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Burnout und dazu depressive Freundin- was tun?

Alice34

Alice34

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Hallo liebes Forum,
Ich bin seit letzter Woche krankgeschrieben aufgrund von Burnout. Für mich ist es bei, ich hatte vorher noch keine Erfahrungen damit und habe auch lange gebraucht um mir einzugestehen,dass ich nicht mehr kann.mein Körper hat mir zwar schon vorher Anzeichen geschickt,aber die hab ich natürlich nicht wahr genommen- bis ich zuletzt Angst vor dem Telefonklingeln hatte und mich einfach nicht mehr in der Lage sah,meinen Job zu erledigen,gefolgt von unkontrollierten Heultattaken. Jetzt habe ich eine Freundin,die tief in einer Depression steckt inklusive Suizidgedanken.Sie weiss von meinem Burnout,da ich sie auch um Rat gefragt habe bezüglich Ärzten etc. Sie schreibt mir sehr oft wie es ihr gerade geht und heute kam eine Nachricht,dass sie ihr Leben nicht mehr schafft. Das hat mich sehr runtergezogen und ich weiss nicht wie ich damit umgehen soll. Mir geht es gerade selbst nicht gut und ich denke ich kann ihr gerade nicht wirklich helfen. Sie hält aber sehr an mir fest und ich möchte mir sicher nichts böses,aber ich weiss einfach nicht wie ich ihr helfen soll gerade. Wärt ihr schoneinmal in seiner Situation oder habt einen Tipp für mich? Liebe Grüße

01.05.2021 23:35 • x 1 #1


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Giraffe

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Hallo liebe Alice,

schön das du da bist.
Es tut mir Leid dass es soweit gekommen ist dass du einen Burnout hast. Ich kann dich gut nachvollziehen wenn du schreibst du hast die körperlichen Zeichen erst nicht wahrgenommen, so ging es auch mir, ich glaube ganz vielen geht es so weil man ja doch immer wieder alles hinkriegen und durchhalten möchte aber umso besser dass du jetzt für dich sorgst und krankgeschrieben bist. Das sollte auch weiterhin deine 1. Priorität sein denn nur so kannst du wieder auf die Beine kommen.

Ich kann auch gut verstehen dass dich die Situation mit deiner Freundin runterzieht, schließlich machst du dir sicher große Sorgen. Ich habe auch eine Bekannte/Freundin die bereits versucht hat sich das Leben zu nehmen und sehr labil ist.
Hat deine Freundin eine ambulante Psychotherapie? Ist Sie in psychiatrischer Behandlung?
Ich denke dass wären erst einmal die zwei wichtigsten Bausteine die geklärt werden müssen sodass sie medikamentös gut eingestellt und in Therapie ist. Dann gibt es bspw. noch den sozialpsychiatrischer Dienst an den man sich wenden kann. Die kommen auch regelmäßig vorbei und führen Gespräche, unterstützen wenn es etwas zu Regeln gibt.

Was mir außerdem noch geholfen war, war die Telefonseelsorge im Rahmen von Chats oder Email Verkehr bzw und oder das Forum hier um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. So eine Art Netz aufbauen dass sie merkt dass sie nicht alleine ist und wo sie Hilfe bekommt sofern sie es annehmen möchte. Wenn es schon so weit fortgeschritten ist dass ihr das alles nicht hilft, würde ich über einen stationären Aufenthalt nachdenken weil sie da eben rund um die Uhr betreut wird und das vielleicht auch braucht.

Ansonsten versuche ich einfach für meine Freundin da zu sein so gut ich kann aber wenn es mir selbst schlecht geht, schreibe ich es ihr ganz ehrlich denn dann kann ich ihr selbst keine Hilfe sein und muss mich als erstes um mich kümmern.

Ich hoffe du findest einen guten Mittelweg, ich weiß das ist nicht einfach aber deine Gesundheit ist ebenso wichtig.

Liebe Grüße
Giraffe

02.05.2021 02:35 • x 2 #2



Hallo Alice34,

Burnout und dazu depressive Freundin- was tun?

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Alice34

Alice34

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Liebe Giraffe,
Ich danke dir für deine Antwort und die lieben Worte. Meine Freundin war bereits fünf Wochen in einer Klinik und hat auch therapeutische Hilfe. Ich fühle mich mitomentan gar nicht in der Lage ihr zu helfen weil ich gerade selbst in einer Krisensituationen stecke. Für mich ist es das erste Mal, ich habe garkeine Erfahrung damit und kann mir auch nicht erklären, was gerade mit meinem Körper passiert. Wenn meine Freundin mir solche Nachrichten schreibt, möchte ich am liebsten mein Telefon ausschalten und garnicht antworten weil ich überfordert bin. Das entspricht aber nicht meiner Natur,ich will immer allen helfen eigentlich. Jetzt wo ich krankgeschrieben bin muss ich trotzdem noch an die Arbeit denken und wann ich wohl wieder zurück kann. Aber mein Halsschnürtsich ehrlich gesagt zu wenn ich daran denke. Nächste Woche habe ich erst meinen Termin beim Psychiater. Ist es denn normal, dass man eigentlich entspannter sein müsste, wenn man aus der Stresssituationen,dem Job, genommen wird? Ich habe gedacht einem geht es dann etwas besser...wie war es denn bei dir,hast du Erfahrung mit Burnout? Liebe Grüße

02.05.2021 12:55 • x 1 #3


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Giraffe

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Ich glaube da sind wir uns sehr ähnlich, ich versuche auch immer zu helfen aber merke auch, ich komme an meine Grenzen und das darf denk ich auch sein.

Meine Freundin hat mir auch vor nicht allzu langer Zeit gesagt, sie macht nichts aber ihr wäre es egal ob sie da ist oder nicht und mich hat das auch sehr getroffen und im ersten Moment war ich dann auch überfordert und erstarrt, ich wusste nicht was ich darauf antworten soll. Ich hab mich dann gesammelt und ihr nach etwas Abstand nochmal geschrieben das es mir selbst nicht gut geht, ich aber versuche wenn es geht für sie da zu sein. Sie hat es auch verstanden. Ich versuche eben immer mit ihr im Gespräch zu bleiben und achte darauf, dass sie regelmäßig zu Ihren Therapien geht. Mehr kann ich auch nicht tun. Aber da scheint deine Freundin ja zum Glück auch gut angebunden zu sein.

Ich höre aus deinen Zeilem raus dass du momentan selbst keine Kraft dafür hast, das ist völlig in Ordnung. Du kannst ihr nur helfen wenn es dir besser geht. Ich weiß es ist schwierig da ein Gleichgewicht zu finden aber wenn es dir selbst jetzt so schlecht geht, solltest du vielleicht wirklich etwas Abstand, Zeit für dich einfordern denn in deinem Zustand zieht dich das nur weiter runter. Das muss sie akzeptieren. Du bist nicht für sie verantwortlich. Ich weiß das klingt hart aber ich höre aus deinen Zeilen dass es dir selbst nicht gut geht.

Ja das ist eine gute Frage. Ich bin zum aktuellen Zeitpunkt ebenfalls noch krankgeschrieben, konnte mich allerdings selten entspannen weil ich mir große Sekbstvorwürfe gemacht habe, was natürlich nicht förderlich ist. Erst wenn man akzeptiert dass es nicht mehr geht und das für sich annehmen kann, kann man entspannter werden, so meine Erfahrung aber der Druck wieder weiterzumachen, bleibt irgendwie immer. Mir geht es erst jetzt besser, wo ich weiß, ich fange eine neue Arbeit an, die mich hoffentlich nicht so überfordert wie die alte. D.h. ich habe grundlegend etwas an der Situation geändert, das war für mich befreiend. D.h. nicht dass das bei dir auch der Fall sein muss. Vielleicht, ziemlich sicher brauchst du jetzt erst einmal eine Auszeit um wieder zu Kräften zu kommen. Wenn es dir besser geht, kann man sich die Frage stellen ob man grundsätzlich etwas ändern sollte um zu verhindern dass es wieder so weit kommt.

Lieber Gruß
Giraffe

02.05.2021 13:16 • #4


Alice34

Alice34

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Liebe Giraffe,
Ich werde es versuchen und mit meiner Freundin sprechen.und wenn es mir zu viel wird den Abstand einfordern. Das fällt mir zwar sehr schwer weil ich auch nicht gut nein sagen kann,aber das muss ich wohl lernen. Danke dir für deinen Rat.
Ich weiss gerade einfach nicht wo mir der Kopf steht, ich habe immer gearbeitet,war so gut wie nie krank und wenn nur zwei oder drei Tage. Jetzt habe ich erst einen neuen Job angefangen,aber dass mich das gleich so überfordert war nicht abzusehen. Wahrscheinlich renne ich schon länger vor etwas weg und muss mir selbst klar werden,was ich im Leben möchte. Dazu muss ich sagen,dass ich fast jedes Jahr einen neuen Job angefangen habe,weil ich dann immer an dem Punkt der Überforderung war,was ja auch nicht normal ist. Eigentlich kann ich sehr gut mit Stress umgehen,dachte ich jedenfalls...
Ich wünsche dir viel Glück und einen guten Start im neuen Job,du schaffst das sicher. Ist es denn nur ein neuer Arbeitgeber oder bist du in eine neue Richtung jobmäßig gegangen? Vielleicht sollte ich auch umdenken.

Liebe Grüße

02.05.2021 13:33 • x 1 #5


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Giraffe

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Ich drücke dir die Daumen das du einen guten Weg findest auf dich selbst zu achten und in Zeiten wos dir besser geht, für deine Freundin da zu sein.

Ich glaube gerade am Anfamg überfordern einen die neuen Einflüsse und kann verstehen dass es für dich schwierig ist wenn du oft schon die Arbeit gewechselt hast. Ich habe deshalb jetzt eine Arbeit, die ich nicht gelernt habe, die man aber erlernen kann und die mir einfacher erscheint. Ob es klappt, wird sich herausstellen. Vielleicht gibt es da auch etwas einfacheres für dich, das du dir vorstellen kannst. Ich drücke dir die Daumen.

Liebe Grüße
Giraffe

02.05.2021 14:26 • x 1 #6

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