Hallo ,
Zitat:Naja, man muss aber auch bedenken, dass eine Kinderwunschbehandlung keine lebenswichtige Erhaltungsmaßnahme ist, sondern eine "Wunsch"-Behandlung.
Zitat:Und glaube mir, nicht nur bei den Menschen mit Kinderwunsch wird gespart, es trifft wirklich alle Bereiche des Gesundheitswesen und ehrlich gesagt, sehe ich meine Krankenkassenbeiträge lieber in die Behandlung von Krebskranken laufen, als in Kinderzeugungen.
Aha.
Dann definiere doch mal bitte „Behandlung von Krebskranken“ etwas genauer.
Mein Mann war ja nun auch krebskrank, die Krankheit war/ist ja letztendlich lt. Ärzten auch die Ursache für unsere ungewollte Kinderlosigkeit. Wenn man „Behandlung von Krebskranken“ weit auslegt, wäre auch unsere Kinderwunschbehandlung darunter zu subsummieren. Immerhin ist durch die Krankheit ein dauerhafter „Funktionsverlust“ eines Organs – wenn auch keines lebenswichtigen, da gebe ich dir recht – entstanden, der durch die Behandlungen ausgeglichen werden soll.
Wie schaut es denn deiner Meinung nach z.B. mit Brustimplantaten aus, die aufgrund einer Brustamputation (Krebs) eingesetzt werden? Ist ja auch nicht lebensnotwendig. Die Beinprotese, weil der Knochenkrebs im Bein wucherte und dieses deshalb abgenommen werden musste? Mit nur einem Bein lebt sich´s doch auch?
Wie ist es denn mit der Perücke, die aufgrund des Haarverlustes während der Chemotherapie von den Krankenkasse´s bezuschusst wird? Sind Perücken lebensnotwendig?
Und wenn ich so frei sein darf: Die Kinderwunschtherapie ist auch für den Staat eine Investition in unsere aller Zukunft (dazu unten mehr). Die Perücke/Beinprothese/das Brustimplantat wird nicht in 20, 30, 40 Jahren deine Rente zahlen…
Zitat:Und ob die paar "Retortenbabys" tatsächlich unsere Überalterung aufhalten, halte ich für sehr wage.
„Paar“ ist immer relativ…
Vor 2004 wurden ja vier Versuche IVF oder ICSI komplett von der Krankenkasse getragen. Seit dem 1.1.2004 werden nur noch drei Versuche zu 50 % übernommen. Seitdem wurden jährlich
mindestens 15.000 Kinder weniger geboren. Macht in 8 Jahren (ich rechne jetzt mal bis Ende 2011)
mindestens 120.000 Kinder weniger. Jetzt rechne mal weiter bis zum Jahr deines Renteneintritts.
Quelle für die angegebene Zahl ist übrigens diese hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kinderlosi ... rlosigkeitAbschnitt „Ungewollte Kinderlosigkeit“.
Sicher werden Kitas, Schule und Studium vom Steuerzahler mitfinanziert. Im Gegensatz zu vielen anderen, völlig sinnlosen Ausgaben, für die der Steuerzahler ebenfalls zur Kasse gebeten wird, ist die Mit-Finanzierung der Ausbildung der nächsten Generation absolut elementar für das Weiterbestehen unserer Gesellschaft (auf diesem Niveau, welches wir doch alle zumindest halten wollen, nicht wahr?). Die Altersgrenze von 30 Jahren, die du gesetzt hast, halte ich für völlig willkürlich und noch dazu für falsch. Sicher, es gibt immer wieder Bummler, die mit 30 (und darüber hinaus

) noch in Ausbildung sind, aber die meisten stehen in diesem Alter dann doch schon fest im Berufsleben… 30-jährige Azubis sind doch eher die Ausnahme. Und auch mit einem Studium nähert man sich in diesem Alter bereits dem Ende oder hat es bereits beendet.
Was ich damit sagen will: Kinderkriegen ist keinesfalls „nur“ Privatsache der Eltern. Die Gesellschaft „als Ganzes“ braucht Kinder, sonst kann sie nicht fortbestehen. Ganz besonders die deutsche Gesellschaft. Sie Sparmaßnahmen der Politik waren und sind völlig kontraproduktiv.
Grüße
Corydora