Bin mit der Kraft am Ende - Burnout & Depressionen

Da ich im Moment nicht die Kraft finde mehr zu schreiben, aber dennoch auf ein wenig Resonanz hoffe, kopiere ich jetzt einfach mal meinen Vorstellungsbeitrag hier rein. Ich hoffe, das ist ok...

Also, ich bin 27 Jahre jung und in einem großen Unternehmen als Vetriebsassistentin tätig. Durch jahrelange Überlastung (zu wenig Personal, neue Außenstelle, Mobbing etc.) erlitt ich im Mai einen Nervenzusammenbruch. Nach dreiwöchiger Krankschreibung war ich überzeugt, das Tief hinter mir gelassen zu haben und fing wieder mit neuem Elan an zu arbeiten.

Leider wurde ich schnell eines Besseren belehrt und ich bekam mit der Zeit massive Symptome, die ich natürlich nicht wahr haben wollte
Um es kurz zu machen: mittlerweile bin ich mit meinen Kräften völlig am Ende, habe von meinem HA Burn Out und Depression diagnostiziert bekommen und gleich eine Notfalleinweisung in eine psychosomatische Klinik mit auf den Weg bekommen.
Sowohl meine seelischen als auch körperlichen Symptome bringen mich immer weiter an die Grenze dessen, was ich ertragen kann

Ich hoffe hier auf Austausch mit anderen Betroffenen und vielleicht ein wenig Trost...

Man liest sich hoffentlich mal

Liebe Grüße
Athene

19.12.2008 21:27 • #1


das klingt nach einer längeren auszeit und danach das du einmal deine batterien aufladen mußt .tu dir den gefallen und laß dir zeit zur ruhe zu kommen und schau einfach mal nach dem was dir gut tun könnte
auf jeden fall wünsche ich dir gute besserung

mörlin

20.12.2008 00:47 • #2


Hallo merlin,

danke für Deine Antwort!
Ich werde über Weihnachten und Neujahr noch arbeiten müssen, aber dann werde ich mich erst mal krankschreiben lassen. Mein HA ist nicht begeistert davon, dass ich noch immer arbeite und so langsam kann ich verstehen, warum. Es wird jeden Tag schlimmer, Herzrasen, Schwindel, Magenkrämpfe und dieser schreckliche Kloß im Hals, der mir fast die Luft zu atmen nimmt. Selbst zu Hause hört das mittlerweile nicht mehr auf, dazu kommen dann noch meine Heulattacken, diese ständige innere Unruhe die mich immer weiter treibt und mich nicht zur Ruhe kommen lässt... Um nur ein paar Symptome zu nennen.
Ich werde nächstes Jahr heiraten, da sollte man doch annehmen, dass ich mich freue wie ´n Schnitzel. Aber der Gedanke an die noch zu erledigenden Dinge wie z.B. die Planung der Hochzeitsreise bringt mich jedesmal an den Rand einer Panikattacke. Ich fühle mich vollkommen überfordert mit den kleinsten Dingen und bin dann immer wie gelähmt

Ich hoffe, ich stehe diese paar Tage in diesem Jahr noch durch...

Liebe Grüße
Athene

20.12.2008 11:08 • #3


hallo liebe athene!

ich habe sehr ähnliches erlebt - bei mir war es auch so, dass ich nach wenigen wochen krankenstand dachte, es geht wieder, aber dann kam erst der richtig große zusammenbruch.
in eine klinik zu gehen ist sicher eine gute idee, um wieder zu kräften zu kommen.
ja, symptome können einen ganz schön fertig machen.
gib körper und seele jetzt gaaaanz viel zeit... ich habe die erfahrung gemacht, dass zeit das beste heilmittel ist... und verlass dich auf deine selbstheilungskräfte (wobei die natürlich von aussen unterstützt werden müssen).
ich würde dir dringenst raten nicht weiter zu arbeiten... will dir keine angst machen, aber das kann auch noch schlimmer werden. dein körper schreit und schreit... hör ihm zu!!! glaub nicht, in der arbeit nicht ersetzbar zu sein... man ist immer ersetzbar und die welt funktioniert auch ohne dich. so hart das klingt. nichts ist so wichtig wie die eigene gesundheit. niemand hat was davon, wenn du dich weiter und weiter verausgabst... umso länger braucht die heilung.

wünsch dir viel kraft!

rose

20.12.2008 11:18 • #4


Hallo Athene,

möchte mich den vorhergehenden Meinungen anschließen

Nehme Rücksicht auf die Symptome deines Körpers, denn deine "erste Bekanntschaft" dieser Art Erkrankung, liegt ja noch gar nicht so lange zurück, wie du schreibst.
Bist du denn noch in Therapie oder nimmst bzw. nahmst du Medikamente ein?
Was wurde dir denn damals geraten, wie sah die Prognose aus ?

Warum befolgst du den ärztlichen Ratschlag nicht ?
Blödes Bps., aber würdest du mit einen Gipsfuß denn Skifahren wollen ? Den Gips abnehmen, um die Pisten unsicher zu machen

Ich verstehe deine Haltung bezügliches des Arbeitens etc. pp... Habe dies ebenfalls so bewerkstelligen wollen und ohne Rücksicht durchgezogen.
Im Nachhinein kann ich nun feststellen, daß es mir damals noch nicht "dreckig" genug ging, auch daß es einen weiteren Abstieg nach Unten geben kann, konnte ich mir nicht vorstellen.
Habe zwar schon damals viel über diese heimtückische Erkrankung gelesen, jedoch wollte ich dies nicht so ganz glauben, denn diese Erkrankung passte eben nun einmal nicht zu meiner damaligen Lebenssituation

Auch ist es leider Fakt, daß eine "verschleppte" Diagnose oder Symptomatik, generell eine längere Therapiezeit benötigt.

Möchte dir hier keine Angst machen, dies ist auch meine Erfahrung gewesen, diese Erkrankung verläuft bei jedem Menschen anderes, jedoch sollte man oder frau diese Diagnose ernst nehmen und als Erkrankung akzeptieren.

Liebe Grüße und ein schönes viertes Adventswochenende

sek

20.12.2008 12:05 • #5


chariot
Hallo Athene,

auch von mir kleines Trostpflaster- alles wird gut, aber nur, wenn du die Dinge in die hand nimmst! Scheinst guten Hausarzt zu haben- so höre doch auf ihn!
Und auf die anderen, die dir nur Gutes raten. nimm dir Auszeit, lass dich krank schreiben, denk über eine psychosomatische Reha nach, und vielleicht doch eine andere Stelle- kann doch auch innenbetrieblich sein.
Ich selbst kann von Überlastung und BurnOut ein Lied singen- nimm es ernst, bevor es zu spät ist, und deine Symptome sich dauerhaft bei dir "einnisten"!

Viele liebe Grüße, und frohes Fest

20.12.2008 15:09 • #6


Hallo zusammen,

leider ist es gleichzeitig Ursache und Symptom vieler BurnOut-Betroffener, Erholung und innere Ruhe nicht mehr zulassen zu können. Es erscheint mir gerade wahnwitzig, dass man trotz körperlichen Zusammenbruches oder schwerster Ausfallerscheinungen nicht in der Lage scheint, den Ernst der eigenen Situation zu erkennen. So kann ich zum Beispiel aufgrund Kontakt vieler Mitglieder in meinem Forum und auch aufgrund eigener Leidensgeschichte ein Wörtchen hierbei mitreden.

Diese scheinbar bewusst destruktive Haltung hat unterschiedlichste Ursachen. Dabei bringt es in der Regeln nichts, nur die Symptome zu bekämpfen. Liebe Athene, ich stimme daher dem Rat der anderen zu: Du solltest unbedingt den Teufelskreis durchbrechen. Je länger Du an den alten Gewohnheiten fest hältst und nicht bewusst einen Cut herbeiführst, wird Dein Körper immer weiter Stresshormone ausschütten, um die erbrachte Leistung so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Doch es wird wohl sicherlich der Zusammenbruch kommen, wenn Du nicht bald Konsequenzen ziehst. Es gibt dazu leider viele Beispiele...

Viele Grüße,
Samson

28.12.2008 13:38 • #7


Hallo zusammen,hallo Samson,

ich weis genau wovon Du sprichst;

mich hat es vor 7 Wochen erwischt,hatte einen körperlichen zusammenbruch während dem arbeiten,nichts ging mehr!!

Herzrasen,Schwindel,Kopfschmerz,Schweissausbruch, das volle programm..

ich wurde direkt zu meinem Hausarzt gefahren,worauf nach diesem Besuch plötzlich alles anderst war...

Dinge wie aufstehn um sich an zu ziehen wurden zur Lebensaufgabe,mein Körper war komplett runtergefahren,

trotz allem kommt er nicht zur Ruhe, ich habe gewaltige Schlafstörungen,was das ganze nicht gerade erleichtert!!

mein Neurologe rät mir nun zu einer Kur,wer hat Erfahrungen gemacht bezügl.dessen? LG.TRAUMPOET

28.12.2008 19:44 • #8


Ohne Werbung betreiben zu wollen, gibt es diesbezüglich einige Erfahrungsberichte in meinem Forum. Diese sind öffentlich zugänglich, weshalb man sich dort nicht registrieren muss, um mitzulesen.

Sehr oft wird darüber berichtet, dass der Körper relativ schnell komplett herunter fährt, wenn er auch nur die Chance einer ernsten Erholungsphase wittert. Dabei ist es gar nicht unbedingt nötig, dass man die Pause schon begonnen hat, vielmehr reicht schon das Wissen darüber. Das zeigt aber nur einmal mehr, wie sehr man oft Raubbau an sich selbst betreibt und ich Falle eines BO-Patienten selbiges noch nicht einmal bemerkt.

28.12.2008 20:47 • #9


hallo alle zusammen,
@athene: bist du noch da? wie gehts dir jetzt? hast du den allgemeinen foren-rat beherzigt?

@stella: du stehst kurz vor der rückkehr ins arbeitsleben?! gratuliere! das ist schön zu hören und macht mir hoffnung, die ich momentan leider nur selten hab... meine diagnose war auch burnout und mittelschwere depre... verrate uns: wie hast du das hingekriegt?

@samson
Zitat:
Sehr oft wird darüber berichtet, dass der Körper relativ schnell komplett herunter fährt, wenn er auch nur die Chance einer ernsten Erholungsphase wittert. Dabei ist es gar nicht unbedingt nötig, dass man die Pause schon begonnen hat, vielmehr reicht schon das Wissen darüber. Das zeigt aber nur einmal mehr, wie sehr man oft Raubbau an sich selbst betreibt und ich Falle eines BO-Patienten selbiges noch nicht einmal bemerkt.

wow - du bringst es auf den punkt! woher dieses wissen - selbst erfahren? genauso wars bei mir: eine längere auszeit stand bevor, ich hatte schon lange panikattacken (was ich in dieser situation erstaunlicherweise überhaupt nicht bedenklich gefunden habe - ich sah keinen anlass zur kursänderung)... und exakt 2 wochen vor der lang ersehnten auszeit: zack bum aus.

04.01.2009 18:17 • #10


Hallo alle zusammen und ein frohes neues Jahr

@wildRose: Danke der Nachfrage, ja, ich bin noch da. In den letzten Tagen ging es mir ganz gut, auf der Arbeit war wegen den Feiertagen nicht viel los und ich konnte in aller Ruhe meine Sachen abarbeiten.
Ab heute geht das normale Leben weiter, noch bin ich innerlich total entspannt, aber langsam schleicht sich die Angst vor morgen ein, dann ist meine cholerische Büroleiterin wieder da. Und mit der sitze ich auch noch im selben Zimmer
Aber ich habe mir fest vorgenommen, mich nicht von ihren Launen beeinflussen zu lassen, mal sehen ob ich das schaffe...
Ansonsten habe ich noch bei der Klinik angerufen, in der ich meine Reha machen soll. Obwohl mein Arzt mich als Notfall eingewiesen hat, muss ich trotzdem mit ca. 8-12 Wochen Wartezeit rechnen
Das hat mich schon wieder ganz schön runtergezogen, aber ich gebe so schnell nicht auf und werde das mal mit meinem Doc besprechen. Vielleicht kann er noch etwas ausrichten, so lange kann ich nämlich weder krankgeschrieben werden, noch jeden Tag arbeiten gehen...

Soweit der Stand, ich lasse mir aber dieses neue Jahr nicht gleich wieder verderben und daran halte ich fest! So, basta!

05.01.2009 09:20 • #11


Huhu Stella,

klar kann ich mich so lange krankschreiben lassen, aber das möchte ich meinen Kollegen und vor allen Dingen meinem Chef nicht zumuten. Denn wenn es hart auf hart kommen sollte, wäre ich vielleicht 5 Monate weg (3 Monate Krankschreibung und 2 Monate Reha)...
Mein Chef ist so verständnisvoll für meine Situation und unterstützt mich nach Kräften, daher kann ich ihm das nicht antun. Er hat mir auch gleich zugesichert, dass ich eine Wiedereingliederung bekomme. Ich liebe meinen Job und möchte nicht nach so langer Zeit als Fremde wiederkommen. Das erschwert den Einstieg ja noch mehr. Zumal ich das wirklich zügig hinter mich bringen möchte, je länger das dauert, desto meht belastet es mich und mein Umfeld...

Liebe Grüße zurück
Athene

05.01.2009 10:06 • #12


hallo Athene,
ich meine gerade, meine Gedanken zu lesen. Auch ich liebe meinen Beruf über alles!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
habe eine super Chefin,Traum-Kolegen und deshalb immer der Meinung ,sie nie im Stich lassen zu dürfen!
bis Tag x für mich einbrach.........
ist jetzt 8Wochen her,bin seither krank geschrieben, ich hatte dir schon einmal geantwortet,und ich muss leider erkennen,es geht dir noch nicht ; ZU SCHLECHT;
zum Glück!!!!!! denn so hast du dein Leben,dein Tun und Handeln noch in der Hand,es für dich stimmiger zu verändern!!!!
ich habe den Zeitpunkt,der mir mein Körper lange zuvor signalisierte,leider ignoriert........
denn erst jetzt weis ich , was ich mir ,und meinen liebsten hätte ersparen können.....
es geht mir sehr schlecht im Moment und ich hoffe mein Antrag zur Kur geht schneller durch als erst in 3 Monaten.sonst werd ich glaub ich verrückt zu Hause.......auch wenn mir der Gedanke von zu Hause,meinem Mann und meinem Sohn weg sein zu müssen, den nächsten Kummer bereitet,vermisse sie dann jetzt schon !! aber ich weis ,nur so werd ich es zurück schaffen.....


sei lieb gegrüsst und pass auf dich auf

05.01.2009 12:07 • #13


Ich weiß ja auch, dass ich schnellstmöglich etwas dagegen tun sollte, daher habe ich mit einem sehr guten Bekannten gesprochen, der in einer Tagesklinik war. Es hat ihm sehr geholfen und er musste auch nicht lange auf einen Platz warten. Das Gute ist, dass er den Chefarzt persönlich kennt und ich daher auch gleich versuchen werde, mit diesem verbunden zu werden. Wenn ich ihm dann erzähle, dass ich auf Empfehlung meines Bekannten anrufe, kann er mir vielleicht schneller helfen Manchmal braucht man eben ein büschen Vitamin B...

Ihr sehr also, ich bin mit meiner Lage durchaus bewusst und versuche ja schon nach Kräften schnell Hilfe zu bekommen. Aber trotzdem danke für Eure warnenden Worte, ich werde daran denken - versprochen

05.01.2009 15:47 • #14


na dann liebe Athene,
nutze dein VITAMIN B ,du tust das nur für DICH!!
halte uns auf dem laufenden.
weiterhin viel Kraft und Zuversicht geduld und verständniss deines umfeldes

alles liebe traumpoet.


STELLA;
du sprichst mir aus der SEELE
LG. traumpoet

05.01.2009 17:25 • #15




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