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Anpassungsstörung?!

empathie

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Guten Abend,

ich habe lange hin und her überlegt, ob ich mich in so einem Forum anmelde, um dort mein Problem zu schildern und vielleicht Hilfe zu bekommen, denn ich warte zur Zeit schon über 1 Jahr auf einen Termin beim Psychologen.

Nun hab ich mich dazu entschlossen und jetzt zu meinem Problem.

Erstmal kurz zu meiner Person ich bin Mitte 30, bin an sich immer ein sehr glücklicher Mensch gewesen,
der viel unternimmt und spaß hat am Leben. Ich bin dazu noch ein sehr empathischer Mensch und neigte dazu,
auch fremden Menschen behilflich zu sein in welcher Situation auch immer.

Nun hab ich in meinem Leben zahlreiche Menschen kennengelernt und musste feststellen, dass wir hier in einer sehr
egoistischen Welt leben. Alle kommen nur an wenn sie was wollen etc., aber wenn man selber mal Hilfe benötigt ist niemand da. Auch Einige, aber nicht viele Beziehungen habe ich hinter mir, da sie immer 4-5 Jahre gehalten haben und wurde bis jetzt immer wieder enttäuscht.

Als ich mich dann vor ca. 3 Jahren von meiner damaligen Freundin trennte, mit der ich auch ein Eigenheim besaß, zog ich kurzer Hand bei meiner Mutter ein, ließ alles sacken und ging meiner Arbeit weiter nach. Mir ging es gar nicht so schlecht nach der Trennung, ich hatte sie gut verkraftet wie keine andere zuvor, da ich an sich sonst immer sehr niedergeschlagen war für eine nicht all zu geringe Zeit.

Ich verbrachte viel Zeit Zuhause und war wenn mit Freunden nur unterwegs, wenn es Alk. und andere Substanzen gab.
Nach ca. einem Jahr, und es ist noch einiges passiert in dieser Zeit im Zusammenhang mit anderen Menschen, wurde ich innerlich immer unruhiger und war sehr leicht reizbar. Ich hatte einen guten Job bei einer großen Offshore Firma und hab diesen dann kurzerhand Wutentbrannt wegen einiger Auseinandersetzungen geschmissen. Und ab diesen Zeitpunkt war mir klar, ich kann Menschen nicht mehr ertragen, zumindest nicht nüchtern. Es klingt vielleicht etwas übertrieben, aber all die Dinge, die mir passiert sind, all die Grausamkeiten, welche ich durch Medien oder sonstiges gesehen habe, was Menschen mit Tieren anrichten usw, haben mich soweit gebracht, dass ich keine Menschen mehr um mich haben kann.

Sobald ich Menschen sehe, egal ob beim Einkaufen, ob draußen, ob Freunde und ja sogar Familie, muss ich da weg. Es geht wirklich nur, wenn ich was geraucht oder getrunken habe, ansonsten habe ich auch 0 Interesse an sozialen Kontakten.
Meine Nichte ist vor 4 Wochen 21 geworden und hat dies im Garten am Nachmittag mit der Familie gefeiert, gar nicht groß, Schwester. Schwager, Bruder, Oma, Mama, Stiefpapa und meine Tante. Ich hab es keine Stunde ausgehalten, die haben nicht mal was zu mir gesagt, einfach so, ich musste einfach Nachhause.

Ich kann nicht arbeiten, ich kann keine Freundschaften mehr pflegen und ich kann auch keine Frau mehr finden,
das alles versetzt mich vor dem schlafen gehen, da ich auch einen Kinderwunsch habe und nicht mehr der Jüngste bin, in Depression und ich fühle mich schlecht und weine auch darüber, ich sitze dann schlaflos bis 4-6 Uhr in meinem Bett, aber nächsten Tag ist es mir wieder egal und ich will für mich mit meinen Hunden sein.

Natürlich war ich auch bei meinem Arzt, welcher mir Schlafmittel und Anti-Depressiva verschrieb und eine Überweisung zum Psychologen gab, worauf ich wie schon erwähnt immer noch warte. Die Medikamente haben gar nichts gebracht und ich habe beides nach ca. 3 Monaten wieder abgesetzt, die Schlafmittel schon früher.

Eines meiner Hobbies ist Musik und alles was mich schmerzt und mich dazu getrieben hat findet sich auch in meinen Texten wieder. Und das ist zur Zeit mein Alltag, ich mache Musik, sitze am PC, konsumiere Gras und öfter auch Alk., kümmere mich sehr gut um meine Hunde, schaue Fern und das wars.

Ich weiß echt nicht, wie ich das wieder in den Griff kriegen soll, denn mittlerweile steck ich da unbewusst seit 2 Jahren drin und bewusst seit etwas mehr als einem Jahr.

Danke schonmal für die Antworten und wenn jemand noch was wissen möchte oder muss, dann einfach nachfragen.

Heute 03:20 • x 5 #1


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111Sternchen222

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ich hasse Menschen habe ich oft zu meinen Männern gesagt als ich tief im Angst und Paniksumpf drin steckte. ( die beiden natürlich ausgenommen, sie waren meine Anker) . Das gibt sich wieder hab ich feststellen dürfen. Mit Hilfe meiner Therapeutin und auch den RICHTIGEN Medikamenten für mich, kann ich sagen dass ich die Anwesenheit von lieben Menschen wieder gut aushalten kann .Manches kann ich sogar genießen aber ich werde nie wieder die sein,die große Partys schmeißt um alle in Schaaren um mich zu versammeln. Ich kann damit gut leben. Wenn ich mal zu einer solchen Veranstaltung hingehen muss, ( meine Freunde wissen bescheid) dann gehe ich halt wenn ich die Unterhaltungen und Smaltalks nicht mehr aushalten kann.
Menschenmenge in denen ich anonym bin und keine Konversation machen muss, kann ich gut aushalten, die wollen ja nichts von mir.

Heute 10:17 • x 5 #2



Hallo empathie,

Anpassungsstörung?!

x 3#3


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Pilsum

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Hallo empathie,
willkommen im Forum.
Wenn Du bereits mehrere Beziehungen hattest und ein empathischer Mensch bist, wirst Du sicherlich
in der Lage sein, mit Menschen gut klar kommen zu können.
Was ist passiert, dass Du jetzt den Kontakt zu anderen Menschen komplett ablehnst?
Die Menschen haben sich doch nicht verändert:

Heute 10:49 • x 1 #3


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Grothszes

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Hallo, empathie!

Zitat von empathie:
Es klingt vielleicht etwas übertrieben, aber all die Dinge, die mir passiert sind, all die Grausamkeiten, welche ich durch Medien oder sonstiges gesehen habe, was Menschen mit Tieren anrichten usw, haben mich soweit gebracht, dass ich keine Menschen mehr um mich haben kann.

Diese ganzen Erfahrungen haben dich also immer sensibler, immer verletzlicher, immer aufgewühlter in Bezug auf Menschen werden lassen und seitdem dies aufgrund von Streitigkeiten bei der Arbeit endgültig kulminiert ist, hältst du es nur noch aus, indem du dich betäubst? Ist das so korrekt gedeutet/zusammengefasst? Kann es sein, dass dies viele einzelne Mini-Traumata waren, die sich zu der Aversion verdichtet haben, die dich jetzt so lähmt?

Speziell zum Umgang mit Tieren: das hat auch mir persönlich innerhalb meiner Ausbildung sehr zu schaffen gemacht. Ich konnte es nicht verstehen, warum es alle in meiner Klasse einfach so hingenommen haben, wie instrumentell und kalt die Massenverarbeitung ist.

Zitat von empathie:
Nun hab ich in meinem Leben zahlreiche Menschen kennengelernt und musste feststellen, dass wir hier in einer sehr
egoistischen Welt leben.

Das ist auch kein Wunder, denn 1. ist jedes Lebewesen zuerst einmal darauf bedacht, sich selbst zu erhalten und 2. stehen wir uns auf dem Markt oftmals als erbitterte KonkurrentInnen gegenüber, auch wenn uns das gar nicht so bewusst ist, weil wir es im Alltag instinktiv mit einer vordergründigen Freundlichkeit übertünchen, damit es uns nicht mehr so auffällt. Das ist natürlich eine ganz unangenehme Doppelbindung.

Zitat von empathie:
Alle kommen nur an wenn sie was wollen etc., aber wenn man selber mal Hilfe benötigt ist niemand da.

Aber sind denn wirklich alle so? Hat nicht jede/r schonmal die beflügelnde Erfahrung gemacht, dass sich jemand scheinbar ganz uneigennützig für einen selbst oder für andere interessiert? Manchmal generalisieren sich Empfindungen. Und auch, wenn du dies noch nicht erlebt hast: Du hast immer noch genug Zeit dazu.

Zitat von empathie:
denn ich warte zur Zeit schon über 1 Jahr auf einen Termin beim Psychologen.

Da wartest du aber echt schon lange :/

Ich hoffe, dass du einen für dich passenden Psychologen gefunden hast, mit dem du dich auf einer Wellenlänge befindest.

Zitat von empathie:
schaue Fern

Also ich schaue z.B. gar kein Fern, weil mich viele Sendungen triggern würden. Was schaust du so im TV?

VG grothszes

Vor 3 Stunden • x 3 #4

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