Sozialpsychiatrischer Dienst - Gesundheitsamt

Sofort- und Selbsthilfe u.a. bei Suizidalität, Adressen von Krisendiensten nach PLZ, hilfreiche Informationen für Betroffene und Angehörige

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Sozialpsychiatrischer Dienst - Gesundheitsamt

Beitragvon Nina » 05.12.2009, 17:28

Liebe User,

wir möchten euch gerne die wesentlichen Informationen zum Sozialpsychiatrischer Dienst geben und euch diesen mal etwas näher vorstellen.

Was kann der sozialpsychiatrische Dienst für mich tun?

Überraschend viel!

Die sozialpsychiatrischen Dienste bieten Beratung und Hilfen für Menschen mit Suchterkrankungen und für Menschen mit psychischen/psychiatrischen Erkrankungen wie z. B. schizophrenen Störungen, affektiven Störungen (u.a. Depression), Persönlichkeitsstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen usw. Die Klienten können Probleme besprechen und sich über Hilfemöglichkeiten informieren. Weitergehende therapeutische Angebote können vermittelt werden.

    * Beratung von Hilfesuchenden, Angehörigen und Personen des sozialen Umfeldes einschließlich betreuender oder behandelnder Institutionen.
    * Diagnostik.
    * Vorsorgende Hilfen.
    * Nachgehende Hilfen um den Personen, die aus stationärer psychiatrischer Behandlung entlassen werden, durch individuelle Betreuung, Beratung und Einleitung geeigneter Maßnahmen die Wiedereingliederung in die Gemeinschaft zu erleichtern sowie eine erneute Krankenhausaufnahme zu vermeiden.
    * Die regelmäßige Durchführung von ärztlich geleiteten Sprechstunden.
    * Hausbesuche (einmalig oder regelmäßig, sogar über Jahre!)
    * Koordination der Einzelhilfen. ("Leitstelle")
    * Zusammenarbeit mit allen Diensten und Einrichtungen der Versorgungsregion, die mit der Betreuung und Behandlung psychisch Gefährdeter, Kranker und Behinderter befasst sind, insbesondere mit den regional zuständigen psychiatrischen Krankenhauseinrichtungen.
    * Zusätzliche Hilfeangebote in Form von Selbsthilfegruppen.

Kostet es mich etwas, wenn ich diesen Dienst für mich in Anspruch nehmen möchte?

* Nein! - Jeder Bürger hat Anspruch auf Hilfen und Beratung durch den sozialpsychiatrischen Dienst. Für die Betroffenen entstehen keinerlei Kosten, eine wichtige Zielgruppe sind Menschen, die sonst keine Hilfen bekommen bzw. diese nicht annehmen (können).

Was ist mit der Schweigepflicht und muss ich meinen Namen nennen?

Die Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht! Sicherlich werden die oft sehr freundlichen Mitarbeiter euch nach euren Daten, nach eurem Namen fragen, aber ihr dürft natürlich auf einen anonymen Telefonkontakt bestehen. Eure Daten werden vertraulich behandelt, genauso wie beim Arzt, denn die Mitarbeiter sind auch i.d.R. Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Dipl.-Sozialarbeitern/-pädagogen. In einigen Diensten arbeiten zusätzlich Krankenpflegekräfte, Ergotherapeuten und Psychologen.

icon_arrow.gif.bak All das ist in den Bundesländern jeweils durch die Landes-Gesetzen über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG) geregelt. Das heißt es gibt staatliche Vorgaben wie und was der sozialpsychiatrische Dienst zu leisten hat und was er darf bzw. nicht darf!

Wo finde ich diesen Dienst denn in meiner Region - Noch nie davon gehört!

Es gibt leider große Unterschiede je nach Bundesland in der Organisation der sozialpsychiatrischen Dienste. Oft wird er nicht durch staatliche Stellen, sondern durch freie Träger wie z. B. AWO, Caritas oder Diakonie wahrgenommen. Am Besten kontaktiert ihr das Gesundheitsamt eurer Stadt (Stadtteils) oder eurer Gemeinde bzw. des Landkreises, in dem ihr wohnt oder ihr googelt mit dem Stichwort "psychosozialer Dienst" und dem Ortsnamen.

Hier ein mal eine Beispielseite unserer Hauptstadt: Sozialpsychiatrischer Dienst Berlin

Mein persönliches Fazit ist, der Kontakt seitens des sozialpsychiatrischen Dienstes war geprägt durch Freundlichkeit, Respekt, Effizienz und Schnelligkeit in der Umsetzung von Hilfsangeboten sowie äusserster Diskretion. Ich fühlte mich gleich gut aufgehoben und sicher. Und ich bin ein Mensch, der vor "Aufdeckung" meiner Erkrankungen und vor Bloßstellung sowie Übergriffigkeit seitens "der Psychiatrie" besonders große Angst hat.

Liebe Grüße
Nina

* Vielen Dank an Albarracin für den Support!
Ich habe keine Lust auf Objektivität und bin auch nur in Maßen tolerant.
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