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Es gibt die genetische Veranlagung und es gibt auch tatsächlich Erbkrankheiten, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung der Nachkommenschaft einhergehen.
Bezüglich der Psyche ist es aber durchaus die Meinung der Fachwelt, das affektive Erkrankungen bei entsprechender Prädisposition trotzdem eher durch Erfahrungen und Prädgung nach der Geburt entstehen. Natürlich wäre unter Umständen zu erwarten, dass Kinder in Familien mit einem oder gar beiden Elternteilen, welche an einer affektiven Störung leiden, sich entsprechend dem Umfeld auch in diese Richtung entwickeln können, es muss aber nicht so sein, wenn ein Kind in einem behütendem und wohlwollenden Umfeld aufwächst, in dem dessen Bedürfnissen ausreichend Rechnung getragen wird, auch wenn es die genetischen Voraussetzungen geerbt hat. Und wenn der weitere Werdegang auch keine drastischen Auslöser beinhaltet, muss es ebensowenig zu einer Erkrankung führen.
Schwierig finde ich es lediglich, wenn Schuldzuweisung und auch Rechtfertigung darauf gründen, dass Eltern eine affektive Erkrankung haben und somit auch vererbt hätten. Denn Kinder entwickeln sich ja zum größten Teil nach der Geburt bis ins hohe Alter stetig weiter, sofern sie nicht in ihrer Entwicklung gehindert oder gebremst werden.
Da affektive Erkrankungen bezüglich ihrer Symptomatik medikamentös behandelt werden können um es zu ermöglichen, dass der Erkrankte in die Lage kommt mit seinen Denkmustern, Emotionen, Gefühlen und Glaubenssätzen einen angemessen und für sich und Andere unschädlichen Umgang zu entwickeln, besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass dessen Kinder keine affektive Störung entwickeln. Und sollten sie es trotzdem, kann selbstverständlich eine Distanz zu den Eltern bei ihnen für eine Genesung sorgen oder zumindest ermöglichen, an der eigenen Genesung zu arbeiten.
Welches Umfeld Erkrankte erzeugen ist also mindestens genauso ausschlaggebend, wie eine genetische Prädisposition, ob ein Kind erkrankt und welche weiteren Einflüsse auf das Kind einwirken, wie Kita, Schule, Ausbildung, ect. sind dementsprechend auch nicht außer Acht zu lassen.
Daher ist aber auch möglich, dass ein Kind von Ar.chlocheltern eine affektive Erkrankung entwickelt, selbst wenn die Eltern keine haben. Und da würden Schuldgefühle der Eltern auch nur etwas nutzen, wenn sie selbst an sich arbeiten würden, um keine mehr zu sein und dem Kind dann die Freiheit lassen, zu beurteilen, ob sie keine mehr sind und ob die Nähe zu ihnen unschädlich sein kann.