Zitat von Oli: Meine Trauerberaterin hat Kübler-Ross nicht mehr verwendet. Das Stufige ist wohl umstritten.
Anhand meiner persönlichen Erlebnisse konnte ich das 5-Phasen-Modell bislang auch nicht bestätigen. Verwundert hat mich auch, dass die Uni, in der ich zu Gast war, Kübler-Ross bei Therapien auf alle möglichen Arten von Verlusten transformiert.
Interessant kann es (nach meiner Meinung) sein, sich die empfundene Trauer näher anzusehen.
Es wird ja oft auch gestritten, ob Trauer nicht etwas zu tiefst egoistisches ist.
Trauert man wirklich um die Person per se, die gegangen ist?
Oder beweint man doch eher sich selbst: was man alles wundervolles erlebt hat und nie wieder tun wird, was man alles verpassen wird, was man immer sagen, oder machen wollte (und nie tat), etc.?
Oder trauert man in Wirklichkeit um einen assoziierten, früheren Lebensabschnitt (z.B. Kindheit) und nicht um die Person?
Oder romantisiert der Trauerfall vielleicht sogar vergangene Zeiten, die in Wirklichkeit gar nicht so rosig waren?
Ich denke, dass man dabei eine Menge über sich selbst herausfinden kann. Vorausgesetzt, man bekommt die Chance zum Zugang... Ich selbst tu mir dabei aktuell schwer (wie an anderer Stelle beschrieben), hatte in der Vergangenheit aber schon interessante "Wow-Erlebnisse".