Hallo zusammen, Da ich noch nicht so lange in diesem Forum unterwegs bin, stoße ich jetzt erst nach und nach auf sehr interessante Themen wie dieses hier. Meine Frau hat das gleiche Problem wie deine Tochter @Sifu. Ihr Vater ist Bipolar, und Manisch / Depressiv. Im Elternhaus meiner Frau waren Gewalt, Hass, Verachtung und Schreierei an der Tagesordnung. Seit 45 Jahren ist meine Frau (von wenigen Jahren Unterbrechung abgesehen) in Therapie. Sie und ihre beiden Brüder sind ebenfalls Bipolar, sowie Manisch / Depressiv. Besonders interessant finde ich das die Tochter meines jüngsten Schwager mit 9 Jahren ebenfalls schon diese Symptome aufweist. Somit glaube ich ganz fest daran das bipolare Störungen, Manie und Depressionen sehr wohl Genetisch vererbbar sind.
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hlena Mitglied
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Die Erkrankung selbst wohl nicht,aber die Veranlagung dazu. Kommt dann z.B.noch starker Stress dazu,bricht die Erkrankung aus. Wer hat denn keinen Stress?
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A
Hallo Sifu,
Mega Schuldgefühle - Krankheit/Störung vererbt
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Dys Mitglied
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Zitat von JueKey:
sind ebenfalls Bipolar, sowie Manisch / Depressiv
Nur mal so rein zur Information. Bipolar ist die heutige Bezeichnung für die frühere Bezeichnung Manisch Depressiv. Es ist also das selbe und ein sowohl als auch ist dementsprechend nicht gebräuchlich, weil es eine Dopplung wäre. Es wird lediglich noch zwischen Manie und Hypomanie unterscheiden welcher dann eben Teil der bipolaren Störung ist und sich mit der Depression abwechselt. Und Bipolar ist auch nicht Borderline.
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Sifu Mitglied
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Zitat von JueKey:
Hallo zusammen, Da ich noch nicht so lange in diesem Forum unterwegs bin, stoße ich jetzt erst nach und nach auf sehr interessante Themen wie dieses hier. Meine Frau hat das gleiche Problem wie deine Tochter @Sifu. Ihr Vater ist Bipolar, und Manisch / Depressiv. Im Elternhaus meiner Frau waren Gewalt, Hass, ...
Vielen Dank JueKey, Deine Ausführungen entlasten mich.
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#19
Grenzgaenger Mitglied
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Der Reihe nach möchte ich dann auch einmal...
Zitat von Lost111:
Depressionen müssen nicht zwangsweise vererbbar sein.
Sehe ich ehrlich gesagt genau so, da ich innerhalb von Drei Generationen der erste bin der diesen Mist...
Zitat von Lilly-18:
Vielleicht nicht gleich an die nächste Generation, aber an die nachfolgende
Das ist in der Tat ein Phänomen von dem man wahrlich häufiger hört, aber eben nicht unbedingt zwangsläufig so sein muss....
Zitat von Sifu:
Meine Tochter ... ignoriert, meidet und isoliert mich, spricht nicht mehr mit mir und das macht mich fertig.
Vielleicht - und das ist wirklich nur eine Spekulation - zieht sie sich nur deshalb von allen und jeden zurück, weil das ihre spezielle Art (Geht mir ehrlich gesagt ähnlich da ich mit während meiner Schübe auch sehr einsilbig und fast unnahbar gebe) ist, mit der Situation um zu gehen?
Doch wie gesagt: Das ist lediglich eine vorsichtige Vermutung....
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#20
Dys Mitglied
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Es gibt die genetische Veranlagung und es gibt auch tatsächlich Erbkrankheiten, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung der Nachkommenschaft einhergehen. Bezüglich der Psyche ist es aber durchaus die Meinung der Fachwelt, das affektive Erkrankungen bei entsprechender Prädisposition trotzdem eher durch Erfahrungen und Prädgung nach der Geburt entstehen. Natürlich wäre unter Umständen zu erwarten, dass Kinder in Familien mit einem oder gar beiden Elternteilen, welche an einer affektiven Störung leiden, sich entsprechend dem Umfeld auch in diese Richtung entwickeln können, es muss aber nicht so sein, wenn ein Kind in einem behütendem und wohlwollenden Umfeld aufwächst, in dem dessen Bedürfnissen ausreichend Rechnung getragen wird, auch wenn es die genetischen Voraussetzungen geerbt hat. Und wenn der weitere Werdegang auch keine drastischen Auslöser beinhaltet, muss es ebensowenig zu einer Erkrankung führen.
Schwierig finde ich es lediglich, wenn Schuldzuweisung und auch Rechtfertigung darauf gründen, dass Eltern eine affektive Erkrankung haben und somit auch vererbt hätten. Denn Kinder entwickeln sich ja zum größten Teil nach der Geburt bis ins hohe Alter stetig weiter, sofern sie nicht in ihrer Entwicklung gehindert oder gebremst werden.
Da affektive Erkrankungen bezüglich ihrer Symptomatik medikamentös behandelt werden können um es zu ermöglichen, dass der Erkrankte in die Lage kommt mit seinen Denkmustern, Emotionen, Gefühlen und Glaubenssätzen einen angemessen und für sich und Andere unschädlichen Umgang zu entwickeln, besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass dessen Kinder keine affektive Störung entwickeln. Und sollten sie es trotzdem, kann selbstverständlich eine Distanz zu den Eltern bei ihnen für eine Genesung sorgen oder zumindest ermöglichen, an der eigenen Genesung zu arbeiten.
Welches Umfeld Erkrankte erzeugen ist also mindestens genauso ausschlaggebend, wie eine genetische Prädisposition, ob ein Kind erkrankt und welche weiteren Einflüsse auf das Kind einwirken, wie Kita, Schule, Ausbildung, ect. sind dementsprechend auch nicht außer Acht zu lassen.
Daher ist aber auch möglich, dass ein Kind von Ar.chlocheltern eine affektive Erkrankung entwickelt, selbst wenn die Eltern keine haben. Und da würden Schuldgefühle der Eltern auch nur etwas nutzen, wenn sie selbst an sich arbeiten würden, um keine mehr zu sein und dem Kind dann die Freiheit lassen, zu beurteilen, ob sie keine mehr sind und ob die Nähe zu ihnen unschädlich sein kann.
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#21
hlena Mitglied
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Auch wenn diese Störung ganz sicher vererbt wäre,welches gesunde Kind,macht den Eltern Vorwürfe? Die Eltern haben es sicher nicht absichtlich gemacht.
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#22
Dys Mitglied
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Weshalb ein Kind seinen Eltern aus welchem Grund auch immer Vorwürfe macht, so es das tut, kann ja eh nur das Kind sagen. Sollte ein Kind für seine aufgetretene Erkrankung die Erkrankung der Eltern oder eines Elternteils als Erklärung sehen, so ist es ja zumindest eine mögliche Erklärung. Ob das dann irgendwie hilfreich ist, kann auch nur das Kind für sich selbst beurteilen. Erkrankungen will ja niemand, denke ich und woran man erkrankt, sucht man sich auch nicht aus. Inwieweit Prävention Erkrankungen verhindert, lass ich mal außen vor, denn je nach den gegebenen Lebensumständen hat man nicht alles selbst in der Hand, was einen vor einer Erkrankung schützen könnte. Zudem können sich Lebensumstände ja jederzeit verändern.
Vorwürfen wird man ja meistens ausgesetzt, wenn etwas schon geschehen ist und somit werden sie hinterher geäussert. Daher ist es zumindest nicht verkehrt, sich vorher mal Gedanken darüber zu machen, was man weshalb tun möchte. Und ich persönlich finde, wenn man ein Kind in die Welt setzen möchte, ist dies unerlässlich. Dabei wäre für mich jedenfalls eine Überlegung wert, welche Risiken für ein Kind auftreten könnten, oder zumindest ob ich in der Lage sein könnte, die Verantwortung für ein Kind auch zu stemmen, selbst wenn es Schwierig werden würde. Natürlich kann man nicht in die Zukunft blicken, aber einige Eventualitäten darf man schon auch mal in Betracht ziehen, die wenn sie denn so kommen würden, Problematisch sein könnten.
Beispielsweise wurden schon Kinder gezeugt, mit dem Gedanken, sie könnten die Ehe oder Beziehung retten. Oder weil ein Erbe fürs Familienunternehmen gebraucht wird. Oder weil es der eigenen Überzeugung entsprach, ohne ein eigenes Kind kein erfülltes Leben zu haben. Und das sind ja durchaus legitime Gründe, jedenfalls aus sich der Eltern und die sind durchaus nachvollziehbar, sogar wenn man anderer Meinung wäre. Und ob Wunschkind oder quasi „Unfall“, wenn das Kind geboren ist, wäre dessen Wohlergehen trotzdem in jedem Fall Sache der Eltern, bis es selbst fürs eigene Wohlergehen sorgen kann.