Psychische Erkrankung - Wenn ja, welche?

Pacoschnecke
Hallo,

ich mache mir zunehmend Gedanken über mein schon jahrelanges Verhalten...
Freunde habe ich keine, bzw. nur eine Freundin zu der ich aber auch volles Vertrauen habe, wir mögen uns sehr, dennoch aber sehen wir uns eher selten.
Das liegt viel an mir weil ich oft absage und wenn sie sagt sie kommt zu mir dann lasse ich mir sämtliche Ausreden einfallen, nur das sie nicht kommt.
Der Grund dafür ist, ich schäme mich für meine Wohnung da sie nie richtig aufgeräumt ist. Ich lasse vieles stehen und dann steht es unter Umständen wochenlang.
Blitzblank geputzt ist auch nie....Und so ist mit allen die zu mir wollen, ich will nie Besuch, weil ich mich dann Tage lang so unter Druck setze und alles 100% sein muss, sonst lass ich niemanden rein...
Deshalb auch keine Freunde, und auch weil es mir zuviel ist wenn ich dauernd irgendwohin eingeladen werde oder wenn dauernd jemand zu mir kommen will.

Dann kommt noch dazu das ich mich oft anders sehe als ich bin, oder anders sein will als ich bin. Ich bin übergewichtig und bin immer sehr traurig darüber weil man damit oft in eine Schublade geschoben wird...Ich träume oft davon schlank zu sein, bin aber gleichzeitig wütend auf mich selbst da ich es nicht schaffe abzunehmen über Jahre hinweg immer wieder mit allem versucht, aber das Übergewicht wird nur immer schlimmer.

Zu Fuss gehe ich überhaupt nicht aus dem Haus weil ich mich damit Unwohl und beobachtet fühle. Nur raus zur Tür und rein ins Auto und weg.
ich mag mich selbst nicht und denke immer das ich es nicht wert bin das mich jemand mag, deshalb sage ich auch oft zu meinem Freund das er doch eigentlich was besseres verdient hat, jemanden der dünn ist ....Das macht ihn sauer, aber das sind nunmal meine Gedanken...

Mir geht es psychisch schlecht zur Zeit und es kostet mich immer mehr Kraft allen vor zu spielen das es mir gut geht, denn etwas anderes erwartet meine Familie (Mutter, Geschwister) nicht. Wenn ich sage das es mir schlecht geht, bekomm ich nur zu hören das ich nur rumjammere....Dabei bin ich dann eigentlich nur ehrlich...Aber keiner kann es verstehen, meine Schwester ist eine Powerfrau und ist der Meinung ich müsste mich nur mal aufraffen und nicht immer hängen lassen....Da nützten auch keine Tablettchen...war ihr Satz vor kurzem....Sie kann es nicht verstehen, mich nicht verstehen...

Ist ein solches Verhalten noch normal? Das man keinen Kontakt zu anderen will? und all das andere.

Viele Grüsse

09.04.2009 12:25 • #1


Pacoschnecke
Und noch etwas.
Anfassen lasse ich mich schon lange nicht mehr von ihm und ich will auch nicht dass er mich unbekleidet sieht. Ich denke dann immer das er sich bestimmt ekelt und das sagte ich auch zu ihm, er sagt immer das er sowas noch nie gedacht hätte. Aber glauben tu ich es ihm nicht.

09.04.2009 12:30 • #2


Trulla
Auch wenn ich Dir zu Deiner Überschrift-Frage keine Antwort geben kann, finde ich mich sehr in dem wieder, was Du geschrieben hast. Eigentlich hätte ich das schreiben können, allerdings war es bis vor kurzem so, jetzt gehts grad bergauf und dieses fiese Gefühl wird weniger, nur mit der Ordnung ist es ein täglicher Kampf, kann einfach keine Ordnung halten und empfange nur Besuch, wenn alles 100%ig ist...

Hoffe für Dich, dass es sich auch bei Dir bessert und Du Dich auch besser aushalten kannst. Bei mir sind/waren die Diagnosen Depressionen und Zwangserkrankung sowie Burn-out... Bist Du in Therapie?? Wenn nicht, würde ich an Deiner Stelle eine Therapie beginnen, denn es hört sich so an, als ob Du Dich - ähnlich wie ich - ziemlich beeinträchtigt fühlst und auch Deine Beziehung leidet!

Wünsch Dir gute Besserung und eine gute Nacht! Trulla

09.04.2009 21:35 • #3


Pacoschnecke
Hallo Trulla,

vielen Dank für deine lieben, verständnisvollen Worte. Es tut schon gut einfach zu wissen das es auch andere gibt bei denen es so ist und die es auch zugeben, meist ist so etwas (gerade wegen Ordnung halten) ja immer noch ein Tabuthema.
Ich stehe momentan auf der Warteliste meines Therapeuten von vor zwei Jahren, damals machte ich schon mal eine Psychotherapie, nach der Trennung meines Mannes, jetzt Ex-Mann.
Ich habe eine schlimme, gewaltvolle Ehe hinter mir in der ich immer wieder erniedrigt und vergewaltigt wurde und als Kind wurde ich mehrfach S. missbraucht. Nach der Trennung entwickelte sich meine Ex- Mann zu einem extremen Stalker der nichts auslies, und ich ein paarmal nur mit viel Glück seinen Mordversuchen entkommen konnte.
Deshalb habe ich damals auch eine Psychotherapie gemacht, hatte damals schon Depressionen und eine Posttraumatische Belastungsstörung die ich wohl immer noch habe.
Im Januar wurde bei mir Fibromyalgie diagnostiziert, und inzwischen geht es mir fast wieder so schlecht wie damals. Die Schmerzen sind höllisch und das ist auch ein Grund warum ich immer mehr psychisch wieder abrutsche...Dazu kam der S. Missbrauch wieder hoch, weil ich bis jetzt mein ganzes Leben lang darüber schwieg, und es schon fast vergessen war, dachte ich jedenfalls, aber wahrscheinlich hatte ich es nur so sehr verdrängt...

Meine Mutter ist letztes Jahr im Oktober an Krebs erkrankt, mein Vater schon fast 16 Jahre an Krebs verstorben...

Das war im vergangenen Herbst wohl der Auslöser für mein jetziges Übel und das alles zusammen, wächst mir gerade ganz gewaltig über den Kopf.

Ich bin seit November krank geschrieben eigentlich wegen der Fibromyalgie (damals dachten aber noch alle es wäre Morbus Bechterew)und werde demnächst noch in Reha gehen. Ich hoffe das es mir dort schon ein ganzes Stück weiterhilft mit allem klar zu kommen.

Vergangenen Freitag war ich beim Psychiater der gab mir Cymbalta und Amitriptilin auf das ich jetzt wenigstens wieder mal einigermassen schlafen kann.
Und ich nicht mehr ständig Heulkrämpfe bekomme....Bin etwas entspannter inzwischen.

Mal sehen wie es mit der Reha weiter geht.

Ich wünsche dir schöne Ostern und das du immer weiter bergauf auf deinem Weg gehst

Liebe Grüsse
Doro

10.04.2009 10:03 • #4


Trulla
Hallo Doro,

ich habe Dir eine PN geschickt...

LG Trulla

10.04.2009 10:42 • #5


Trulla
Hallo Doro!

Du hattest auf einen anderen Thread geantwortet und auf Fibromyalgie hingewiesen... daraufhin habe ich es bei Wikipedia mal nachgelesen, was das ist und mir ist die Kinnlade Richtung Knie gefallen. Es passt wirklich ALLES auf mich!!! aber wirklich alles! Die ganzen Ausschlusskriterien sind bei mir untersucht worden und meine Symptome, nämlich dieser wechselnde Schmerz mal hier mal da, ständige Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Depressionen, Rückenprobleme etc. sind immer auf die Psyche geschoben worden. Ich weiß nicht, ob bei meiner Nervenwasseruntersuchung irgendetwas auf F. hindeutendes gefunden wurde, denn wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es kaum Diagnosekriterien außer Ausschlussverfahren und ein Wert im Nervenwasser, oder? also, ich könnte dem Kind jetzt einen Namen geben, aber es macht mich stutzig, dass das noch kein meiner vielen Ärzte auf die Idee gekommen ist... Wer hat es denn bei dir diagnostiziert? Sprich, an welchen Arzt wende ich mich mit meinem Verdacht??? Habe alles... Schmerztherapeut, Chiropraktiker, Orthopäde, Neurologe, Psychiater, Hausärztin... heißt das, dass mich keiner ernst nimmt??? Heißt das, dass keiner diese Erkrankung ernst nimmt??? Bin verwirrt...

Liebe Grüße, Trulla

10.04.2009 12:11 • #6


Pacoschnecke
Hallo Trulla,

nein das heisst nicht das dir NIEMAND glaubt! Es kann nur sein das es manche Ärzte nicht so ernst nehmen....Ärzte, unter anderem auch manche Rheumatologen kennen sich mit Fibromyalgie aus und wissen auch wie sie es diagnostizieren können. Zur Diagnosestellung gibt es sogenannte "Tenderpoints", das sind Druckpunkte am Körper die auf Druck schmerzhaft sind, und es gibt bestimmte Punkte die nicht weh tun dürfen. Danach wird unter anderem auch die Diagnose gestellt.
Ich war, weil keiner mehr wusste, was los sein soll, auf meinen eigenen Wunsch, mit einem ambulanten Termin in der Schmerzklinik in Bad Mergentheim.
Dort wurde es bei mir diagnostiziert.
Aber es gibt auch viele andere Kliniken die sich darauf spezialisiert haben.
Kannst auch mal auf www.weiss.de gehen dort wissen sie auch Bescheid.
Ich würde bei Ärzten etc. ganz gezielt nachfragen ob sie sich mit Fibromyalgie auskennen oder diese sogar behandeln dann wirst du sicher einen finden der dich auch gleich ernst nimmt.
Bei mir wurde zuvor alles auf das Übergewicht geschoben....Und mein HA schaute mich auch schon an, als ob er denken könnte, ob er mir noch glauben soll...

Also dann ich hoffe du findest deinen Weg

Liebe Grüsse
Doro

11.04.2009 17:49 • #7




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