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Hallo Mark, ein interessanter Artikel. Ich nehme wahrscheinlich aus zuviel Antidepressiva. Ist bestimmt nicht gesund. Und ob sich wirklich helfen, ist meiner Meinung auch oft fragwürdig.

01.02.2020 14:42 • #2


Mark78
Hallo Martl,
ich denke bei gravierenden Akutzuständen sicherlich sinnvoll aber wenn es dann zum Dauerzustand wird, sehr grenzwertig.

01.02.2020 14:58 • x 1 #3


Irgendeine
Venlafaxin ist echt hart während der Absetzphase. Da hatte ich auch die ganze Zeit Blitze im Kopf und Schwindel.

Bei allen 3 anderen Antidepressiva, die ich bis jetzt abgesetzt bzw. gewechselt habe, hatte ich keine oder nur sehr geringe Absetzerscheinungen.

Ich nehme aktuell 7 verschiedene Medikamente. Davon sind 5 Psychopharmaka. Und das seit 6
Jahren. Insgesamt hab ich in der Zeit schon ca. 20 verschiedene Psychopharmaka durch.
Das ist eine Menge, aber ich würde ohne diese Medikamente wahrscheinlich nicht mehr leben. Mit meinem aktuellen Cocktail, geht es mir zwar nicht toll, aber ich kriege mein Leben halbwegs auf die Reihe. Das hat seinen Preis. 2 der Medikamente nehme ich gegen die Nebenwirkungen der anderen.

Ich hoffe, dass ich irgendwann ohne Medikamente leben kann. Aber wenn das nur mit einer Zustandsverschlechterung möglich wäre, akzeptiere ich lieber die Nebenwirkungem.

03.02.2020 01:33 • x 1 #4


buddl1
machen wir uns nichts vor, unsere Gesellschaft fährt mit Vollgas in nur eine Richtung, in der Geld, der eigene Vorteil, besser zu sein, sich unterscheiden zu müssen, wie hoch ist mein Gewinn, gezählt wird.
immer mehr von uns können diesen Druck über Jahre einfach nicht standhalten,
sie fallen nicht nur heraus, sondern sie fallen auch auf.
wer nicht hier rein passt, muss sich anpassen oder zusehen wo er bleibt.
es ist gerade die Ironie, dass hierbei so viele Medis für die Psyche entwickelt worden,
um letztlich jegliche Individualität auszuschalten damit man für diese Gesellschaft funktioniert, darin Leben kann?
ja, vielen kann damit geholfen werden, andere suchen nach der richtigen Medikation ein Leben lang,
weil wir eben nicht alle gleich sind.

mit diesen Medis bleiben Nebenwirkungen nicht aus, letztlich beeinflussen wir ja nicht nur chemische Prozesse sondern auch biologische Abläufe in unserem Körper.

ich selbst darf 6 Medis mein eigen nennen, dazu das tägliche spritzen von Insulin und gegen ein Hautproblem.
alles hängt zusammen, die Schilddrüse, Blutfettwerte, Blutdruck, fehlendes Vitamin D,
mein Immunsystem ist gelinde gesagt, im Eimer, ohne diese Medis würde mein Leben ein schnelles Ende finden.
So wird es zumindest etwas hinaus geschoben, bis die Leber endgültig kracht.
es sei denn.
und das dürfte für viele von uns eine Option sein,
wir könnten im hier und jetzt aufhören und irgendwo ein anderes besseres, ein gesunderes aber auch einfacheres Leben anfangen.
ja, ohne den Stress (Hauptfaktor vieler chronisch gewordenen Krankheiten), ohne Gier, der Gemeinschaft wegen, nur das zu begehren was erforderlich ist nicht das, was man unbedingt erlangen muss.
zurück zu finden zu den Wurzeln des Lebens.

jeder weiß, würde er sein jetziges Leben radikal in Frage stellen, es umändern,
könnte er auf einen großen Teil seiner Medi Dosis verzichten.
durch meine Arbeits- und Lebensgewohnheiten-Änderung, gelang es mir die entsprechenden Dosierungen
herabzusetzen, eine vollständige Absetzung ist einfach nicht mehr möglich, dazu habe ich meinen Körper zu viel in der Vergangenheit abverlangt. so dürfte es heute bei vielen von uns sein, es zu akzeptieren ist. das wir mehr genommen haben als zurückzugeben, nicht auf die Zeichen, auf die Signale hörten die unser Körper gab- denn wir packen das schon.

aber dann, dann machen wir es eben und auch Ärzte manchmal etwas einfach, nimm einfach hier von und etwas davon
und dann geht es wieder, eben weil wir selten aus unserem selbst gestrickten Leben heraus finden, nicht einfach so, die Arbeit, die Familie, unser Leben verändern können und vieles auch nicht wollen, zumal ein paar Pillen mehr oder weniger,
es ist doch nur vorübergehend.
ein Kreislauf, der immer schneller wird.
und eben dafür sprechen die aktuellen Zahlen und sie werden steigen
auch werden wir weiter zusehen, so gefangen wie wir sind.
buddl1,

03.02.2020 07:14 • x 1 #5


Hallo budfl1, vielen Dank für die ausführliche Darstellung. Vieles, was Du beschreibst, trifft leider zu. Du hast vollkommen recht, wir sollen dürfen keine Menschen, mit all seiner individuellen Eigenschaften sein, sonder sollen funktionieren wie Maschinen. Ich nehme auch schon seit 10 Jahre mehrere psy. Medikamente. Hatte schon mehrere Zusammebrüche, geh noch in die Arbeit, weiss aber eigentlich, dass ist für meine Gesundheit tödlich. Ich kann einfach nicht loslassen.

03.02.2020 09:18 • #6


Hallo zusammen,

das ist ein sehr interessanter Artikel, danke fürs Einstellen! Es ist schon schade, dass die Medizin noch nicht weiß, welches Medikament in welcher Dosierung welchem Patienten helfen kann aber man darf nicht vergessen, dass die Forschung in dem Bereich noch recht "jung" ist. Ich finde es aber etwas zu negativ formuliert. Denn jeder Betroffene, der Linderung durch die Medikamente bekommt, ist wertvoll.
Ich habe eine bipolare Störung und werde nie wieder ohne Medikamente langfristig stabil sein, das musste ich schmerzlich lernen. Aber ich froh, dass es Medikamente gibt- mittlerweile.
Und die Probleme beim Absetzen waren mir neu. Außer bei den Benzodiazepamen ist mir das nicht bekannt. Aber im Grunde muss man eben abwägen- Depression oder Nebenwirkungen. Und ich meinen Fall ist die Entscheidung klar und lebensnotwendig.

Psychotherapie als Alternative sehe ich auch skeptisch. Im Akutfall ist man ja gar nicht fähig, Therapie zu machen. Begleitend ist sie natürlich GANZ wichtig.
So sehe ich das

Viele Grüße

03.02.2020 10:14 • x 2 #7


Zitat von Bella72:
Psychotherapie als Alternative sehe ich auch skeptisch. Im Akutfall ist man ja gar nicht fähig, Therapie zu machen. Begleitend ist sie natürlich GANZ wichtig.


Das kann man aber auch nicht verabsolutieren. Ich habe nach der ersten und der zweiten schweren (allerdings als atypisch eingestuften) Episode auch jeweils eine Psychotherapie gemacht, aber die Erfahrung gemacht, dass sie mir zwar nicht schadet, aber auch nicht hilft (die Formulierung ist nicht von mir, sondern von einem Professor für Psychiatrie/Psychotherapie). Jetzt nach der dritten Episode verzichte ich auf eine Psychotherapie.

03.02.2020 12:33 • x 1 #8


Hallo Auferstehung,

ich mache seit vielen Jahren immer wieder Therapie und es hat mir in sofern was gebracht, das ich mich gut weiterentwickeln konnte, nicht nur im Bezug auf meine Krankheit.
man muss allerdings der Typ und offen dafür sein, da hast Du vollkommen Recht. Sonst hilft die beste Therapie nicht und die richtige/den richtigen Therapeuten zu finden ist auch nicht einfach.
in der Verhaltenstherapie lernt man viele Instrumente kennen, mit negativen Gedanken, Gefühlen usw. umzugehen und sie anzuwenden. Mein Therapeut hat mal von einem "Werkzeugkoffer" gesprochen, den wir zusammen bestücken. Das trifft es ganz gut.
Wenn die Depression allerdings stark ist, heißt es einfach nur durchkommen. Aushalten, das Leid ertragen, die Tage und Nächte zu überleben. Da ist nicht viel möglich

03.02.2020 12:50 • x 2 #9


buddl1
. ich wollte es nur faktisch darstellen,
nicht nur negativ.
wenn dem doch so gelesen wurde, verzeiht einem alten Mann,
es ist nur meine Zusammenfassung und jeder muss seinen Weg darin finden.
fakt ist, ohne Insulin könnte ich leben, jedenfalls eine Zeitlang, aber die Konsumindustrie lässt es nicht zu.
und ehrlich, nur Möhrchen und Salat, wenn um mich herum der Duft von Bratwürsten liegt , um mal ein salomonisches Beispiel zu nennen, ich bin doch kein Hase!
auf vieles kann man verzichten, mache ich auch, aber eben nicht alles kann man zurück erlangen.
und richtig ist, die Medizin hat vieles möglich gemacht und vielen kann dadurch eine lebenswertes Leben gewährt werden.
aber eben immer noch nicht allen, wäre dem so, gebe es solche Fragen nicht.
in einem Lied von Ludwig Hirsch heißt es: ". wenn es die Menschen noch geben würde, wir würden ihnen eine Pille gegen die Traurigkeit geben."
wenn es doch so einfach wäre.
buddl1

03.02.2020 13:03 • #10


Mark78
In deutschen Kliniken wird man verstärkt ruhiggestellt, meist die bisherige Dosis erhöht damit das Pflegepersonal weniger Aufwand hat!? Aber wie man hier lesen kann geht es auch völlig ohne Pharmazie jedoch mit mehr Fachpersonal.

https://www.derstoryteller.de/norwegen-.he-klinik/

03.02.2020 13:10 • x 1 #11


das hört sich wirklich gut an, aber sechs Betten ist jetzt auch nicht sooo der Burner oder?

04.02.2020 10:39 • #12


Wieso denn nicht? Es ist doch nicht gesagt, auf wie viele Räume die Betten verteilt sind. Vielleicht ist es wie in einer Reha- oder Privatklinik, mit Einzelzimmern.

04.02.2020 11:54 • #13


nein ich meine dass es eben NUR 6 Betten sind

04.02.2020 12:35 • #14


Mark78
Ich denke mit einer bipolaren Störung kommt man erst gar nicht in eine Akutklinik da diese Erkrankung im Regelfall gut einstellbar ist.
In deutschen Akutkliniken gibt es minimal 2-5 Betten pro Raum. Eine Bekannte war vor kurzem 7 Wochen in der Psychiatrie, dort schliefen die Neuaufnahmen die ersten paar Tage in mobilen Betten die man in den Flur stellte da die eigentlichen "Schlafzimmer" überfüllt waren. Diese Räumlichkeit hat mich beim Besuch an meine frühere 8Mann Stube in der Bw AGA erinnert!

04.02.2020 12:48 • x 1 #15