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Elektroschocktherapie Ekt zerstörte mein Leben

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Charlotte123
Mitglied

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Leider bin ich 2018 im Alter von 26 Jahren aufgrund einer schweren Depression viel zu schnell mit Ekt behandelt worden und habe schwere Hirnschäden davongetragen. Ich hab gedacht eine schwere Depression sei die Hölle, aber die Schäden und Schmerzen, die ich durch die Schocks erfahren habe sind viel viel schlimmer, es ging mir in meinem ganzen Leben noch nie so schlecht. Ich hatte nach 13 Schocks schon Ausfallerscheinungen und bin dreimal mit leichtem sht diagnostiziert worden, leider bin ich dann wieder in das Krankenhaus gegangen und der Psychiater hat nur gesagt „was ein Unfallchirurg sagt, der ist ja nicht Psychiater“, also bin ich weiter geschockt worden mit dem Resultat, dass ich eine Studentin, die vorher eigenständig gelebt hat wieder bei meinen Eltern einziehen musste und mein Studium nicht mehr fortführen kann, weil ich solche barbarischen Hirnschäden habe. Ich kann jedem der darüber nachdenkt nur davon abraten und sich auf keinen Fall so zu behandeln lassen, egal wie schlecht es einem geht. Ich kann jetzt so viele Dinge nicht mehr, die ich vorher konnte. Meine ambulante Psychiaterin hat nach der ersten Serie nur „Tageszeitung“ gesagt als Anspielung auf meinen Intellekt, nach der zweiten Serie hat sie nur noch „Sozialpsychiatrischer Pflegedienst“ gesagt und der musste sich dann tatsächlich um mich kümmern. Ich habe vor Schmerz nur noch geschrien. So schlecht geht es mir jetzt schon vier Jahre, ich war vorher nie suizidal, aber bin durch diese Behandlung suizidal geworden. Im Wechsel bin ich auch noch mit Ketamin behandelt worden und hatte neben den Hirnschäden fast auch noch eine Dro.psychose vom Ketamin. Ich kann nur jedem raten niemals in Elektroschocks einzuwilligen, es ist einfach nur Hirnschädigung und die Studien zur Wirksamkeit der Ekt sind teilweise x Jahre alt. Das was ich durchgemacht habe kann ich nur noch als Folter beschreiben und ich verfluche seit vier Jahren den Tag an dem ich das Krankenhaus betreten habe und dass ich in so einen wenig erforschten schei. eingewilligt habe. Der Wirkmechanismus der Ekt ist nämlich bis heute vollkommen unbekannt. Ich war danach leider nur in Krankenhäusern, die Ekt selber anwenden und mir die Folgeschäden als meine Krankheit auslegen. Ich hatte eine ganz normale schwere Depression, das war meine Ausgangserkrankung, weil ich sage, dass ich so schwere Hirnschäden von den Schocks habe bin ich jetzt auf einmal wahnhaft depressiv und schizoaffektiv, was vorher nie meine Diagnose war und das nur, weil ich sage, dass ich Hirnschäden durch die Ekts habe und das schlimme ist ich kann es ja nichtmal beweisen, eine Neurologin hat mir nach 13 Schocks schon gesagt man könne Hirnschäden durch Ekt nicht nachweisen. Im mrt war dann auch nichts, aber ich hatte nach 13 Schocks schon Schäden an den Temporallappen und konnte mich selber nicht mehr im Spiegel erkennen, weil Erkennungsprozesse ausgefallen waren. Leider ist das ganze in einem Krankenhaus passiert, in dem jeder zweite Ekt bekam und es Deutschlandweit am häufigsten angewendet wird. Aufgrund eines ndr Beitrags war Massenekttourismus ausgebrochen und es musste sogar schon nachmittags geschockt werden. Der ganze Umgang in diesem Krankemhaus mit dieser Behandlungsmethode war einfach verantwortungslos und um mich zu überreden hat man mir gesagt ich müsse dann keine Medikamente mehr nehmen und er mache das auch bei 15 jährigen. Ich dachte mir dann, wenn er das auch bei 15 jährigen macht kann es ja nicht so gefährlich sein, deren Gehirne sind ja noch in der Entwicklung. Ich kann nur sagen die Ekt hat mein Leben wie ich es kannte zerstört. Zu einem weiteren Klinikaufenthalt kam es dann auch nur, weil ich mir aufgrund der Schäden versucht habe das Leben zu nehmen.

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Bassmann72

Bassmann72
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Zitat von Nuance:
Depressionen werden problematisch, schwierig auszuhalten, wenn sie nicht weg gehen

Ja, das ist im Wesentlichen die Definition einer Depression. In diesem Fall handelt es sich dann um eine Krankheit.

Ich finde es sehr traurig, was du, @Nuance, berichtest und kann gut verstehen, dass du so eine negative Haltung zu Ärzten hast (eine ähnliche Haltung habe ich zu Orthopäden). Aber auch ich habe viel Erfahrung mit Ärzten (Chirurgen, Psychiatern, Internisten, eben auch Orthopäden) und kann nicht bestätigen, dass sie einem nicht helfen wollen. Es gibt schlechte Ärzte, ja, und die Ökonomisierung des Gesundheitswesens in den letzten Jahren fördert Verhaltensweisen, wie du sie beschrieben hast. Aber man sollte das nicht verallgemeinern. Selbst bei den Orthopäden habe ich positive Überraschungen erlebt (wenn auch eher selten...) Very Happy

Was @Charlotte123 widerfahren ist, ist schrecklich, da fehlen mir auch die Worte, was die nicht vorhandene Aufklärung usw. angeht. Hier wurde auch schon alles dazu gesagt, was ich ebenfalls hätte sagen wollen.
Eine Sache noch: Die Seite https://www.cchr.de/ban-ect/ erscheint mir wenig sachlich. Zu einem sachlichen Bericht gehören die Fakten über Vor- und Nachteile (nicht das, was als "Fakten" tituliert wird) und nicht ein Videoclip in Spielfilm-Manier mit Schock-Bildern... zudem eine Sprache, die an einen Werbe-Trailer für Rambo 6 erinnert... Nichts gegen S. Stallone, aber darum geht es hier nicht. Mich würde interessieren, wer hinter der "Citiziens Commission on Human Rights" steckt - eine Bürgerkommission für Menschenrechte...? Erinnert mich sehr an querdenkende Maskengegner... Wenn es nicht so ernst wäre, würde ich sagen, das ist eine Parodie aus Extra3.

Egal, das würde nun zu weit führen und ich will keine Diskussion lostreten, dafür fehlt mir die Kraft. Aber das musste ich einmal loswerden...

@Charlotte123 ich wünsche dir viel Kraft und dass es dir bald besser geht! Vielleicht wäre zu erwägen, rechtliche Schritte gegen diese Ärzte einzuleiten? Ist natürlich schwierig, ich weiß...

Auf jeden Fall weiter gute Besserung!

09.03.2023 12:03 • x 4 #38


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Hallo Charlotte123,

Elektroschocktherapie Ekt zerstörte mein Leben

x 3#3


Dys

Dys
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@Charlotte123
zunächst finde ich es absolut nicht okay, wie Du in PNs angesprochen wurdest. Hierzu gibt es die Möglichkeit des Melden und ignorieren von Usern. Davon würde ich persönlich gebrauch machen, wenn es nicht anders geht.

Aber um zu deinem Thema zu kommen, da hatte ich ja auch schon mal zu Beginn die eine oder andere Frage an Dich, die Du aber nicht konkret beantwortet hast, was aber auch okay für mich ist und mir dafür auch kein Grund genannt werden muss, weshalb Du dies nicht getan hast. Mich hatte das Thema tatsächlich interessiert, weil diese Behandlung für meine Erkrankung Dysthymie eine Option darstellt. Allerdings habe ich mich, offensichtlich anders als Du, mit dem Thema etwas ausführlicher auseinandergesetzt, obwohl ich mir keinen überdurchschnittlichen Intellekt zuschreibe und mich gerade deshalb eher skeptisch mit Thematiken die mein Leben stark beeinflussen können, auseinandersetze. Erfahrungen Anderer spielen da immer eine Rolle, ebenso wie bewiesene Fakten und dem Grundwissen, das eine vom anderen zu unterscheiden, doch bleibt ja eine Entscheidung für oder wider einer Behandlungsmethode letztlich mir alleine überlassen. Natürlich besteht immer auch die Gefahr, einer Beeinflussung anderer zu unterliegen, aber da sehe ich halt trotzdem, dass ich mich eben so Entschieden habe. (Ich lasse jetzt bewusst mal rechtliche Dinge bezüglich Gefahren für Leib und Leben, auch anderer, Außen vor)
Da frage ich mich auch gerne, wer Schuld hat. Der von dem ich mich beeinflussen ließ oder ich ich, weil ich mich habe beeinflussen lassen. Das kann ich mich nun bis zum Ende meines Lebens fragen, nur nutzt es mir nichts, wenn es nicht ungeschehen gemacht werden kann, was es leider tatsächlich auch nicht kann.

Weil ich für mich das Thema als solches interessant fand, habe ich natürlich mehr einen sachlichen Aspekt im Auge, als beispielsweise Schuldzuweisungen, die zwar für Deinen konkreten Fall relevant für Dich sind und die Du natürlich auch schildern darfst und hier auch kannst und sei es nur deshalb, weil Du Dir einfach auch mal Luft verschaffen willst. Das was Du geschildert hast, kam mir aber insgesamt leider auch teilweise recht widersprüchlich vor und da ich zumindest auf meine Fragen keine Antwort bekam, die mir etwas mehr Klarheit vermitteln hätte können, laß ich zunächst einfach weiter nur in diesem Thread mit. Fakt ist aber und das kenne ich auch von meinen eigenen Posts, dass ich alles was ich hier öffentlich schreibe, missverstanden werden kann und ich auch nicht erwarten kann, das es keine Antworten gibt, die mir nicht gefallen könnten. Zudem ist es schwierig eine Diskussion zu führen, in der es sowohl eine sachliche, als auch eine emotionale Komponente gibt, die je nach Thematik besser getrennt zu führen wäre.

Unabhängig davon, hängt es dann sowieso davon ab, inwieweit etwas glaubwürdig erscheint oder nicht und ob es einen dann triggert, diesbezüglich die eigene Meinung kund zu tun. Und das ist letztlich das einzige was ein Forum tatsächlich leisten kann, nämlich die Freiheit, seine Meinung zu sagen. Ob die auf Erfahrung oder Wissen gründet oder dem Glauben etwas zu wissen, muss letztlich jeder selbst beurteilen.

Wenn Deine Intension war, aufzuzeigen was bei einer EKT schief gehen kann, wäre meiner Meinung nach, eine sachliche Schilderung zweckdienlicher. Wenn es Dir eher darum ginge, Mitgefühl für deine zweifellos schlimme Erfahrung zu bekommen, würde es Dir natürlich mehr helfen, wenn Du Menschen finden könntest, die ähnliches erfahren oder erlitten haben, mit denen Du dann zusammen an Lösungen für Linderung der Schäden arbeiten könntest, gleich ob es um medizinische oder rechtliche oder sozioökonomische Lösungen geht.
Wenn Du aber nur erzählen wolltest, was Dir geschehen ist um es Dir einfach mal von der Seele zu schreiben, wäre es im Rahmen eines Tagebuchs am besten unter dem Vorbehalt, möglichst nicht darüber zu diskutieren, wohl besser platziert gewesen.

Ich bin jetzt aber auch für meinen Teil hier aus dem Thema erstmal wieder raus. Du musst auch nicht auf meine Meinung eingehen, denn es ist wirklich nur eine Meinung, mehr nicht. Und Meinungen kann man teilen, oder eben auch nicht und sie vorbehaltlos übernehmen sollte man sie ohnehin nicht, ohne intensiv darüber nachzudenken.

Alles Gute für Dich
VG Dys

11.03.2023 16:06 • x 3 #117


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Kate
Was für Schäden hast du denn genau davongetragen?

#2


C
@Kate Das ist so zahlreich, dass ich es schon fast gar nicht mehr differenzieren kann. Ich kann nichts mehr empfinden, aber nicht im Sinne einer Depression, eher so als hätte einem jemand das Hirn zerschossen. Ich kann teilweise meinen Körper nicht mehr richtig wahrnehmen, das war nach 13 Schocks schon schlimm, da muss der Schaden rechthemisphärisch schon so schlimm gewesen sein, dass ich links meinen Körper nicht mehr richtig wahrnehmen konnte. Dann kann ich nichts mehr mit Musik anfangen, mein Gehirn sagt mir nicht mehr welche ich gut finde. Viele Dinge oder das was man mal konnte, stellt man erst fest, wenn man es nicht mehr kann. Ich kann nicht mehr gut rechnen, generell ist das Denken sehr erschwert. Ich kann keinen S. mehr haben, weil die Verbindung Körper Gehirn komplett hinüber ist. Ich kann nicht mehr träumen, keine Hörbücher mehr hören, weil ich absolut kein visuelles Vorstellungsvermögen mehr habe. Ich bin drei Jahre kein Auto mehr gefahren, jetzt fahre ich wieder, aber keine weiten Strecken, weil ich solche Schäden am Gehirn habe, dass ich mir das auch nicht mehr richtig zutraue und und und die Liste ist eigentlich endlos und besonders schlimm sind auch die Kopfschmerzen. Ich hab überhaupt keine normalen Regungen mehr, das war als wenn 27 mal ein Betonziegel in mein Gehirn gekracht wäre. Ich kann nicht mehr gut hören und auch nicht mehr sehen wie vorher. Ich hatte ein immer wiederkehrendes rotblaues Auge, das kam und ging ohne Grund, ich hab ne Narbe im Gesicht, die offene Wunde war nach den Schocks auf einmal da. Ich hab ganz ganz schlechte Haut, hatte Exeme und alles, sowas hatte ich vorher auch nie, ich bekomm meine Tage seit den Schocks nicht mehr.
Das Gehirn ist einfach kaputt.

#3


bones
@Charlotte123
nun es tut mir leid für dich , dass es bei dir richtig schlimm ist. Hattest du bevor du mit ekt begangen hast, mal versucht mit medikamentöse Behandlung in Kombi mit psychotherapie?
Vllt mal überlegt, ob von Seite der Ärzte ein Fehler unterlaufen könnte bei dir?


Aber es ist falsch zu sagen, lasst die Finger davon von ekt, weil es vielen schon geholfen hat. Natürlich sollte das erst dann in Betracht gezogen werden, wenn andere Therapien versagt haben. Gilt für s-ketamin Therapie genauso.

x 1 #4


Kate
Das ist wirklich hart. Ich hoffe Dir gehts bald wieder besser.
LG Kate

#5


C
@bones Von diesen vielen, denen es angeblich geholfen hat, kennst du da einen einzigen? Ich habe nur gesehen, dass es exakt einem einzigen Mitpatienten geholfen hat.

Ich war weder austherapiert noch therapieresistent, genaugenomnen habe ich 10 mg cipralex genommen und bin damit gut zurechtgekommen.

Ich habe meine Psychiaterin auch gefragt: „Kennen sie jemanden, dem das geholfen hat?“ „Nein, aber wenn sich jemand gerne so behandeln lassen möchte sage ich nichts dagegen.“

Es ist nicht falsch zu sagen auf keinen Fall Ekt, das ist einfach nur Hirnschädigung.

#6


Kate
Es gibt hier im Forum Einige, denen es geholfen hat. Nützt Dir jetzt natürlich nichts.
Ich glaube auch, es ist wie mit jeder Behandlung, dem einem hilft es, dem anderen schadet es. Das ist traurige Realität.

x 2 #7


Nuance
Hallo Charlotte,
ein erschütternder Bericht! Es tut mir unendlich leid.

Ich selbst hörte irgendwann - vor vielen Jahren - dass man EKT wieder anwendet. Jedenfalls glaube ich, dass man diese Therapieform eine Weile nicht mehr angewandt hat. Ich denke, jeder kennt "Einer flog übers Kuckucksnest."
Kein Film hat mich derart geschockt! Wir mussten es uns in der Schule anschauen. Privat meide ich Gewaltfilme etc.

Ich recherchierte ein bisschen zum Thema damals. Es soll heute anders - gewissermaßen milder - sein.
Ich las von Leuten mit Gedächtnisproblemen.

Es gibt den - wie ich finde, sehr schönen - Film "Veronika beschließt zu sterben." Es hat ein Happy-End... Dort kommen auch Elektroschocks vor. Ich habe mir den Film neulich nochmals angeschaut...
Was soll ich sagen, ich versuchte diese fast nur angedeuteten Episoden zu überspringen. Weil ich es für extreme Gewalt halte. Es grausam ist.

Du hast 13 Behandlungen bekommen? An einem Tag?

Mich macht es fassungslos und traurig. Depressionen können normal sein. Adäquate Reaktion auf Probleme. Jeder Mensch ist ab und zu tief deprimiert. Ich jedenfalls denke überwiegend, dass der Unterschied ein rein zeitlicher ist. Depressionen werden problematisch, schwierig auszuhalten, wenn sie nicht weg gehen, aufhören, besser werden.
Aber manchmal gibt es eben auch endlos lange Krisenzeiten. Und natürlich reagiert das Gehirn.
Aber was genau passiert - wir wissen es noch nicht und werden es vllt. nie herausfinden.

Elektroschocks anzuwenden, und zu hoffen, dass nur das, was Traurigkeit auslöst verschwindet, zerstört oder unmöglich gemacht wird... Was soll man dazu sagen?

Mein Leben ist seit einem Unfall auch schwierig geblieben. Immerhin habe ich den Uniabschluss noch geschafft. Aber anders als Du habe ich meine Eltern - beide starke Raucher - früh verloren. Schon im Studium...
Ich leide noch immer noch an Schmerzen, dank Folgeschäden sind sie zahlreich. Beruflich nutzte mir der Uniabschluss nie. Sozial bin ich - bis auf einen einzigen oberflächlichen Kontakt - völlig isoliert.
Wie könnte ich nicht depressiv sein? Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, es nicht zu sein. So einfach ist das.
Wir sind eine Leistungsgesellschaft. Jeder jagt dem maximalen Glück hinterher und versucht es zu erlegen.
Und ich habe anderen nichts zu bieten. Jedenfalls nicht das, was sie suchen. Denn sie suchen keine Freundschaft.

Dir scheint das Ganze in den 20ern passiert zu sein. Wie mir damals... Auch ich habe einen Schaden, den man bildlich nicht darstellen kann. Immerhin gibt es eine - den Ärzten unbekannte - schulmedizin. Behandlungsmethode. Ich fand sie nur zu spät - und rein zufällig.
Jedenfalls war der Schock damals riesig. Wenn man zusammenbricht kommt man ins Krankenhaus und man wird sich kümmern und ist geheilt. Diese Vorstellung hat man als junger, gesunder Mensch.
Und dann erlebt man, dass einem nicht geholfen wird, man von Ärzten teilw. beleidigt wird, als Fall für die Psychiatrie betitelt wird... Mit sterbenden Eltern... Mit BaföG, das auslief und ohne passende Diagnose nie verlängert worden wäre...
Diese 3 Min. Konsultationen bei Ärzten - die sich für die sozialen, beruflichen Folgen nicht interessieren und einen einfach nur los werden wollen. Man ist denen unangenehm - sonst nichts.

Ärzte, auch Psychiater, alle haben Mitgefühl für schwere Kindheiten, Unfälle, Krebs etc. Aber absolut keines für ärztliches Versagen...
Man ist als Patient versucht, alle Ärzte als einheitliche Gruppe zu sehen. Aber so ist es nicht. Chirurgen mögen meist keine Psychiater und umgekehrt. Nichtsdestotrotz - jeder Arzt ist in einer dominanten Position und Patienten haben zu gehorchen, alles zu glauben... Und schnell, es muss ja überall gehen. Andere Patienten warten schon...

So habe ich also in den 20ern meinen Glauben an die Fachkompetenz von Ärzten verloren und helfe mir im wesentlichen selbst. Dank Internet und mit Englisch bin ich gut gerüstet.


Deine Lage ist wirklich schwierig.
Spontan kam mir der Gedanke: Du kannst Dich weiterhin - immerhin - gut schriftlich ausdrücken. Ich denke, die Sprache ist Dir auch geblieben.
Wohnst Du immer noch bei den Eltern? Hast Du eine Lehre begonnen oder traust Du sie Dir auch nicht mehr zu?
Intellektuell oder psychisch oder wegen beidem?
Du erwähnst, dass Ärzte versuchen, die Ursachen in Deiner Kindheit zu sehen - niederträchtig natürlich...
Wie ist das Verhältnis zu den Eltern? Wenn die Kindheit schwierig war - hat es sich gebessert?

Du warst damals jung samt Gehirn. Ich wünsche Dir, dass das Gehirn sich weiter erholen kann und die Leistung sich verbessert.
Da Du so gut geschrieben hast, merkt man beim Lesen eigentlich nichts davon. Immerhin...

Es ist mega!, wirklich mega schwierig, so ein Desaster zu verarbeiten. Die Wut auf Ärzte dürfte grenzenlos sein...
Gut, dass Du Deine Geschichte geteilt hast. Gibt es vllt. Selbsthilfegruppen? Es würde Dich noch stärker machen.

Mir hast Du mit dem Beitrag auch geholfen. Ich war zwar nie in Versuchung - aber es verhindert sie perfekt.

Es gibt Nootropika. Substanzen, die die Leistungsfähigkeit des Gehirns steigern können sollen. Mit dem Stichwort könntest Du recherchieren. Sie dürften ungefährlich sein.

Ich wünsche Dir, dass es bergauf geht. Dass sich die Träume, die Du hast - zB Partnerschaft, Hobbys (Reisen? Sport?) erfüllen und Du froh bist oder wirst, am Leben zu sein. Es lohnt sich vielleicht schon, wenn Dir gelingt, einen richtig guten Freund (m/w) zu finden.

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bones
Zitat:
Ich war weder austherapiert noch therapieresistent, genaugenomnen habe ich 10 mg cipralex genommen und bin damit gut zurechtgekommen.


Dann macht eine ekt überhaupt kein Sinn, dass noch zu machen. Wenn du doch mit escitalopram gut klar kamst.

Zitat:
@bones Von diesen vielen, denen es angeblich geholfen hat, kennst du da einen einzigen? Ich habe nur gesehen, dass es exakt einem einzigen Mitpatienten geholfen hat.


Ich persönlich kenne die Menschen nicht richtig. Aber meine Partnerin kennt sie . Der hat es gut geholfen. Sie war schwer depressiv, heut hat sie immer noch Probleme, aber die guten Tagen überwiegen den schlechten Tagen.



Zitat:
Du hast 13 Behandlungen bekommen? An einem Tag?


natürlich nicht. Wäre unlogisch und schädlich sogar.

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Dys
Zitat von Charlotte123:
Ich war weder austherapiert noch therapieresistent, genaugenomnen habe ich 10 mg cipralex genommen und bin damit gut zurechtgekommen.

Dann ist eine EKT üblicherweise nicht induziert. Wieso wurdest du nicht darüber aufgeklärt? Auch Ketamin Therapie ist eher die Ausnahme und wird auch nicht immer von Krankenkassen übernommen. Und auch da muss natürlich eine gründliche Aufklärung erfolgen.

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Nuance
Ich habe ein bisschen recherchier und ua dies gefunden:
https://www.cchr.de/ban-ect/

#11


C
Er hat die Ketamin Behandlungen sogar Assistenzärzte machen lassen, was in Deutschland nicht erlaubt ist und er hat nicht richtig aufgeklärt weder bei Ekt noch bei Ketamin.

Ich traue mir weder eine Ausbildung noch ein Studium zu - der Schaden ist einfach zu schwer.

Ich bin immernoch bei meinen Eltern und bin unklar über meine Zukunft. Meine Eltern sind toll und halten zu mir, auch sie leiden sehr unter meinem Zustand, am Anfang mussten sie mir sogar beim duschen helfen, weil ich das nicht mehr alleine konnte.

#12


C
Weiß jemand ob ich jetzt Anspruch auf Sozialhilfe oder so habe? Ich hab noch nie gearbeitet und das wird mit den Schäden auch nicht mehr gehen. Irgendwovon muss ich ja jetzt leben - momentan halten meine Eltern mich aus und ich bin auch immernoch an der Uni eingeschrieben als krank. Ich weiß einfach nicht mehr wie es weitergehen soll.

#13


Uwe1983
Schreiben kannst du ja anscheinend richtig gut, vielleicht beruflich irgendetwas in der Richtung machen, mit Homeoffice?

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A


Hallo Charlotte123,

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A
@Charlotte123
Ein liebes Hallo an alle, die sich vom Thema angesprochen fühlen.
Ich habe Ekt machen lassen.
Im August 2022.
6 Einheiten
Hielt 4 Monate.
Ich habe seit 2000 eine rezidivierende D. und vieles an medika versucht.
Vor 3 Wochen machte ich wieder Ekt von 6 Einheiten und gehe ab 20.3 wieder arbeiten.
Mir hat es toll geholfen.
Durch die D. hatte ich einen maßlosen, schmerzhaften Leidensdruck, da ich
zusätzlich in der Zeit der D.,unter sehr starker Pseudo-Demenz leide.
Bin nun zuhause und erfreue mich wieder meines Lebens.
Ekt werde ich weiter machen, da es meinem Leben wieder Sinn gegeben hat.
Ich wurde sehr gut "aufgeklärt", und fühle mich bei meinem Psychiater wohl und verstanden.
Leben in der D. ist für mich kein Leben.
Liebe Grüße

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