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Escitalopram 2 mal täglich

Bernstein

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Hallo. Ich nehme nun seit ca. 10 Tagen Escitalopram. Vorher hatte ich Mirtazapin, erst 15mg, dann 30 und dann wieder 15mg. Davon war ich allerdings immer schlecht drauf. Ich bin in relativ kurzer Zeit von meinem Hausarzt auf 20 mg gesetzt worden. 2 Tage 5, weil ich Depressionen hatte auf 10, wieder 2 Tage später auf 20. Ich habe bisher immer morgens 10 und mittags 10 genommen, weil ich so die Nebenwirkungen besser ausgehalten habe. Eine besonders unangenehme Nebenwirkung ist ein Druck auf der Brust, der sich wie Angst anfühlt. Außerdem bin ich sehr aufgedreht und meine Hände sind kalt und wässrig. Heute habe ich mal die volle Dosis morgens probiert in der Hoffnung, dass dieses unangenehme Gefühl auch früher wieder aufhört. Ist aber leider nicht so. Das mit der Angst ist kontraproduktiv, weil ich vor allem Ängste habe bzw. meine Therapeutin meint, ich hätte ein Trauma. Mir fällt es nicht leicht, das Gefühl in der Brust als Nebenwirkung anzuerkennen und mich nicht in irgendeine Angst hinein zu steigern. Meine Frage ist, ob es ok ist, 2 mal 10 mg zu nehmen. Und ob meine Nebenwirkungen normal sind und ich auf Besserung hoffen darf. Freue mich auf Antwort.

16.09.2018 16:24 • x 1 #1


CeHaEn

CeHaEn

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Escitalopram wird normalerweise zu 10 mg am Tag dosiert. 20 mg am Tag gelten allgemein als Höchstdosierung, wenn der Arzt ein Auge darauf hat. Insofern ist es also durchaus okay.

Das Schwitzen als Nebenwirkung ist ganz normal bei solchen Serotonin-Wideraufnahmehemmern (SSRI). Unruhe und Angst können am Anfang auch auftreten. Das sollte sich aber nach einiger Zeit wieder bessern - sonst wäre es, wie du schon sagtest, kontraproduktiv. SSRI entfalten ihre volle Wirkung erst nach mehreren Wochen.

16.09.2018 17:35 • x 3 #2


Sanna2017

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Hallo,
ich habe auch negative Erfahrung mit Escitalopram gemacht. Wegen Angst- und Panikattacken nehme ich seit ca. 14 Monaten abends 30 mg. Mirtazapin. Ich bin die Angst- und Panikattacken soweit los, dass sie sehr selten noch auftreten, dann auch nicht mehr so extrem sind. Außerdem konnte ich seit der Einnahme der 1. Tablette (15 mg damals) sofort wieder nachts schlafen. Zurzeit nehme ich 30 mg und komme damit gut zurecht. Allerdings wache ich seit längerer Zeit schon morgends ständig mit depressiven Gedanken und Stimmungen auf und habe Angst vor dem neuen Tag. Ich bekam von der Psychiaterin auch Escitalopram verschrieben und begann mit 5 mg morgen. Schon beim Einschleichen des Medikamentes bekam ich wieder Angstzustände und habe aus Panik, dass alles wieder von vorne anfängt - Angst- und Panikattacken die kaum auszuhalten waren- das Medikament abgesetzt. Ob das eine Nebenwirkung ist bei diesem Medikament bin ich mir nicht sicher - ich habe auf Anraten der Ärztin bisher keine Beipackzettel gelesen, da ich sonst sicher nicht mit der Einnahme der Antidepressiva begonnen hätte.
Nun denke ich - aufgrund deines Beitrages -, dass die leichte Angst evtl. nach längerer Einnahme wieder nachgelassen hätte und ich morgens nicht mehr die depressive Phase habe. Aber ich traue mich auch nicht, wieder mit Escitalopram zu beginnen. Ich überlege ständig was schlimmer ist - die Angst oder die Depression.
Leider ist die Ärztin auf Nachfragen, dass das eine Nebenwirkung evtl. ist, nicht eingegangen. Ihre Antwort war, dass das, was ich morgens habe ein Morgentief sei und dass ich lernen sollte, das so anzunehmen. Fühle mit total unverstanden und werde wohl versuchen, einen anderen Facharzt zu finden. Aber vielleicht finde ich hier im Forum Antworten oder auch Tipps.

Lg Sanna
und Danke an Alle für einen Rat

17.09.2018 16:37 • x 1 #3


CeHaEn

CeHaEn

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Hallo Sanna.
Ich kenne Panikattacken kaum aus eigener Erfahrung und als ich SSRI eingeschlichen habe, war Angst auch kein Thema.
Kurzfristig, für den Moment, kann die Angst sicherlich schlimmer sein. Bei dir ist es bestimmt auch die Angst vor der Angst, die es dir schwer macht.
Langfristig finde ich die Depression schlimmer, weil sie sich sehr deutlich auf über alle Aspekte des Alltags legen kann. Insofern denke ich, dass der langfristige Nutzen die anfänglichen Nebenwirkungen überwiegt; solange die Nebenwirkungen nicht unerträglich ausfallen.
Hol dir ruhig eine zweite Meinung und stell dem Arzt alle Fragen, die dir in den Sinn kommen. Je besser du informiert bist, desto leichter fällt mir möglicherweise der Umgang mit der Sache.

Gleichzeitig hat deine Ärztin aber schon Recht: Sei es ein Morgentief oder allgemein eine schwierige Phase - man muss damit umgehen. Solche Phasen können und werden immer wieder mal auftreten und das ist auch bei "gesunden" Menschen so. Du kannst lernen, darauf zu achten und Wege zu finden, die für dich persönlich in solchen Situationen hilfreich sind.

17.09.2018 19:03 • x 2 #4


Bernstein


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Hallo Sanna.

Ich glaube, dass es einen Zusammenhang zwischen Deinen Depressionen am Morgen und Mirtazapin gibt. Ich hatte das Gefühl, in meiner Therapie nicht weiter zu kommen, wenn ich mich ständig mit Dingen beschäftige, die vorwiegend eine Nebenwirkung des Medikaments sind, also schlechte Laune bzw. Depressionen und MagenDarmProbleme.

Ich habe vom Escitalopram nun aber wirklich viele Nebenwirkungen, die mir momentan schwer zu schaffen machen. Gesteigerte Angst ist eine davon. Ab und zu Inneres Zittern und Schüttelfrost, auch MagenDarmProbleme, Brustenge, die sich wie Angst anfühlt, Übelkeit und Schwindel. Und wenn man eh schon labil ist und sowieso ängstlich, ist es schon eine ganz schöne Herausforderung das zusätzlich auszuhalten. Insofern kann ich Dich gut verstehen, dass Du abgebrochen hast. Ich möchte am liebsten auch abbrechen, habe mir aber vorgenommen, ein paar Wochen durchzuhalten, weil man überall liest, dass die Wirkung später einsetzt und die Nebenwirkungen nachlassen. Ich hoffe also noch. ich kann auch nicht sagen, was schlimmer ist, Angst oder Depressionen. Ich bin auf jeden Fall stolz auf mich, dass ich trotz der ganzen Nebenwirkungen zur Arbeit gehe und man mir wenig anmerkt.
Hast Du schon einmal Opipramol ausprobiert? Das ist ein ganz schöner Kompromiss, allerdings habe ich das auch schon zwei Mal wieder drangegeben, weil ich das Gefühl hatte, sie wirken nicht mehr richtig.
Ich wünsche Dir eine gute Nacht und morgen früh ein bisschen bessere Laune.

17.09.2018 21:07 • x 1 #5


Sanna2017

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Hallo Bernstein,

ich weiß zwar, dass Opipramol gegen Depressionen eingesetzt wird. Meine Ärztin meinte ja, dass man mit Tabletten nicht jedes Gefühl behandeln kann und muss, aber wenn ich dran denke, dass ich nun - solange ich Mirtazapin nehmen muss - , immer jeden Morgen so mies drau bin, bin ich fast am Verzweifeln. Ich werde das beim nächsten Termin mal ansprechen, ob Opipramol eine Alternative wäre.
Escitalopram werden ich auf keinen Fall noch mal ausprobieren. Da ich ja unter Angst- und Panikattacken seit 3 Jahren leide, möchte ich mir diesen Zustand mit diesem Medikament auf keinen Fall wieder zurückholen. Ich war zig-mal in der Notaufnahme und im Krankenhaus deshalb. Und es gibt ja auch keine Garantie, dass diese Nebenwirkungen irgendwann verschwinden.
Ich gehe auch, trotz des sogenannten "Morgentiefs" arbeiten und versuche mit dem Problem irgendwie klarzukommen. Aber es ist jeden Morgen eine riesige Überwindung ins Bad zu gehen, zu frühstücken und sich auf den Weg zu machen.
Jetzt ist es fast 18.00 Uhr und ich bin froh den Tag wieder geschafft zu haben. Nun fängt zum Glück meine "Wohlfühl-Zeit" an.
Ich hoffe auf einen besseren Start in den morgigen Tag - aber dass hoffe ich ja schon seit langem immer wieder am Abend.

Danke jedenfalls für deine Zeilen.

LG

Danke für deine Antwort und

19.09.2018 16:53 • x 1 #6


Sanna2017

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Hallo,

die Phase - also das sog. Morgentief- wird geht meistens nach ca. 3-4 Stunden vorbei, jedenfalls ist es dann zum Aushalten.
Und je später es wird, umso weniger depressiv bin ich dann auch. Wenn es dann Abend wird, fühle ich mich ja eigentlich schon fast "Normal". Ich mache mir dann auch keine Gedanken wie der Morgen dann wieder wird.
Und dann ist es am nächsten Morgen wieder genauso wie an allen Tagen vorher. Der Gedanke, dass mir vielleicht nur die Wahl bleibt, zwischen Angst- und Panikattacken oder der Depression macht mich ziemlich verzweifelt. Da ich ja eigentlich gegen Antidepressiva generell bin (war) und ich das Mirtazapin nur deshalb dann genommen habe, weil ich die Attacken nicht mehr ertrage konnte und auch nicht mehr schlafen konnte, bin ich eben so gegen ein zusätzliches Medikament. Aber ich habe auch Angst, wenn ich vielleicht Mirtazapin ausschleiche, dass dann alles wieder von vorn beginnt. Das Problem mit Ärzten allgemein ist eben, dass mit Medikamenten rumexperimentiert wird, bis man vielleicht das Passende gefunden hat. Und davor habe ich echt Horror!
Jetzt suche ich erstmal einen anderen Arzt und vielleicht hört mir dieser dann auch zu - denn das vermisse ich bei der aktuellen Ärztin.

19.09.2018 17:22 • #7




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