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Selbstwert ganz unten

Nelly30

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Hallo !
Es geht mir schlecht. Ich habe jemanden kennengelernt für den ich sehr schnell Gefühle entwickelt habe und der mir dann gesagt hat dass er das nicht mit mir möchte. Ich habe auch viel auf ihn projeziert weil ich sehr unzufrieden bin mit meiner Arbeitssituation und Angst habe meinen Arbeitsplatz zu verlieren. Ich fühle mich wahnsinnig unsicher was die Zukunft anbelangt und es war so schön die Illusion von Sicherheit zu haben beim Gedanken an ihn. Jetzt bin ich wieder ganz allein mit allem. Mit mir , meinem Leben , meinen dysregulierten Nervensystem.
Es ist ganz schwierig da raus zukommen aus diesem Loch. Das Wetter ist eklig, und ich versuche ein gutes körpergefühl zu kriegen aber . es ist so schwer ! Also der Typ . eigentlich keine große Sache, das Problem liegt woanders. Und dass er mich abgesägt hat löst jetzt einfach den letzen Stein der das Gerüst gehalten hat. Wie komme ich da raus. Das Gefühl von Einsamkeit und Abgeschnittenheit ist massiv. und ich wollte ganz gern noch zur Arbeit gehen. Vielleicht bekomme ich hier ja noch ein paar sofort Tipps- die ich noch nicht kenne.
Liebe grüße

04.01.2022 10:54 • x 2 #1


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Heideblümchen

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Hallo @Nelly30 ... nein, einen Sofort-Tipp kann ich dir leider nicht geben. Aber du hast immerhin, so entnehme ich das deinem Text, schon sehr gut selbst reflektiert, woran es gescheitert ist und dass du wohl zu große Hoffnungen und Gefühle in die Sache investiert hast. Da hilft, denke ich, aktuell nur Ablenkung. Gespräche mit Menschen, die dir zuhören und dich unterstützen, dir aber vielleicht auch - sorry - ein bisschen (liebevoll) den Kopf waschen, wenn nötig. Arbeit und Selbstfürsorge können auch helfen. Es ist ja nun mal von der Natur vorgegeben, dass wir Menschen dazu neigen, nach einiger Zeit zu vergessen. Am Anfang tut alles furchtbar weh, aber mit der Zeit kommen die meisten über eine schlimme oder traurige Sache hinweg und die Narben jucken dann nicht mehr so sehr. Du stehst noch ganz am Anfang. Ja, verständlich, dass es dir jetzt sehr schlecht geht. Aber die (deine) Einsicht ist schon da, dass es eh nicht gut ausgegangen wäre. Tu dir was Gutes. Nur für dich. Egal, was. Tausch dich aus, lenk dich ab, feiere DICH! Ich wünsche dir alles Gute, dass du schnell über diese Situation hinweg kommst und dein Du-Sein wieder genießen kannst!

04.01.2022 11:48 • x 4 #2



Hallo Nelly30,

Selbstwert ganz unten

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Jana7

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Während des Verliebtseins passiert im Gehirn genau dasselbe, wie beim Rauchen oder anderen Dro..
Und Liebeskummer ist nicht anderes als ein kalter Entzug. Also das abrupte Aufhören.

Den kalten Entzug kann man bei Substanzen vermeiden, indem man stufenweise vorgeht: Weniger Zig. oder Nikotinpflaster, Tabletten halbieren.

In der Liebe ist das schwieriger.
Die Frage ist, hätte es Dir geholfen, wenn Dein Angebeteter vorsichtiger mit Dir umgegangen wäre... Vllt. sogar gelogen hätte - um Dir weniger weh zu tun. Generell kann man sich als Mensch ja so ungünstig verhalten, dass der andere einen weniger mag. Mir fällt so vieles ein: Wenig Zeit zu haben, auf große oder kleine Menschen gut zu finden. Der Hinweis, jemand anderen gut zu finden. Oder man kritisiert den anderen.

Der Erfolg scheint mir fraglich.
Eine Ende mit Schrecken kann humaner sein als endloses Schrecken.

Wichtig ist: Es ist sehr hart. Du darfst Dich sehr schlecht - untröstlich - fühlen. Und ganz sicher haben andere Eltern momentan keine hübschen Söhne...
Die werden mit der Zeit allerdings wieder hübscher werden.

Aktivität suchen, Menschen suchen - ein Traumurlaub, eine räumliche Trennung, eine andere Umgebung würde wahrscheinlich einen größeren Schritt in der Verarbeitung ermöglichen...

Durchhalten... Denn das kann ich garantieren: Es wird besser und wird von den meisten sogar völlig überwunden.

04.01.2022 12:42 • x 1 #3


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Jana7

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Neben Ablenkung kann auch das Gegenteil hilfreich sein:
Nach passender Musik suchen und sich (periodisch) seinem Schmerz Kummer möglichst intensiv und hemmungslos hingeben.

04.01.2022 17:19 • #4


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Jedi

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@Nelly30

So einen wirklich guten Tipp, habe ich gerade nicht für Dich !
Doch schau;
Zitat von Nelly30:
Ich habe jemanden kennengelernt für den ich sehr schnell Gefühle entwickelt habe
- Ich würde es als Liebessucht bezeichnen !-
und
der mir dann gesagt hat dass er das nicht mit mir möchte.
- Dann lasse die Finger davon ! -

---------
Zitat von Nelly30:
Ich habe auch viel auf ihn projeziert

Das ist recht häufig das Problem, bei Liebessucht !
--
Zitat von Nelly30:
dass er mich abgesägt hat löst jetzt einfach den letzen Stein der das Gerüst gehalten hat.

Er hat Dich nicht abgesägt, finde, dass das eine falsche Beschreibung ist - er hat für sich eine Entscheidung getroffen
u. darin kommst Du nicht vor - ich find, so etwas ist völlig legitim !
Es macht auch Deine Persönlichkeit auch nicht Kleiner oder Unbedeutender !

04.01.2022 17:33 • #5


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Jedi

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Zitat von Nelly30:
Das Gefühl von Einsamkeit und Abgeschnittenheit ist massiv.

Verstehe ich absolut !
Es ist nur ein Gefühl - Du aber bist nicht das Gefühl u. es ist hilfreich, dazu ewas sich zu Distanzieren.
Du hast so ein Gefühl u. in der Achtsamkeit spricht man vom inneren Beobachter, um einen Schritt
zurückzutreten u. auf diese Gefühle, wie Du sie benannt hast, aus der Außenperspektive da einmal hinzuschauen.

04.01.2022 17:42 • x 1 #6


Nelly30

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@Jana7 Ich komme mir fast ein bisschen lächerlich vor wenn ich sage dass es da nur 4 Treffen gab. Allerdings ging das vierte Treffen 2 Tage und es war schön. Er hat das schon fair gemacht .. Aber ich habe mich tatsächlich ein bisschen '' high'' mit ihm gefühlt und kalt und leer als er ging. Vor allem berüht es eine tiefe Wunde in mir. Ich habe das so oder so ähnlich schon extrem häufig erlebt. Verlassen zu werden . Auch von Freundinnen . Und immer dieser Gedanke dass es ist weil ich nicht die 100 Prozent kann die andere Menschen können... die , die keine psychischen Probleme haben. Das es ist weil ich die anderen am Fliegen hindere. Wir waren da noch nicht , dass ich ihm gesagt habe dass ich z.b. Medis nehme und schon Therapie hinter mir habe.. aber kann gut sein dass er was geahnt hat, denn ich habe mir ja dennoch nicht die Lebensgeschichte eines anderen Menschens ausgedacht. Und das was er dann als Anlass gesagt hat weshalb er nicht möchte.. ich habe ihm das schon geglaubt, aber in mir der Gedanke... das er unbewusst wahrnimmt was mit mir ist und es deswegen auf diese Sache schiebt. Das ist meine Angst .. als verwundetes Reh nicht mit der Herde laufen zu dürfen, zurückzubleiben , allein. Ich frage mich wircklich ob ich noch mal einen Partner finde der mich mit dieser Schwäche nimmt .. einer der mir auch gefällt... Eine Therapeutin meinte es würde mir einer gut tun der mich etwas langweilt. Weil ich so ein verschrecktes Nervensystem habe wahrscheinlich .. Ich möchte aber keinen der mich langweilt. ich möchte einen der mir gut gefällt.. Und ich glaube , dass ich das nicht finden werde . Das Risiko nimmt natürlich auch zu .. verlieben ist ein bisschen gefährlich für ein disreguliertes Nervensystem.. und wenn es dann scheitert.. hallo depression. Also noch krasser als bei Menschen ohne den schei., denke ich.

Ansonsten.. ihn habe ich schon fast wieder verabeitet. Da wurde ja noch nicht viel Zeit investiert. Und ich kannte ihn zu wenig um sagen zu können dass es es er ist der mir da fehlt, was mir fehlt.. ja- das gefühl dass @Jedi als Liebessucht beschreibt. Das passt schon ganz gut. Und klar.. ist das total legitim wenn er nicht möchte.. ich habe das sogar genau so formuliert als er mir das sagt... und es tat ihm auch ziemlich leid. Meine Persönlichkeit wird dadurch nicht kleiner aber es wurde alles angetriggert was da zu triggern ging in Bezug auf Wunden die nie komplett verheilen. Ich habe generell so krasse Angst vor der Zukunft momentan.. ich hatte die Illusion von es wird besser mit ihm. bescheuert irgendwie.. er hätte meinen Arbeitsplatz schliesslich auch nicht sicherer machen können. Danke für eure Antworten..

04.01.2022 23:48 • x 1 #7


Biene1982

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Ich leide über 25 Jahren an
Depressionen und zwanghaften selbstabwertenden Gedanken. Ich habe seit 7 Monaten eine Verhaltenstherapie angefangen und hatte über 15 Jahre Tabletten genommen. Ich hatte sie vor 2,5 Monaten abgesetzt und dann ging es mir auf einmal psychisch viel schlechter. Ich fühle mich dann verrückt, nicht liebenswert und nicht normal. Mein Denken ändert sich dann komplett. Das alles kommt als ich mit 12 Jahren von meinem Opa S. missbraucht wurde und mit 14 Jahren in der Schule gemobbt wurde. Dazu kam noch der Alk. von meinem Vater und wenig Aufmerksamkeit von meiner Mutter. Wenn es mir so schlecht geht, fühle ich mich mit der Krankheit alleine und dann geht auch mein Mann und mein Sohn von mir weg, weil ich komisch werde.
Ich kann mich kaum akzeptieren in diesem Zustand, vor allem ich möchte ja lachen, aber es geht nicht. Ich fühle mich traurig und hilflos. Merke auch das seit der Therapie der Zustand viel schlechter ist und meine Familie leidet darunter.
Aber liegt es daran dass ich komisch werde, weil ich mich nicht akzeptieren kann in diesem Moment oder ist es die Krankheit selber, ich kann es nicht sagen..
Früher wurde mir auch im Mobbing oft gesagt ich sehe gestört aus und jetzt kommt es mit der Störung raus.
Ich habe dann Angst, dass man an der Depression es dann merkt, dass ich gestört aussehe. Ich habe dann kein Selbstwertgefühl und fühle mich wie im Trauma. Meint ihr man merkt es was man von sich selber denkt das nach außen?

05.01.2022 18:35 • x 1 #8


Nelly30

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Hi Biene,

Warum hast du die Tabletten abgesetzt? Da solltest du wieder mit anfangen ! Ich habe Sie auch mal abgesetzt.. Hui... das war ein ganz schlechter Film. Depression ist eine Stoffwechselkrankheit im Gehirn.. mit den Tabletten wird das einigermaßen ausgeglichen. Ich denke nicht, dass ich Sie irgendwann wieder absetze. Meine Therapeuten meinte , dass Sie mich lange nicht ohne Medikamente sieht.
Die Glaubensätze, und negativen Selbstbilder können die Tabletten aber nicht verschwinden lassen.. das ist dann was für die Therapie. Die sollte am besten Traumaorientiert sein.. Es gibt solche und solche Therapien.. Nach 7 Monaten geht es dir schlechter ? Eigentlich sollte das gerade bei einer Verhaltenstherapie besser werden.. Stabiler. Dafür ist diese Art von Therapie nämlich gedacht. Ok ein bisschen was hochgeholt wird immer und dann ist es schon so , dass es auch schmerzt.... Wenn ich mich an meine erinnere.. aber schon das Gefühl damit nicht allein zu sein.. hat mir Hoffnung gegeben.
Ich denke schon, dass man es den Menschen anmerkt ob Sie psychische Probleme haben. Je nachdem wie gut man im Kaschieren ist. Rein äusserlich , nur am Aussehen sicher nicht.. Aber es ist z.B. so, dass wenn wir starken Stress haben die Partie um den Mund herum ganz starr wird. Und auch ich habe das Gefühl wenn ich in der depressiven Phase bin wie erstarrt zu sein. Denken geht dann schlecht, mir etwas zu merken... Natürlich merken das andere... dass da was nicht ganz rund ist.
Also Mimik und Ausdruck im Gesicht sind dann einfach .. nicht richtig lebendig.
Liebe Grüße !

06.01.2022 11:22 • #9


Biene1982

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@Nelly30
Ich musste die Tabletten absetzen, weil meine Hormonwerte davon durcheinander gekommen sind und ich zum Schluß die Periode nicht mehr bekam, nur deshalb. Ausserdem hatte ich Libidoverlust.
Das mit der Traumatherapie kann ich mal meinen Therapeuten ansprechen, aber ich weiß ja nicht ob das dann mir alles wieder zu viel wird! Weniger ist ja bekanntlich mehr!
Weißt du ausserdem möchte ich, wenn es klappt mich mit Bachblüten und Homöopathie parallel heilen lassen und schließlich vom Medikament Amisulprid wegkommen und dafür 5HTP oder die Hanfpflanze CBD ausprobieren. Ich möchte keine chemischen Tabletten mehr nehmen. Das macht meinen Körper bloß kaputt. Ich nehme Tabletten schon fast 20 Jahre.

06.01.2022 18:40 • #10


Biene1982

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@Nelly30
Ich habe durch diese psychische Störung, vor allem auch wenn ich Tabletten absetze, zu denken: "ich bin nicht normal, ich bin dumm" und das strahle ich durch den Gedanken aus und stelle mich tatsächlich dumm an und sehe dabei auch dumm aus. Meine Familie sagt es dann mir auch indirekt im mich nicht zu verletzen. Das kommt vom S. Missbrauch und Mobbing.
Ich hoffe das man so was wegbekommen kann?

Ich wünsche dir noch ein schönen Abend

06.01.2022 19:05 • #11



Hallo Nelly30,

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Nelly30

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Also ich habe Elontril und Trazodon gehabt und bei diesen Medis hat man das Problem mit dem Libido -Verlust nicht. Elontril hat bei mir allerdings Angst als Nebenwirkung. Aber war nicht so häufig. Dafür aber schlimm im falschen Augenblick. Trazodon scheint ein für mich geeignetes Antidepressiva. Amisulprid ist ein Antipsychotikum und wird bei Schizophrenie verordnet. Und Wahnvorstellungen.. Du solltest wahrscheinlich beide Medikamente nehmen , also ein Antidepressiva und ein Antipsychotikum. Das macht ja eigentlich dein Psychiater mit dir klar, bei mir ist das zumindest so. Wenn das hormontechnisch schwierigkeiten macht, kann man dann nicht rumprobieren bis was passt ? Ich denke, dass dein Glaubensatz '' ich bin nicht normal, ich bin dumm '' eine Sache ist, die du der Depression zuschreiben kannst. Denk ich auch.. Dass ich nichts kann , dass ich zu dumm bin für alles was es überhaupt nur gibt. Emotionale Vernachlässigung ist mit einer der schlimmsten Sachen die zu psychischen Problemen führen. Mir war lange nicht bewusst , dass es das bei mir war. Weder wurde ich vergewaltigt, noch böse gemobbt. Es ist schwierig etwas zu erfassen was einfach nicht da war vor allem wenn man nicht weiss was ''normal '' ist. Ich könnte mir vorstellen, dass sowas bei deiner Geschichte fast eine größere rolle spielt als du vieleicht meinst. Und das ist dann eben das was man Kindheitstrauma / Entwicklungstrauma nennt. Das bekommt man nicht weg. Es ist ein Teil deiner Geschichte und da dieser Schmerz in so frühen Jahren der Entwicklung geschehen ist , ist er ein Teil der Identität geworden, in der DNA , in der Zellstruktur.
Ich würde sagen, es geht darum seinen Umgang damit zu finden. Ich bin noch auf der Suche wie das funktionieren mag mit dieser ganzen Angst die ich in mir habe. Das Leben fühlt sich manchmal so unfassbar schmerzhaft an und schwierig und kaum auszuhalten. Und dann.. ist es vorbei. Dann wird es wieder gut. Und ich denke.. krass wie Leben sich auch anfühlen kann. Heil und weich und so als ob alles gut werden kann. Es geht darum die Suche nach dem besten Weg für sich selbst nie aufzugeben und neugierig zu sein was dir auf ihm begegnen wird, und das wahrzunehmen mit deinem ganzen Köper- das bedeutet Leben für mich . Sich das bewusst zu machen .

06.01.2022 23:12 • #12