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Soll ich es mit einer Selbsthilfegruppe versuchen? Was meint ihr?

Snow34

Hallo,

ich überlege zur Zeit, ob ich eine Selbsthilfegruppe aufsuchen soll.

Ich habe vor Jahren eine S.. Gewalterfahrung durchlebt und erst letztes Jahr, mit der Hilfe eine Frauenberatungsstelle, damit begonnen, das aufzuarbeiten. Leider wurde die Beratung aufgrund eines Fehlverhaltens von mir mittlerweile beendet. Ich bin noch nicht ganz "durch" mit der Verarbeitung. Eigentlich kann ich es mir noch nicht vorstellen, in einer Gruppe darüber zu reden. Andere Möglichkeiten hab ich momentan nicht.

Was könnt ihr mir raten? Soll ich es mal versuchen mit der Gruppe? Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht?

Achso, die Gruppe wird nicht von einer Fachkraft geleitet. Es sollen nur Betroffene anwesend sein.

20.02.2016 22:04 • #1


GastAccount

Ich finde Selbsthilfegruppen eigentlich immer gut, nur in diesem Fall bin ich skeptisch, da keine qualifizierte Fachkraft dabei ist. Gerade bei traumatischen Erfahrungen, braucht man einen Therapeuten mit viel Erfahrung in der Traumabehandlung. Sonst kann es zu verstärkten Retraumatisierungen kommen. Ich könnte mir vorstellen, dass bei einer unbegleiteten SHG die Gefahr sich gegenseitig runter zu ziehen viel zu groß ist.

Kannst du vielleicht eine Traumatherapie woanders machen als in der Frauenberatung?

21.02.2016 14:47 • #2


Snow34

Das ist auch ein Grund, warum ich zur Zeit daran zweifle, ob diese Gruppe etwas für mich ist. Zumal ich, ausser mit meiner Beraterin, mit niemanden darüber sprechen konnte. Und jetzt direkt mit mehreren? Es gibt zwar eine Gruppensprecherin, aber die ist auch betroffen, wie die anderen.

Ich habe bei meiner ehemaligen Beraterin angefragt, ob sie mir noch andere Möglichkeiten bzw Ansprechpartner nennen kann. Ich weiß aber nicht, ob sie mir noch antworten wird, aufgrund dessen, dass sie die Beratung beendet hat. Am liebsten hätte ich ja die Verarbeitung mit ihr fortgeführt, da ich ihr vollkommen vertraut habe. Ich weiß nicht, ob ich nochmal die Kraft aufzubringe, das jemandem so anzuvertrauen.

Ich hoffe aber, dass sie mir jemanden empfehlen kann. Eine Traumaklinik hatte sie mir mal genannt, aber da weiss ich nicht, wie der Ablauf wäre und ob das für mich in Frage kommen kann. Hab ausserdem Schwierigkeiten mit fremden und ungewohnten Orten wg der Erfahrung, die ich gemacht habe.

21.02.2016 15:13 • #3


tristanforks

tristanforks

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@Snow34

Ich weiß nicht wo her du kommst, aber mein Rat wäre such doch Testweise mal eine auf.
In der Selbsthilfegruppe in der ich bin, finde ich es persönlich sehr Hilfreich und schön, wenn gleich ich ganz andere Themen habe.
Denn in dieser Selbsthilfegruppe wo ich bin, darf jeder der neu dazu kommt erstmal zu hören und soviel sagen wie er/sie möchte.
Es gibt einige Patienten die reden in dieser Sitzungzeit gar nicht. Und das mehrere Sitzungen lang. Es gibt welche die plaudern ziemlich viel.
Wenn es eine gut geleitete Gruppe ist, dann werden sie dir die Zeit geben, die du brauchst. Finde in dieser Gruppe erstmal das Vertrauen und höre dir an wie die Menschen so ticken. Und entscheide dann ob es die richtige Gruppe ist und ob du dich dann öffnen kannst.

Ich wünsche dir jedenfalls alle Gute.

Tristan

22.02.2016 08:29 • #4


Snow34

Hallo Tristan,

Danke für Deinen Beitrag.

Ich weiß, dass ich erstmal nichts zu sagen brauche in der Gruppe. Allerdings hab ich aber auch keinen Einfluss darauf, was die anderen erzählen und was mich dann evtl triggern könnte. Das macht mir halt sorgen. Zumal dann keine professionelle Beraterin oder dergleichen "greifbar" wäre.

Seit den Übergriffen an Silvester ist dieses Thema sowieso schon in allen Medien öfters präsent, so dass ich zur Zeit kaum Nachrichten gucke, um nicht unvorbereitet damit konfrontiert zu werden.

Die Aufarbeitung ist bei mir ja auch noch nicht ganz durch, ich bin zur Zeit auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten für mich. Ich denke, dass eine Selbsthilfegruppe, die nur von Betroffenen geführt wird, in meinem Fall schwierig sein könnte.

Ich wünsche Dir auch alles gut.
Snow

22.02.2016 10:39 • #5


GastAccount

Wie schon gesagt, bei traumatisierenden Erfahrungen würde ich keine unbegleitete SHG empfehlen. Gerade der Faktor Trigger ist nicht zu unterschätzen.

22.02.2016 16:57 • #6


Snow34

Hallo ,

ja, das denke ich mir mittlerweile auch und dass auch eher Einzelgespräche für mich (zur Zeit jedenfalls) hilfreicher sind.

Eine SHG mit Beraterin hab ich im näheren Umkreis auch noch nicht finden können.

Vielleicht kann mir meine ehemalige Beraterin noch Kontaktadressen nennen.

LG
Snow

22.02.2016 17:59 • #7


Depriphasee

Depriphasee

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Hallo:)
Ich wollte fragen, ob ihr schon mal eine Erfahrung mit einer Selbsthilfegruppe hattet ?

Gestern 20:28 • #8


Pilsum

Pilsum

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Zitat von Depriphasee:
Hallo:)
Ich wollte fragen, ob ihr schon mal eine Erfahrung mit einer Selbsthilfegruppe hattet ?


Ja, habe ich.
Allerdings ist es schon sehr lange her.

Selbsthilfegruppen können helfen, sich selbst besser zu verstehen und auch zu erkennen,
das andere sehr änliche Probleme haben wie ich selbst.

Bernhard

Vor 8 Stunden • x 1 #9


Driver64

Driver64

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Selbsthilfe Gruppen sind zwangloser als Therapien und können auch parallel zu einer Behandlung
oder Therapie besucht werden.
Meist gibt es mehrere Gruppen.
Das hat den Vorteil das man auch schon mal die Gruppe wechseln kann
wenn aus irgend welchen Gründen eine Antipathie gegen ein anderes Gruppenmitglied aufgetreten ist.
Diese Antipathie muss nicht immer persönliche Gründe haben.
Es gibt Menschen die auf Hautfarben, Religionen, Haarfarben oder Frisuren usw. reagieren,
aus welchen Gründen auch immer.
Selbsthilfe Gruppen sind zwangloser als Therapien.
Auch macht man schon mal Dinge die man in einer Therapie nicht machen kann wie,
Essen gehen, Backen und Kochen usw.
Es bilden sich auch Freundschaften über diese Gruppe hinaus.
:trost:

Vor 58 Minuten • x 1 #10