Meine arme Tochter (25) muß in Therapie weil sie Alpträume von ihrem schreienden Vater hat und das tut mir so unendlich leid, denn genau das habe ich verhindern wollen, als ich meine Tochter in Vollzeit erzog. Als erstes hätte ich meine Antidepressiva und ein Neuroleptikum nicht öfter mal reduzieren oder absetzen sollen, weil mich das trotz größter Mühe und Selbstdisziplin sehr nervös und reizbar macht und dann fange ich schnell laut an zu schreien. Ich bin seit meiner Kindheit in Behandlung und nehme auch schon solange Psychopharmaka und die letzten Jahre immer mehr. Aber die Pillen helfen mir sehr auch wenn sie mich 50kg haben schwerer werden lassen. In meiner Herkunftstfamilie sind alle mütterlicher und väterlicherseits psychisch krank - meist schwer depressiv. Ich habe alles versucht mich zu kontrollieren wenn ich gestreßt bin, habe es aber oft einfach nicht geschafft und dann bei Stress sehr laut gebrüllt. Geschlagen habe ich meine Kinder noch nie, aber oft bei Stress gebrüllt. . und jetzt hat meine Tochter einen Schaden und muß in Therapie. Ich hasse mich so sehr dafür, das es soweit kam - genau das habe ich doch versucht zu verhindern. 😢😥😭😭😭😭😭
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Marylu Mitglied
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Lieber Sifu, Versuche dich nicht all zu sehr zu ärgern. Sicher ist es für deine Tochter nicht gut gewesen, dass du sie öfter angeschrieben hast, aber du kannst es nun nicht mehr ändern Du hast dein Bestes getan und ihr sicher viel mehr Gutes als Schlechtes mitgegeben Wie ist dein Verhältnis zu deiner Tochter heute? Ich hoffe, du bist mit ihr im Gespräch Liebe Grüße
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Hallo Sifu,
Mega Schuldgefühle - Krankheit/Störung vererbt
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Sifu Mitglied
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Zitat von Marylu:
Lieber Sifu, Versuche dich nicht all zu sehr zu ärgern. Sicher ist es für deine Tochter nicht gut gewesen, dass du sie öfter angeschrieben hast, aber du kannst es nun nicht mehr ändern Du hast dein Bestes getan und ihr sicher viel mehr Gutes als Schlechtes mitgegeben Wie ist dein Verhältnis zu deiner Tochter ...
Heute ist es besser, aber sie ist distanziert seit dem sie in Therapie ist. Sie weiß aber das das keine Absicht von mir war.
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Lost111 Mitglied
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@Sifu
Was geschehen ist, kannst du nicht mehr ungeschehen machen. Du kannst nur versuchen, es hier und jetzt besser zu machen.
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Dakota Mitglied
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Ich bin kein schreiender Mensch, aber ich habe Kinderkriegen immer ausgeschlossen, weil ich Depression nicht vererben wollte.
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Lost111 Mitglied
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Zitat von Dakota:
Ich bin kein schreiender Mensch, aber ich habe Kinderkriegen immer ausgeschlossen, weil ich Depression nicht vererben wollte.
Depressionen müssen nicht zwangsweise vererbbar sein. ^^
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Lilly-18 Mitglied
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Zitat von Lost111:
Depressionen müssen nicht zwangsweise vererbbar sein.
Vielleicht nicht gleich an die nächste Generation, aber an die nachfolgende usw. Ich sehe jedenfalls, dass ich viele Erkrankungen meiner Eltern übersprungen habe, jedoch das meiste bei meinen Kindern wiederfinde. Meine große Tochter hat die Skoliose und die Migräne meiner Mutter, die Kleine die Suchterkrankung von meinem Vater.
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#7
Fritz Mitglied
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Hi Sifu Deine Tochter hat Alpträume von ihrem schreienden Vater, das bist du! Du hasst dich dafür und schon sind Schuldgefühle bei dir da. Natürlich ist es nicht angenehm, psychische Krankheiten geerbt zu haben. Auch ich habe Depression, Minderwert und kleines Selbstbeswusstsein von meinem Vater geerbt. Vielen Dank dafür! Du kannst diese Schuldgefühle nur auflösen, wenn du vergibst. Vergebung von Gott, Vergebung von deinen Nächsten und vor allem, Vergebung von dir selber. Vergebung hat mit Verzeihen nichts zu tun, sondern Vergebung geht viel tiefer. Die Schuld liegt in der Vergangenheit. Sie ist nicht mehr änderbar, was Schei.. war, bleibt Schei.., aber du brauchst dich dafür nicht mehr schuldig fühlen uind nicht mehr ärgern. Vergebung kann jeder lernen, aber es ist nicht einfach. Vielleicht gelingt dir das! Bei mir hat es funktioniert! Servus
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Nuance Mitglied
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Ich kenne Dich gar nicht und Du schreibst keine Details. Insofern ist meine Antwort mit großer Vorsicht zu behandeln.
Ich finde es grundsätzlich gut, wenn Leute versuchen, von Psychopharmaka loszukommen. Könnte das Absetzen zu schnell gewesen sein? Hast Du es gleich mit allen auf einmal versucht? Gerade nach langjähriger Einnahme ist ratsam, sehr, sehr langsam vorzugehen. Die Synapsen im Gehirn müssen sich wieder anpassen. Und ganz sicher kann man sich - leider - nicht sein, ob der Ausgangszustand überhaupt noch mal erreicht werden kann. Nun war der bei Dir anscheinend sowieso schwer depressiv.
Mir ist nicht klar, ob Du unter den Medikamenten auch aggressiv bist/wirst. Wenn es im Entzug ist, könnte/sollte man seine Umgebung warnen.
Doch wen schreist Du an? Familienmitglieder? Die Vorstellung ist vlt. etwas verstörend bzw. unsinnig: Aber eine hübsche Frau, die Dich kennenlernen möchte, die Interesse zeigt: Die würdest Du wohl nicht anschreien. Es würde sich später vlt. einschleichen.
Grundsätzlich hat es ja u.a. auch stets etwas mit fehlendem Respekt zutun. Würde man seinen Vorgesetzten anschreien? Es hat auch etwas mit Gewohnheit zutun.
Hoffentlich entfremdet der Psychologe Deiner Tochter sie nicht (noch mehr?) von Dir. Sie können auch viel Unheil anrichten. Ideal wäre, wenn Du mal mitkommen könntest/wolltest. Und es wäre ein gutes Zeichen für euer Verhältnis. Immerhin - Du hättest die Möglichkeit, Dinge richtig zu stellen. Dich zu entschuldigen etc.
Dann fallen mir noch Verhaltenstherapien ein.
Ich bin regelmäßig im Entzug und es ist schon heftig. Ich werde dann auch genervt, aggressiv. Doch ich lebe ja alleine. Und bei Lärm durch Nachbarn: Da lasse ich meinen Gefühlen - meiner Wut - freien Lauf. Und es tut gut!
Ich hatte vor kurzem eine TV Sendung über Hirnstimulation u.a. bei Depressionen geschaut. Der gezeigten Frau ging es anschließend besser. Sie benötigte keine Medikamente mehr.
Kurz recherchierte ich. Mindestens teilweise wird eine vorherige EKTherapie zur Bedingung gemacht. Hierzu wäre ich niemals bereit.
Bei Parkinson Leuten hört das Zittern auf...
Mich verängstigen die Organ- und Hirnschäden, die einen langfristig bei Medikamenten erwarten. Und es könnte der Tag kommen, an dem ein Hausarzt warnt, einen zum Facharzt schickt und man die Nachricht bekommt: Medikamente reduzieren und irgendwann: Einnahme beenden...
Aber vlt. sollte man auch mehr im Hier-und-Jetzt leben und es beiseite schieben. In jüngeren Jahren ein gutes Leben zu haben, könnte wichtiger sein...
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Anne_S Mitglied
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Hallo Sifu,
was mir beim Lesen deiner Zeilen auffällt; du scheinst nicht zwischen Vererbung und Einflüssen zu trennen.
Vererbung ist ja rein genetisch; da hättest du dich "vorbildlich" verhalten können und deine Tochter hätte trotzdem - ggf durch andere Einflüsse - erkranken können.
Andererseits hättest du natürlich dem durch dein Verhalten besser vorbeugen können. Das ist nicht als Vorwurf gemeint; wie hier schon gesagt wurde, kannst du die Vergangenheit nicht mehr verändern. Bestenfalls aus deinen Erfahrungen für die Zukunft lernen.
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Sifu Mitglied
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Danke Euch allen für die Antworten.
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#11
Nuance Mitglied
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Mir fällt noch was ein. Depressionen/Genetik Es gibt nachweislich mehrere Gene, die Übergewicht wahrscheinlich machen und sicherlich gibt es im Hinblick auf Depressionen auch ungünstige Gene/Genvarianten/Polymorphismen.
Doch wird man depressiv geboren? Wahrscheinlich niemand... Ist es nicht doch eher so, dass Depressive in erster Linie sensibler sind? Mehr Zeit benötigen, um Negatives zu verarbeiten und letztlich leider ab einem bestimmten Maß nicht mehr in der Lage, Negatives ausreichend zu verarbeiten - so dass die Grundstimmung allmählich immer negativer wird und man zum überwiegend traurigen/ängstlichen Menschen wird...
Ideal könnte in dieser Hinsicht ja eine Amnesie sein - Gedächtnisverlust. Menschen mit Unfällen und Amnesie haben in der Folge oft einen völlig anderen - durchaus manchmal auch sehr positiven - Charakter.
Irgendwie ist doch auch gruselig: Da sterben Eltern, enge Freunde, nette Geschwister etc. und man lebt sein Leben völlig unberührt glücklich weiter? Manche haben mehr Pech als andere, ungünstigere Startchancen...
Wirklich schade, dass sich Menschen mehrheitlich seelisch nicht öffnen. Was in dieser Welt voller Scheinheiligkeit, Boshaftigkeit nachvollziehbar ist. Es bleibt ein hohes Risiko für weitere Verletzungen.
So wie ich in schwerem Verliebtsein und Offenheit über meine gesundheitliche Situation vom Turnierpferd zur Zuchtstute gemacht wurde. In der Absicht größt möglicher Verletzung. Durchschaubar: Nur ein gekränktes - typ. männliches - Ego. Und obwohl mir das klar ist/war und bleibt: Es nützt nichts. Es hat meine Meinung zum männlichen Geschlecht weiter verschlechtert. Es hat u.a. dazu geführt, dass ich meiner Einschätzung nicht mehr vertraue. Und überwiegend denke: Sie sind ausnahmslos alle so... Man muss jederzeit mit schwersten psychischen Verletzungen rechnen. Ob man abstumpfen kann? Ist man erst einmal verliebt, läßt sich dieses Gefühl nicht auf Knopfdruck beenden. Der Verstand ist gefragt... Es ist unverzeihlich!
Wie dem auch sei: Genetische Einflüsse gibt es. Aber nicht in dem Sinn, dass es keine Chance auf eine Ausnahme, ein Entkommen gibt. Es müssen sehr wahrscheinlich weitere Belastungen hinzukommen.
Und es ist nicht unmöglich, Depressionen wieder los zu werden! Nach jahrelanger Medikamenten-Einnahme sollte man sich für ein Loskommen/Absetzen sicherlich mindestens ein Jahr Zeit lassen. Ich würde wohl nie aufgeben. Psychotherapie - eine gute Partnerschaft - sowas hilft natürlich.
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Nuance Mitglied
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Na ja - und ist man erst einmal aus der Bahn geworfen entsteht meist eine Art Teufelskreis, aus dem es kaum ein Entrinnen gibt. Irgendwann ist die Lebenssituation objektiv deprimierend. Es wäre nicht normal, trotz deprimierender Lage glücklich zu sein.
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Hallo Sifu,
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Sifu Mitglied
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Zitat von Nuance:
Mir fällt noch was ein. Depressionen/Genetik Es gibt nachweislich mehrere Gene, die Übergewicht wahrscheinlich machen und sicherlich gibt es im Hinblick auf Depressionen auch ungünstige Gene/Genvarianten/Polymorphismen. Doch wird man depressiv geboren? Wahrscheinlich niemand... Ist es nicht doch eher so, dass ...
Hallo Nuance,
ich kann mich in fast jedem Deiner Sätze wiederfinden.....sogar was Beziehungen zu Frauen angeht. Ich bin mit 62 froh da langsam aus der Kiste heraus zu kommen.