3

Schwierige Situation Zuhause

C

Charly9233
Mitglied

39
4
36
Hallo zusammen, ich muss mir gerade etwas von der Seele schreiben, das mich unglaublich belastet.
Ich bin 33 Jahre alt und musste aufgrund massiver Probleme mit einem Nachbarn in meiner alten Wohnung vorübergehend wieder bei meinem Vater einziehen. Es sollte nur eine Übergangslösung sein, aber ich habe den Wohnungsmarkt völlig unterschätzt – es ist fast unmöglich, etwas Bezahlbares zu finden.
Das Hauptproblem: Mein Vater ist Narzisst. Ich musste mich damals zwischen Pest und Cholera entscheiden, und nun sitze ich hier fest. Er kontrolliert mich, respektiert keine meiner Grenzen und läuft mir ständig hinterher. Reden bringt nichts – er ignoriert alles, und wenn ich meine Grenzen verteidige, bin ich in seinen Augen die Böse.
In seiner Firma gibt es gerade wirtschaftliche Schwierigkeiten. Es sah erst so aus, als würde er in eine Transfergesellschaft wechseln und ab nächsten Monat – bis zu seiner Rente nächstes Jahr – komplett zu Hause bleiben. Das war für mich der pure Horror: 24/7 mit ihm unter einem Dach, ohne Luft zum Atmen.
Dann gab es ein kleines Wunder: Die Transfergesellschaft hat ihn abgelehnt! Er muss also eigentlich wie geplant bis nächstes Jahr arbeiten. Doch jetzt kommt der Schlag: Er war heute beim Arzt und hat sich aus Trotz erst mal für zwei Wochen krankschreiben lassen.
Was für andere nach einer kurzen Zeit klingt, ist für mich ein Trigger: Vor zwei Jahren hat er genau das Gleiche gemacht und sich mit Hilfe eines „stumpfen“ Arztes anderthalb Jahre lang immer wieder zweiwöchig krankschreiben lassen, bis er wieder arbeitete. Ich habe schreckliche Angst, dass aus diesen zwei Wochen jetzt wieder ein ganzes Jahr wird.
Wenn ihm zu Hause langweilig wird, steigert er seine Kontrolle und nutzt mich als emotionalen Blitzableiter für seine Einsamkeit. Ich kann und will nicht für sein Wohlbefinden zuständig sein. Um der Situation heute zu entkommen, habe ich sogar meine eigene Krankschreibung aufgehoben und gehe morgen wieder arbeiten, nur um ein paar Stunden Ruhe vor ihm zu haben.
Ich stehe auf Wartelisten für das „Besondere Wohnen“ und suche verzweifelt weiter, aber die Panik, dass er jetzt wieder dauerhaft zu Hause bleibt, lässt mich gerade nicht los. Hat jemand Ähnliches erlebt oder einen Rat, wie man diese psychische Belastung aushält, bis der Auszug klappt?

#1


Dys
Zitat von Charly9233:
Hat jemand Ähnliches erlebt oder einen Rat, wie man diese psychische Belastung aushält, bis der Auszug klappt?

In welchen Bezug müsste „Ähnliches“ denn zu sehen sein? Dass jemand bei einem Elternteil wohnt, mit dem es Konflikte gibt, oder eine Angespannte Situation, die auf die Psyche schlägt, auszuhalten?

Bezüglich letzterem gibt es wenig Möglichkeiten. Entweder Aushalten oder Distanzieren, so gut es eben geht. Bist Du Erwerbstätig? Falls ja, dann würde schon mal die Zeit zuhause verkürzt und es bliebe die Möglichkeit sich außerhalb aufzuhalten, je nach den Begebenheiten in der Umgebung. Was natürlich weniger hilft ist, jetzt schon zu mutmaßen, wie lange Dein Vater sich krankschreiben lässt, denn das kannst Du ja nicht wissen. Das einzige was Du aktiv machen kannst, wäre eben weiter nach einer eigenen Wohnung zu suchen und den Fokus darauf zu legen. Eine weitere Alternative wäre eine Einweisung in eine Klinik um erstmal Distanz zu schaffen und die Psyche zu stärken. Allerdings ist halt dann die Frage, wie man mit den Menschen in der Klinik zurecht kommen würde.

#2


A


Hallo Charly9233,

Schwierige Situation Zuhause

x 3#3


C
@Dys ich war vor kurzem schon 8 Wochen in der Klinik

#3


Dys
Zitat von Charly9233:
@Dys ich war vor kurzem schon 8 Wochen in der Klinik

Welche Möglichkeiten wurden Dir da denn im Umgang mit der psychischen Belastung nahegebracht und kannst Du davon etwas umsetzen? Üblicherweise sollte irgendwas ja auch innerhalb des Aufenthaltes eine Wirkung zeigen, sei es medikamentös oder therapeutisch und was hilfreich empfunden wurde, wäre ja im Alltag auch eine Option. Eine eigene Wohnung wäre natürlich wohl das primäre Ziel, aber da helfen weder Medikamente noch Therapie, eine zu finden.

x 1 #4


C
@Dys also ehrlich gesagt war der Klinikaufenthalt nur insofern gut weil ich mich mit den anderen Patienten so gut verstanden habe wirklich gelernt habe ich da leider nichts nur das was ich schon kannte und immer wieder habe ich auch darauf angesprochen und gesagt dass ich diese skills alle schon kenne die bei mir aber nicht wirklich helfen und dann hat sich die Klinik die ganzen Wochen also mein ganzen Aufenthalt sich darauf konzentriert eine Diagnose zu stellen weil die wollten mir nicht glauben dass ich eine Angst und panikstörung habe die meinten das da noch viel mehr hinter steckt.
Als es dann die neue alte Diagnose gab war der Aufenthalt schon zu Ende und sie haben mich einfach entlassen obwohl ich gebeten habe und gesagt habe ich möchte noch nicht entlassen werden ich bin noch nicht bereit aber sie haben es trotzdem getan mit der Argumentation das deren Auftrag erfüllt ist und dann habe ich gesagt dann gebe ich euch einen neuen Auftrag und die haben gesagt dass die das nicht machen

#5


Dys
Tatsächlich ergibt es nicht viel Sinn, wenn man alles schon kennt, was einem die Klinik oder eine Therapie als Angebot darlegen kann und das nicht anwendbar erscheint, den Aufenthalt zu verlängern. Es ist aber schön, wenn man sich mit Mitpatienten gut versteht. Allerdings ist es eher so, dass die nach ihrer Entlassung halt ihre eigenenWege gehn und bestenfalls hat man von Ihnen erfahren was Ihnen vielleicht geholfen hat, von dem was Ihnen in der Klinik vermittelt wurde. Oft ist es gut, mal den Aufenthalt sacken zu lassen um sich dann doch den einen oder anderen Skill näher zu betrachten und ihn öfter mal zu probieren, bis er vielleicht doch Wirkung zeigt. Eine von jetzt auf gleich Wirkung ist kaum zu erzielen, da muss man tatsächlich auch dran arbeiten und nicht zu schnell aufgeben, weil es schwer oder nutzlos erscheint.

Aber alle therapeutischen Maßnahmen ändern ja nicht Dein Wohnproblem und erstrecht nicht das Verhalten Deines Vaters. Leider sehe ich aber auch nicht, dass Dir diesbezüglich viel Hilfe zuteil werden könnte durch Andere. Vielleicht könnte ein sozialpsychiatrischer Dienst noch eine Anlaufstelle sein und vielleicht gäbe es die Möglichkeit in eine Wohngruppe zu kommen um Abstand zu haben, was aber die weitere Wohnungssuche trotzdem nicht unumgänglich machen würde.

x 1 #6


C
@Dys

Aber ich erlebe gerade etwas was ich nicht verstehe.
Ich habe eben die Nachricht bekommen dass es vermutlich eine Wohnung gibt eigentlich müsste mich das glücklich machen hat es im ersten Moment auch und plötzlich habe ich Panik Zustände bekommen und ich habe nicht verstanden wieso.
Jetzt geht's richtig los, ich bekomme massive flashbacks ich habe panische Angst vom Regen in die Traufe zu kommen ich habe tierische Angst nicht mehr glücklich werden zu können ich habe Angst nicht mehr zur Ruhe kommen zu können.
Zur hintergrundinformation, ich hatte mal in einer Wohnung gewohnt mit Terror und Nachbarn und in dieser Wohnung habe ich auch ein Trauma erlebt und jetzt holt mich das alles wieder ein.
Ich bin erst 33 und habe Angst den Rest meines Lebens nicht mehr glücklich sein zu können nicht in Frieden leben zu können ich habe gerade so fürchterliche Angst und ich verstehe das nicht und kann damit gerade nicht umgehen 😭

#7


Dys
Wenn Du eine Wohnung bekommen kannst, musst Du Dich entscheiden ob Du sie nehmen willst oder nicht. Das kann Dir niemand abnehmen. Genauso kann Dir auch niemand deine Angst abstellen. Wenn Du den Mut nicht aufbringen kannst, lässt der sich leider nicht einimpfen. Du bist, wie Du sagst 33, also ein erwachsener Mensch und letztlich verantwortlich für Dein handeln. Um Panik zumindest was die körperlichen Symptome betrifft, in den Griff zu bekommen, könnte Dir ein Arzt sicher etwas beruhigendes verschreiben. Ansonsten wäre eben eine Therapie sinnvoll, aber auch dabei bleibt die Arbeit, etwas zu verändern, letztendlich an Dir hängen. So hart das leider ist. Ich wünsch Dir Mut und Kraft, dass Du es hinbekommst das zu schaffen was Dir vielleicht dann zumindest das Wohnproblem nimmt.

x 1 #8