7

Emotional instabile Persöhnlickeit

Hallo zusammen,

Ich bin 22 Jahre alt und in Teilzeit berufstätig. Ich habe schwere Depressive Episoden und eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung laut diagnostik.

Ich beschreibe (kurz) meinen Alltag bzw. die Problematik:
Es gibt Tage, Stunden, Wochen in den für mich andere Menschen gut sind, ich erkenne Ihre Mitfühlende Art, wenn sie Dinge tun die nicht so super sind, erinnere ich daran das sie es nicht so meinten wollten, das es ihnen da vielleicht schlecht ging, ich empfinde Zuneigung für diese bzw. für die in meinem Umfeld. Ich finde sie sympathisch. Ich bin während dessen auch depressionsuntypisch "phasenweise" erfüllt mit guten Gefühlen, das ist aber nichts festes, schlägt schnell um, zu Kummer Schmerz oder diesem dumpfen Nichts Gefühl.

Und dann gibt es Stunden, Tage oder Wochen, da ekeln mich die Menschen an , ich verachte sie für das was sie sind Menschen, ich bin wütend, in meinem Kopf stell ich mir vor wie ich Ihnen weh tue. In der Zeit will ich keinen um mich haben, da ich mich sozusagen die ganze Zeit kontrollieren muss (Arbeit, Familie)
Am liebsten würde ich sie mit dem "Gift" was ich in mir spüre voll spucken. Ich will sie anschreien Ihnen auf zeigen wie jämmerlich sie sind. Ich möchte sie verletzen.

Wenn diese Seite an mir zu stark wird oder zu lange andauert kommt ja wie nenn ich es die systemabschaltung? Als wäre ich zu heiß gelaufen. Die Depression. Am besten beschreibt es glaub ich abgeschnitten vom Körper sein? Als wäre ich sprichwörtlich leer. Mich überfällt eine innerliche Ruhe, die die nichts mehr mit Gelassenheit zu tun hat sondern die der es so egal ist das nicht ein mal mehr der aktive sterbe Wunsch kommt. Die wo man Auto fährt, in eine gefährliche Situation gerät und man zweimal zum schaltknüppel guckt, weil man noch abwegt ob man reagieren möchte. Ohne Angst ohne irgendwas. Das einzige in dieser Phase was ich habe. Ich bin genervt. Mehr nicht.

Ich denke ich komme immer wieder in diese letzte beschreiben Phase weil sich mein Geist versucht damit zu schützen.

Denn selbst das völlige nichts ist tatsächlich angenehmer als dieses ich weiß gar nicht was es ist, dieser grenzenloser Hass, diese Zerrissenheit zwischen ich will es rausschreien um es los zu werden und diesem ich muss mich benehmen ich hab einen job, ich brauch das geld und ich darf meine mutter nicht emotional verletzen. Es ist ekelig so düster zu fühlen. Vor allem da ich ja begreife das es keinen rationalen Grund dafür gibt.

Trotz meines bemühen ecke ich natürlich ständig an, grade auf der Arbeit.

Ich bin einfach total verzweifelt, denn obwohl ich ja weiß das es *beep* ist komme ich nicht dagegen an, irgendwie versuch ich ja ein Leben zu führen aber aktuell sieht es nicht gut aus. Den Job muss ich früher oder später aufgeben (würde jeden Rahmen sprengen das näher zu erläutern) und vor ein paar Tagen hab ich mit meiner Mutter gesprochen über Einfühlungsvermögen. Und da sagt sie sie weiß das meines ganz schlecht ist.

Sie tut etwas für mich weil es für sie ein Bedürfnis ist sich um mich zu kümmern. Und ich mache was für sie weil ich weiß das sie es erwartet und damit es zu keinen streitigkeiten kommt.

Ich hab meine Mutter mein lebtag verletzt damit das ich falsch fühle. Und das trifft mich tatsächlich.

Wie sehen eure Erfahrungen mit Persönlichkeitsstörungen aus? Gibt es jemanden der auch so ähnlich fühlt wie ich? Wie geht ihr mit naja ich nenn es gerne Schwächen um?

Ich danke euch Vielmals für eure Anteorten

02.01.2019 02:26 • x 1 #1


Hallo Starlight,

ich habe zwar offiziell keine Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, aber meiner Meinung nach wunderts mich, dass das bei mir nicht auf dem Diagnosezettel steht.

Immer wenn ich Reportagen über Serienkiller schaue, in denen typische Verhaltensmerkmale und persönliche Eigenschaften dieser Person erklärt wird, fühle ich mich sogar öfters angesprochen.

Diese "Schwäche", meine schwere emotionale Distanz zu Menschen und meine Diagnosen.

Als ich mich noch in der "Zeit meines eiskalten Selbst" befand, bin ich garnicht damit umgegangen. Das heißt, ich habe im wahrsten Sinne des Wortes nichts gemacht. Nichts gegen meine Probleme, nichts für die Schule. Es war mir einfach egal.

Ich habe bei solchen Gedanken bei meiner Arbeit immer viele kleine (alleine) Tee- und Kaffeepausen gemacht oder längere Mittagspausen - z.B. draußen rumlaufen - ohne auch nur ein Wort zu sagen. Ich bin auch sozusagen schon mehr als nur ein mal vor meiner Arbeit weggerannt und habe mich betrunken obwohl ich am nächsten Tag arbeiten musste.
Am meisten dachte ich, einfach jedem den heißen Kaffee ins Gesicht zu werfen.
Auf Fragen wie "Was ist los" oder "wie gehts dir" habe ich entsprechend nie oder nicht ehrlich geantwortet.
Inzwischen habe ich schon wieder keine mehr...

Auch wenn jetzt inzwischen in mir mehr Winter anstatt Eiszeit ist, hat vor vor knapp 5 Monaten es doch ein Freund von mir tatsächlich geschafft, meine Gefühle zu verletzen.
Inzwischen bin ich aber an dem Punkt, an dem die wenigen Menschen,dir mir sehr wichtig sind, ich mich gefühlstechnisch zeige.

Um es kurz zu halten: Ich gehe destruktiv mit meinen Problemen um, indem ich mich durch Alk. betrinke, mich schnell zurückziehe und "beurlaube mich selbst" sobald mein "Gehirn explodiert" und bin etwa so aggressiv wie ruhig

Ich hatte aber durchaus Momente, wo ich ganz schnell von meinen schlechten Gedanken abrupt abgebracht wurde, in dem ich einfach nur mit einem Kollegen über etwas (z.B. allgemeines) oder arbeitsbezogenes geredet habe.
Manchmal habe ich auch einfach derartige Gedankengänge in schlechte Witze und schwarzen Humor einfließen lassen.

Mir ist durchaus klar, dass ich mehr schreibe, wie sich meine Diagnose auswirken anstatt wie ich damit umgehe. Das war aber meiner Meinung die beste Möglichkeit mich diesbezüglich zu äußern.
Und bin einfach nicht in der Lage meine Lebensgeschichte jetzt auf einmal hier und jetzt zu schreiben. Verschlossenheit is meinerseits immernoch ein großes Thema. Ich glaub meine Antwort ist nicht mal sonderlich hilfreich.

04.01.2019 23:27 • x 2 #2


Mit hilft es schon zu lesen das ich mit dieser Schwäche nicht alleine bin. Hast du vielleicht "Auslöser" gefunden? Das geht bei mir manchmal so knall auf Fall das ich ehrlich gesagt selbst nicht mehr ganz nachvollziehe was jetzt überhaupt los ist bzw. Wie oft ich denn überhaupt zwischen gut und dem anderen gewischt bin.

05.01.2019 00:38 • x 1 #3


Mir ist bisher kein Auslöser aufgefallen. Zumindest bemerke ich keinen Übergang.

05.01.2019 21:06 • x 1 #4


Hey Starlight,
Ich (m/17) kenne diese Gefühlsschwankung. Bei meinen Freunden ist es genau so: manchmal könnte ich sie küssen und bin mega froh solche Freunde zu haben. Aber in überwiegend würde ich gerne das Gleiche mit ihnen tun, was du bereits beschrieben hast. In diesen Phasen erfahre ich auch so ein Art "Systemabschaltung", wo mir alles egal ist und ich zu jedem kalt und abweisend bin. Ich ziehe mich dann in meine heile "Traumwelt" zurück, das tut jetzt aber nichts zur Sache. Ich beiße in diesen Phasen meist die Zähne zusammen und warte bis es vorbei ist.
Das war zwar jetzt keine Hilfestellung, hoffe aber, dass es dir trotzdem hilft.

Grüße,
Jan

05.02.2019 12:57 • #5


semikolon
Hallo Starlight,

ich würde dir gerne auf zwei Aspekte antworten:
"Am liebsten würde ich sie mit dem "Gift" was ich in mir spüre voll spucken. Ich will sie anschreien Ihnen auf zeigen wie jämmerlich sie sind. Ich möchte sie verletzen."

Nicht nur das kenne ich zu gut. Wie ich aus deinem gesamten Artikel herauslas, hast du mit Wut viel zu tun. Sie ist meine stärkste Emotion. Ich möchte die Leute um mich herum auch anschreien, ihnen ihre Jämmerlichkeit auf den Tisch hauen, weil ich so wütend auf sie bin was sie alles dummes reden, wie sehr sich ständig nur darstellen anstatt sich um sich selbst zu kümmern, wie sie sich über andere Menschen erheben und dabei nur von sich selbst ablenken. An "solchen Tagen" (in Anführungszeichen, da dies bei mir auch von einer auf die andere Minute umschlägt) bin ich voller Hass.Das fängt schon beim rausgehen an, was guckt der so doof, ihr seid doch alle behindert. Und ich fahre Fahrrad, wie eine Irre. Als gehörte mir die Straße alleine. Meine Wut hat dann schon längst die Kontrolle über mich.
Und ja, ich möchte den anderen weh tun, vor allem mit meinen verbalen Attacken, die allseits gefürchtet werden. Denn dann, mache ich sie fertig.
Alles ist ambivalent, alles ist diskontinuierlich. Ich weiß es zwar nicht in diesem Moment meiner Wut, aber es wird auch wieder anders sein. Da bin ich völlig entgrenzt, ich bin offen, die Menschen saugen meine Energie auf, niemand kann mir in dieser Phase etwas anhaben.
Jemand hat es mal sehr schön auf den Punkt gebracht wie ich finde: Stabile Instabilität.

2ter Aspekt:
"diese Zerrissenheit zwischen ich will es rausschreien um es los zu werden und diesem ich muss mich benehmen"
DAS ist soooo sch.! Ich weiß! Und wieder kämpfst du (/ich) gegen dich selbst, verbietest dir die Emotionen auszuleben, du tust also das, was -jedenfalls mir- beigebracht wurde: wütende Mädchen bekommen keine Liebe (ich bin weiblich, 35).
Weißt du was ich meine? Unterdrückte Emotionen die in irgendein sch. Bild oder die Gesellschaft nicht reinpasst.
Ich merke gerade, dass ich traurig werde über diesen Zustamd den du dargestellt hast, aber auch froh, deine Sicht der Dinge lesen zu können, andere Worte gefunden zu haben, die mein inneres Chaos beschreiben. Eine andere Beschreibung derselben Sache, das kann helfen.

17.02.2019 10:19 • x 2 #6





Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag