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Burnout oder nicht und was tun?

Friederle

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Ich möchte mein Problem heute einmal zur Diskussion stellen denn ich bin mir mit der Situation ziemlich unsicher bzw. überfordert in der ich mich gerade befinde.

Mein Hintergrund ist, dass ich seit 11 Jahren Depressionspatient bin, einen Psychiater habe und eine tiefenpsychiologisch fundierte Psychotherapie hinter mir habe. Bis auf kleinere Einbrüche war ich in den letzten Jahren ziemlich stabil.

Seit fast 6 Jahren bin ich mit meiner Partnerin zusammen und die Beziehung war lange harmonisch, glücklich und auf gleicher Augenhöhe. Als wir uns kennen lernten bin ich gerade aus einer schweren Depression gekommen und sie hat mir unbewusst dabei auch wieder auf die Beine geholfen. Sie war damals sehr aktiv was mir damals schon fast zu viel war Kultur, Museen usw. Wir haben ähnliche Interessen und so haben wir auch gemeinsame Urlaube und sonstige Freizeit gut verbringen können.

Vor etwa zwei Jahren wurde ihre Mutter immer kränker sie ist auch schon weit über 80 und war oft im Krankenhaus. Meine Partnerin hat einen Job in einer notorisch unterbesetzten Abteilung der Firma und macht oft Überstunden und arbeitet am Wochenende dann noch oft für ein paar Stunden von Zuhause aus oder fährt gleich ins Büro. In der Zeit als ihre Mutter immer hinfälliger wurde hat sie immer mehr Interesse an Freizeitaktivitäten verloren und hat, selbst bei besten Wetter, lieber mit Decke über sich auf dem Sofa vor dem Fernseher zugebracht und wirklich blödsinnige Sendungen geschaut und nicht einmal gemerkt wenn sie die schon einmal geschaut hat. In der Zeit begann ihre Wohnung zu verkommen und zu zumüllen. Früher habe ich oft für uns gekocht aber das war nicht mehr möglich weil ihre Küche völlig unbrauchbar wurde. Ich bin jetzt nicht der Ordnungsfanatiker aber so etwas habe ich in meinen schwersten Depressionen nicht zustande gebracht und jeder der Depressionen kennt weiß was man in dem Zustand an Chaos anrichten kann.

Im weiteren Verlauf hat sie dann die Haushaltsführung ihrer Mutter übernommen und ihr Arbeitspensum im Job wurde nicht weniger. Sie ist morgens um 7 Uhr aus dem Haus gegangen und oft erst um 21 oder 22 Uhr erschöpft nach Hause gekommen. Am Samstag hat sie dann noch den Wocheneinkauf für sich und ihre Mutter erledigt. Während dieser Zeit ist dann noch ihre Firma in ein sehr ungeliebtes Bürogebäude umgezogen in dem keine persönlichen Gegenstände auf den Schreibtischen mehr geduldet wurden weil sie das Design stören würden.

Das war dann der Zeitpunkt an dem sie von der Wohnungtür direkt ins Bett gegangen ist und nur noch mit dem Handy gedaddelt hat, die Sonntage fast nur im Bett verbracht hat außer den obligatorischen Besuch bei ihrer Mutter.

Ab März dieses Jahr habe ich dann seit langem mal wieder selber mit einer Depression zu kämpfen und wurde von meinen Psychiater auf Valdoxan umgestellt. Vorletztes Wochenende kamen die Nebenwirkungen des Valdoxans bei mir so richtig zum tragen ist bei dem Zeug wohl normal wenn sich der Stoffwechsel darauf anpasst. Ich habe mich also nicht wirklich gut gefühlt musst aber trotzdem an sie denken. Ich habe dann mir dann ein wenig von der Seele geschrieben was mich stört Vermüllung, dieser ständige Rückzug von ihr etc. Dabei habe ich aber auch geschrieben, dass ich sie liebe und meine Leben mit ihr verbringen möchte.

Letztes Wochenende dann war ich wieder ganz gut wieder hergestellt und das Valdoxan hat zumindest seine antriebssteigernde Wirkung bereits entfaltet. Ich war also bei ihr und sie war noch nicht da. Als sie dann kam ist ein kurzes Hallo gekommen und sie hat die Katzen gefüttert. Als sie davon zurück kam hat sie derartig wütend geschaut so habe ich sie noch nie erlebt. Sie meinte dann nur Du hast mir Druck gemacht. Das war in letztes Zeit eh keine Beziehung mehr (womit sie leider recht hat). Ich beende deshalb jetzt die Beziehung. Als Freund will ich die jedoch nicht verlieren. Ich geschockt und wusste nicht wie mir geschah. Da wir beide noch nichts gegessen hatten ich hatte deshalb extra auf sie gewartet hat sie mich dann zu Essen eingeladen wobei mir überhaupt nicht nach Essen zumute war. Als wir wieder zurück waren musste ich mich erst einmal aufs Bett legen und mich sammeln. Irgendwann nach 10 Minuten meinte ich dann Ich muss jetzt alleine sein und fahre Heim. Sie hat mich ziemlich entsetzt angeschaut und ich hatte den Eindruck sie hätte es gerne wenn ich wie immer das Wochenende bei ihr verbracht hätte. Sie meinte dann nur noch Wenn du magst melde dich. Nunja habe ich bis heute nicht gemacht denn ich brauche erst einmal Abstand.

Ich schreibe das unter Burnout denn ich habe den Eindruck das so etwas hier im Spiel ist. Depression ist es nicht denn die Verhaltensmuster kenne ich selber zur Genüge.

Entschuldigung für den Roman aber kürzer gings nicht.

13.07.2019 21:45 • x 4 #1


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Eis

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Lieber Friederle,

Nachdem ich von einem Burnout in die Depression gerutscht bin kann ich mich bei deiner Schilderung nur anschließen. Allerdings geht der Weg vom Burnout direkt in die Depression über und ich würde mal vermuten, bei deiner Freundin ist das auch der Fall. Man funktioniert nur noch für das, was unbedingt nötig ist und das ist in der Regel die Arbeit und die Pflege der Angehörigen, wie in ihrem Fall. Alles andere fällt hinten runter. Da gehört die Wohnung genauso dazu wie die Hobbys. Man hat keine Kraft mehr. Sie sollte sich dringend Hilfe holen. Es ist zwar nicht wie bei einer Depression, die einfach so daherkommt, aber die Auswirkungen sind die gleichen. Nur, dass man halt ein paar Monate oder Jahre darauf hinarbeitet. Also braucht sie auch eine Therapie, damit solltest du dich ja auskennen und kannst sie unterstützen.

LG Eis

14.07.2019 13:45 • x 5 #2


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Das Problem ist halt die Einsicht darein, dass etwas nicht in Ordnung ist. Wenn ich jetzt mit Therapie/Behandlung/Psychiater ankommen würde dann würde sie das interpretieren als ob ich sie aus Liebeskummer für Krank erklären würde. Ich bin allerdings, mal abgesehen davon das ich auch noch mit meiner Depression zu kämpfen habe, psychisch recht aufräumt seit ich kapiert habe, dass diese Beendigung der Beziehung ein psychisches Problem ist und nichts mit erloschener Liebe zu tun hat. Ich kenne das auch von mir selber, dass man in einer Depression keine Gefühle hat aber ich habe gelernt aus meiner langjährigen Depressionserfahrung da auf meinen Verstand zu hören der weiß, dass da mal liebe war und die irgendwann wenn es einem besser geht auch wieder hervor kommt. Das ist aber etwas was man erst lernen muss.
Ich versuche im Moment mein Leben bestmöglich zu leben und mich nicht durch sie und ihre Situation runter ziehen lassen. Nachher werde ich erst einmal ins Fitnessstudio und in die Sauna denn das tut mir gut. Allerdings merke ich auch wie ungewohnt es ist einen Sonntag alleine zu verbringen. Nächste Woche wollte ich mir einen Termin bei der sozial-psychiatrischen Beratungsstelle hier holen. Ich hatte das schon länger vor weil ich natürlich schon gesehen habe das sie am kompletten abstürzen ist aber mir ist da meine eigene Depression dazwischen gekommen. Zum Glück spreche ich gut auf das Valdoxan an und die Depression ist am abklingen.

14.07.2019 14:05 • x 3 #3


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Eis

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Klingt nach einer schwierigen Aufgabe. Aber du hast Recht, wenn du dich jetzt erst mal um DICH kümmerst und alles erst mal etwas "ruhen" lässt.

Alles Gute
Eis

14.07.2019 21:12 • x 4 #4


Friederle

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Ich habe mir gerade eine ToDo-Liste für Morgen gemacht die ich hoffentlich abarbeiten kann. Schaffbar und nicht zu lang denn ich kann Frustration wegen zuviel vorgenommen und nur die Hälfte geschafft gerade nicht brauchen. Ich merke auch, wenn ich zu viel erledige dann geht es mir ein paar Tage nicht gut weil ich wohl erschöpft bin. Die eignene Depression ist halt auch noch nicht ausgestanden.
Ich muss mir auch noch überlegen was ich mache wenn sie demnächst Geburtstag hat. Ich fürchte sie hat gerade nicht die Kraft mich zu ertragen und man sieht mir auch noch meine Depression und die Sorgen um sie an. Ich möchte sie auf keinen Fall unter Druck setzen. Das habe ich einmal aus Unwissenheit raus gemacht und möchte es nicht wiederholen.
Vielleicht werde ich ihr einfach eine nette Email schreiben mit einem schönen Foto was ich noch aufnehmen muss und sie darauf vertrösten, dass wir den Geburtstag irgendwann demnächst (kommenden Monat) nachholen können. Ehrlich gesagt brauche ich auch noch meinen Abstand damit ich zur Ruhe komme und situationsgerecht agieren kann. Nächsten Monat weil ich Anfang kommenden Monat den nächsten Psychiatertermin habe und ich gerne auch mit ihm drüber sprechen würde. Leider gibt er in Kürze seine Praxis ab und ich hoffe seine Nachfolgerin taugt was.
Ein Punkt auf meiner ToDo-Liste ist der Termin bei der Psychiatrisch-Sozialen-Beratungsstelle.

14.07.2019 22:21 • x 4 #5


Friederle

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Nun habe ich das 2,5te Wochenende alleine verbracht ohne irgend etwas von ihr zu hören. Es ist immer noch so ungewohnt für mich die Wochenenden alleine zu verbringen. Ich versuche das Beste draus zu machen und suche Ablenkung. Ich lerne gerade mit einer Spiegelreflexkamera gut Fotos zu machen was eine Herausforderung ist da ich bislang immer nur mit einer Kompaktkamera unterwegs war. Die Spiegelreflex habe ich mir allerdings schon vorher gebraucht gekauft gehabt als Ansporn auf den Hinweis meines Psychiaters ich solle raus gehen und mich nicht verkriechen.
Es ist aber leider auch so, dass mich in dieser Stadt so viel an glücklichere Zeiten erinnert und sie immer wieder präsent ist in meinen Gedanken. Abstellen kann ich das wohl nicht denn es ist so vieles derzeit offen. Am Dienstag hat sie Geburtstag und da muss ich mich wohl bei ihr melden obwohl ich eigentlich Abstand haben möchte. Abstand damit ich wieder komplett auf die Beine komme. Am Montag werde ich das zweite Mal in eine hiesige Selbsthilfegruppe gehen und mal schauen ob mir das was auf Dauer bringen wird.
Anfang August habe ich einem Termin bei meinem Psychiater und ich fürchte der wird diesmal etwas länger dauern. Leider gibt er die Praxis demnächst aus Altersgründen auf und eine Nachfolgerin übernimmt sie. Hoffentlich taugt die was.
Ich schreibe das hier um mir einfach ein wenig von der Seele zu schreiben.

21.07.2019 22:04 • #6


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Eis

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Hallo Friederle

Es tut oft gut, wenn man sich einfach was von der Seele schreibt. Mach weiter so. Wenn du morgen in der Selbsthilfegruppe bist kannst du ja mal das Geburtstagsproblem und dein Dilemma damit ansprechen. Vielleicht bekommst du hilfreiche Tipps.

Alles Gute
Eis

21.07.2019 23:28 • #7


Friederle

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Ich habe ihr eine Email geschrieben und möglichst emotionslos denn sie soll nicht schon wieder das Gefühl von Druck haben. Ihr gratuliert und geschrieben, dass ich noch Abstand brauche und daher nicht, wie sonst immer, ihren Geburtstag mit ihr verbringen werde. Allerdings auch geschrieben, dass ich für sie da bin wenn sie mich braucht und sie bitte auf sich aufpassen soll. Dazu noch ein Foto von mir eingefügt: gallery/image_page.php?album_id=218&image_id=329

23.07.2019 00:41 • x 1 #8


Friederle

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Viel Mühe gegeben, viel überlegt und nicht mal ein Danke.

23.07.2019 22:09 • x 2 #9


Friederle

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Heute Morgen dann doch das Danke und sie habe gestern vergessen die Mail abzusenden. Sie macht einen Kurztrip für zwei Tage. Ich hoffentlich sie erholt sich dabei ein wenig. Ihre Antwort war ziemlich emotionslos sondern eher fast geschäftsmäßig eine Pflichtübung und gibt mir gerade wenig Hoffnung.

24.07.2019 09:06 • #10


Friederle

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Wieder eine Woche rum und ein weiteres Wochenende alleine liegt vor mir. Es ist nicht so, dass ich alleine nichts mit mir anfangen kann aber es ist für mich immer noch ungewohnt. Unter der Woche habe ich eine ganze Menge abgearbeitet bekommen schon alleine weil ich mir gesagt habe, dass ich mein Leben weiter verfolgen muss ohne immer an sie und meine Sehnsucht zu denken. Selbst bei der brütenden Hitze hat das recht gut geklappt und für kommende Woche habe ich auch schon wieder eine ToDo-Liste. Scheinbar scheint auch die antidepressive Wirkung vom Valdoxan zum Vorschein zu kommen. Wobei meine Stimmung situationsbedingt jetzt nicht das Beste ist und mir die Hitze auch sehr zu schaffen macht.
Ich habe mir vorgenommen und mal sehen wie und wie lange ich das durchhalten werde stark zu sein und auf Besserung zu hoffen. Ich habe mir überlegt eine gemeinsame Freundin, sie ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie mit ins Boot zu holen und mit ihr darüber zu sprechen wie ich meine Partnerin in den letzten Jahren erlebt habe und wie sie sich immer weiter verändert und zurück gezogen hat. Da muss ich jedoch noch mal in mich gehen ob das so sinnvoll ist bzw. am Montag in der Selbsthilfegruppe zur Diskussion stellen.
Das Wochenende werde ich wohl eher in der klimatisierten hiesigen Uni-Bibliothek zubringen und Bildbearbeitung, Fotobearbeitung usw. weiter lernen. Bei der zu erwartende Hitze habe ich schlicht keine große Lust etwas draußen zu unternehmen.
Was ich ja überhaupt nicht verstehe und auch bislang nicht mal im Ansatz eine Antwort gefunden habe ist warum Menschen mit Burnout eine langjährige Beziehung so einfach leichtfertig wegzuwerfen bereit sind. Das scheint mir, nach allem was ich gelesen habe, eher die Regel als die Ausnahme zu sein.

26.07.2019 22:41 • x 2 #11


Friederle

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Wieder ein Wochenende alleine verbracht. Immer noch ungewohnt aber ich hatte noch nie, von schlimmsten Depressionen mal abgesehen, mich sinnvoll zu beschäftigen. Ein Wochenende in Zweisamkeit oder Mehr ist deutlich schöner da es sich von der Woche abhebt. Leider soll es gerade nicht sein.
Für kommende Woche habe ich wieder eine ToDo-Liste auf der die Rentenversicherung und eine Weiterbildung die sie finanzieren sollen ganz oben steht. Ich glaube das Valdoxan wirkt so langsam auch richtig was die antidepressive Wirkung betrifft denn ich schaffe auch deutlich Aufgaben abgearbeitet. Leider habe ich immer noch Einschlafschwierigkeiten aber wenn ich dann schlafe ist das sehr tief und fest.
Es tut mir gut wenn ich meine Gedanken aufschreibe auch wenn sich bei mir nichts wesentlich gerade bewegt. Daher werde ich das vorerst auch beibehalten zu schreiben wenn mir danach ist. Das einzige Erfreuliche ist, dass meine letzte depressive Phase wohl eindeutig am abklingen ist. Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche.

28.07.2019 21:39 • x 1 #12


Frederick1

lieber Friederle,

in meiner Depression gab es eine Phase, da war ich sehr zwanghaft. Weil ich so was von verunsichert war. Da habe ich meine liebe Frau fast unterdrückt, ihr jegliche Freiheit genommen. Mit Unterdrückung kannst du Angst erzeugen, aber keine Liebe. Ja vor lauter Angst habe ich oft zwanghaft reagiert, und meine Frau hat das auch sehr gestört, hätte sich auch fast von mir getrennt.

Mit meinem kontrollierenden Verhaltensmuster wollte ich Sicherheit und Selbstvertrauen gewinnen in meiner Depression. Ich wollte da manches in meiner Unsicherheit erzwingen.

Aber wenn ein Mensch sich kontrolliert und eingeengt fühlt, möchte er sich vom anderen wegbewegen, ergreift die Flucht.

Was aber kannst du tun, wenn du sehnsüchtig forderst, das deine Partnerin etwas für dich tut. Der erste Schritt könnte sein, dass du dir das eingestehst. Ja du brauchst das. Weil du hungrig bist nach Wertschätzung und Aufmerksamkeit. Du sehnst dich nach Zärtlichkeit und wertschätzenden Worten.

Das du anerkennst, was du brauchst, dir zu erlauben, das auch zu wünschen. Aber dass du dich von der Erwartung löst, dass deine Partnerin dir das immer und sofort geben muss.

Aber wer denn dann? Du fast jedes Bedürfnis kann auf vielfältige Weise erfüllt werden. Liebevolle Zuwendung kannst du auch von anderen Menschen erbeten, deiner Partnerin nicht immer so einen großen Druck machen.

Signalisiere deiner Partnerin, du darfst mir Wünsche erfüllen, aber du musst nicht, und schon gar nicht mit Druck.

Ein NEIN heißt nicht das du nicht geliebt wirst, sondern, gerade ist deiner Partnerin auch mal etwas anderes wichtig.

Lasse deiner Partnerin die Freiheit, die Luft zum Atmen. Lasse dir ihre Liebe und Annahme freiwillig schenken, nicht mit Zwang oder Druck. Oh das musst ich auch hart lernen. Aber es tut uns beiden gut. Mann kann in wahrer Freiheit leben, uns such doch gegenseitig freiwillig annehmen und lieb haben.


liebe Grüße an dich,

Frederick

29.07.2019 17:58 • x 2 #13


Friederle

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Hallo Frederick,
vielen Dank für deine Einwände. Es ist so, dass ich ihr gerade überhaupt keinen Druck o.ä. mache. Ich brauche selber Abstand und lasse sie, mal abgesehen von ihrem Geburtstag letzter Woche als ich ihr eine Glückwunschmail geschrieben habe, komplett in frieden. Obwohl mir das auch irgendwo sehr schwer fällt und ich große Sehnsucht habe. Unterdessen versuche ich selber mit meinem Leben voran zu kommen und jeden Tag meine ToDo-Liste abzuarbeiten was mir im Moment auch nicht so schwer fällt. Wenn ich irgendwann im Bett liege und einschlafen möchte dann kann ich die Sehnsucht und die Sorgen um sie jedoch nicht verdrängen. Ich möchte natürlich, dass sie wieder auf einen Weg aus dieser Tretmühle finden kann und dass ich wieder die Frau zurück bekomme in die ich mich vor sechs Jahren verliebt habe und die ich immer noch sehr liebe. Ich weiß allerdings auch, dass es sehr schwer ist alleine und ohne professionelle Hilfe wieder daraus zu finden. Ich habe es seinerzeit ja auch nicht alleine geschafft.
Sie hat die Beziehung einseitig für beendet erklärt aber alles sehr halbherzig. Je mehr ich drüber nachdenke wollte sie sich nur ihrer vermeidlichen Pflichten als Frau und Partnerin entledigen weil sie dafür keine Kraft mehr hat. Ich habe jedoch niemals irgend etwas eingefordert und ihr auch schon länger vorher immer versucht Verständnis entgegen zu bringen und ihr ihre dringend nötige Erholung zu lassen.
Wir haben immer eine Partnerschaft auf Augenhöhe, gegenseitigen Respekt und Rücksichtnahme aber ohne Abhängigkeit geführt. Dabei sollte es auch in Zukunft bleiben wenn wir denn beide eine Zukunft zusammen haben. Daher renne ich ihr auch nicht hinterher oder versuche Überzeugungsarbeit zu leisten. Entweder wir finden so wieder zueinander oder nicht mehr. Wobei ich Ersteres jetzt nicht für so unwahrscheinlich halte. Wir sind im Oktober beide z.B. auf einem Kongress auswärts und für uns ist ein Doppelzimmer gebucht. Meines Wissens nach hat sie das nicht gecancelt. Auch an dem Abend als sie die Beziehung für beendet erklärt hat hätte sie gerne gesehen, dass ich wie gewohnt bei ihr übernachte wir wohnen zur Zeit nur etwa 500 m auseinander. Sie hat irgendwo glaube ich erwartet, dass das Wochenende so verläuft wie alle anderen in jüngerer Vergangenheit auch. Ich konnte das jedoch nicht weil für mich das Ganze wie ein massiger Faustschlag in die Magengrube war.
Ich hege allerdings keine Aggressionen oder Wut gegen sie und habe noch das gleiche uneingeschränkte Vertrauen wie vorher. Ich bin, jetzt nachdem wir uns fast einen Monat nicht mehr gesehen haben, am überlegen wann ich den ersten Schritt wieder auf sie zumachen soll ohne das sie sich unter Druck gesetzt fühlt.

30.07.2019 00:07 • x 2 #14


Frederick1

lieber Friederle,

du ich habe meiner lieben Frau damals nicht bewusst Druck gemacht. Mein Kopf und mein Herz waren einfach nicht frei genug.

Mir wurde bewusst, wenn ich wirklich wieder Beziehung leben will, muss ich los lassen. Auch von vielen meinen Aktivitäten. Liebe wächst da wo wir versuchen uns zu verstehen, uns in den anderen Menschen einfühlen können. Mich von Aktivitäten und Gedanken zu lösen, die so viel Zeit und Energie rauben, die Zeit für gemeinsame Begegnung fehlt.

Und gerade in der Depression denkst du oft nur an dich selbst. Es fehlt die Kraft, sich auf den anderen Menschen in Liebe einzulassen. Es ist verrückt, nur wenn ich innerlich wieder mehr los lassen kann, kann ich mich auf die Begegnung/Beziehung wieder einlassen. Diese Zeit müssen wir uns geben und lassen. Lasse deiner Frau die Zeit, bis ihr euch wieder begegnen könnt, auf eine ganz neue Art und Weise.

Um lieben zu können ist es notwendig vieles los zu lassen, was uns den Blick auf die Partnerin versperrt. Vorurteile und rosarote Vorstellungen sind nicht immer echt. Wir sehen nicht mehr, wie der andere ist. Und in der Depression ist unser Blick noch mehr getrübt. Deshalb sollte man in der Depression keine lebensentscheidenden Dinge tun.

Und oft haben wir Bilder im Kopf, nach unseren bisherigen Erfahrungen, genau so muss unsere Partnerin sein. Aber die festen Bilder verhindern, das wir einander umfasend wahrnehmen.

Zum Lieben gehört, immer wieder mit neuen Augen betrachten, wie ist unsere Partnerin gerade wirklich.ist.

Auch das du dich von Erwartungen am Verhalten deiner Partnerin trennst, und ihr das auch so sagst.

Das heißt auch, Entscheidungen zu respektieren, die du vielleicht anders getroffen hättest.

Auch bisherige Erfahrungen vor allem negativer Art verhindern, das ihr euch wieder begegnen könnt. So etwas will ich nie wieder erleben, das sind oft die letzten Worte mancher Beziehung.

Da wo wir uns vor Verletzungen schützen wollen, verschließen wir uns auch vor dem Lieben.

Welches Verhalten hat euch in der Vergangenheit verletzt, was möchtet ihr nie wieder erleben. Und was könnt ihr tun, das sich das nie mehr wiederholt.

Versucht euch wieder irgendwie zu versöhnen, wo ihr euch gegenseitig verletzt habt. Vergebt euch, wage den ersten Schritt. Letztendlich ist Liebe für uns Menschen wichtiger als alles Karriere und Geld.

Kein Mensch ist perfekt. In jeder Beziehung leben zwei unperfekte Menschen zusammen. Da gilt es nur, irgendwie das Beste daraus zu machen.


liebe Grüße,

Frederick

30.07.2019 17:51 • x 1 #15


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Jedi

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Hallo !

Zitat von Frederick1:
Welches Verhalten hat euch in der Vergangenheit verletzt,
Dies offen u. am besten mit wohlwollenden Sätzen benennen, was Euch verletzt hat !
was möchtet ihr nie wieder erleben.
Dabei einmal gemeinsam schauen, was sind von jedem die Anteile, die er mitbringen kann, um miteinander Euch unverstellt zu begegnen !
Erwartungen die wir an den Partner/in haben abbauen u. offen seine Bedürfnissen gegenüber dem Partner/in benennen
!
Und was könnt ihr tun, das sich das nie mehr wiederholt.

Verabredungen treffen, wie wollen wir zusammen unser Leben gestalten,
wieviel Freiheit darin kann jeder für sich beanspruchen,
regelmäßig eine Ehe-Konferenz (wie man es benennt, dafür kann jeder selbst einen Namen finden) einführen.
mit verabredetenThemen, Gesprächszeit für Jeden u. Ort !
Es kann zu einem Wertvollen Erlebnis werden, wenn man danach schön Essen geht, in eine Bar was trinken, ins Kino oder ihr führt diese Ehe-Konferenz in einem Hotel, wo ihr Euch auch gleich ein schönes gemeinsames Wochenende verlebt.

Zitat von Frederick1:
Kein Mensch ist perfekt.

Das stimmt absolut !
und so begegnet Euch auf Augenhöhe, mit dem nötigen Respekt, der gegenseitigen Wertschätzung u. im Bewusstsein,
dass wir alle unseren eigenen Anteil daran haben, der zu einem gelingen oder zum misslingen einer Beziehung führen kann.
Da sollte jeder seine Verantwortung dafür auch übernehmen !
Zitat von Frederick1:
Da gilt es nur, irgendwie das Beste daraus zu machen.

Villt. nicht nur irgendwie das Beste daraus zu machen, sondern sich vornehmen, dass Beste zu wollen !

Selbst, wenn es auch dann mal zu einer Entscheidung kommen sollte, dass ein gemeinsamer Weg nicht mehr möglich, gar nicht mehr sinnvoll ist.
Dann braucht man aber auch sich hinterher nicht mehr mit Dreck zu bewerfen, wenn jedem sein Anteil daran bewusst ist.

So meine persönlichen Gedanken dazu !

LG Jedi

30.07.2019 18:24 • x 1 #16


Friederle

Friederle

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Vielen Dank für eure Worte und ich muss drüber nachdenken. Soweit ich das sehe muss ich versuchen, wie ich das bereits vorher geschrieben habe, ein wenig wieder auf sie zugehen. Ich habe mich ja in den letzten Wochen zunächst einmal völlig aus ihrem Leben zurück gezogen schon alleine weil ich es brauchte um die (ungewohnte) Situation zu erfassen.
Was Depressionen betrifft so bin ich aus meiner letzten glaube ich so langsam raus und bis auf Einschlafschwierigkeiten merke ich nur noch wenig davon. Natürlich bin ich nicht so fröhlich wie wie sonst was aber eher situationsbedingt ist. Ich bekomme tagsüber schon recht viel erledigt was ich in der Depression so überhaupt nicht schaffe. Ich habe für mich eine Roadmap entwickelt wo ich demnächst persönlich hin will um auch wieder beruflich Fuß zu fassen. Ich würde ihr gerne davon erzählen aber ich glaube das würde sie gerade überfordern.

Wie gesagt ich muss wieder einmal in mich gehen, das geschriebene sicher noch mehrmals lesen und schauen was ich daraus mache.

30.07.2019 21:37 • x 2 #17


Frederick1

hallo lieber Friederle.

bist du eigentlich ein Schwabe? Ja es ist wichtig und gut, das du wieder mehr erledigen kannst. Aber überfordre dich nicht. Selbst habe ich mich auch immer überfordert, war viel zu streng mit mir selbst. Heute weiß ich, was ich heute nicht packe, das packe ich dann morgen. Mein Überperfektionismus hat weder mir noch meiner lieben Frau geholfen.

Es hat aber lange gedauert, bis ich das erkennen und zugeben konnte. Eine Beziehung ist dann gut, wenn wir vollkommen offen sein können. Wo du offen zu deinen Stärken und Schwächen stehen kannst. Wo du vertraulich deine Zweifel und deine Ängste aussprechen kannst.

Ich glaube, der Grund, wieso ehrliche Beziehungen so selten sind, ist das ich die Grundvoraussetzung dazu oft nicht erfülle. Und diese Voraussetzung ist Ehrlichkeit.

Ehrlichkeit im Umgang mit deinen eigenen Gefühlen, aber auch Ehrlichkeit im Umgang der Gefühle mit deiner Partnerin.

Denn jedes Vertrauen basiert auf Ehrlichkeit miteinander.

Ehrlichkeit mit mir selbst und meiner Frau ist die Voraussetzung, das die Beziehung immer tiefer und offener wird.

Wenn ich meine eigenen Gefühle verdränge, bekomme ich früher oder später Schwierigkeiten, mir ging das so.

Und wenn ich die Gefühle meiner Frau missachte, dann ist die Beziehung oft gestört.

Der ehrliche Umgang mit unseren Gefühlen ist so was von wichtig. Aber auch Offenheit in der Beziehung mit deiner Partnerin.

Das ihr immer mehr Anerkennung für euch habt. Das Verlangen nach Anerkennung ist ganz tief in unserem Leben verwurzelt. Ermutigung und Anerkennung für deine Frau ist so was von extrem wichtig. Immer wenn du deine Frau wertschätzt, ihr ein ehrliches Kompliment machst, bestärkst du sie in ihrem Selbstwertempfinden. Aber nur wenn du dich selbst anerkennen und wertschätzen kannst, kannst du auch deine Partnerin anerkennen und wertschätzen. Es hängt ganz vier davon ab, das du dich selbst wertschätzen kannst.

Darum, bestärke dich und deine Partnerin ohne Vorbehalt in der Selbstachtung.

Dein eigenes Wohlbefinden und das deiner Partnerin hängt von eurem intakten Selbstwertgefühl ab.

Und jede ehrliche Anerkennung fördert euren persönlichen Selbstwert.

Behandle deine liebe Partnerin so, wie du auch von ihr behandelt werden möchtest.

Meine liebe Frau muss auch tagein tagaus meine Marotten und Macken ertragen, und ich ihre.

Und das verdient echte Anerkennung.

Beharre nicht darauf, das deine Partnerin so sein muss wie du. Gleiche Denkweise, gleiches Empfinden, gleiches Verhalten, gleiche Ziele, gleiche Interessen usw.

Es gibt ja auch nicht nur eine Marmelade, sondern mehrere, das belebt das Frühstück.

Jeder Mensch ist anders. Jeder hat seine Eigenheiten.

Der eine ist ein Frühaufsteher, der andere kommt erst spät auf Touren, der eine ist ein Abenteurer, der andre ein Angsthase, der eine redet ohne Ende, der andere ist ganz still.

Versucht euch in eurer Andersartigkeit zu ertragen, das ist aber mehr als tolerieren. Es heißt auch, das wir unsere Unterschiede akzeptieren, uns so annehmen können, so wie wir sind.


liebe Grüße an dich,

Frederick

31.07.2019 18:18 • #18


Friederle

Friederle

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Hallo Frederick,

nein ich komme nicht aus Schwaben aber habe dort lange Jahre meines Lebens zugebracht. Die schwäbische Verniedlichungsform habe ich gewählt weil der Benutzername Frieder schon vergeben war und Frieder ein Kosename aus meiner Kindheit war.

Im Moment bekomme ich, ohne mich zu verausgaben recht viel abgearbeitet. Ich achte da schon sehr drauf, dass ich mich nicht übernehme und das würde ich nach meiner Erfahrung am nächsten Tag spüren was aber nicht der Fall ist. Ich habe jetzt so langsam verinnerlicht was ich seinerzeit in der medizinischen Reha gelernt habe. Das heißt sich selber was gutes tun und sich selber zu mögen/lieben/achten. Gestern (Mittwoch) hatte ich meine komplette ToDo-Liste für die Woche abgearbeitet und dann habe ich mich, habe ich vorher noch nie so gemacht, mit einer Selbsteinladung zu einer Pizza Frutti di mare, meine Lieblingspizza und am Abend mit alkfreiem Radler belohnt. Wieder was gelernt und ich hoffe das werde ich von Zeit zu Zeit wiederholen.

Wir über unsere Gefühle für einander schon gesprochen aber vermutlich viel zu wenig. Ich finde es auch immer schwierig da den passenden Rahmen zu finden. Zum Teil ist es auch so, dass ich meine Partnerin auch nicht unbedingt mit meinen Depressionen belasten wollte. Ich war von Anfang an der Beziehung immer offen was das Thema betrifft aber ich wollte sie nicht belasten wenn ich mal wieder Ausschläge nach unten hatte. Eine richtige Depression bekomme ich nicht überspielt und man sieht mir das sofort an weil ich dann nur noch ein Schatten meiner selbst bin.

Du sprichst das Thema Ehrlichkeit an. Für mich sind die Grundfesten einer Beziehung und ich glaube wir haben das beide auch so gelebt, das Vertrauen, Treue, gleiche Augenhöhe, Rücksichtnahme aber auch die gegenseitigen Freiheiten akzeptieren. Wahrscheinlich wird mir noch mehr einfallen wenn ich weiter drüber nachdenke. Man entschließt sich zusammen das Leben zu verbringen aber auch ohne seine Individualität aufzugeben.

Anerkennung, Lob, Komplimente usw. hat leider in unserem Kulturkreis keine große Bedeutung bzw. wird nicht praktiziert. Das hat mich in der Vergangenheit im Berufsleben auch oft sehr belastet und wenn ich so gerade drüber nachdenke bin habe ich das selber noch nicht gelernt dem von mir aus ausreichend Beachtung zu geben sprich so etwas auszusprechen. Ist sicher eine Baustelle an der ich arbeiten muss unabhängig von einer Beziehung.

Wir haben uns über ein gemeinsames Hobby kennen gelernt und recht schnell festgestellt, dass wir noch mehr Interessen und Hobbys teilen. Von daher war das Verbiegen dem Partner zuliebe überhaupt kein so großes Thema. Natürlich ist das auch bei uns nie deckungsgleich gewesen aber das ist wie ich oben schon schrieb etwas was man akzeptieren muss das den anderen sein Leben zu lassen. Ich denke das haben wir auch recht gut hin bekommen. Ich bin ein Nachtmensch und sie geht doch recht früh schlafen. Irgendwie hat das meist ganz gut geklappt das jeder seine Eigenarten ausleben konnte.

Ich werde denke ich den ersten Schritt machen und wieder auf sie zugehen und fragen ob sie Lust und Laune das wir zusammen auf das hiesige Volksfest am kommenden Wochenende gehen. Zu solchen Aktivitäten war sie in letzter Zeit immer noch fähig und ich glaube da kann sie bei Abschalten und Entspannen.

Nun werde ich aber auch schlafen gehen und hoffe das klappt diesmal mit dem Ein- bzw. Durchschlafen besser als die letzte Nacht.

Liebe Grüße auch an dich.

01.08.2019 02:27 • x 1 #19


Frederick1

lieber Friederle,

das freut mich jetzt von Herzen, das es dir jeden Tag wieder etwas besser geht. Selbst esse ich auch für mein Leben gern Pizza. Wenn mir manchmal alles zuviel wird, gehe ich auch gerne Pizza essen. Als Vegetarier liebe ich die Pizza Magherita,
Pizza Fungi, oder die mit Gemüse. Aber die beste Pizza macht nach wie vor meine liebe Frau.

Ja, menschliche Beziehungen unterliegen so leicht der Gefahr, das sie besitzergreifende Formen annehmen. Gerade in der Depression sehnt sich mein Herz so sehr nach Liebe, das ich immer wieder versucht bin, meiner Frau, Menschen die uns Liebe, Zuneigung, Sympathie oder Freundschaft schenken, zu klammern.

Kaum haben wir einen Hauch von Liebe entdeckt oder gespürt, verlange ich schon nach mehr.

Daran mag es auch liegen, das wir uns streiten, weil wir oft mehr wollen, als der andere zu geben vermag., oder zu geben bereit ist. Da müssen wir so gut es geht, immer wieder die Mitte, den besten Ausgleich finden.

Ja lade deine liebe Frau ein. Aber lasse sie ihre eigene Entscheidung treffen, was ihr gerade gut tut und was nicht.

Ich wünsche euch von Herzen, das ihr euch wieder in Liebe annehmen könnt.

Rede mit deiner lieben Partnerin darüber bis ihr euch immer besser versteht, immer mehr harmoniert.

Denn der Liebe fällte es schwer, nicht in Besitz zu nehmen, weil unser Herz sich nach vollkommener Liebe sehnt, die aber kein Mensch auf der Erde geben kann. Und deshalb sucht man sich heute viel zu schnell einen neue Partnerin/Partner.

Am Anfang, am Beginn des verliebt seins kann man noch alles geben, aber mit der Zeit auch nicht mehr. Und schon ist man wieder auf der Suche nach etwas Neuem.

Deshalb versuchen meine liebe Frau und ich, immer wieder einander Raum zu gewähren. Denn wenn ich immer wieder in den freien Raum einfach so rein trete, erlauben wir uns nicht mehr freie Menschen zu sein. Und das bringt immer wieder Kummer und Enttäuschung mit sich.

Wenn wir uns aber immer wieder den freien Raum gewähren, unsere Gaben, das was jeder am Besten kann, austauschen, dann kommt es auch oft wieder zu wahrer Nähe.

So ein Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz. Manchmal sind wir uns ganz nahe, berühren uns, ein anderes mal lösen wir uns wieder, und lassen einander den Raum, den jeder braucht.

Das muss ich aber erst einmal einspielen. Besonders dann, wenn unsre Absichten auseinander gehen. Der eine möchte gehalten werden, der andere wieder mehr selbständig sein. Vollkommener Einklang ist selten.

Doch auch unser Bemühen führt schon zu einem besseren zusammen leben.

Ja Anerkennung, Lob, Wertschätzung wird heute leider nicht mehr so gelebt. Deshalb leiden in unserer Gesellschaft immer mehr Menschen an burn out, Depression, Trennungen usw.Viele möchten ohne Rücksicht ganz schnell Karriere machen, viel Geld verdienen, gut leben, reisen, vergnügen.

Aber Geld ist nicht alles im Leben. Und es gibt auch gute Chefs, die ihren Mitarbeitern Wertschätzung entgegen bringen.


viele liebe Grüße an dich,

Frederick

01.08.2019 15:22 • x 2 #20


Friederle

Friederle

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So, heute am Sonntag haben wir uns das erste Mal seit gefühlt einer Ewigkeit wieder gesehen und 2,5 Stunden zusammen auf dem hiesigen Volksfest verbracht. Zunächst war sie sehr distanziert und irgendwie auch unsicher glaube ich mir ging es ähnlich und habe mich gefühlt wie beim ersten Date. Später dann wurde die Situation irgendwann zwischen uns so normal wie immer eigentlich nur das sie peinlich jeden Körperkontakt vermieden hat.
Sie hat mittlerweile einen Arzt aufgesucht allerdings habe ich nur die Vermutung, dass sie wegen ihrer vielen Beschwerden, meiner Meinung nach alles psychosomatischer Natur, dort ist. Aber Magenbeschwerden, Kopfschmerzen, Schlaf- und Einschlafstörungen und seit neusten undefinierbare Rückenschmerzen schreit meiner Meinung nach nach Psychosomatik.
Ein Stressor ist bei ihr jetzt weg gefallen denn ihre Mutter ist kurz nach der Trennung von mir verstorben. Sie hat zwar die nötigen Formalitäten erledigt aber z.B. Wohnungsauflösung usw. schiebt sie nach eigener Aussage vor sich her. Ich denke sie ist derzeit in der Verdrängungsphase des Trauerprozesses und die großen Emotionen kommen mit der Beisetzung und mit der Wohnungsauflösung. Ich habe ihr natürlich volle Unterstützung angeboten ob sie annimmt muss sie selber entscheiden. Aus ihren Erzählungen entnehme ich, dass sie derzeit versucht jede Form der Entspannung auszunutzen die sich ihr bietet. Ich denke ihr wird so langsam klar, dass sie über Jahre hinweg auf der Überholspur unterwegs war.
Nach dem Nachmittag bin ich jetzt völlig fertig denn ich musste mich sehr zurückhalten mit meinen Emotionen denn ich habe ihr recht freien Raum gelassen, versucht nicht irgend etwas wie Druck aufzubauen oder ähnliches.
Verabschiedet hat sie sich mit: "bis die Tage".
Mal schauen was die Zukunft bringt .

Sorry Frederick wenn ich jetzt nicht auf dich eingehe aber ich bin platt.

04.08.2019 23:44 • x 2 #21


Frederick1

lieber Friederle,

oh das freut mich jetzt ganz arg, das ihr euch wieder getroffen habt. Und ich würde es euch so wünschen, das ihr euren Beziehungsgarten neu umgraben könnt.







Wir bebauen uns,
ein Fleckchen Erde,
pflanzen Deine Art,
meine Art,
mein Lachen, dein Lachen,
unsere Tränen,
unseren Frohsinn,
unsere Traurigkeit,
und einen kleinen Baum,
säen Deine Stille,
mein Schweigen,
unseren Idealismus
unsere Ideen,
unsere Verrücktheiten,
unsere Liebe,
und einfache Blumen
lassen unsere Hoffnungen keimen,
beschneiden nichts,
in unserem Garten
der Lebensfreude.

Nehmt euch wieder selbst an, nehmt euch wieder gegenseitig an. Lasst euch aber die Zeit, die ihr dazu braucht. Ein Garten blüht auch nicht wieder von heute auf morgen.


liebe Grüße,

Frederick

12.08.2019 18:47 • #22


Friederle

Friederle

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Hallo Frederick,
vielen Dank für deine lieben Worte. Zeit, ja es braucht Zeit und Kraft und ich hoffe die Kraft werde ich finden. Mir gehts heute nicht besonders gut und das sind solche Tage da habe ich Zweifel und frage mich nach der Sinnhaftigkeit zu ihr stehen zu wollen. Es gibt natürlich auch Tage da denke ich da deutlich positiver. Was bleibt sind immer die Zweifel und die Ungewissheit.
Wir haben uns das Wochenende getroffen aber ich hatte da auch das Gefühl jemanden fremdes getroffen zu haben denn ich habe kaum die Frau erkannt in die ich mich damals verliebt habe und die ich liebe sondern eher jemand der keine Gefühle kennt und eher wirkt wie ein Robotor. So etwas schürt natürlich auch die Zweifel obwohl ich natürlich weiss, dass so eine Wesensänderung auch krankheitsbedingt sein kann. Auf meinen per Email geäußerten Wunsch das ich gerne zur Bestattung ihrer Mutter kommen möchte um mich von ihr zu verabschieden hat sie mir seit einer Woche nicht geantwortet aber ich habe auch den Eindruck, dass sie das alles gerade verdrängt. Was passieren wird wenn sie das alles emotional einholen wird, was unweigerlich passieren wird, kann ich nur erahnen.
Ich hoffe ich finde die Kraft diese schwere Zeit zu überstehen und dass wir es schaffen den, wie du schriebst, den Beziehungsgarten neu umzugraben.
Viele Grüße

13.08.2019 18:40 • x 1 #23

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