriges.
Zitat von Resi:
unterstellte er mir Untreue

Wundert mich nicht ! wer nicht mit der freiheit einer eigenen Entscheidung nicht umgehen kann, der wird es für sich so bewerten.
Zitat von Resi:
zur Liebe gehört, nicht das Klammern aneinander und versprechen, die sowieso oft gebrochen werden.

das nicht klammern unterschreibe ich voll !
ob ein Versprechen immer sowieso gebrochen wird ? muss nicht immer so sein, passiert villt. zu oft.

ich stelle fest, tatsächlich ein interessantes Thema u. welch unterschiedliche Lebensentwürfe doch möglich sind.
es braucht nur den passenden Partner dazu, mit der gleichen Einstellung.

LG Jedi

08.06.2019 16:17 • x 3 #7


Resi
Zitat von Jedi:

wie Resi würdest du es begrifflich benennen wollen ?

]

Ich weiß es nicht.
Das, was meinem Bild am nächsten kommt, ist ein Lebensgefährte.

Es gab mal einen Film, der am ehesten beschreibt, was ich mir wünsche.
Der Film heißt "Jenseits von Afrika", beinhaltet die Liebe zwischen einer Schriftstellerin und einem Großwildjäger.
Das fesselnde für mich war, daß die einander frei ließen, jeder ging seiner Wege (meistens war es der Mann), und trotzdem waren sie verbunden, trotzdem liebten sie einander und waren so verschieden.
Der Film ist natürlich Fiktion, aber erzählt nach einer wahren Begebenheit.
Es gab auch kein Happy-End, weder im Film noch im wirklichen Leben- es endete.

"Beziehung" bedeutet für mich, daß man aneinenander zieht, sich aufeinander bezieht.
"Beziehung" ist eine Art Vertrag, verbindlich und exclusiv.
Für ein gemeinsames Lebensmodell, das auch im Alltag bestehen sollte, ist das auf jeden Fall sinnvoll.
Das hatte ich auch, ich war viele Jahre verheiratet.
Wir waren beide sehr, sehr bedürftig, im Nachhinein gesehen.
Wir hatten so gute Zeiten, aber irgendwann bin ich verstummt, sprachlos geworden, ausgebrochen- er hatte überhaupt keine Chance, etwas, was heute nicht mehr geschehen könnte.
Ich war wie verheddert in einem süßlich-klebrigen, mich-vergötternden Spinnennetz, das um mich gewoben war.

Jedi, ich glaube, daß so alte Rollenmuster einem auch ein Stück weit Sicherheit geben, man weiß dann, "wo man hingehört" und vielleicht sind sie in einer Gesellschaft sogar wichtig.

Vielleicht bin ich auch ein bißchen sehr "eigen", dann werde ich eben damit leben müssen.

08.06.2019 16:58 • x 2 #8


Jedi
Hallo Resi !

Zitat von Resi:
Das, was meinem Bild am nächsten kommt, ist ein Lebensgefährte.

ist ne gute beschreibung u. ich habe auch schon den Ausdruck gehört, Lebens-abschnitts-gefährte/in.
Zitat von Resi:
"Beziehung" bedeutet für mich, daß man aneinenander zieht, sich aufeinander bezieht.

keine schlechte beschreibung !
Zitat von Resi:
"Beziehung" ist eine Art Vertrag, verbindlich und exclusiv.

Vertrag, fühlt sich für mich nicht stimmig an !
Villt. eher eine gemeinsame Verabredung, ein Be-ziehung zu leben u. dabei offen zu lassen, wie lange diese Be-ziehung gehen könnte.
Aber auch zu vereinbaren, dass man es verbindlich tut u. sich regelmäßig die zeit einräumt, dieses sich auf einander beziehen zu wollen zu reflektieren.
eine solche Vereinbarung zu verabreden, gehört sicherlich schon zur hohe kunst, eine Beziehung mit einem anderen Menschen einzugehen.
Zitat von Resi:
Wir waren beide sehr, sehr bedürftig, im Nachhinein gesehen.

da fällt mir wieder das beispiel dazu ein, was ich schon des öfteren mal beschrieben habe,
"ein Braucher sucht eine Partnerin u. findet dabei auch eine Braucherin.
beide haben eine menge unerfüllte bedürfnisse mit in ihre Beziehung mitgebracht.
nun hoffen beide, diese Bedürftigen -lücke könne durch den Anderen aufgefüllt werden.
am Anfang geben sich beide noch das, was sie immer vermissen mussten u. fühlen sich zuzweit als Paar sehr wohl miteinander.
dies wird in der Verliebtheitsphase, dadurch erleichtert, weil es den blick durch rosarote Brille hat.
doch schon recht schnell, wurde die bedürfnislücke gefüllt u. die ersten überlegungen bei einem der Partner tauchen auf,
"ob ich wohl mehr gebe u. nicht mehr so viel zurück kommt" ?
Dies steigert sich weiter u. man kann von außen betrachtet feststellen, dass beide wohl keine wirkliche Liebesbeziehung hatten,
sondern eher eine Verbrauchergemeinschaft.
eine Liebesbeziehung fragt nicht nach, wieviel gebe ich, wieviel bekomme ich dafür zurück.
Zitat von Resi:
Wir hatten so gute Zeiten, aber irgendwann bin ich verstummt, sprachlos geworden,

Ja Resi u. dann ist es meist später sehr schwer, so denke ich, sich mehr an die guten Zeiten zu erinnern.
Zitat von Resi:
ich glaube, daß so alte Rollenmuster einem auch ein Stück weit Sicherheit geben,

da ist bestimmt was dran !
Zitat von Resi:
man weiß dann, "wo man hingehört"

macht sicherlich auch ein gutes Gefühl.
Zitat von Resi:
vielleicht sind sie in einer Gesellschaft sogar wichtig.

ich weiß nicht so recht !
vieles hat sich doch auch was Beziehungen u. Zusammenleben angeht verändert.
so stellen wir fest, dass es es mehr u. mehr Single-Haushalte gibt. Menschen die sich bewusst entscheiden, allein leben zu wollen.
Zitat von Resi:
Vielleicht bin ich auch ein bißchen sehr "eigen",

dann ist es eben so u. das ist nichts schlechtes.
erst wenn du damit ein problem hättest, dann wäre es für dich zu überdenken.
ein Anderer sollte einen Weg finden , damit klarkommen zu wollen !

LG Jedi

08.06.2019 17:37 • x 2 #9


Nickse
Liebe Lisa,

ich finde dieses Thema auch sehr interessant!
Danke dafür.
Wir alle kämpfen mit alten Wunden. Die durch Wörter, Reize etc. wieder schmerzen.

Darf ich fragen, was dir denn in dieser Beziehung Angst gemacht und dich überfordert hat?

lg Nickse

08.06.2019 19:10 • x 4 #10


Resi
Zitat von Lisa1962:
. Es war eben nicht einfach schlimm.es war wunderschön und! fürchterlich.

Liebe Lisa, hast du denn Angst, es könnte wieder so werden?
Hat dich denn dieses Auf-und Ab überfordert?

10.06.2019 04:45 • x 3 #11





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