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Angst vor dem Stuhlgang - was tun?

mutmacher

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Ist ja schon echt peinlich das alles- aber es ist wie es ist: Seit ca. 20 Jahren nicht mehr (nach dem Geschäft) ins Klo geschaut. Der Stuhl ( Kot ) könnte ja blutig, schwarz (Teerstuhl), zu hell oder sonstwas sein! Lasse mir lieber eine Darmspiegelung (die letzte vor 8 Jahren- und die o.B.) machen. als ein Blick ins Klo. Vor den genannten 8 Jahren eine DS vor 5 Jahren wegen Reizdarm. Beide Untersuchungen waren ohne Befund bis auf eine Fructoseunverträglichkeit mit häufigen Durchfällen. Inzwischen esse ich jeden Tag einen Flohsamenschalenbrei und alle Probleme sind weg. Die Angst ist geblieben. Muss dazu sagen, dass ich ein Leben lang im KH gearbeitet habe, OP-Berichte, Arztbriefe usw geschrieben habe- das war sicher ursprünglich für mein Problem. Das nächste ist, dass ich inzwischen zu keinem Arzt, in keine Sprechstunde oder gar Vorsorge mehr gehe.

Ich weiß, ich lebe gefährlich- aber mit 71 Jahren falle ich lieber tot um als in einer Klinik oder gar Intensivstation zu landen. Geht`s jemandem ähnlich ?

Achso: Körperlich geht`s mir (noch) sehr gut- keine Zipperlein.

09.12.2018 18:25 • x 1 #1


ulysses

Das Problem mit dem Lokus habe ich nicht. Ich suche mir aber immer mal anderes womit ich mich von meinen eigentlichen Problemen ablenken kann. Mal dies mal das ... muss ich ja hier nicht schreiben.
Zum Arzt gehe ich auch schon laaange nicht mehr. Habe irgend wann das Vertrauen verloren weil ich zwischenzeitlich zu der Überzeugung gekommen war dass ich auch zum Klempner, Elektriker oder sonst wem gehen könnte. Das Ergebnis wäre das gleiche.
Und nicht nur das Vertrauen das ich verloren habe. Ich habe da Dinge auf der Pfanne ...
Zudem bin ich der Meinung dass wenn es soweit ist - es eben soweit ist. Das krieg ich dann selbst geregelt und brauche keine Leiden verlängernden medizinischen Einrichtungen samt zugehöriger Ärzte dazu.

09.12.2018 19:06 • #2


mutmacher


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@ulysses
Ja, genau so denke ich manchmal auch- man kann auch ohne Diagnose sterben, aber so einfach lebt es sich ja auch nicht bei diesen Gedanken. Stell Dir vor, Du bekommst eine Ohnmacht, Herzinfarkt, Schlaganfall usw- da wird man nicht lange fackeln u. bringt Dich, wohin Du nicht willst. Unter Umständen ist man dann sogar dankbar, dass sich jemand um einen kümmert. Wichtig für mich war das Anfertigen einer Patientenverfügung samt Vorsorgevollmacht, die meine Tochter hat. Aber insges. ist das Thema schwierig.
Das mit dem verlorenen Vertrauen der Medizin und Pharma gegenüber ist ein Riesenthema, das auch viele tabuisieren.

09.12.2018 21:00 • x 1 #3


ulysses

Nun ja, ich sehe das Ganze ja nicht verbissen. wie es kommt so kommt es. Nur möchte ich nicht aktiv an dem mitarbeiten was ich zu vermeiden suche. Und sollte man mich an einen ungeliebten Ort verbringen (wahrscheinlich eher um Kosten oder Ärger aus dem Weg zu gehen) so wird es vielleicht die Möglichkeit geben diesen wieder auf eigenen Beinen (und eigener Verantwortung) zu verlassen.

09.12.2018 21:19 • #4


Pilsum

Pilsum

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Hallo mutmacher,

dass es Dir in Deinem Alter körperlich noch sehr gut geht, freut mich sehr.

Leider scheint es Dir schon länger psychisch nicht gut zu gehen.
Warum hast Du denn nicht irgendwann einmal vertrauensvoll mit einem Arzt über Deine Sorgen gesprochen?

Zitat:
Ich weiß, ich lebe gefährlich-


Warum lebst Du gefährlich? Ich denke, Dir geht es gut.
Zitat:
aber mit 71 Jahren falle ich lieber tot um als in einer Klinik oder gar Intensivstation zu landen


Ich hoffe, Dir ist bewusst, dass es nicht immer so sein wird, dass Du gleich tot umfällst.
Du scheinst von Deinem eigenen Satz selbst nicht ganz überzeugt zu sein.
Sonst würdest Du dies vermutlich hier nicht schreiben. Oder doch?

Viele Grüße

Bernhard

10.12.2018 02:45 • #5


issabella

issabella

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Zitat von Pilsum:
Hallo mutmacher,

dass es Dir in Deinem Alter körperlich noch sehr gut geht, freut mich sehr.

Leider scheint es Dir schon länger psychisch nicht gut zu gehen.
Warum hast Du denn nicht irgendwann einmal vertrauensvoll mit einem Arzt über Deine Sorgen gesprochen?



Warum lebst Du gefährlich? Ich denke, Dir geht es gut.


Ich hoffe, Dir ist bewusst, dass es nicht immer so sein wird, dass Du gleich tot umfällst.
Du scheinst von Deinem eigenen Satz selbst nicht ganz überzeugt zu sein.
Sonst würdest Du dies vermutlich hier nicht schreiben. Oder doch?

Viele Grüße

Bernhard


Also, es ist selbstverständlich und gar nicht schlimm, sich einem Arzt zu Vertrauen.
Wenn Deine Darmspiegelung in Ordnung ist - wo siehst Du die Probleme?
Und nach Deinem Stuhl sollst Du sehen. Früh erkannt ist jede Krankheit besser zu behandeln. Z.B. ungefährliche Hämoroiden Erkrankung.
Dein früherer Beruf hat Dich, leider, negativ geprägt.

Meine Eltern sind beide 82.
Mein Vater, außer Kardiologen, verweigert sich, einen Arzt zu besuchen, eigentlich, meine Mutter auch.
Ich kann Dich sehr gut verstehen: als Ärztin habe ich auch viel erlebt. Nur, das ist nicht der Grund meiner Depr.
Wenn Dich die Geschichten in Deinem Berufsleben so geprägt hatten, könntest Du vielleicht eine Gesprächtherapie bei Deiner Krankenkasse beantragen. Aus Ehrfahrung weiss ich, dass Sprechen über eigene Probleme helfen kann.
Keine Angst, ein Psychologe redet nur mit Dir.
Andertsseits, scheinen mir Deine Beschwerden für nur kurtze Pharmatherapie - Hausarzt oder Psychiater.
Ich sehe Deine Ängste, vor allem, dass Du beruflich viel damit zu tun hattest.
Es ist wichtig, sich selbst klarzumachen: die geschriebene Krankheitsgeschichten betreffen nicht Dich!
Du hast noch sehr viele Jahre zu Leben - befreie Dich von Deinen Ängsten!
Alles Gute
Magdalena

10.12.2018 04:48 • #6


Fjölnir

Fjölnir

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Erstmal einen wunderschönen guten Morgen

Also ich kann grad nicht so ganz folgen. Habe den Sprung von Toilettengang zum Ableben nicht richtig verstanden.
Das Vertrauen bzw. fehlende Vertrauen zu Ärzten und Pharma ist eine Sache. Doch bin ich der Meinung dass es durchaus Situationen gibt in denen es sinnvoll ist eine entsprechende Behandlung anzunehmen.
Es muss ja nicht immer direkt zur Chemie gegriffen werden. Wie z.B. Flosamen gibt es auch viele pflanzliche Mittel die unterstützend wirken. Dennoch würde ich nicht komplett auf einen Arzt des Vertrauens verzichten. Manche Dinge brauchen eben professionelles Wissen. Wenn dein Auto kaputt geht gehst du ja auch nicht zu 'nem Gärtner um nachschauen zu lassen wo der Fehler liegt.

Liebe Grüsse
Micha

10.12.2018 05:58 • #7


mutmacher


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Hallo, lb. Bernhard, Magdalena und Micha,
vielen Dank für Eure Beiträge. Ja, dass der Mensch ein kompliziertes Wesen ist, ist nun mal Fakt und dass Körper und Geist nicht immer harmonisch zusammenarbeiten halt auch. Der Verstand sagt uns mitunter sehr korrekt, wohin die Reise gehen soll, aber der Rest macht nicht mit- that`s it.
Ich selbst verstehe mich ja selbst nicht- zumal ich nie blutige Stühle o.ä. hatte ! und ja auch weiß, dass ich selbst wenn es so wäre, nicht gleich daran versterbe.
War auch bei einer Psychologin mit dieser blöden Geschichte. Sie hörte sich das alles an und drückte mir dann ihr eingestelltes Handy in die Hand und schickte mich zum Klo War natürlich gut gemeint bis auf die Tatsache, dass die menschliche Psyche komplizierter ist. Das Handy hab ich ins Klo gelegt und bin einfach verschwunden
Es ist so, dass ich mein "Problem" einfach "kaltgestellt" od. ständig verdränge- zack Klodeckel zu, Wasserspülung und fertig! und das geht so ca. 30 Jahre! Ich denke, wenn`s was Ernstes ist, wird`s irgendwann weh tun....
Irgendwo hab ich mal gelesen, dass sowas sogar einen Namen hat- ich meine Hämophobie o.ä. und ganz klar hat es mit der früheren Arbeit zu tun.
Ich würde gern Eure Fragen korrekter beantworten, warum ich denn nicht dies oder das mache oder überhaupt so dumm denke- es ist einfach so, wie es ist- mein Verstand ist das Eine, der Rest der Persönlichkeit das Andere.
Wünsche Euch allen noch einen schönen Wochenanfang.

10.12.2018 11:26 • x 1 #8


issabella

issabella

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Hast Pech gehabt: so eine Psychologin kommt gar nicht in Frage.
Mit Handy aufs Clo ? hab ich noch nicht gehört oder gelesen.!
So, wie ich das gelesen hatte, es fielt Dir gar nichts, außer mehr Selbstbewusstsein und Relativieren, ,dass die Felle nicht Dich betroffen hatten.
Weil Du schon von änlichen Beruf kommst - stelle Dir vor, bei Anatomie voll mit Formaline getränte Leichen, die wir nach und nach zerstückeln oder zerschneiden müssten.
Irgendwann haben wir auch über oder neben der
Leiche gegessen, wenn früher keine Möglichkeit war.
Danach Pathologie und später Forensische Medizin.
Pathophisiologie, Pathoanatomie, Forensik.

Nach Deiner langen Berufserfahrung musst Du das alles wissen und sich nicht mehr beeinflussen lassen.
Was sollte ich von unseren lieben Leichen mitnehmen?

Versuch,Dich zu beruhigen und einen oder eine Psychotherapeutin für Diskussionen und Redentherapie zu finden

Geh Deinen Weg weiter. Passe aber auf anderere Symtome (z.B.Zucherkrankheit u.s.w.
Blutduck. Eins muss Dir klar sein: wir haben so gut, wie keinen Einfluss an verschiedene schwere Krankheiten -- außer,. wir lassen sie früh erkennen und behandeln.
Im Spätphase können und dürfen wir mit Paliativmedizin helfen..
lg

10.12.2018 12:47 • #9




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