18

Götter in Weiß

Grenzgaenger
Hallo @mecca

Zitat von mecca:
Scheint hier niemand zu verstehen, dass so eine Situation belastend sein kann.

Oh doch - und das nur all zu gut, denn wie Du später selbst geschrieben hast
Zitat von mecca:

Ich hätte Verlässlichkeit gebraucht.

Und auch Vertrauen - denn wenn ein Doc dir kein Gefühl von Vertrauen aufbauen kann, wird er sicherlich auch keine optimale Behandlung bewerkstelligen und
Zitat von mecca:
Ich habe hier lediglich etwas Abfuhr der inneren Spanungen und emotionalen Support erhofft.

Genau dafür - und das behaupte ich jetzt einfach mal bist Du hier Gruppe genau Yes da Du hier unter Gleichgesinnten und vor allem Gruppenumarmung bist.
Und ja - selbstverständlich kannst Du
Zitat von mecca:
Ich kümmere mich selbst ganz gut um mich.

davon bin ich überzeugt! Herzfahne

x 1 #16


mecca
Vielen Dank Grenzgänger <3

Das habe ich gebraucht.


Ich habe nochmal nachgedacht über das Thema was ich brauche.

Ich brauche eigentlich Ruhe, Zeit, kein Stress. Viel Schlaf, leichte Bewegung, die sich langsam wieder steigern darf zu Sport ohne das ich dann wieder mit einem Infekt flach liege. Ich brauche eine nährstoffreiche Ernährung und Vitamine um die leeren Depots aufzufüllen.

Die Zeit brauche ich, um mich zu sortieren, um mich, die ich mich verloren habe wieder zu finden.
Ich möchte nicht in die Psychotherapie, weil ich bis vor 3-4 jahren jahrelang in hochfrquenter ambulanter Therapie war und ich auch weiterhin davon überzeugt bin, dass ich keine isolierte Depression habe.

Mein Puffer ist weg, ich fühle mich wie eine Schnecke ohne Haus, ganz dünnhäutig, ganz schnell überfordert, mein Körper schafft auch nicht as, was ich mir wünsche sondern diktiert mir einen engen Radius. Das ist das, worüber ich vielleicht mal weine - das ich nicht so kann, wie ich möchte. Das ich Dinge die ich gern machen würde, im Moment nicht geregelt bekomme.

Es wird mir nicht besser gehen vom Pillen schlucken.

Ich weiß auch, was ich von der Reha erwarten kann. Und ja, das reicht mir auch. Einfach mal raus kommen, vielleicht ein bisschen mit anderen kontakten. Zeit haben. Reflektieren. Tapetenwechsel. Perspektivwechsel.


Um von einer tiefreifenden Erschöpfung zu genesen braucht man in der Regel Zeit.
Ich habe das Gefühl, dass mir ziemlch klar ist, warum ich da reingerutscht bin. Weil ich eine falsche Entscheidung getroffen habe, zu lange festgehalten habe, unbedingt ankommen wollte, nicht schon wieder wechseln wollte...und es wurde einfach nicht besser. Bis ich es eingesehen habe und dann realtiv spät erst gegangen bin. Ich würde sagen nicht zu spät. Und all der andere Ballast von den Jahren davor steckte mir eben auch in den Knochen.

Irgendwie denke ich dann, ich habe doch nichts falsch gemacht. Habe mich immer bemüht.
Und doch hätte ich vielleicht mehr Pausen machen müssen in meinem Leben. Mich dafür einsetzen, bevor es gesundheitlich den Bach runter geht.

Das nehme ich auch mit.

x 1 #17


A


Hallo mecca,

Götter in Weiß

x 3#3


Ell
Ich kann dich sehr gut verstehen! Du hast das mal rauslassen wollen. Geht mir auch manchmal so, einfach aufschreiben entlastet.

Es war bestimmt schlimm für dich, insbesondere weil du schon so in der Erschöpfung/Burn out bist und deswegen eigentlich keine Energie hattest dich um einen anderen Arzt zu kümmern.
Als ich im Anfangstext las orthopädischer Schwerpunkt, war mir recht klar, dass es nur temporär sinnvoll ist ihn als Begleitung zu haben. Es war ja anfangs auch okay, aber für weiteres und regelmäßige Konsultationen wäre der Wechsel dann wohl besser gewesen. Orthopäden sind Lösungsorientiert, daraus resultiert sein Vorgehen, psychiatrische Themen sind bei denen in der Regel nicht gut aufgehoben.
Es ist super, dass deine Krankenkasse dir nicht noch weitere Probleme bereitet hat. Auch gut, dass du einen Zeugen für den letzten Besuch hättest .
Zum Glück hast du jetzt eine Hausärztin gefunden die Herzenswärme ausstrahlt.
Ich wünsche dir von Herzen, dass du jetzt zur Ruhe kommst und dich
In Ruhe um das kümmern kannst, was dir jetzt hilft . Liebe Grüße Ell

x 1 #18


Dys
Zitat von mecca:
Ich weiß auch, was ich von der Reha erwarten kann. Und ja, das reicht mir auch. Einfach mal raus kommen, vielleicht ein bisschen mit anderen kontakten. Zeit haben. Reflektieren. Tapetenwechsel. Perspektivwechsel.

Das dürfte mit einer Reha zu realisieren sein. Daher würde ich persönlich den Antrag lieber heute als morgen online stellen. Die Hürden dafür sind niedrig auf der Website der DRV. Allerdings bekommt man sie halt nicht unmittelbar bewilligt. Dennoch besteht die Chance dann im Sommer eine machen zu können und dann wäre die Chance auf gutes Wetter um Außenaktivitäten gestalten zu können relativ gut. Falls Du schon mal in einer Reha warst, dürfte das Procedere ja bekannt sein. Ich musste mal nach einer Ablehnung und erfolgtem Widerspruch zu einer Gutachterin, die dann allerdings die Reha auch befürwortet hat. Das einzige was ich heute tatsächlich bei der Antragstellung anders machen würde ist, ich würde mir im Vorfeld eine oder zwei Wunschkliniken heraussuchen, die ich dann angeben würde.

Was Ruhe angeht, so hat man die natürlich eher nur an Wochenenden, denn das Programm ist bisweilen doch recht straff angelegt und eine Teilnahme an den Programmpunkten wird da schon erwartet. Wenn einem das Stress machen würde, wäre ein verlängertes Wochenende in einem schönen Wellness Hotel vielleicht sogar erholsamer. Innerhalb Deutschlands ist das auch nicht verboten, wenn man krankgeschrieben ist. Mir wurde sowas seitens der Krankenkasse jedenfalls nicht verwehrt, als ich es wollte und dann auch tat. Bei einem Auslandsbesuch wäre das aber dann schon explizit zu genehmigen, wohl aber eher aus versicherungstechnischen Gründen, aber auch da sind Krankenkassen nicht automatisch dagegen. Vor allem dann nicht, wenn ein Arzt es befürwortet weil es der Psyche zuträglich sein kann. Einen „Action“ Urlaub auf Malle zur Hochsaison würde ich aber nicht als Erholsam deklarieren wollen. Natürlich wird einem ein Urlaub nicht seitens der DRV oder Krankenkasse finanziert und man muss sich das dann eben leisten wollen und können. Allerdings wartet man da auch nicht ein halbes Jahr, bis man es dann auch tun kann, weil es einem halt akut wichtig ist.

x 1 #19


mecca
@Ell

Du sagst es...

Ja, ich hätte früher den Schlussstrich ziehen sollen, aber er hat mir ja gesagt ich brauche mir keine Sorgen machen, es dauert eben so lange es dauert und ich bräuchte auch nicht zum Psychiater, er könne das auch....

Ich habe ihm da geglaubt und darauf vertraut.
Bis es plötzlich nicht mehr so war und ich plötzlich die Rolle der nicht mitwirkungsbereiten patientin hatte. Obwohl ich immer da war und mich um alles gekümmert habe.

Genau dieses Lösungsorientierte war dann - für mich plötzlich - so präsent. Dann wurde er so ärgerlich, weil sich nicht so viel so schnell verändert hat. Obwohl es mir ja schon langsam besser ging.
Ich hatte das Gefühl er war dann richtig sauer auf mich und schob es mir selbst zu, dass es nicht besser wird. Dabei habe ich ihm gesagt, was ich alles tue, wie sehr ich auf mich achte, nicht trinke, keine Dro., viel Obst und Gemüse, immer größere Läufe, aber auch immer wieder mal Einbrüche wenn ich mehr wollte als ich schon schaffe.

Das Gefühl, das ich vermittelt bekam war dann, dass ich ganz schnell wieder zu funktionieren habe und alles dafür tun muss, auch alles Privat bezahlen und wenn ich es nicht mache, werde ich angeschnauzt, weil ich ja plötzlich selber schuld bin. Eben keine Therapie habe die ich jetzt privat zahle. Ja wusste er aber auch... Auch wäre ich für die formelle organisation zum Psychiater gegangen, gar kein Thema, auch zum MDK - kein Problem.

Aber ich lasse mich nicht gern als erwachsene Frau so von oben herab behandeln, lass mir nicht gern den Mund verbieten und mich auch nicht wie ein kleines dummes Kind behandeln lassen.

Ich denke es ist jetzt gut.
Ich gehe meinen Weg weiter, mache gern ne Reha, aber es ist auch okay, wenn ich einfach etwas Zeit bekommen, um mich zu sortieren und an meinen Plänen zu arbeiten und mich langsam wieder aus dem Tief zu holen.


Habe auch gedacht, dass es womöglich so ein Muster bei mir ist - mich zu lang in unguten Sitationen aufzuhalten. Immernoch versuchen das es besser wird, obwohl es vielleicht schon klar ist, dass es nicht gut wird. Das ging mir ja auch mit dem letzten job so. Und auch bei dem Arzt habe ich schnell diesen unguten Vibe gemerkt, aber irgendwie gedacht das wird schon, wenn ich mich nur genug erkläre und "mein bestes" gebe...
Ein Muster, dass vielleicht zwangsläufig in erschöpfende Situationen führt. Ich war einfach so müde und abgekämpft, war einfach froh, da ankommen zu können bei dem Arzt... Traurig

x 1 #20


Grenzgaenger
Hallo @mecca

selbstverständlich gerne geschehen und absolut Ehrlich gemeint Herzfahne
Zitat von mecca:
Die Zeit brauche ich, um mich zu sortieren, um mich, die ich mich verloren habe wieder zu finden.

Nimm sie Dir!
Egal wie lange es auch dauern mag - gönne dir einfach diese Zeit! Yes
Zitat von mecca:
ich fühle mich wie eine Schnecke ohne Haus, ganz dünnhäutig,

Das kommt mir irgendwie bekannt vor....

Und ich hoffe - und wünsche dir - das Du dein Haus zurück bekommst und darauf aufbauen kannst da es sonst sicherlich nicht ganz ungefährlich werden kann - doch so weit bist Du nicht, und kommst - wenn Du dein Haus zurück hast - mit Sicherheit auch nicht hin.... Tanz
Zitat von mecca:

Es wird mir nicht besser gehen vom Pillen schlucken.

Nein - sie können Dich lediglich etwas auffangen und stabilisieren.
Mehr aber auch nicht.
Und mehr sollte man von Pillen auch nicht erwarten.... Augen rollen
Zitat von mecca:
Irgendwie denke ich dann, ich habe doch nichts falsch gemacht

Hast Du auch nicht!

Mag sein, das die ein oder andere Endscheidung dazu beigetragen haben könnte, doch im Grunde genommen reden wir immer noch von einer Krankheit die leider sehr Vielschichtig sein kann... böse

Deshalb - und das wäre vielleicht ein kleiner Tipp - glaube an Dich, und gehe diesen - deinen -Weg weiter!
Denn dann - und das darfst Du mir ruhig glauben - wird sich vieles zum Positiven wenden freuen

x 2 #21