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Unruhe, Schlaflosigkeit, kaum Belastbarkeit, Tinnitus

MeisterEder

MeisterEder
Mitglied

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Hallo zusammen,
Wem geht es ähnlich?:
Ich habe seit Jahren, manche Symptome seit Jahrzehnten, mit Unruhe, Depressionen, Tinnitus, Schlaflosigkeit und mit stark abnehmender Belastbarkeit zu tun.
Ich kann z.B. mit längeren Texten oder mehreren Aufgaben auf einmal schlecht umgehen. Das fällt nicht nur mir, sondern auch der Familie oder noch schlimmer bei der Arbeit auf.
Ich nehme Medikamente gegen die Unruhe und der Schlaflosigkeit.
Meine Psychiaterin rät mir neben den Medikamenten auch zu einer Therapie.
Ich weiß gar nicht, wie das gehen soll.
Ich hab bei 10 Therapeuten nur Absagen bekommen. Außerdem weiß ich nicht, wie ich das Organisatorisch bewältigen soll. Für Therapiesitzungen bräuchte ich meinen ganzen Jahresurlaub und selbst der würde wohl nicht genügen. Da ich einen weiten Arbeitsweg habe, komme ich eh erst gegen 19 Uhr heim. Mir wird das alles zu viel.
Letztes Jahr war ich auf Reha; mit bescheidenen Erfolg ….
Da ist guter Rat teuer….
Viele Grüße - Meister Eder

x 1 #1


13 Antworten ↓

FranzFranz
Also als Diagnose hast du Depression, ev. vielleicht agitierte Depression?

#2


A


Hallo MeisterEder,

Unruhe, Schlaflosigkeit, kaum Belastbarkeit, Tinnitus

x 3#3


Dys
Ich glaube nicht, dass ich behaupten könnte es würde mir ähnlich gehen. Aber Tinitus und Depression sind Erkrankungen die ich habe, wobei ich aber wegen der Depression in Behandlung bin und den Tinitus eben hinnehme, weil es da keine Behandlung im klassischen Sinne gibt. Unruhe und Schlafschwierigkeiten sind allerdings Symptome, denen ich mehr oder weniger gut entgegen wirken kann und da gibts ja auch unterschiedliche Ansätze und Möglichkeiten die mal mehr, mal weniger gut funktionieren. Das mit zunehmendem Alter auch Einbußen in der Leistungsfähigkeit sichtbar werden ist der Natur der Sache geschuldet. Mit Ü50 oder 60 ist man eben nicht mehr wie mit 20 oder 30. Das kann man bedauern aber kaum ändern und eventuell auch nur bedingt verzögern, wenn man sich möglichst körperlich und geistig einigermaßen fit hält, wie auch immer das im Einzelnen bei unterschiedlichen Personen aussehen mag.

Arbeit und Therapie unter einen Hut zu bringen ist oft eine Herausforderung. Einmal war mein Lösungsansatz die Therapie bei einer Praxis in der Nähe meines Arbeitsplatzes zu machen, was mir vom Zeitmanagement her sehr entgegen kam. Aber welche Möglichkeiten es da gibt, muss man eben selbst herausfinden.
Allerdings wird es immer schwieriger überhaupt einen ambulanten Therapieplatz zu bekommen und das ist ja hinlänglich bekannt und das dürfte sich auch nicht mehr ändern.

Was jedenfalls Zeitverschwendung in meinen Augen ist, ist mich gedanklich damit zu beschäftigen was nicht geht. Wesentlich konstruktiver erscheint mir, aktiv darüber nachzudenken was gehen kann und dann versuchen da hin zu kommen indem ich mich auch entsprechend bewege.

Was Erfolge angeht, die es nach einer Reha oder Therapie zu bewerten gilt, stellt man sich am besten die Frage, was man konkret erreichen will und kommuniziert das dann am besten vorher um auch gleich zu erörtern, inwieweit das mit einer Behandlung zu erreichen sein kann. Die Hauptarbeit liegt eh beim Patienten selbst und die ist nicht auf eine Sitzungszeit beschränkt sondern vielmehr zwischen den Sitzungen gerne mal sehr zeitintensiv.

Auch mir war schon einige male alles Zuviel. Es wurde aber meiner Erfahrung nach nicht weniger, wenn ich etwas nicht gemacht habe. Es wurde lediglich nicht gemacht. Manchmal stellte sich heraus, dass es auch nicht nötig war und dann kam es zu keinen negativen Konsequenzen, weil ich es nicht gemacht habe. Allerdings kam ich auch um einiges eben trotzdem nicht herum und so war es eben nur aufgeschoben und nicht aufgehoben.

Was hilft oder wovon man irgendwie profitieren kann, sieht man sowieso erst hinterher.

x 1 #3


MeisterEder
@FranzFranz
Ja, rezidivierende Depression. Momentan mittelgradig

x 1 #4


FranzFranz
Zitat von MeisterEder:
rezidivierende Depression

Hast du irgendwann mal Antidepressiva versucht, oder sind die bei dir nicht indiziert bzw. wirken sie nicht?

Nimmst du das Medikament gegen die Unruhe schon lange und regelmäßig?

Wie äußerst sich denn die Unruhe konkret?

#5


MeisterEder
Medikamentös habe ich schon einiges durch.
Zur Zeit bin ich bei hochdosiertem Trimipramin. Es macht mich tagsüber ruhiger und hilft für besseren Schlaf. Manchmal kommt noch tageweise Zopiclon hinzu.
Das nehme ich jetzt so schätzungsweise eineinhalb Jahre.

Die Unruhe äußert sich, dass ich leicht in Panik verfalle und auch gedanklich nicht lange an einem Thema bleiben kann.
Das ist hinderlich in der Arbeitswelt aber auch zum Beispiel einen Roman oder Krimi lesen.
Da weiß ich nach ein paar Seiten nicht mehr, wie die Geschichte begann.
Zeitschriften oder Zeitungen mit kurzen Artikel sind hingegen kein Problem.

x 1 #6


ZeroOne
Wenn du eine Therapie nur schwer in deinen (Arbeits-)Alltag integrieren kannst - von der Verfügbarkeit von Therapeuten ganz abgesehen - wäre vielleicht eine Selbsthilfegruppe eine Option?

Laut Profil kommst du aus einem Ballungsgebiet, wo sich sicherlich so einiges ausprobieren lässt. Häufig gibt es auch Einrichtungen (z.B. SHZ), die bei der Suche behilflich sind.

x 1 #7


FranzFranz
Zitat von MeisterEder:
Die Unruhe äußert sich, dass ich leicht in Panik verfalle und auch gedanklich nicht lange an einem Thema bleiben kann.
Das ist hinderlich in der Arbeitswelt aber auch zum Beispiel einen Roman oder Krimi lesen.
Da weiß ich nach ein paar Seiten nicht mehr, wie die Geschichte begann.
Zeitschriften oder Zeitungen mit kurzen Artikel sind hingegen kein Problem.

Ich auch nicht, 1-2 Stunden maximal, aber so viel habe ich auch kaum mal am Stück Zeit. Inzwischen habe ich es ganz gerne, thematisch und gedanklich hin und her zu springen.

Längere Geschichten lese ich schon seit ca. 15 Jahren nicht mehr. Nur ganz ausnahmsweise, und dann eher sachbuchartige Werke. Habe ebenso keinen Nerv mehr dafür.

Vergessen tue ich den Beginn aber nicht, zumindest nicht, solange ich lese.
Diese Vergesslichkeit kommt wahrscheinlich von der Depression.

#8


MeisterEder
Es fehlt mir an Konzentration und eben auch die Ruhe. Dabei werde ich unruhiger und es kommt leicht Panik auf. Längere Zeit, um mich konzentrieren, klappt nicht mehr.
Auch mehreres gleichzeitig abzuarbeiten geht nicht. Das wäre ja in der Arbeitswelt wichtig.

#9


FranzFranz
Zitat von MeisterEder:
Auch mehreres gleichzeitig abzuarbeiten geht nicht.

Gleichzeitig geht sowieso nicht.
Aber abwechselnd geht.
Das mache ich sogar gerne und hilft mir auch. Foren schreiben; semikreative Arbeit; Hausarbeit; Mutter betreuen; Gartenarbeit; kochen; Nachbar besuchen; Papierkram. Den ganzen Tag herumwuseln, sozusagen. Geht natürlich nur, wenn man nur daheim arbeitet, aber die Mutter gibt schon den Takt des Tages vor.

Am Abend habe ich dann doch einiges geschafft, ohne komplett geschafft zu sein - mit kognitivem rebound, nach dem meine Mutter im Bett ist. Aber so gegen 21 Uhr gehe ich zu Bett und schlafe meist sofort ein.

Bei dir ist das aber leider alles viel schwerer und komplizierter.

#10


Ilse77
Hallo Meister Eder,

Unruhe und Schlafstörungen gehört auch bei mir zu den Hauptsymptomen, wenn die Depression/Angststörung wieder hoch kommt. Ich kann Progressive Muskelentspannung sehr empfehlen, Trimipramin habe ich auch schon länger genommen, würde ich auch wieder nehmen sollte eine neue Episode kommen.

Für die Progressive Muskelentspannung gibt es ganz gute Anleitungsvideos im Internet. Wichtig ist, dranbleiben, es kann ein paar Tage dauern bis ein Effekt einsetzt. Auch neurogenes Zittern finde ich hilfreich um Anspannung raus zu bekommen.

Mir hilft dann auch Bewegung, am besten Rad fahren.

Alles, was dem Nervensystem das Gefühl vermittelt, es ist alles in Ordnung, es droht keine Gefahr.

Vielleicht ist was für dich dabei.
Lg ilse77

#11


MeisterEder
@Ilse77
Hallo Ilse77
Danke für deine Tipps.
Ich versuche schon in Bewegung zu bleiben. Radfahren und schwimmen mache Ich regelmäßig.
Wie viel Trimipramin nahmst du?
Wie hat es dir geholfen?
Hast du aktuell Medikamente?

#12


Ilse77
Hallo,

ich war niedrig dosiert, max. 20 Tropfen abends, aber meist haben 10 gereicht. Hab es zweimal für ca. 1/2 Jahr genommen. Derzeit brauche ich nichts, hab es aber als Bedarfsmedikament immer da, falls mal was wäre.

Mir hat das Mittel sehr beim Einschlafen geholfen und auch tagsüber war die Unruhe besser, aber ich hab auch immer Verhaltenstherapie dazu gemacht und war auch beidemale länger krank geschrieben. Episode 2 mündete dann auch in einen Jobwechsel wo es ruhiger zugeht.

#13


A


Hallo MeisterEder,

x 4#14


MeisterEder
@Ilse77
Ich mache noch Meditation. Das beruhigt mich auch gut.
Bei Trimipramin bin ich grad bei 300mg, zusätzlich als Bedarfsmedikation noch Zopiclon.

#14

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