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Depressiver Bruder was tun?

Rosalila

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Hallo, ich hoffe ihr könnt mir helfen. Mein Bruder ist seit längerem sehr depressiv. Er verlässt das Haus nur zum Fitness und einkaufen und sonst zockt er vorm pc. Früher hat er Suizidgedanken geäußert. Er lässt auch niemanden in der Familie an sich ran. Niemand darf in sein Zimmer und Freunde hat er auch nicht. Ich habe Angst um ihn auch wenn er sagt dass es ihm gut geht. Ärzte lehnt er komplett ab.
auf antworten würde ich mich sehr freuen.

26.01.2020 11:40 • #1


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buddl1

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. wenn man sich sein eigenes Schloss gebaut hat,
es für andere durchaus so anschaut, dass es einem Gefängnis gleicht.
leider haben heute immer mehr Menschen den Bezug zur Realität in
die PC-Welt verlagert.
sie dort abzuholen kaum möglich ist.
- als mal der Strom ausfiel, jener verzweifelt überlegte, was er tun könnte um bloß
nur das Spiel fortzusetzen.
ihm letztlich auffiel, wie allein -nicht einsam aber allein- man ist.
die 30min, ihm vorkamen wie Tage und man sich langweilte, weil keinem die Schuld zugewiesen werden konnte.

du wirst es akzeptieren müssen,
dass er in seiner Welt,
eben so leben will,
dir bleibt nur die Zeit dazwischen, wo er eilig zwischen Bad und Küche sich bewegt,
weil sein Spiel ihm eben wichtiger ist als die die um ihn sich Gedanken machen.
ich kenn so einem Menschen, wie du vielleicht herauslesen kannst und bin seit 10 Jahren
ohne Rat, ja er folgt seiner Arbeit, das ist aber schon alles, weder Geburtstage noch Feiertage,
alles ist ihm Fremd, obwohl wir ihm so nah noch sind.
buddl1,

27.01.2020 08:41 • #2


Rosalila

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Dank für die Antwort. Ja es ist schwierig er schottet sich komplett ab. Als ich da war hat er nichtmal die Tür aufgemacht und meinte ich soll gehen

27.01.2020 08:46 • #3


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buddl1

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sie wollen in ihrer Welt nur Leben,
alles andere wird als störend empfunden.
spricht man sie daraufhin an,
reagieren sie ungehalten und aggressiv.

entweder versuchen wir sie mit ihren Augen zu sehen,
oder wir lassen sie so leben und nehmen das wenige,
was sie noch in der Lage sind zu geben.
sie, ja sie brauchen uns nicht mehr.
buddl1.

27.01.2020 10:38 • #4


Rosalila

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Ja das hört sich so nach meinem Bruder an.er ist total aggressiv wenn man den Kontakt zu ihm sucht . Du hast auch keine Lösung gefunden? Lässt du ihn dann in Ruhe oder suchst du weiterhin den kontakt

27.01.2020 11:10 • x 1 #5


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buddl1

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nach unzähligem Streit, nachunzähligen Versuchen,
ich nur noch schweigen kann,
- da war mal "Warum besuchst du nicht mal die Oma, die so wichtig mal war."
er hätte im Urlaub keine Zeit, er musste ja zum Zahnarzt.
die drei Wochen er nur gezockt hat, auf ein Vorhalten nur kam,
"ach weste, lass mich doch."
ja, so lass ich ihn in meiner Bitterkeit,
nur wenn es zu laut wird, ich ihn daran erinnern muss bei wem er wohnt und wer
dennoch für ihn so viel sorgt.

Antworten such ich nicht mehr,
ich hab die stille Hoffnung, dass eines Tages
er sich abwendet aus der virtuellen Wellt, in dem es immer einen besseren Spieler gibt.
ihm dann zurück zugeben es in mir strebt,
aber ich glaube, er es auch dann nicht merkt.
man Gleiches nicht mit Geleichen vergleichen sollte.
buddl1,

27.01.2020 13:27 • #6


Rosalila

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Vielen Dank für die Antwort aber wenigstens geht dein Bruder zur Arbeit. Meiner arbeitet nicht und geht bis auf Fitness und einkaufen nicht raus.außerdem hat er Suizidgedanken vor einem halben Jahr geäußert.

27.01.2020 13:30 • #7


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buddl1

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es ist nicht mein Bruder.
aber mein Sohn.
aber danke, für das Teilen.
warte auf den Tag, wo er sich besinnt
und wenn dieser nicht kommt,
bestimme in deinen Leben einen Sinn,
jeder muss für sich bestimmen, was einem wichtig ist.
zu erwarten, dass man seiner gedenkt,
nun, vieles ist mir fremd geworden und man wird dankbarer für jede kleine Gestik
die andere für einen geben.
man kann wahrlich viel verlieren , nur nicht sich selbst,
denn dann ist man suizidal viel näher dran als man denkt.
es muss ja nicht alles gleich umgesetzt werden was mal geäußert wurde,
auch wenn das wenig Hoffnung ist, so doch
dass man ihn halt vom PC wieder mal fluchen hört.
buddl1

27.01.2020 14:47 • #8


Rosalila

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Vielen dank für deine Antwort ich denke ich besuche ihn einmal die Woche um ihn zu zeigen dass ich ihn lieb habe und wenn er wieder die Tür nicht aufmacht dann nicht. Aber dann hab ich wenigstens versucht.

27.01.2020 16:25 • #9


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buddl1

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ja, dass ist eine Option für beide,
die alles offen lässt.

buddl1,

27.01.2020 16:32 • x 1 #10


Rosalila

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Vielen dank.weiß du denn sonst noch wie ich ihm helfen kann?

27.01.2020 16:34 • #11


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buddl1

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nur, dass man nichts von dem erwarten sollte,
was man selbst geben würde.
das was wir in unseren Leben als selbstverständlich angesehen haben,
wie guten Tag, Hallo oder einfach wie geht's,
alles funktioniert nicht.
weder eine Form der Wertschätzung, der gegenseitigen Hilfe, nichts davon kann von
solchen eingeschlossenen Menschen mehr gespiegelt werden.
sie leben tatsächlich für eine andere Welt.
dort sind sie wortreich, zeigen alle Reaktionen, gar Gefühle,
kümmern sich um nichts anderes, solange ihren Welt existiert.

helfen ist wohl ehr das falsche Wort,
er fühlt sich ja darin wohl und will nicht gestört werden,
sich nicht ablenken lassen, auch wenn darüber die eigene Familie in Vergessenheit gerät.
erst wenn etwas gebraucht wird, man plötzlich da sein soll.
darauf kannst du sicher warten, nur
ob er es noch dir danken kann?

in seiner Welt,
vielleicht ist er ja zeitweise glücklicher
ohne jegliches drum rum, was wir als Leben bezeichnen
und ehrlich, er brauch offensichtlich weder Arbeit noch Soziales,
dass macht unser System ja auch möglich.
buddl1,

28.01.2020 07:50 • #12


Rosalila

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Dein Text beschreibt soo gut meinem Bruder wieder. Aber ich muss ehrlich sagen, wenn er die andere Welt so mag und glücklicher ist, dann ist es OK für mich wenn er sich rückzieht. Ich brauche nichts von ihm ich will nur dass er glücklich bist.

28.01.2020 08:39 • #13


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buddl1

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es gibt sicher viele Menschen,
die das Miteinander, das umeinander Sorgen,
für einander Dasein, sehr wichtig ist.
aber dann gibt es eben die anderen noch,
sie brauchen dies nicht, leben aus meiner Sicht nur für sich,
reden zuweilen über die große Weltpolitik und schaffen es dabei nicht einmal
der eigenen Familie ein liebes Wort zu sagen.

ich finde ja auch, er dabei nicht unglücklich ist.
auch wenn wir eine andere Erwartungshaltung haben.
er zieht sich ja auch nicht wirklich zurück,
er ist nur einfach nicht für uns erreichbar.

er versprach uns, sofern er mal ausziehen würde,
uns nicht zu besuchen zu wollen.
ich darauf nur erwidern konnte, dass er es ja bereits
seit 10 Jahren doch schon so macht, und seit 14 Jahren seine Großeltern vergessen hat,
sie ja doch 20min entfernt mit dem ÖPNV wohnen.
auch da kam nichts was zu erklären war,
wozu auch, wenn man nicht die Wertung eines PC-Online-Spiels besitzt.

egal was du willst,
er entscheidet sich und du,
es gibt so viel mehr, wo du dich wiederfinden kannst,
lass ihm sein Leben, es unterscheidet sich sehr von deinem
egal wie er es für sich oder wie andere es für ihn sehen,
wenn dir jemand zulächelt, dann steht es dir frei dies selber zu tun,
erwarte es aber nicht, wenn du dieses Lächeln oder deine Hand gibst,
das dir gleiches gegeben wird, dann muss man seinen Weg
weiter gehen und glaub mir es gibt genug Menschen,
die dafür dir sehr dankbar sein werden.
buddl1,

28.01.2020 09:04 • #14


Rosalila

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Ja dass er nicht erreichbar für uns ist, ist für uns Normalität weil er schon immer ein sehr in sich gekehrter Mensch ist. Schön im Studium hat er sich kaum gemeldet. Als ich letztens bei ihm war hat er nichtmal die Tür aufgemacht und mich weggeschickt. Das ist schon hart für mich aber härter ist die Angst dass er sich etwas antut. Die halte ich aber sehr für gering. Mir ist nur wichtig dass es ihm gut geht.

28.01.2020 09:10 • #15


Rosalila

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Ich denke mit seinen Reaktionen muss ich leben. Ich kann mich nicht erinnern irgendwas falsch gemacht zu haben. .

28.01.2020 09:41 • #16


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buddl1

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warum sollte er sich etwas antun?
er das Alter selbst darüber zu entscheiden und es gab und wird weitere geben,
die sich auch dafür, aus welchen Gründen auch immer zu dem entscheiden.
mir sind oft solche Menschen begegnet, die eben nur diesen Weg für sich sahen,
egal was andere darüber denken, wirklich von abhalten kann man sie nicht.
zu sehr haben wir die Freiheit gefordert über sich selbst zu entscheiden und
jetzt darüber zu befinden, nur weil er sich in seiner Welt zuhause fühlt,
ist rein spekulativ.
er kann sich jederzeit bei dir melden, er wird es sicher tun, wenn er dich braucht.
kein Grund jetzt die Angst zu nähren, es lässt dich nicht dein Leben leben.
ist das dir bewusst?
nach Regen kommt die Sonne und wenn nicht einen Tag später,
aber anzunehmen, dass die Sonne niemals wieder zu sehen sein wird,
wir es so oder so nicht ändern werden und deshalb den Tag nehmen wie er für uns ist.
buddl1,

28.01.2020 10:39 • #17

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