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Krankheit als Selbstschutz

djamila
Guten Morgen Liebe Mit betroffene Forums mitglieder . Erst mal ein ganz liebes Dankeschön das mich mein Weg hierher geführt hat . Aus einem Langen Leidensdruck Seelischer Natur würde ich sagen . Denn bei mir war die Diagnose Borderlein nicht an erster stelle . Erst zeigte es sich an den Nieren . Mir war kalt ich Konnte kein Essen bei mir behalten geschweige mich Bewegen . Da meine Mutter nicht Zeitnah zum Artzt ging mit mir oder auch mit meinen Geschwistern . Lag ich zwei Wochen zuhause . Nach dem Artzt Besuch sofort ins Krankenhaus . Diesen Körperlichen Schmerz habe ich gar nicht so wahrgenommen , wenn ich heute daran Denke . Es war Erlösung es war Weg von der Lähmenden Angst zuhause und in der Schule . Es war weg von der Angst mit der Qual allein zu sein . Es war eine Zeit wo ich ich sein Konnte mehr noch wo ich Kind sein durfte . 6 Wochen war ich dort das half meiner ängstlichen Kinder Seele etwas aufzutanken . Ich spürte auch die Angst das ich wieder nach Hause muß . Traurig war nur das ich nicht mehr am Schulsport Teilnehmen durfte . ich war ca 9 Jahre alt . zu dem Zeitpunkt auf dem Papier . Emotional wie viele Völlig Hilflos ausgeliefert . Pause
Wünsche Euch ganz viel Instinkt für Euch selbst damit Ihr bei aller Angst , Panik , Wut usw. Euch selbst nicht verliert .

27.07.2019 07:33 • x 2 #1


Mayke1
Liebe Djamila, ich denke, dass Krankheiten uns davon entheben, schwierige, beängstigende Dinge tun zu müssen. Selbst ein harmloser Infekt letztens brachte mir einen Schutz davor, nicht mehr handeln zu müssen. Einfach liegen zu dürfen war so entlastend.
Ein anderes Beispiel erzählt von meiner Tochter. Sie schleppte sich so lange in den Dienst, bis ihr Körper die Selbstschutzfunktion übernahm und sie sehr krank werden ließ. Ohne das Zeichen ihres Körpers hätte meine Tochter immer noch weitergemacht.
Normalerweise steigt mit der Genesung auch wieder die Kraft, Schwieriges durchzustehen. Dich wenn wie bei dir sogar große Angst dabei war, wieder nach Hause entlassen zu werden, war deine Situation wirklich problematisch.
Was mir meine Krankheit sagen will, glaube ich nur manchmal zu wissen. Ich habe mich nicht immer genug im Blickfeld.

27.07.2019 19:19 • x 1 #2


Jedi
Hallo !

Ein kurzer Beitrag von mir dazu !

Was sich die Symptome erlauben, ist oftmals genau das, was Du dir selbst nicht erlaubst !
Aus der Psychosomatik wissen wir, dass wenn wir unserer Seele, dauerhaft zu viel zumuten, dass oft recht schnell körperliche Symptome für uns spürbar werden können.

"Geh Du vor, sagt die Seele zum Körper, auf mich hört Sie/ Er nicht,
villt . hört er auf Dich ?
Ich werde krank werden, dann wird Sie/ Er Zeit für Dich haben, sagt der Körper zur Seele".


So einfach ist das manchmal !
Erkenntnis, achten wir mehr auf unseren Seelenzustand !
Warten wir nicht immer so lange, bis uns eine Erkrankung niederstreckt u. wir dann für uns, eine plausible Erklärung dafür gefunden haben, dass wir jetzt uns ausruhen dürfen.
Trauen wir uns, "Stopp" zu sagen, bevor uns eine Erkrankung dazu zwingt.
Und manchmal ist es nicht nur der Infekt, der uns für eine kürzere Zeit lahm legt !
es sind oftmals auch schwerste Erkrankungen dabei, die uns aus dem Berufs- oder unserem Privatenleben herauskatapultieren kann, mit all seinen, für uns nicht mehr kalkulierbaren Folgen.

LG Jedi

27.07.2019 20:04 • x 2 #3


djamila
Liebe Mayke1 Erst mal Danke für deine Besuch und es freut mich das es dir wieder Besser geht . Fühl dich herzlich willkommen . Ja für mich Persönlich war der Druck und die Angst des Ausgeliefert seins extrem . Hätte mich manchmal am Liebsten in Luft aufgelöst . Und Habe wirklich geglaubt nicht zu Können nichts Wert zu sein . Denn Kurze Zeit nach der Nierengeschichte kam meine Schuppenpflechte (Proriasis ) die Konnte ich für mich selbst besser annehmen sie gehörte zu mir . Und hielt Menschen auf Abstand denn Menschen waren als Kind Bedrohung . Und meine Psoriasis hat mir Zeit gegeben Seelisch zu verarbeiten . Da ich ja auf mich allein gestellt war . Und mit Körperlichen Schmerzen kann ich Besser umgehen als mit dem Seelischen schmerz . Da reicht ein Blick oder eine Bestimmte Tonlage . Ein Lieblingssatz meiner Mutter war alle Menschen sind Böse .
Als ich mit 14 dann in die Lehre geschickt wurde hatte ich keine Ahnung was Überhaupt auf mich zukommt . Wie ein Kleinkind im Körper einer 14 jährigen . Und wie Wundervoll sind doch Kinder wenn man Ihnen die Möglichkeit gibt sich entwickeln zu dürfen . ( ohne Angst ) Ich Liebe meine Mutter Trotzdem auch wenn sie mir das Fliegen nicht beibringen Konnte . Ich war lange lange emotional sehr abhängig von meiner Mutter . Und Meine Geschwister auch . Aber das ist wohl das Leben ! Das es gilt anzunehmen . Und das beste daraus zu machen . Meine Krankheiten sind wie Bruder und Schwester sie schützen mich immer wieder . Nicht an der Seelischen Not Kaputt zu gehen . Denn es ist ja nicht nur die Eigene Geschichte die es zu verarbeiten gilt . Denn wenn man über den Tellerrand schaut und sieht was los ist , muss man aufpassen , das schöne nicht zu übersehen . Dir Liebe Mayke1 wünsche ich einen schönen Abend und viele Tolle Foto Motive .

27.07.2019 21:16 • x 1 #4


djamila
Auch dir ein Herzliches Willkommen @Jedi ,
Als Erwachsene sag ich du hast Recht . Braucht aber Entwicklungszeit stopp sagen zu Können .


Zitat:
"Geh Du vor, sagt die Seele zum Körper, auf mich hört Sie/ Er nicht,
villt . hört er auf Dich ?
Ich werde krank werden, dann wird Sie/ Er Zeit für Dich haben, sagt der Körper zur Seele".



Die Seele sagt zum Körper geh du vor , denn ich brauch noch Zeit zum reifen !
(Erkenntnis ) ja achten wir mehr auf unseren Seelenzustand und geben uns die Entwicklungszeit .
Grade in unserer Schnelllebigen Leistungsgesellschaft .


LG . Djamila

27.07.2019 22:27 • #5


maya60
Liebe djamila, es ist eine zweischneidige Sache mit dem "Krankheit als Selbstschutz". Das hört sich schnell missverständlich so nach weiser Eigenmacht an, die wir aber ja gerade bei unseren Erkankungen viel zulange nicht hatten, unsere Erkrankungen haben viel mit Ohnmacht und Ausgeliefertsein als Kind zu tun.
Einerseits stimmt es natürlich in dem Sinne, der hier in deinem Thema diskutiert wird oder auch, wenn wir vom vordergründig körperlichen Zusammenbruch beim Burnout reden oder darüber, wie bei manchen das innere Kind für unser Überleben in untragbarer Situation sorgte, indem es Horrorerinnerungen abspaltete. Es gibt da noch weitere Beispiele.

Wenn wir davon reden, genauso wie bei deinem Beispiel, mit dem du dein Thema begonnen hast, dann reden wir von Lebenssituationen höchster psychischer und körperlicher Not, Vernachlässigung, Bedrohung und Ängstigung oder auch Überforderung.

Es geht um existentielle Gefahren für das Überleben und die Gesundheit.

Es geht um Situationen, in den so wenig Schutz und Selbstschutz möglich ist, dass der Körper massive Schutz-Mechanismen einsetzt, die ihrerseits auch sehr belastend für uns sind in der Folge. Er hat also unter nur gefährlichen Handlungsangeboten die am "wenigsten" schädliche genommen, die aber weit entfernt von Gesundheit und Frieden ist und später in ruhigeren Lebenssituationen immer wieder querschießt, um bearbeitet und verstanden zu werden.

Wenn Kinder ins Krankenhaus müssen, haben sie normalerweise eine irre Angst davor, gerade weil sie es als Vergleich zum Zuhause als Verlorenheit fürchten oder erleben.
Wenn nun für dich das Krankenhaus so wohltuend im Vergleich zu deinem Zuhause war, sagt das, wie du ja selber schreibst, schon alles über deine heimische Lebenssituation.

Daher würde ich hier für mich persönlich lieber von Notstop von Körper und Psyche reden, um die wirklich existentielle Ausnahmesituation zu würdigen.
Zu dem Zeitpunkt leiden wir zuvor schon so dermaßen stark und lange, dass eben unserer Psyche kein Selbstschutz mehr möglich war und auch danach werden wir noch lange mit den psychischen Folgen dieser absoluten Ohnmacht, Vernachlässigung und Schutzlosigkeit zu tun haben.

Kinder können und sollen sich nicht selber schützen müssen und wenn sie das müssen, geht das nicht ohne massive psychische Kosten und Schäden.

Dann geht es mir noch darum, dass die Gefahr der Verharmlosung überall außer hier im Forum unter Gleichgesinnten, droht. So nach dem Motto. "Hab ich ja schon immer gesagt, Selbstschutz, du willst also nur nicht. Faulheit." Oder dass einem der "Genuss" des "sekundären Krankheitsgewinns" vorgeworfen wird: "Du willst dich doch nur in den Mittelpunkt stellen, nach Aufmerksamkeit heischen und umsorgt werden und uns die Arbeit zuschieben." Oder gar "Du simulierst ja nur."

Es kann aber auch bei uns selber und unserem Umfeld, wenn die Psyche als so eigenmächtig angesehen wird, zu Schuldzuschreibungen kommen, so dass z.B. KrebspatientInnen sich zu allem anderen noch rechtfertigen müssen, schuld an ihrem Krebs zu sein, habe ich oft gehört.

Der menschliche Körper und die menschliche Psyche haben zahlreiche Schutz- und Abwehrmechasnismen, Warnmechanismen und Notstopmechanismen zum Überleben. Für äußere Bedingungen, denen wir schutzlos ausgeliefert sind. Für Ohnmachtssituationen.

Wir dürfen sie nicht als Selbstrettung sehen oder als ob wir die Macht des gesunden Lebens alleine hätten, die haben wir nicht. Sonst ginge es uns nicht so, wie es uns heute geht.

Liebe Grüße! maya

28.07.2019 16:47 • #6





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