Manische Phase erkennen - Kopfschmerzen und Tinitus

nochJemand

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es ist total schräg - ich kann manchmal einfach nicht weiter machen.

Das ist meist wenn ich mich vorher angestrengt habe. So wie vor zwei Tagen, da war ich in der Mittagspause in der Innenstadt kurz shoppen.
Das hat mich am Ende doch sehr geschlaucht und am nächsten Morgen beim Fertigmachen fürs Büro hab ich gemerkt es geht wieder nicht.

So ist das schon seit einer Ewigkeit, kaum mache ich etwas mehr dann geht mir psychisch die Puste aus und ich brauche einige Tage um mich zu erholen.
Das merke ich dann besonders am Morgen beim Fertigmachen. Von einem auf den anderen Moment ist es dann klar - es geht nicht mehr.

Ich versuche schon bei allen Tätigkeiten meine Wohlfühlgeschwindigkeit beizubehalten, was ganz gut gelingt. Aber trotzdem, die Möglichkeiten sind sehr begrenzt.

In einer manischen Phase bemerke ich sowas dann gar nicht, bis es komplett zu spät ist. Jetzt bin ich einigermaßen klar im Kopf und versuche darauf zu achten.
Es gibt einige Warnzeichen die anzeigen, dass ich mich übernommen habe: Beim gehen bemerke ich meine Umgebung kaum, leichte Kopfschmerzen, der Tinitus dröhnt stärker.

Kennt das jemand, dass es sowas ganz plötzlich kommt?
Was macht Ihr, außer Medikamenten, dagegen und wie geht ihr damit um?
Gibts dafür irgendeinen medizinischen Begriff?

13.03.2014 12:53 • #1


Knoten

Knoten

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Hallo nochJemand!

Ich weis genau was du meinst. Auch ich kenne dieses "psychisch aus der Puste sein" nur zu gut.

An einem Tag ist alles Super, Toll, voller Kraft und am nächsten Tag würde ich mich am liebsten unter meine Decken verkriechen...

Ich versuche diese Tage, in denen ich Kraft ohne Ende habe, so gut als möglich zu nutzen und doch dabei mich nicht zu übernehmen. Die Balance ist sehr schwer zu halten. Für mich zumindest.

Es gibt Phasen, wenn ich zu viele Impulse von außen bekommen, wo ich auch einige Tage brauche um mich zu fangen.

Mein Psychiater hat mir bestätigt, dass es an den Impulsen liegt; unser Hirn muss in dieser Zeit zu viel verarbeiten und das führt dazu, dass wir "durchhängen".
Er sagt auch Reizüberflutung dazu.

Mir hilft mein Hund, sie fordert und gibt gleichzeitig. Meine Lieblingsmusik, ein gutes Buch und viel Bewegung an der Luft, sind meine Favoriten, um diese Phasen zu bewältigen.

Als Bipolarer fahren wir immer Achterbahn, leider, doch mit ein bisschen Übung schafft man es, in einem gewissen Rahmen stabil zu bleiben.

Ich bin außerdem gut mit Medikamenten eingestellt. Wie sieht das bei dir aus?

13.03.2014 19:01 • #2


Steffi

Steffi

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Hallo nochJemand,

Zitat:
Er sagt auch Reizüberflutung dazu.

Das ist überhaupt das schlimmste an der bipolaren Störung - finde ich. Es verhindert vieles, was mir sehr viel Spaß machen würde. Z.B. kann ich mich nicht lange in einer Stadt bewegen. Es stürmt zu vieles über mich herein, ich kann es nicht verarbeiten und klappe zusammen.

Knoten hat Dich nach Deinen Medikamenten gefragt. Das würde mich auch interessieren.

13.03.2014 19:53 • #3


nochJemand


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Hallo Knoten,

danke für deine antwort.

Mit Medikamenten stehe ich stark auf Kriegsfuss, da ich hier schon viele negative Erfahrungen gemacht habe.

Die letzten Jahre habe ich sowohl Antidepressiva wie auch Mittel gegen die manischen Zustände genommen. Am Anfang scheint es gut zu helfen, doch irgendwann schlägt es um und es wird zur Hölle. Bei Antidepressiva drehe ich komplett durch, weil ich nicht merke dass ich in eine manische Phase komme und die Antiedepressiva verstärken es dann. Und bei den antimanischen Medikamenten bin ich irgendwann nur noch komplett apathisch, weil die Manie weg ist. Daher nehme ich gerade nur ganz leichte Neuroleptika damit ich abends einschlafe.

Das mit der Reizüberflutung ist ein guter Punkt. Ich werde versuchen das ein wenig zu mindern indem ich weniger surfe.
Habe gerade ein interessante Seite über Sinnesdeprivation gelesen, ich werds mit einer Augenmaske versuchen.
Ich hatte schon immer das Gefühl, dass visuelle Reize ziemlich viel mit meinem Gehirn anstelln.

Einen Hund finde ich super, aber ich kann mich leider nicht so gut um Tiere kümmern. Dafür sind mir schon zuviele Pflanzen weggestorben, das würde nicht gut gehn.

Achja, ich brauche seeehr viel Süßes ansonsten bin ich nicht mehr ganz da. Zum Glück hab ich keine täglichen Fressanfälle mehr, wie als ich auf Antidepressiva war.

13.03.2014 20:13 • #4


Knoten

Knoten

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Hallo nochJemand,

hast du die Nebenwirkungen der Medikamente mit deinem Arzt besprochen? Bist du in Behandlung bei einem Psychiater? Ein normaler Hausarzt hat - ohne diese Ärzte beleidigen zu wollen - meistens nicht die nötigen Kenntnisse und die nötige Erfahrung, mit der Krankheit 'Bipolar' umzugehen.

Mein Psychiater und ich, haben über 1 Jahr gebraucht, um meinen Medikamenten Cocktail (Quetiapin, Lamotigrin, Bupropion, Thyroxin) so zu mischen, dass ich relativ gut und stabil Leben kann; Wenn ich mich außerdem nicht zu vielen Reizen aussetze, oder meinen Terminkalender nicht so zupflaster, dass jeden Tag Action ist; 2 x die Woche ist ok, mehr geht bei mir nicht.

Übrigens ist eine Kontrolle der Schilddrüsen Werte auch eine sinnvolle Sache, da auch diese ihren nicht unerheblichen Beitrag leisten. Hier nur am Rande, je höher der Wert, desto weniger produziert die Schilddrüse. Ein Wert um die 1,0 - 1,5 ist bei unserer Krankheit der Beste. Es wird angenommen, das ein Wert bis 4,5 völlig ok sei. Dem ist bei Bipolaren nicht so! Ein guter Psychiater weis Das.

Das mit den Süßigkeiten kenne ich ebenfalls. Gerade wenn das Wetter trübe ist, wird mein Konsum ziemlich hoch. Da futter ich Abends schon mal eine Tafel Schokolade weg. Wenn aber Sonne zu haben ist, geht dieses Bedürfnis mit der Zeit weg. Allerdings solltest du auch Das mit einem Arzt besprechen! Zuviel Zucker kann auch einiges Auslösen.

Vielleicht helfen dir meine Erfahrungen ein bisschen weiter.

14.03.2014 11:22 • #5


nochJemand


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Hallo Knoten,

die Medikamente wurden zuletzt über Monate in einer Klinik eingestellt. Aber nach weiteren Paar Monaten hats wieder nicht gepasst. Am Ende wars so, dass mich ein Bruchteil der Dosis komplett weggehauen hat.

14.03.2014 12:00 • #6


Knoten

Knoten

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Hallo nochJemand,

das hört sich so an, als wenn du nicht in Behandlung bist...

14.03.2014 19:51 • #7




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