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Fluoxetin Antidepressivum wirklich nehmen?

Hallo,

mir wurde heute vom Neurologen Fluoxetin gegen meine Zwangsgedanken verschrieben.

Bislang war ich zwei Jahre in Verhaltenstherapie und habe dort große Forschritte gemacht. Da die Zwangsgedanken zuletzt aber wieder stärker wurden, hat mir mein Psychologe geraten, mich beim Neurologen vorzustellen und mir ggf. Medikamente verschreiben zu lassen.

Nun habe ich mir das Medikament aus der Aptheke geholt. Allerdings kommen mir nun doch wieder Zweifel, ob ich die medikamentöse Behandlung wirklich beginnen soll.

Zunächsteinmal habe ich gelesen, dass mit dem Medikament selber schon viele Nebenwirkungen einhergehen sollen. Und ich möchte mich eben auch nicht von Medikamenten abhängig machen, sondern meine Denk- und Verhaltensweisen auf natürlichem Wege ändern.

Ich meine man muss die Ursachen bekämpfen und die Medikamente ändern doch letztlich nichts an den Bewertungen in meinem Kopf.

Zudem steht dort dass u.a. die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt sein kann, was ebenfalls nicht ideal ist, da ich Fahranfänger bin und das Auto brauche.

Außerdem ist die Therapie mit weiteren Untersuchungen wie EKG verbunden. Und ich denke insgesamt auch, dass ich mir das psychische Problem auch dadurch wieder zusätzlich ins Gedächtnis rufe.

Ich frage mich insgesamt, ob es nicht vielleicht auch Sinn macht, einfach erstmal eine Pause von allem einzulgen und ersteinmal zu schauen, ob es im Alltag jetzt nach zwei Jahren Verhaltenstherapie auch so klappt.
Und wenn nicht, kann ich dann ja immer noch eine medikamentöse Therapie in Erwägung ziehen.

Außerdem frage ich mich ob nicht auch andere Therapieformen ein Ansatzpunkt wären, wie z.B. die tiefenpsychologische Therapie.

Was ist eure Meinung dazu? Machen Medikamente wirklich Sinn?

Insgesamt bin ich einfach nicht überzeugt davon, dass Medikamente für mich der richtige Weg sind und neige eher dazu die Behandlung damit abzubrechen, bzw. nicht zu beginnen.

09.08.2019 16:49 • #1


Eis
Hallo Neutral2019

Ob du Fluoxetin nimmst hängt im Wesentlichen davon ab, wie stark deine Zwangsgedanken deinen Alltag beeinflussen. Geht es auch ohne? Das ist eine Frage, die du dir nur selbst beantworten kannst. Natürlich Ist es immer besser wenn man keine Medikamente braucht und ich würde auch keine nehmen, wenn es auch ohne geht. Aber wenn dein Leidensdruck hoch ist und du diese Gedanken nicht in den Griff bekommst wird dir nichts anderes übrig bleiben.

Was ist die Alternative? Wenn du es unter Psychotherapie schaffst wäre es besser, wenn nicht dann nimm ein Medikament, um dein Leben in den Griff zu bekommen.

Die Fahrtüchtigkeit wird oft nur in der Einstellungsphase beeinträchtigt, aber da solltest du am Anfang tatsächlich auf das Autofahren verzichten. U.U. musst du dich in der Zeit krankschreiben lassen. Wenn das dauerhaft so sein sollte, weil du z.B. unter der Medikation benommen bist dann kannst du auf ein anderes Antidepressiva wechseln.

EKG-kontrolle sollte dich nicht abschrecken, wenn es dir insgesamt besser geht. Du kannst es einfach probieren, wenn sich nichts ändert setzt du es wieder ab. Aber Achtung, Fluoxetin hat eine sehr lange Halbwertszeit, das braucht ein paar Tage bis es wieder aus deinem Körper draußen ist, also niedrig dosiert starten.

LG Eis

10.08.2019 07:50 • x 1 #2




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