Psychische und Emotionale Misshandlung - Borderline Opfer

melancholic

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...durch ein an Borderline erkranktes Elternteil.

Ich habe mir ein Buch bestellt, in dem es um Kinder von Borderline-Elternteilen geht und hab es zu 3/4 durch. Es ist... auf der einen Seite erschreckend, aber auf der anderen Seite auch irgendwie klar... (Ich habe es gekauft, weil bei meiner Mutter der Verdacht im Raum steht, dass sie Borderlinerin ist)

Ich bin mittlerweile zu 95% davon überzeugt, dass meine Mutter eine Borderlinerin ist. Ich finde mich (und sie) in so vielen Stellen des Buches wieder, da steht so viel, was ich selbst erlebt habe drin... Teilweise tut es weh, das zu lesen, weil es einem immer mehr die Hoffnung nimmt, je eine normale Beziehung zu der eigenen Ursprungsfamilie zu haben. Auch wenn es mir vom Kopf her eigentlich schon klar war... Spätestens seit der Lebensberatung, als der Berater da gesagt hatte, dass ich mich wohl oder übel von der Hoffnung, je Unterstützung von meinem Eltern (auf emotionaler Basis) zu bekommen, verabschieden muss.

Es ist rational, vom Kopf her gesehen, klar, aber eben gefühlsmäßig komm ich da noch nicht ganz mit. Es tut weh und es ist hart...
Es ist auch hart, mir einzugestehen, dass ich (und genauso meine Schwester) emotional/psychisch misshandelt und missbraucht wurde(n)...

Irgendwie ist das immer noch nicht ganz bei mir angekommen. Denn es fühlt sich für mich so normal an. Nicht richtig, aber normal. Ich kenne es ja nicht anders. Aber es erklärt sehr vieles für mich... Auch wenn es schmerzt.
Auch wenn ich es nicht mag, ein Opfer zu sein...

Manche würden jetzt wahrscheinlcih sagen, dass ich doch nicht damit befassen solle, wenn es so wehtut. Aber ich muss das tun. Ich muss mich damit befassen, um zu verarbeiten. Um zu verstehen, wo der Teer in mir herkommt. Keine Ahnung ob es was bringt, aber wenn ich es nicht tue, schwelt es weiter in mir drin.


Das wollte ich nun mal loswerden... Sorry, falls es etwas wirr sein sollte.

03.02.2010 19:09 • #1


Missi

Hallo melancholic,

ich kann dich gut verstehen, denn auch ich musste den Schritt gehen, mich gänzlich von meiner Mutter zu verabschieden. Aber es geht nicht, es funktioniert nicht, und es tut trotzdem so weh.

Meine Mutter ist wohl keine Borderlinerin, zumindest habe ich mich damit noch nicht beschäftigt. Aber ich bin auch als Kind seelisch misshandelt worden (und auch körperlich). Emotional war meine Mutter nie da für mich. Trotzdem habe ich viele schmerzhafte Versuche unternommen, um sie in mein Leben zu holen. Doch sie kam nie an und wird es auch in Zukunft nicht schaffen.

Ich habe mehrere Kontaktabbrüche hinter mir und immer wieder versucht, nochmal anzufangen, ihr eine neue Chance zu geben. Doch nur, um erneut enttäuscht und verletzt zu werden. Deshalb wird der aktuelle Kontaktabbruch wohl auch der endgültigste sein. Und auch wenn mir mein Verstand sagt, das es besser so ist, das sie nie die Mutter sein wird, die ich brauche, die ich mir wünsche. Es tut trotzdem so weh und die Sehnsucht nach mütterlicher Geborgenheit wird ein ganzes Leben lang bleiben.

In meiner Therapie habe ich gelernt, mein RealitätsICH zu stärken. In solchen Momenten der Sehnsucht und Trauer kann ich nun unterscheiden zwischen der Sehnsucht, also der Emotion, und der Realität. Die schmerzlichen Phasen lassen sich mit der Zeit immer besser bewältigen. Jetzt machen sie mir auch keine Angst mehr.

Ich wünsche dir, dass du es auch schaffst!

04.02.2010 10:14 • #2



Hallo melancholic,

Psychische und Emotionale Misshandlung - Borderline Opfer

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Pyxidis

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Liebe melancholic,

ich finde das sehr interessant, was Du schreibst, denn ich bin unter anderem von meiner sehr viel älteren Schwester psychisch und emotional mißhandelt worden und obwohl ich in der letzten Therapiestunde die Vermutung geäußert hatte, daß sie eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat (10 von 10 Punkten treffen zu wie die Faust aufs Auge) hat meiner Therapeutin gesagt, sie denke eher an eine Borderlinestörung.

Naja, lange Rede kurzer Sinn, ich wäre an dem Buch, was Du im Moment liest, sehr interessiert, da meine Schwester einen Part der Erziehung von mir übernommen hat, meine Mutter war nämlich praktisch nicht existent (physisch schon, aber das war auch alles).

Könntest Du mir den Titel nennen?

Vielen Dank und viele Grüße

@Missi: ich habe auch den kontakt zu meiner Mutter (und Schwester) entgültig abgebrochen und finde mich praktisch in jeder Zeile, die Du schreibst wieder.

Scorpio

04.02.2010 11:29 • #3


melancholic

melancholic

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Danke für eure Antworten, und entschuldigt, dass ich erst so spät antworte.

Das Buch, das ich gelesen habe, heißt Mit zerbrochenen Flügeln - Kinder in Borderline-Beziehungen. Gibts bei amazon.de ^^

Den Kontakt abzubrechen habe ich auch vor, sobald ich ausziehen kann. Nur, ob ich das so umgesetzt bekomme, wie ich das gerne hätte, ist die Frage... Aber mal sehen.
Anders geht es aber nicht. Ich muss ihr die Macht nehmen, die sie über mich hat, sonst wird sie bis zum Ende meines Lebens zu übermächtig sein.

09.02.2010 10:25 • #4

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