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Bürgergeld abgeschafft

Sifu

Sifu
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. . und wovon leben die Langzeitarbeitslosen ?

https://www.focus.de/politik/deutschlan. 1772462226

#1


Dakota
Nach der Reform wird Bürgergeld Grundsicherung heißen, es wird also nicht "abgeschafft". Das erhalten auch die von Dir genannten "Langzeitarbeitslosen".

x 2 #2


A


Hallo Sifu,

Bürgergeld abgeschafft

x 3#3


Grenzgaenger
Zitat von Dakota:
Das erhalten auch die von Dir genannten "Langzeitarbeitslosen".

Aber auch nur, wenn sie schön Brav und Artig alle geänderten Regeln einhalten.... Frech Kopf

x 3 #3


Wuslchen
Zitat von Sifu:
. . und wovon leben die Langzeitarbeitslosen ?

Hast du den Artikel denn auch gelesen? Steht alles drin.

Das Bürgergeld heißt auch noch nicht lange so. Davor war es bekannt unter dem Namen Hartz IV, davor Arbeitslosenhilfe. "Abgeschafft" wird lediglich der Name - und von dem konntest du noch nie leben.

x 3 #4


P
Hier ist etwas grundsätzlich verändert worden:
Die Arbeitslosenhilfe vor Hartz4 wurde anders berechnet:
es wurde nicht ein für alle gleicher Regelsatz verwendet, sondern die Arbeitslosenhilfe wurde als ein Prozentsatz auf ein fiktives Nettoeinkommen berechnet. Genauso wie heute noch das Arbeitslosengeld (1), nut mit kleinerem Prozemtsatz.
Der Regelsatz landet regelmäßig vor dem Bundesverfassungsgericht.Vorgaben des BVG werden regelmäßig von der Politik nicht umgesetzt.
Die Empfänger weden regelmäßig entrechtet: die Artikel 1 und 12 des Grundgesetz werden Ihnen vorenthalten.

x 2 #5


HDD
Zitat von Wuslchen:
Das Bürgergeld heißt auch noch nicht lange so. Davor war es bekannt unter dem Namen Hartz IV, davor Arbeitslosenhilfe. "Abgeschafft" wird lediglich der Name - und von dem konntest du noch nie leben.

Allerdings!

Es handelt sich bei dieser "Abschaffung" (im Wesentlichen lediglich eine Umbenennung, mit einigen Änderungen) um typische Symbolpolitik, mit der Politiker "Führungsstärke" und "Bürgernähe" demonstrieren wollen. Wenn man sich mal die Zahlen anschaut, wird man feststellen, dass nur wenige Leute tatsächlich betroffen sind.

Leider sind darunter auch Leute mit psychischen Problemen, die es nicht aus eigener Kraft schaffen, mit dem Behördenweg fertig zu werden (oder es einfach nicht wollen, weil sie Ämtern generell misstrauen; ich kenne so jemanden).

Auch wenn das jetzt hart klingt: Wir leben in vergleichsweise goldenen Zeiten. Früher sind Leute einfach verhungert. Heute braucht (bei uns !) niemand mehr zu verhungern, wenn er auch nur minimal bereit ist, an den Prozessen mitzuarbeiten, die einen Missbrauch des Systems verhindern bzw. verringern sollen. Wenn man sich das mal klar macht, mag sich manches Anspruchsdenken relativieren, und eine gewisse Dankbarkeit gegenüber dem Schicksal einkehren, das uns in diese Zeit an diesen Ort gesetzt hat.

Mir geht es materiell gut (über die psychische Situation möchte ich hier und jetzt das Mäntelchen des Schweigens decken); ich bin dem Schicksal dankbar, dass ich in einer Zeit und an einem Ort leben darf, der bisher von Hunger, tödlichen Seuchen, Krieg, Tyrannei, religiösem Wahn und anderen Übeln weitgehend verschont geblieben ist.

x 6 #6


Sifu
Arbeit muß auch Spaß machen und/oder Sinn vermitteln.

Aber in Deutschland braucht man ja selbst für die dümmsten Jobs mittlerweile eine formale Ausbildung und die kostet. Lebens- und Berufserfahrung, autodidaktisches Wissen und Talent und Motivation wird alles nicht berücksichtigt. Der arbeitslose Philopsoph (mit oder ohne Uni Anschluß) und viele andere weitere hochqualifizierte Menschen müssen dann die Regale im Supermarkt auffüllen, putzen usw. Sie sind vielleicht viel intelligenter als ihre Chefs usw. Ging mir auch bis ich endlich Frührentner wurde.

#7


Dakota
Du siehst aber auch von oben herab auf bestimmte Tätigkeiten.
Das habe ich nie verstanden, warum man hingeht und die Arbeit anderer diskreditiert. Was ist falsch an Hausarbeit, Putzen, Warenlager befüllen, Produkte bereit stellen? Diese Arbeiten sind genauso zu respektieren wie andere Arbeiten. Sie erhalten erst durch die Menschen ein niedriges Ansehen, die sie immer wieder so betrachten.

x 7 #8


Sifu
Zitat von Dakota:
Du siehst aber auch von oben herab auf bestimmte Tätigkeiten. Das habe ich nie verstanden, warum man hingeht und die Arbeit anderer diskreditiert. Was ist falsch an Hausarbeit, Putzen, Warenlager befüllen, Produkte bereit stellen? Diese Arbeiten sind genauso zu respektieren wie andere Arbeiten. Sie erhalten erst ...

Nein, ich rede von mir. ICH könnte diese Arbeiten auf Dauer nicht machen, weil ich dabei verblöde.

#9


Dakota
Zitat von Sifu:
Nein, ich rede von mir. ICH könnte diese Arbeiten auf Dauer nicht machen, weil ich dabei verblöde.

Ok, das verstehe ich. Bei mir ist es so, dass die Arbeit an sich egal was ich gemacht habe, nie das Problem war. Problem waren entweder die Arbeitsbedingungen oder die ach so netten Kolleginnen. Die waren die schlimmsten. Da bin ich zusammen geklappt.

x 5 #10


Sifu
Zitat von Dakota:
Ok, das verstehe ich. Bei mir ist es so, dass die Arbeit an sich egal was ich gemacht habe, nie das Problem war. Problem waren entweder die Arbeitsbedingungen oder die ach so netten Kolleginnen. Die waren die schlimmsten. Da bin ich zusammen geklappt.

Ja Mobbing hatte ich auch. Dazu dumme Arbeit, die mich stresste weil man auch noch sehr gründlich arbeiten mußte - dann lieber als Pförtner arbeiten, denn da hat man die Gedanken frei und kann z.B was lesen. Das System war unmenschlich wegen strenger Hierachie. Zum Schluß war ich chronisch depressiv und ein Jahr krank geschrieben.

#11


Wuslchen
Zitat von Sifu:
Nein, ich rede von mir. ICH könnte diese Arbeiten auf Dauer nicht machen, weil ich dabei verblöde.

Ja, tust du das wirklich?
Zitat von Sifu:
Der arbeitslose Philopsoph (mit oder ohne Uni Anschluß) und viele andere weitere hochqualifizierte Menschen müssen dann die Regale im Supermarkt auffüllen, putzen usw. Sie sind vielleicht viel intelligenter als ihre Chefs usw.

Liest sich hier für mich anders.
Und ich selbst habe einige dieser Arbeiten selbst ausgeführt. Mal länger, mal nur für wenige Monate. Mal habe ich aufgehört, weil es mir keinen Spaß gemacht hat, mal, weil es nicht meine Branche war. Aber ich habe in jedem einzelnen dieser Jobs etwas gelernt. Über die Menschen, über die Arbeit, allem voran aber über mich. Z.B. auch - ganz klar - was ich möchte und was nicht.
Und vielleicht möchte der hochqualifizierte Mensch ja genau diese Arbeit ausüben, weil ihn der anspruchsvolle Job ausgelaugt hat.

Zitat von Sifu:
Dazu dumme Arbeit, die mich stresste weil man auch noch sehr gründlich arbeiten mußte

Mir ist absolut keine "dumme" Arbeit bekannt. Arbeit ist immer nötig und es ist gut und wichtig, dass sie erledigt wird. Außerdem - wie dumm kann es sein, wenn es dann anscheinend zu schwer war diese Arbeit gründlich zu erledigen?
Sorry, aber für mich klingt das nach wie vor wie eine Abwertung bestimmter Tätigkeiten. Ziemlich schade für jemanden, der augenscheinlich selbst genug Probleme hatte, um nicht bis zur regelrechten Rente arbeiten zu können. Gerade wir, denn ich zähle auch zu den Menschen, die aufgrund meiner Probleme aktuell noch voll berentet sind, sollten doch wissen wie hart die Arbeitswelt sein kann. Und zwar jeder einzelne Job. Egal ob ArchitektIn, VerkäuferIn, oder Reinigungskraft.

Das so zu lesen finde ich ziemlich schade. Es klingt nicht sehr emotional intelligent.

x 6 #12


Sifu
Wie gesagt das betrifft alles nur mich.

Ich mußte schon als Kind morgens vor der Schule und nachmittags nach der Schule auf einem Bauernhof arbeiten, dann mit 16 Lehre usw. usw. JETZT lebe ich wie ein Student, außer das ich keine Prüfungen machen muß und keinen Abschluss bekomme.

x 2 #13


Grenzgaenger
Zitat von PeterM1:
Die Empfänger werden regelmäßig entrechtet: die Artikel 1 und 12 des Grundgesetz werden Ihnen vorenthalten.

Weil sie nicht mehr in das Systhem passen - und es darf ja wohl nicht sein, das es tatsächlich jemand wagt sich Außerhalb jeglicher Norm....Also wird er Sanktioniert und Drangsaliert Keule
Zitat von Sifu:
Aber in Deutschland braucht man ja selbst für die dümmsten Jobs mittlerweile eine formale Ausbildung

Damit man auch weiter hin schön ausgrenzen kann, und vor allem der arbeitenden Bevölkerung damit drohen kann, das nicht jeder für diese ganz spezielle Arbeit geeignet ist oder per se Dankbar sein zu hat, das er unter den Mindestlohn ausgebeutet wird /1Euro Job) während andere in der Sozialen Hängematte... Frech Kopf
Zitat von Dakota:
Das habe ich nie verstanden, warum man hingeht und die Arbeit anderer diskreditiert.

Das ist das erbärmliche Stück Elite denken in den meisten Menschen da man ja mindestens einen benötigt, auf den man herab schauen kann, anstatt die Regeln endlich zu verändern oder zu verbessern Wut
Zitat von Dakota:
Problem waren entweder die Arbeitsbedingungen oder die ach so netten Kolleginnen. Die waren die schlimmsten.

Heißt ja nicht umsonst:

Der schlimmste Feind des Arbeiters ist nicht der Kapitalist sondern der Arbeiter selber (unter sich) Heulen

x 4 #14


A


Hallo Sifu,

x 4#15


Caro66
Interessant hier zu lesen bzw.erstaunlich, was aus dem Thema herauskommt.
Die Betrachtungsweisen und Ansichten sind recht verschieden, berechtigterweise.
Ich für mich habe und sehe alle Menschen und deren Tätigkeit mit meinen(!) und nur diesen Augen.
Dabei ist für mich wichtig, der Mensch, den ich gerade sehe, arbeitet überhaupt, versucht selbst etwas zu verdienen, auch wenn es nicht reicht und sie/er/es aufstocken muss.
Eine Putzfrau ist mit meiner Sichtweise eine Putzfee....zaubert sie/er...nicht wieder alles sauber und mit etwas gutem Willen bzw.Anleitung so sauber, wie man es selbst gern hätte?
Gleichlautend gilt s für Müllleute, u.v.a. Richtungen.
Mal echt jetzt, gerade Dienstleistungen, permanent unterbezahlt, werden immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Denn wir sollten uns klar sein, d i e Arbeit wird perspektivisch weniger, weil durch IT, KI, Computer u.v.a. durchgeführt/ersetzt.
Was bleibt, ist der Bedarf an Dienstleistungen jeglicher Art.
Und die Erwartungshaltung daran wird durch uns selbst gesetzt, hoher Anspruch für möglichst wenig Geld !
Ich habe auch selbst erleben dürfen/müssen, was es heisst trotz Studium kämpfen zu müssen , gegen Vorurteile, Minderbezahlung gegenüber Kollegen. Letztendlich machte das psychisch und körperlich nur noch Stress und ich habe mich viel zu spät dagegen, anders entschieden.
Für den scheinbar weniger beliebten, bezahlten, gewertschätzten Job in einer Dienstleisterbranche.Na und, dümmer wird man von "anderer Arbeit" nicht...meine Erfahrung.Im Gegenteil, ich habe etliche Quereinsteiger kennen und schätzen gelernt...my best team ever...
sogar trotz befristeter Verträge, die nur verlängert wurden ,wenn Geld neu vom Bund kam.Das wussten Alle und dennoch tolles Arbeiten miteinander, denn das Ziel war dasselbe....etwas zu tun, damit es Anderen vllt. besser geht.
Heute finde ich solch Erfahrung toll, hätte ich viel eher wagen sollen, anstelle auf die wohlgepriesene Karriereleiter steigen zu wollen, um dann quasi verheizt zu werden in mittlerer Ebene.
Natürlich gab s weniger Geld aber....die Zeit zählte noch etwas bis zum Renteneintritt.
Meine Entscheidung für einen scheinbar " niederen Job" brachte für mich eine späte Erfahrung, Ausprobieren statt stehen bleiben, Anderes wagen, auch Umbequemes wagen, Lebenserfahrung, Wertschätzung der ehrlichen Art erfahren dürfen.Das war und wird mir solche Arbeit, egal was und wo immer Wert sein, solange ich unabhängig sein kann und Neues dazu lernen kann.
Die Änderung im Bewusstsein dessen, was Arbeit überhaupt wert sein wird in Zukunft, wird eine entscheidende Frage werden.
Dann werden Alle sich fragen lernen müssen, was tut man,
um Wertschätzung und Befriedigung für sich selbst zu bekommen.
Und niemand kann mir erzählen, dass man das nicht braucht als Mensch.
Geld 💰 ist nur die eine Seite...

Wuslchen hat es so schön geschrieben:

Mir ist absolut keine "dumme" Arbeit bekannt. Arbeit ist immer nötig und es ist gut und wichtig, dass sie erledigt wird.

Und dann noch:

Und vielleicht möchte der hochqualifizierte Mensch ja genau diese Arbeit ausüben, weil ihn der anspruchsvolle Job ausgelaugt hat.

x 6 #15

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